In dieser Arbeit wird zuerst auf die linguistischen Rahmenbedingungen eingegangen, d.h. die Begriffe "Fremdwort" sowie "Anglizismus" werden beschrieben und eine Kontextualisierung wird vorgenommen. Die Definition erweist sich unter Forschern als äußerst schwierig, weil sich diese nicht genau darüber einigen können, wann das Fremdwort nicht mehr fremd, sondern eingedeutscht wurde: Ist beispielsweise der Begriff "Keks" bereits ein deutscher Ausdruck oder noch immer ein englisches Fremdwort, abgeleitet von "Cookie’"?
Des Weiteren befasst sich die Arbeit mit der Frage danach, warum englische Begriffe im Allgemeinen für das Deutsche benutzt werden? Was sind die Grunde dafür, dass plötzlich das Französische nicht mehr als lingua franca angesehen wird, sondern das Englische zunehmend in den Vordergrund rückt?
Darüber hinaus soll die Sprachsituation Luxemburgs geklärt werden und die Frage danach, welche Sprachen im Großherzogtum vorherrschen. Dabei wird die Verwendung von Fremdwörtern generell in Luxemburg dargestellt, was mit den Motiven für den Gebrauch von Anglizismen im Allgemeinen einhergeht. Daneben soll analysiert werden, ob durch die Einengung Luxemburgs, von den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Belgien, die Nation dazu forciert ist, fremde Spracheinflüsse auf die eigene Sprache zuzulassen.
Ist es für die Weitergestaltung der luxemburgischen Sprache notwendig, Fremdes aufzunehmen? Dazu soll der Einblick in die Rechtslage Luxemburgs gewagt werden, um festzustellen, ob es einen rechtlich fixierten Grundsatz für den Gebrauch von fremden Sprachen in Luxemburg gibt, und ob dies eine Reperkussion auf die Sprache in der Presse- bzw. der Medienlandschaft hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung/Themenbeschreibung
2. Linguistische Rahmenbedingungen
2.1. Definition für ‚Fremdwort’ und ‚Anglizismus’
2.1.1. Das Fremdwort
2.1.2. Der Anglizismus
2.2. Welche Gründe für englische Spracheinflüsse gibt es?
3. Verwendung von Fremdwörtern
3.1. Triglossie: Sprachsituation in Luxemburg
3.2. Pressesprache(n) in Luxemburg
4. Anglizismen im Luxemburger Wort
4.1. Luxemburger Wort als Publikationsorgan
4.2. Häufigkeit und Art des Gebrauchs von Anglizismen
4.3. Unterschiedlicher Gebrauch bei verschiedenen Themen
4.4. Resultate
5. Anglizismen im Spiegel
5.1. Spiegel als Publikationsorgan
5.2. Häufigkeit und Art des Gebrauchs von Anglizismen
5.3. Unterschiedlicher Gebrauch bei verschiedenen Themen
5.4. Resultate
6. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kontrastiv den Gebrauch von Anglizismen in der deutschen Pressesprache anhand des Wochenmagazins Spiegel und der luxemburgischen Tageszeitung Luxemburger Wort, um Unterschiede in der Verwendung sowie den Einfluss landesspezifischer Faktoren und Medienkontexte zu analysieren.
- Linguistische Fundierung der Begriffe Fremdwort und Anglizismus
- Analyse der sprachlichen Situation und Triglossie in Luxemburg
- Kontrastive empirische Untersuchung des Anglizismen-Gebrauchs in zwei verschiedenen Medientypen
- Klassifikation von Wortarten und Untersuchung von Hybridbildungen im Pressekontext
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung/Themenbeschreibung
„Fällt von ungefähr ein fremdes wort in den brunnen einer sprache, so wird es solange darin umgetrieben, bis es ihre farbe annimmt und seiner fremden art zum trotze wie ein heimisches aussieht.“¹
Die Frage, die sich zu dieser Aussage Jakob Grimms stellt, ist, ob es überhaupt adäquat ist eine andere Sprache als die seine mit dem Schlagwort ‚fremd’ zu behaften. Wäre nicht eher davon auszugehen, dass sich die Sprachen gegenseitig ergänzen und miteinander harmonieren? Wie weit muss eine Recherche nach der Herkunft eines Begriffs zurückgreifen, um herauszufinden, wo die Wurzeln einer Redewendung, eines Ausdrucks oder eines Fachbegriffs liegen? Diese Bachelor-Abschlussarbeit wird sich damit befassen, wie und an welcher Stelle englische Einflüsse in der deutschen Sprache ihren Platz finden und ob es eventuell zu Unterschieden im deutschen öffentlichen Diskurs kommt. Konkret beläuft sich die Arbeit auf die kontrastive Analyse des unterschiedlichen Gebrauchs von Anglizismen in zwei, in ihren Ländern, großen Zeitungen. Zum einen handelt meine Analyse vom Gebrauch der Anglizismen im deutschen Wochenmagazin Spiegel und zum anderen wird erforscht, wie sich englische Einflüsse in der luxemburgischen Tageszeitung Luxemburger Wort manifestieren. Bestehen Unterschiede beim Gebrauch von Anglizismen im Standarddeutschen und dem Deutsch, welches in Luxemburg gesprochen bzw. geschrieben wird? Inwiefern ist der englische Einfluss auf die deutsche Pressesprache landesabhängig?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung/Themenbeschreibung: Einführung in die Problematik der Fremdwörter und Darstellung der Forschungsfragen hinsichtlich des Gebrauchs von Anglizismen im Vergleich zwischen Spiegel und Luxemburger Wort.
2. Linguistische Rahmenbedingungen: Theoretische Auseinandersetzung mit der Definition von Fremdwörtern und Anglizismen sowie eine historische Betrachtung der Gründe für englische Spracheinflüsse.
3. Verwendung von Fremdwörtern: Analyse der luxemburgischen Sprachsituation (Triglossie) und der dortigen Mediensprache vor dem Hintergrund des Sprachgesetzes.
4. Anglizismen im Luxemburger Wort: Vorstellung des Luxemburger Wort als Medium und Auswertung der empirischen Daten zum Gebrauch von Anglizismen in dieser Zeitung.
5. Anglizismen im Spiegel: Vorstellung des Spiegel als Medium und Auswertung der empirischen Daten zum Gebrauch von Anglizismen in diesem Wochenmagazin.
6. Schlussfolgerung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Beantwortung der Leitfragen zur Funktion und Frequenz von Anglizismen.
Schlüsselwörter
Anglizismen, Fremdwort, Sprachkontakt, Pressesprache, Spiegel, Luxemburger Wort, Hybridbildung, Eindeutschung, Soziolinguistik, Medienkonsum, Triglossie, Sprachwandel, Neologismen, Lehnwörter, Presse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss englischer Wörter auf die deutsche Pressesprache und analysiert kontrastiv, wie sich dieser Einfluss in zwei verschiedenen Medien manifestiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die linguistische Definition von Fremdwörtern, die historische Entwicklung des Anglizismen-Gebrauchs und die Analyse von zwei konkreten Medienhäusern unter Berücksichtigung sprachlicher und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Gebrauch und die Frequenz von Anglizismen im Spiegel sowie im Luxemburger Wort zu vergleichen und zu prüfen, ob Unterschiede in der Ausdrucksweise landesspezifisch oder medienabhängig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine empirische Datenerhebung, bei der ausgewählte Ausgaben der Zeitungen in Papier- und Online-Form analysiert, Anglizismen klassifiziert und auf ihre Hybridbildung und Flexion untersucht wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die linguistischen Grundlagen dargelegt, die Sprachsituation in Luxemburg erläutert und anschließend die empirischen Ergebnisse der Analyse beider Zeitungen, unterteilt nach Themenbereichen und Wortarten, detailliert vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Anglizismen, Pressesprache, Hybridbildung, Eindeutschungsprozesse, Mediensprache und soziolinguistische Aspekte.
Wie unterscheidet sich die Sprachsituation in Luxemburg von der in Deutschland?
Luxemburg ist durch ein komplexes triglossisches System geprägt, bei dem das Luxemburgische als Integrationssprache fungiert, während Deutsch und Französisch andere schriftsprachliche Funktionen übernehmen, was sich grundlegend vom monolingualen deutschen Umfeld unterscheidet.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Anglizismen?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Prozess der Vereinnahmung fremder Wörter stetig in Bewegung ist, oft unbewusst durch Journalisten erfolgt und die Anglizismen dabei als Träger für Signalfunktionen wie Modernität und technisches Know-how dienen.
- Citar trabajo
- Raoul Michels (Autor), 2016, Anglizismen in der Pressesprache. "Der Spiegel" und "Luxemburger Wort" im Vergleich, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367347