Den Mittelpunkt dieser Hausarbeit stellt die Untersuchung von Zielen von Werbeslogans als Textsorte dar, welche ein charakteristisches textliches Element der Werbung sind. Darin eingebettet ist das sprachliche Phänomen der Ellipse, welches vielfach in Slogans vorgefunden werden kann. Hierbei soll untersucht werden, in welchen Formen Ellipsen in Werbeslogans auftauchen und wie sie es durch ihre knappe Ausführung dennoch schaffen, den Rezipienten zu erreichen. Aufgrund der hohen Präsenz der Werbung im Alltag der Jugendlichen eignet sich diese Thematik somit hervorragend dafür, um Jugendliche für das Vorkommen und die verschiedenen Arten von Ellipsen in geschriebener Sprache zu sensibilisieren und einen Grundstein für eine vertiefte Arbeit zu legen.
Kinder und Jugendliche wachsen in einer Welt auf, in der sie von Medien umgeben und überflutet sind. Nicht nur im Fernsehen und im Internet, sondern auch im Radio ist Werbung Bestandteil der medialen Kommunikation und erreicht alle Altersstufen. Die Gefahren der Werbung sind vielfältig, in erster Linie kann sie aber durch verlockende Slogans leichtgläubige und unerfahrene Jugendliche gezielt ausnutzen und für sich gewinnen. Es handelt sich oftmals um Slogans, welche durch ihre Reime und Einfachheit hervorragend einprägsam sind und gerade Kinder, welche häufig vieles nachsprechen, was sie von Erwachsenen hören, reagieren auf diese Art der Werbung. Diesen Einfluss transferieren Kinder und Jugendliche auf ihre Mitmenschen und regen diese zum Konsum an.
Als Bestandteil der Medienkompetenz ist es somit wichtig, Kinder und Jugendliche für das Thema Werbung zu sensibilisieren und sie präventiv über die Wirkung, Ziele und die Mittel, die Werbung nutzt, aufzuklären. Wichtig ist dabei, dass diese Kompetenz aus Sicht der Gleichaltrigen angeeignet wird, da Medien und ihre Einflüsse aus der Kindheit nicht mehr ausgeschlossen werden können. Der Medienalltag der Jugendlichen und die tägliche Konfrontation mit Werbeslogans sollte kritisch betrachtet werden. Im Mittelpunkt sollte hierbei nicht nur die Aufklärung stehen, sondern eine aktive Auseinandersetzung mit der Sicht der Jugendlichen zu dieser Problematik. Infolgedessen sollte die Aneignung der Werbekompetenz in den Unterricht involviert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Werbung
2.1 Ziele und Funktionen der Werbung
2.2 Die Sprache der Werbung
2.3 Der Werbeslogan
2.4 Der Werbeslogan als Textsorte
3. Ellipsen in Werbeslogans
3.1 Definition der Ellipse
3.2 Grammatische Unvollständigkeit und kommunikative Vollständigkeit
3.3 Das Kriterium der Verständlichkeit
3.4 Arten von Ellipsen
3.4.1 Textsortenellipsen / Strukturellipsen
3.4.2. Lexikalische Ellipsen
3.4.3 Koordinationsellipsen
3.4.4 Adjazenzellipse
3.4.5 Handlungsellipsen
3.4.6 Situative Ellipse
4. Didaktische Analyse
4.1 Didaktische Grundüberlegungen und Bezüge zu den Bildungsstandards für das Unterrichtsfach Deutsch
4.2 Vorstellen der Unterrichtseinheit: Ellipsen in Werbeslogans
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des Phänomens der Ellipse in Werbeslogans als Textsorte und deren didaktische Nutzbarmachung, um das Bewusstsein von Jugendlichen für sprachliche Strukturen und Werbemechanismen zu schärfen. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, in welchen Formen Ellipsen in Slogans auftreten und wie sie trotz grammatischer Unvollständigkeit ihre Wirkung auf den Rezipienten entfalten.
- Werbeslogans als charakteristische Textsorte und deren Funktionen
- Sprachwissenschaftliche Einordnung und Klassifizierung verschiedener Ellipsenarten
- Die Rolle von Kontext und Weltwissen bei der Interpretation elliptischer Strukturen
- Verknüpfung von Medienkompetenz und Literaturunterricht in der gymnasialen Oberstufe
Auszug aus dem Buch
3.4.3 Koordinationsellipsen
Bei dieser Art von Ellipsen werde grammatisch “gleichrangige Konstituenten innerhalb eines Satzes” (Janos 2015: 53) weggelassen, um Wiederholungen zu vermeiden. Da das Auslassen von gleichen Satzkonstituenten typisch für die gesprochene Sprache ist, verfolgt auch der Slogan mit der Nutzung der Koordinationsellipse dieses Ziel. Satzbestandteile, welche eingespart werden, können einzelne Wörter, Phrasen oder ganze Sätze sein.
Wenn mehrere Sätze zu einem verkürzt werden, können sowohl das Subjekt und Objekt, als auch das finite bzw. infinite Verb entfallen.
Janos nutzt zur Erläuterung folgende Beispiele:
Halle & Büro plant und [...] baut Ihre Gewerbeimmobilie. (Halle & Büro Systembau Bauwirtschaft, 2005)
Wir holen's und [...] verkaufen's. (321-cash – Handel, 2005)
(Janos 2015: 53)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit von Werbung im Leben Jugendlicher und begründet die Notwendigkeit, Medienkompetenz durch die Untersuchung von Werbeslogans im Deutschunterricht zu fördern.
2. Die Werbung: Dieses Kapitel definiert Werbung als interdisziplinäres Phänomen, analysiert die Rolle des Werbeslogans als Textsorte und beleuchtet die persuasive Funktion sowie sprachliche Strategien zur Einprägsamkeit.
3. Ellipsen in Werbeslogans: Der Hauptteil bietet eine fundierte linguistische Definition der Ellipse und unterteilt diese in verschiedene Typen, wobei besonders die grammatische Unvollständigkeit und deren pragmatische Verständlichkeit im Kontext von Werbeslogans untersucht werden.
4. Didaktische Analyse: Hier wird der Transfer des theoretischen Wissens in die schulische Praxis vollzogen, wobei konkrete Unterrichtskonzepte für die gymnasiale Oberstufe zur Förderung der Medienkompetenz vorgestellt werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Werbeslogans durch ihre gezielte Nutzung elliptischer Formen eine Brücke zwischen Alltagssprache und komplexer Textsorte schlagen, was sie zu einem idealen Gegenstand für den modernen Deutschunterricht macht.
Schlüsselwörter
Werbung, Werbeslogan, Ellipse, Medienkompetenz, Deutschunterricht, Sprachwissenschaft, Syntax, Textsorte, Sprachökonomie, Didaktik, Kommunikation, Rezeption, Satzstruktur, Pragmatik, Werbesprache
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die sprachliche Struktur von Werbeslogans, insbesondere den häufigen Einsatz von Ellipsen, und wie diese zur Vermittlung von Medienkompetenz im schulischen Kontext genutzt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft linguistische Theorien zur Syntax und Ellipsenbildung mit werbepsychologischen Aspekten sowie didaktischen Ansätzen für den Literatur- und Sprachunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die systematische Verwendung von Ellipsen in Werbeslogans linguistisch zu erfassen und einen produktiven Weg aufzuzeigen, wie Jugendliche durch diese Analyse für mediale Einflüsse sensibilisiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse linguistischer Standardwerke und fachspezifischer Dissertationen zur Werbesprache basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Werbeslogans als Textsorte und eine detaillierte Klassifizierung verschiedener Ellipsenarten (wie Koordinations-, lexikalische oder situative Ellipsen) anhand von Slogan-Beispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Werbung, Ellipse, Medienkompetenz, Deutschunterricht, Werbeslogan und Sprachökonomie.
Warum sind Ellipsen für Werbeslogans so bedeutend?
Ellipsen ermöglichen eine extreme Sprachökonomie und Kürze, die dafür sorgt, dass Slogans einprägsamer werden und den Rezipienten aktiv zur gedanklichen Ergänzung und damit zur intensiveren Auseinandersetzung mit der Werbebotschaft anregen.
Wie unterscheidet sich die situative Ellipse von anderen Formen?
Die situative Ellipse ist maßgeblich vom Kontext und dem Weltwissen der Kommunikationspartner abhängig; sie kann nur verstanden werden, wenn sich die Beteiligten in der gleichen spezifischen Sprechsituation befinden.
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- Olesja Yaniv (Author), 2017, Förderung der Medienkompetenz im Deutschunterricht anhand von elliptischen Werbeslogans, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367455