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Grundlagen der generativen Sprachtheorie

Title: Grundlagen der generativen Sprachtheorie

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katja Dudzinska (Author)

Speech Science / Linguistics
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Der Angelpunkt der Abgrenzung der GG von der nicht-generativen Systemlinguistik ist eine fundamental andere sprachtheoretische Grundauffassung vom Gegenstand der Sprachforschung. Die amerikanische Art des Strukturalismus, der sogenannte amerikanische Deskriptivismus, beschäftigt sich v. a. mit dem äußerlich vorfindbaren Objekt (Korpus) von Sprache, den Typen, Klassen und Regeln einer Einzelsprache. Es gilt dabei die wiederkehrenden Typen herauszufinden, denen die realen Äußerungen ganz oder in Teilen entsprechen. (z. B. bestimmte Satzmuster) und die Regeln zu formulieren, nach denen die Äußerungen gebaut sind. Die Gesamtheit der Regeln und Typen ergibt zum Beispiel die Grammatik des Deutschen (Linke 89-91). Gegenstandsbereich der GG ist die Kompetenz, d. h. das der Verwendung von Sprache zu Grunde liegende Kenntnissystem, das, was der Mensch prinzipiell kann und nicht die Erscheinungen des tatsächlichen Gebrauchs (Performanz). Das Ziel der linguistischen Analyse ist es, zu Aussagen über jenes System kognitiver Strukturen zu gelangen, das das sprachliche Wissen ausmacht. Die Grundfrage der GG lautet also: Wie ist unser sprachliches Wissen im Gehirn repräsentiert und wie kommt es da hinein, d. h. die GG ist eine Theorie über spezifische mentale Repräsentationen und deren Erwerb (Fanselow 7). Die Grammatikkompetenz ist der extrem eingeschränkte Gegenstand der GG. Die GG postuliert, dass diese Gegenstandsreduktion der Wirklichkeit entspricht, indem sie dem modularen Aufbau unserer kognitiven Fähigkeiten Rechnung trägt (Linke 100).

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Grammatik als System mentaler Repräsentationen

1.1. Begründung mentaler Repräsentationen

1.1.1. Unser grammatisches Wissen

1.1.2. Grammatikalitätsurteile

1.2. Autonomiethese und Modularitätsthese

1.3. Die Spracherwerbsfrage

1.3.1. Lernbarkeitskriterium

1.3.2. Das logische Problem des Spracherwerbs

1.3.3. Die Universalgrammatik

2. Weitere Beweise für die Autonomie- und Modularitätsthese

2.1. Sprachperzeption

2.2. Sprachproduktion

2.3. Spracherwerb

2.4. Sprachpathologie und Neuropsychologie

2.5. Pidgin- und Kreolsprachen

2.6. Biologie der Sprache

3. Einwände und Gegenthesen zur Autonomie- und Modularitätsthese

3.1. Generative Semantik

3.2. Funktionale Grammatik

3.3. Kognitivistische Lernkonzeptionen

3.3.1. Logische Argumente

3.3.2. Sprache und Kommunikation

3.3.3. Evolution und Sprache

3.3.4. Abstraktheit sprachlicher Gesetzmäßigkeiten

3.4. Piagets Konstruktivismus

Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der generativen Sprachtheorie. Ziel ist es, den Status von Sprache als mentales Wissenssystem zu beleuchten und die Hypothesen der Autonomie und Modularität der Grammatik gegen alternative sprachtheoretische Ansätze und kognitionswissenschaftliche Einwände abzugrenzen.

  • Grundlagen der generativen Grammatik nach Noam Chomsky
  • Die Autonomie- und Modularitätsthese in der kognitiven Sprachforschung
  • Empirische Evidenzen aus der Sprachpsychologie und Neuropsychologie
  • Kritische Auseinandersetzung mit funktionalistischen und konstruktivistischen Gegenpositionen

Auszug aus dem Buch

1.1.1. Unser grammatisches Wissen

In der GG wird Sprache als mentale Größe betrachtet, als ein im human mind verankertes Wissenssystem. Da jeder Mensch zumindest eine Sprache, seine Muttersprache, beherrscht, muss jeder über sprachliches Wissen verfügen. (Fanselow) Es handelt sich dabei jedoch nicht um bewusstes Wissen (sog. knowing that). Das grammatische Wissen ist ein impliziertes Wissen, d. h. es ist dem Bewusstsein nicht direkt zugänglich. Es handelt sich nicht um normales, im Langzeitgedächtnis gespeichertes Wissen. Es ist ein unbewusstes, intuitives Wissen (sog. knowing how) (Linke 92, Schwarz 46). Die Lösung der Frage, ob es überhaupt ein eigenständiges Wissenssystem Sprache gibt oder ob sich unser sprachliches Wissen aus dem Zusammenspiel verschiedener Wissenssysteme ableitet, ist unter Linguisten umstritten.

Chomsky behauptet, dass für unser grammatisches Wissen ein autonomes System mentaler Repräsentationen besteht, aber eben nur für das grammatische Wissen. Ansonsten beruht Sprache auf einem Wechselspiel verschiedener kognitiver Systeme. Damit ist das Ziel der generativen Linguistik die Grammatiktheorie und nicht die Sprachtheorie (Fanselow 17, 18).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung der generativen Grammatik als theoretischen Entwurf, der Sprache als mentales kognitives System begreift.

1. Grammatik als System mentaler Repräsentationen: Herleitung der Notwendigkeit mentaler Repräsentationen und Einführung der Universalgrammatik sowie des Lernbarkeitskriteriums.

2. Weitere Beweise für die Autonomie- und Modularitätsthese: Darlegung empirischer Belege aus Bereichen wie Sprachproduktion, Pathologie und der Entstehung von Kreolsprachen.

3. Einwände und Gegenthesen zur Autonomie- und Modularitätsthese: Kritische Diskussion alternativer Ansätze wie der generativen Semantik, der funktionalen Grammatik und des Konstruktivismus.

Schluss: Reflexion über die Bedeutung der generativen Transformationsgrammatik für die Übersetzungswissenschaft und Fremdsprachendidaktik.

Schlüsselwörter

Generative Grammatik, Universalgrammatik, Modularität, Autonomie der Syntax, Spracherwerb, Kognition, Grammatikalität, mentale Repräsentation, Kompetenz, Performanz, Lernbarkeitskriterium, Sprachpathologie, Sprachpsychologie, Konstruktivismus, Transformationsregeln.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Fundamenten der generativen Sprachtheorie und untersucht, wie sprachliches Wissen im menschlichen Gehirn verankert ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Modularität des menschlichen Gehirns, die angeborene Universalgrammatik und die Abgrenzung der generativen Grammatik von anderen linguistischen Strömungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Hypothesen der Autonomie der Syntax und der Modularität der menschlichen Kognition anhand theoretischer Argumente und empirischer Daten zu untermauern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Analyse auf Basis bestehender linguistischer Literatur durchgeführt, ergänzt durch logisch-mathematische Überlegungen und die Auswertung empirischer Befunde.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begründung des generativen Ansatzes, die Präsentation von Beweisen für die Modularitätsthese und die Widerlegung verschiedener Einwände gegen diese Theorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Universalgrammatik, kognitive Repräsentation, Spracherwerb und Autonomie der Syntax geprägt.

Was bedeutet der in der Arbeit erwähnte Begriff "Pro-drop"?

Pro-drop beschreibt ein sprachliches Phänomen, bei dem in bestimmten Sprachen das Subjekt (Pronomen) weggelassen werden kann, während dies in anderen Sprachen wie dem Deutschen oder Englischen ungrammatisch ist.

Wie begründet die Arbeit die Existenz einer angeborenen Sprachfähigkeit?

Die Arbeit argumentiert über das logische Problem des Spracherwerbs: Da Kinder Sprachen erlernen, ohne dass der Input ausreichend Informationen für die komplexen Regeln liefert, muss eine biologisch verankerte, angeborene Struktur existieren.

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Details

Title
Grundlagen der generativen Sprachtheorie
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Sprachwissenschaft am Fachbereich für Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft)
Course
Sprachwissenschaftliches Hauptseminar: Syntaxtheorien
Grade
1,7
Author
Katja Dudzinska (Author)
Publication Year
2002
Pages
24
Catalog Number
V36749
ISBN (eBook)
9783638362849
Language
German
Tags
Grundlagen Sprachtheorie Sprachwissenschaftliches Hauptseminar Syntaxtheorien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Dudzinska (Author), 2002, Grundlagen der generativen Sprachtheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36749
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