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Studienabbrecher in Deutschland. Gründe und berufliche Perspektiven

Título: Studienabbrecher in Deutschland. Gründe und berufliche Perspektiven

Tesis de Máster , 2015 , 82 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Wencke Kirchner (Autor)

Pedagogía - Educación de adultos
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Noch nie war die Übergangsquote von Jugendlichen nach der Schule an eine Hochschule oder Universität in Deutschland so hoch wie derzeit. Das ehemals stabile System zwischen dualer Berufsausbildung und akademischer Bildung kommt ins wanken - mit nicht unerheblichen Folgen für die deutsche Wirtschaft. Allerdings bleibt auch die Quote der Studienabbrecher in den letzten Jahren weiterhin konstant und vor allem in den technischen Studienfächern nach wie vor sehr hoch. In manchen Studiengängen liegt die Abbrecherquote bei an oder sogar über 50%. Auf der anderen Seite werden in der dualen Berufsausbildung händeringend junge Menschen mit guten Qualifikationen gesucht und benötigt.

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die aktuellen Daten- und Faktenlage, beleuchtet die Möglichkeiten der Durchlässigkeit beider Systeme aus Sicht eines Studienabbrechers, stellt verschiedene Konzepte in Deutschland vor und gibt einen Einblick in die Einstiegsmöglichkeiten in das duale Aus- und Weiterbildungssystem. Ein Schwerpunkt liegt auf der Anrechenbarkeit von im Studium erworbenen Kompetenzen auf eine duale Berufsausbildung sowie mögliche zukünftige Methoden und Modelle.

Der rasante Wandel der deutschen Gesellschaft bedingt durch die Industrialisierung und den technologischen Fortschritt sowie dem damit verbundenen Wandel der Wirtschaftsstruktur von der Industrie hin zur Dienstleistungsgesellschaft sind Bausteine für den bereits begonnenen Wandel im Beschäftigungssystem Deutschlands. Damit einhergehend verändern sich auch die notwendigen Tätigkeitsprofile am Arbeitsmarkt sowie die Anforderungen an Kompetenzen und Fähigkeiten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Unternehmen. Das Bildungssystem in Deutschland, das bis dato nach der allgemeinbildenden Schule auf den beiden Säulen der dualen Berufsausbildung und der akademisch, wissenschaftlichen Bildung beruht und sich bewährt hat, steht vor größeren strukturellen Umbrüche. Liefen beide Systeme jahrzehntelang weitgehend parallel und unverändert nebeneinander, so müssen sie sich zunehmend auf sich schneller veränderte Rahmenbedingungen und ganz neue äußere Anforderungen einstellen. Ein stärkeres aufeinander Zugehen und die Abstimmung bis hin zur Integration der beruflichen Ausbildung in der Hochschulbildung in sogenannten hybriden Ausbildungs und Studienmodellen wird prognostiziert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Allgemeine Einführung und Themenvorstellung

1.2 Ziel der Arbeit, Eingrenzung des Themengebietes und Erläuterung der Kernfrage

2 Berufliche und akademische Bildung in Deutschland

2.1 Begriffsbestimmungen und -definitionen

2.1.1 Berufliche Bildung und duale Ausbildung

2.1.2 Akademischer Bildungsbereich

2.1.3 Zugänge und Übergange im Berufsbildungssystem

2.2 Statistische Daten zur beruflichen und akademischen Bildung

2.2.1 Statistische Daten der Berufsbildung

2.2.2 Statistische Daten der akademischen Bildung

2.2.3 Statistische Prognosen zu Schulabsolventen und Studienanfängern

2.2.4 Prognosen zum Übergang der Schulabsolventen in den beruflichen und akademischen Bildungsbereich

2.3 Definition, Häufigkeit und Ursachen für Studienabbrüche

2.3.1 Definition und statistische Daten zu Studienabbrüchen

2.3.2 Ursachen, Motive und Zeitpunkt von Studienabbrüchen

2.3.3 Beruflicher Verbleib von Studienabbrechern

3 Durchlässigkeit zwischen akademischer und beruflicher Bildung

3.1 Das Deutsche „Bildungs-Schisma“

3.2 Durchlässigkeit zwischen den Systemen im Kontext des Deutschen und Europäischen Qualifikationsrahmens

3.3 Rechtliche Rahmenbedingungen für Anrechnungsverfahren

3.4 Vergleich verschiedener Modelle des Übergangs von der akademischen in die berufliche Bildung

3.4.1 Modell „Switch“ – IHK Aachen

3.4.2 Modell „Finish-IT“ – Cyberforum / IHK Karlsruhe

3.4.3 Modellregion „Bildungsweichen“ – Karlsruhe

3.4.4 Zwischenfazit der dargestellten Modellen

4 Anrechnung von im Studium erworbenen Kompetenzen

4.1 Annäherung an den Kompetenzbegriff

4.1.1 Kompetenzbegriff in der Pädagogik und Erziehungswissenschaft

4.1.2 Verwendung des Kompetenzbegriffs in der beruflichen und akademischen Bildung

4.2 Berufliche und akademische Kompetenzen – Übereinstimmungen und Unterschiede

4.3 Methoden und Modelle zur Anrechnung erworbener Kompetenzen für die berufliche Bildung am Beispiel von ANKOM

4.3.1 Grundlagen zum Äquivalenzbeurteilungs- und Anrechnungsverfahren

4.3.2 Äquivalenzbeurteilung für pauschale Anrechnungsverfahren

4.3.3 Äquivalenzbeurteilung für individuelle Anrechnungsverfahren

5 Zusammenfassung und Ausblick

5.1 Fazit und Kritik der Ergebnisse

5.2 Zukünftige und neue Herausforderungen für das Themengebiet

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Durchlässigkeit zwischen akademischer und beruflicher Bildung in Deutschland, mit einem Fokus auf die Integration von Studienabbrechern in das duale Berufsbildungssystem. Dabei wird analysiert, wie durch Anrechnungsverfahren für im Studium erworbene Kompetenzen Übergänge erleichtert und Studienabbrecher als Fachkräfte für den Arbeitsmarkt gewonnen werden können.

  • Analyse des "Bildungs-Schismas" zwischen akademischer und beruflicher Bildung
  • Statistische Auswertung von Studienabbrüchen und deren Ursachen
  • Untersuchung rechtlicher Rahmenbedingungen für die Anrechnung von Vorleistungen
  • Vergleich bestehender Übergangsmodelle (z.B. Switch, Finish-IT, Bildungsweichen)
  • Methodische Ansätze zur Äquivalenzbeurteilung und Anrechnung von Kompetenzen

Auszug aus dem Buch

1.1 Allgemeine Einführung und Themenvorstellung

Der rasante Wandel der deutschen Gesellschaft bedingt durch die Industrialisierung und den technologischen Fortschritt sowie dem damit verbundenen Wandel der Wirtschaftsstruktur von der Industrie- hin zur Dienstleistungsgesellschaft sind Bausteine für den bereits begonnenen Wandel im Beschäftigungssystem Deutschlands. Damit einhergehend verändern sich auch die notwendigen Tätigkeitsprofile am Arbeitsmarkt sowie die Anforderungen an Kompetenzen und Fähigkeiten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Unternehmen. Das Bildungssystem in Deutschland, das bis dato nach der allgemeinbildenden Schule auf den beiden Säulen der dualen Berufsausbildung und der akademisch, wissenschaftlichen Bildung beruht und sich bewährt hat, steht vor größeren strukturellen Umbrüche.

Liefen beide Systeme jahrzehntelang weitgehend parallel und unverändert nebeneinander, so müssen sie sich zunehmend auf sich schneller veränderte Rahmenbedingungen und ganz neue äußere Anforderungen einstellen. Ein stärkeres aufeinander Zugehen und die Abstimmung bis hin zur Integration der beruflichen Ausbildung in der Hochschulbildung in sogenannten hybriden Ausbildungs- und Studienmodellen wird prognostiziert. Nicht zuletzt auch auf Grund der veränderten Erwartungen der Gesellschaft, des allgemeinen Trends zu Höherqualifizierungen welche höhere Studienquoten bedingt und unter dem Begriff „academic drift“ in aller Munde, ist die zunehmende Akademisierung einer Vielzahl von Ausbildungsberufen sowie die steigende Komplexität von Aufgaben und Tätigkeiten in der Berufspraxis allen voran in den technischen und informationstechnischen Berufen zu nennen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Stellt das Thema des Studienabbruchs in Deutschland vor und umreißt die Zielsetzung der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise.

2 Berufliche und akademische Bildung in Deutschland: Liefert einen Überblick über die beiden Bildungssysteme, statistische Daten zu Entwicklungen und Studienabbrüchen sowie den Verbleib von Studienabbrechern.

3 Durchlässigkeit zwischen akademischer und beruflicher Bildung: Analysiert das "Bildungs-Schisma", rechtliche Rahmenbedingungen und vergleicht beispielhafte Modelle für den Übergang in die berufliche Bildung.

4 Anrechnung von im Studium erworbenen Kompetenzen: Erörtert theoretische Grundlagen des Kompetenzbegriffs und detaillierte methodische Ansätze zur Anrechnung erworbener Fähigkeiten auf Ausbildungen.

5 Zusammenfassung und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Diskussion zukünftiger Herausforderungen für das Themengebiet.

Schlüsselwörter

Studienabbruch, Durchlässigkeit, Berufsbildung, Akademische Bildung, Anrechnungsverfahren, Kompetenzbegriff, Qualifikationsrahmen, Duale Ausbildung, Fachkräftebedarf, Bologna-Prozess, Lebenslanges Lernen, Bildungs-Schisma, Äquivalenzbeurteilung, ANKOM, Karriereweg

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Durchlässigkeit zwischen dem akademischen und dem dualen beruflichen Bildungssystem in Deutschland und den Übergang von Studienabbrechern in eine berufliche Ausbildung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit umfasst die statistische Analyse von Studienabbrüchen, die strukturelle Trennung der Bildungssysteme (Bildungs-Schisma), rechtliche Anrechnungsmöglichkeiten sowie die Entwicklung und Evaluierung von Übergangsmodellen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Untersuchung von Methoden und Möglichkeiten zur Integration von Studienabbrechern in das duale Berufsbildungssystem durch die Anrechnung von im Studium erworbenen Kompetenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche, die Analyse amtlicher Statistiken sowie die Auswertung von Expertenwissen aus ihrer Tätigkeit bei der IHK Karlsruhe.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die statistischen Hintergründe, die strukturelle Problematik der Systemtrennung, rechtliche Grundlagen für Anrechnungen sowie spezifische Modelle wie "Switch", "Finish-IT" und "Bildungsweichen".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Studienabbruch, Durchlässigkeit, Berufsbildung, Anrechnung, Kompetenzfeststellung und duales System.

Was unterscheidet das Modell „Switch“ von anderen Ansätzen?

„Switch“ ermöglicht eine pauschale Verkürzung der Ausbildungsdauer für Studienabbrecher durch die Anerkennung von Studienleistungen und bietet zudem spezielle Schulklassen an, was den Übergang in die Praxis deutlich beschleunigt.

Warum spielt die ANKOM-Initiative eine so wichtige Rolle?

ANKOM gilt als Wegbereiter für Verfahren zur Anrechnung beruflicher Vorbildung auf ein Studium und dient als theoretische sowie methodische Basis für die in der Arbeit diskutierten Anrechnungsmodelle.

Welche Rolle spielt die IHK Karlsruhe in dieser Arbeit?

Die Verfasserin ist dort beruflich tätig, was ihr ermöglichte, Einblicke in regionale Programme, Studienabbrecher-Befragungen und die praktische Arbeit bei der Gestaltung von Übergängen zu gewinnen.

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Detalles

Título
Studienabbrecher in Deutschland. Gründe und berufliche Perspektiven
Universidad
University of Kaiserslautern  (Distance and Independent Studies Center)
Calificación
1,7
Autor
Wencke Kirchner (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
82
No. de catálogo
V367650
ISBN (Ebook)
9783668495326
ISBN (Libro)
9783668495333
Idioma
Alemán
Etiqueta
Studienabbruch Studieren Ausbildung Berufsausbildung Kompetenzanrechnung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Wencke Kirchner (Autor), 2015, Studienabbrecher in Deutschland. Gründe und berufliche Perspektiven, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367650
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