Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob die deutschen Massenmedien eine reale antirussische Propaganda betreiben oder die Berichterstattung bezüglich Russland gerechtfertigt und dadurch authentisch ist. Gerade, weil Russland der größte und wichtigste Nachbarstaat und Wirtschaftspartner für Europa und Deutschland ist, ist diese Frage von großer Bedeutung
Das Dasein der Massenmedien beruht auf den eigennützigen Handlungen der Gesellschaft. Durch das Bestimmen der Strukturierung der Themen auf die Berichterstattung geben Massenmedien die Richtung vor wie der Verbraucher diese Themengebiete aufzunehmen und einzuordnen hat. Dieser Aspekt erfordert somit eine enorme Selbstverantwortung der Massenmedien, doch ist diese nicht selbstverständlich. Dadurch kommt der Gedanke auf, dass Vorurteile und Klischees zum zentralen Problem für die Realität der Massenmedien werden können. Die frühere Moskau Korrespondentin der ARD Gabriele Krone-Schmalz schrieb 2007 über die Situation in Russland, dass die westliche Denkweise der Massenmedien in Bezug auf Russland eine erhebliche Disproportion zwischen der Realität im Land und Klischees aufweist. Des Weiteren erschien im selben Jahr eine Forsa-Umfrage über die Glaubwürdigkeit der deutschen Medien in Bezug auf die Berichterstattung über Russland. Nach dieser halten 84 % der deutschen Bundesbürger das Russlandbild in den Medien mit Vorurteilen und Kli- schees besetzt. Wenn bei der Forsa-Umfrage eine deutliche Mehrheit die Meinung vertritt, dass das Russlandbild in den deutschen Massenmedien mit Vorurteilen geprägt ist, stellt sich ebenso die Frage, woher diese Ansicht kommt und inwiefern die Medien Russland in Deutschland darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Anschauung der Propaganda im Kontext der Massenmedien
3. Massenmedien in Deutschland
3.1 Rechtliche Legitimation der Massenmedien
3.2 Grenzen der rechtlichen Legitimation
3.3 Funktionen der Massenmedien
4. Das Russlandbild in den deutschen Massenmedien
4.1 Der Geschichtliche Verlauf des deutschen Russlandbilds
4.2 Problematik der deutschen Berichterstattung
4.3 Russische Falschmeldungen und Feindbilder in den deutschen Massenmedien?
5. Fazit: Antirussische Propaganda oder authentische Berichterstattung?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die kritische Frage, ob die Berichterstattung über Russland in deutschen Massenmedien als authentische Information oder als gezielte antirussische Propaganda einzustufen ist, wobei insbesondere die Rolle von Stereotypen und ökonomischen Faktoren beleuchtet wird.
- Theoretische Grundlagen von Propaganda und Massenmedien
- Struktur und rechtliche Legitimation des deutschen Mediensystems
- Historische Genese des deutschen Russlandbildes
- Analyse der Qualität und Problematik aktueller Auslandsberichterstattung
- Fallbeispiel Ukraine-Krise: Objektivität vs. Subjektivität in den Medien
Auszug aus dem Buch
4.1 Der geschichtliche Verlauf des deutschen Russlandbildes
Will man die heutige Berichterstattung der deutschen Massenmedien über das Russlandbild verstehen, muss man sich zuerst der Dimension bewusst werden, was Russland und Deutschland geschichtlich miteinander prägte. Die allerersten Schriften, die in großer Zahl in Deutschland als Flugschrift verteilt wurden, waren eine Art der Presse-Frühform. Die ersten Aufzeichnungen stammen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Deutschland war damals als das Heilige Römische Reich deutscher Nation bekannt. Folgt man den damaligen Schriften, so waren in deutscher Sicht die Russen durch ihre Orthodoxie boshafte, ungebildete und kulturlose Barbaren (Keller et. al. 1988: 180f). Dagegen ist die Zeit bis Mitte des 18.Jahrhunderts durchlässiger was die Informationen angeht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Russlandbildes ein und stellt die Forschungsfrage, ob deutsche Medien einseitig agieren oder fundiert berichten.
2. Anschauung der Propaganda im Kontext der Massenmedien: Dieses Kapitel definiert Propaganda theoretisch und untersucht mittels des Propagandamodells von Herman und Chomsky die Einflussfaktoren auf mediale Informationsprozesse.
3. Massenmedien in Deutschland: Es wird die Struktur der deutschen Medienlandschaft, deren rechtliche Legitimation sowie deren grundlegende gesellschaftliche Funktionen analysiert.
3.1 Rechtliche Legitimation der Massenmedien: Dieses Kapitel erläutert die verfassungsrechtliche Verankerung der Pressefreiheit im Grundgesetz sowie die Verantwortung der Medien.
3.2 Grenzen der rechtlichen Legitimation: Die Untersuchung befasst sich mit der Ökonomisierung der Medien und dem daraus resultierenden Konflikt zwischen Profitinteressen und journalistischer Sorgfalt.
3.3 Funktionen der Massenmedien: Hier werden die Informationsfunktion und die Rolle der Medien als notwendiges Instrument für den demokratischen Diskurs dargelegt.
4. Das Russlandbild in den deutschen Massenmedien: Dieses Hauptkapitel fokussiert auf die konkrete Darstellung Russlands in deutschen Medien und beleuchtet die historische Dimension dieser Beziehung.
4.1 Der Geschichtliche Verlauf des deutschen Russlandbilds: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von Stereotypen über Russland seit dem 16. Jahrhundert bis hin zum Kalten Krieg nach.
4.2 Problematik der deutschen Berichterstattung: Hier werden strukturelle Probleme wie der Mangel an Korrespondenten, Sparmaßnahmen und der Druck zur Kommerzialisierung thematisiert.
4.3 Russische Falschmeldungen und Feindbilder in den deutschen Massenmedien?: Anhand der Krim-Krise wird die Qualität der Berichterstattung untersucht und kritisch hinterfragt.
5. Fazit: Antirussische Propaganda oder authentische Berichterstattung?: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass trotz Fehlern keine systematische antirussische Propaganda vorliegt.
Schlüsselwörter
Russlandbild, Massenmedien, Propaganda, Ukraine-Krise, Pressefreiheit, Journalismus, Stereotype, Meinungsbildung, Medienethik, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Propaganda-Modell, Berichterstattung, Kommerzialisierung, Feindbilder, Demokratie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert kritisch, wie deutsche Massenmedien über Russland berichten und ob dies als objektive Information oder als einseitig gesteuerte antirussische Propaganda wahrgenommen werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Propaganda, das deutsche Mediensystem, die historische Entwicklung des Russlandbildes sowie die Analyse aktueller Berichterstattung zur Ukraine-Krise.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit versucht zu klären, ob die deutsche Berichterstattung zu Russland durch authentische Information geprägt ist oder ob eine reale antirussische Propaganda betrieben wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse medienwissenschaftlicher Theorien (wie des Propagandamodells nach Herman/Chomsky) sowie der Untersuchung von Umfragedaten und Fallbeispielen.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die medienrechtliche Basis, die historischen Wurzeln deutscher Russland-Klischees sowie die detaillierte Auswertung medialer Reaktionen auf die Krim-Krise.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind Russlandbild, Medienethik, Propaganda, Pressefreiheit und Journalismus.
Welche Rolle spielt die historische Perspektive für das heutige Russlandbild?
Die historischen Vorurteile – etwa vom "asiatischen Barbaren" – wirken laut Autor teilweise in modernen Stereotypen nach, was die Einordnung aktueller Nachrichten erschwert.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der ARD in der Ukraine-Krise?
Die Arbeit konstatiert, dass die ARD-Berichterstattung teilweise subjektiv und fehlerhaft war, betont aber, dass dies kein systematischer Beleg für staatlich gelenkte antirussische Propaganda ist.
- Citation du texte
- Marius Kossmann (Auteur), 2017, Das Russlandbild in den deutschen Medien. Antirussische Propaganda oder authentische Berichterstattung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367653