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Skepsis gegenüber der Aufklärung in der Ballade "Kassandra" von Friedrich Schiller

Title: Skepsis gegenüber der Aufklärung in der Ballade "Kassandra" von Friedrich Schiller

Term Paper (Advanced seminar) , 2017 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Sage von Kassandra, der schönen und seherisch begabten Tochter des Troerkönigs Priamos, fesselt seit der Antike die Menschen. Vielfach wurde der ursprüngliche Stoff bearbeitet und ergänzt. Vermutlich übt Kassandra, aufgrund ihrer Schönheit und Weisheit sowie ihres tragischen Schicksals und Leids, eine so große Faszination aus.

In der Sage vom Trojanischen Krieg spielt Kassandra die Rolle der Warnerin. Sie kündet vergebens den Untergang der Stadt an und rät des Weiteren vergebens von der Aufnahme des hölzernen Pferdes ab. Ihre Gabe, in die Zukunft schauen zu können, erhält sie von dem Gott Apoll. Dieser verliebt sich in Kassandra und verleiht ihr, unter der Bedingung, dass sie ihm ihre Liebe schenkt, die Sehergabe. Doch nachdem sie die Gabe der Weissagung empfangen hat, verweigert sie sich Apoll und wird von ihm dadurch gestraft, dass ihre Prophezeiungen keinen Glauben finden.

Das Ende der Seherin Kassandra ist ebenfalls tragisch: obwohl sie den Untergang Trojas vorhergesehen hat, kann sie diesen nicht verhindern und wird nach dem Sieg der Griechen über die Trojaner von Agamemnon als Sklavin nach Mykenä verschleppt. In Mykenä verüben Klytämenestra und ihr Geliebter Ägisth einen Mordanschlag auf Agamemnon, bei dem auch Kassandra ums Leben kommt.

Die Sage der Kassandra ist bis heute ein Stoff geblieben, der Leser wie Autoren begeistert. Eine bedeutende Variation des Kassandra-Stoffes findet sich in Friedrich Schillers Ballade Kassandra. Diese wurde im „Taschenbuch für Damen auf das Jahr 1803“ herausgegeben von Huber, Lafontaine, Pfeffel und andern (Tübingen [1802], S. 210-214), zum ersten Mal gedruckt. Danach erschien sie in dem Band „Gedichte von Friedrich Schiller. Zweyter Theil, Leipzig bey Siegfried Lebrecht Crusius 1803“.

Das Gedicht Kassandra ist auffällig, wenn man es mit anderen Werken von Schiller vergleicht. Denn Kassandra fällt ein wenig aus dem Rahmen, von dem was man sonst von Schiller gewohnt ist: der Idealist, der Anhänger der Aufklärung, der Pädagoge, der Dichter des Wahren und Schönen. In Kassandra begegnen wir einem „anderen“ Schiller.

Diesen „anderen“ Schiller möchte ich in meiner Hausarbeit, anhand des Gedichtes Kassandra, untersuchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Form und Inhalt der Ballade Kassandra

3. Der „andere“ Schiller und seine Skepsis gegenüber der Aufklärung

3.1 Biographische und politische Hintergründe des Gedichts Kassandra

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Friedrich Schillers Ballade "Kassandra" unter der zentralen Fragestellung, ob das Werk eine Abkehr oder Skepsis gegenüber den Idealen der Aufklärung darstellt. Dabei werden das Gedicht formal analysiert und in den biographischen, politischen sowie philosophischen Kontext der Zeit um 1800 eingebettet, um die Wandlung des Autors vom Idealisten zum Skeptiker zu beleuchten.

  • Formale Analyse der Ballade (Metrum, Reim, Aufbau)
  • Die Figur der Kassandra als "Wissende" und Ausgestoßene
  • Verhältnis von Wissen, Erkenntnis und menschlichem Glück
  • Einfluss der Französischen Revolution auf Schillers Weltbild
  • Die "Sattelzeit" und der Übergang zur Moderne

Auszug aus dem Buch

3. Der „andere“ Schiller und seine Skepsis gegenüber der Aufklärung

Was an der Ballade Kassandra auffällt ist, dass der Text die zeitgenössischen Grundthesen negiert, welche auch Schillers eigene Grundthesen waren. Sucht man den ideellen Gehalt dieser Ballade, wie er für Schillers Balladen eigentlich typisch ist, wie zum Beispiel bei „Die Scene wird zum Tribunal“ aus den Kranichen des Ibycus, so wird man bei Kassandra nicht fündig. Hans-Georg Werner schreibt in seiner Kassandra Interpretation: „Im Unterschied zu fast allen anderen Balladen Schillers vermittelt Kassandra keine sittliche Lehre.“

Werner deutet des Weiteren an, dass das Gedicht eine „Spiegelung subjektivster, daher verborgener und zu verbergender Erfahrungen seines Autors“ sei, da der „mythische Fall der trojanischen Königstochter [...] eine Aporie zur Vorstellung [bringt], die in moderner Sicht um so beunruhigender wirkt, als zwar nicht die mythische, aber die geistige Situation Kassandras, von kommendem Unheil zu wissen, ohne es abwenden, ja sogar ohne die drohende Gefahr mitteilen zu können, durchaus verallgemeinerbar ist. Insofern ist vorstellbar, daß der mythische Einzelfall eine unter anderen Bedingungen wiederkehrende intellektuelle Situation repräsentiert.“ Diese „poetische Intensität“ des Gedichts erweckt die Vorstellung, dass der Autor hier subjektive Erfahrungen einfließen lässt. Damit deutet die Ballade eine skeptische Haltung Schillers gegenüber dem Idealismus und der Aufklärung an.

Nur der Irrthum ist das Leben, / Und das Wissen ist der Tod. (V. 59 f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Kassandra-Sage ein und erläutert die Bedeutung der Ballade als Abweichung von Schillers sonstigem idealistischen Schaffen.

2. Form und Inhalt der Ballade Kassandra: Hier wird das Werk formal hinsichtlich Metrum, Strophenstruktur und Reim sowie inhaltlich als elegischer Monolog analysiert.

3. Der „andere“ Schiller und seine Skepsis gegenüber der Aufklärung: Dieses Kapitel erörtert, inwiefern das Gedicht die Ideale der Aufklärung negiert und als Ausdruck einer persönlichen Enttäuschung Schillers gelesen werden kann.

3.1 Biographische und politische Hintergründe des Gedichts Kassandra: Das Kapitel setzt die Ballade in Bezug zur Französischen Revolution und zu Schillers persönlicher Lebenssituation, um die Entstehung der skeptischen Haltung zu begründen.

4. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass "Kassandra" als Resignation und kritische Stellungnahme zur Moderne sowie zum gescheiterten Fortschrittsglauben zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Kassandra, Friedrich Schiller, Aufklärung, Ballade, Erkenntniskritik, Weimarer Klassik, Französische Revolution, Mythos, Wissen, Glück, Sinnsuche, Resignation, Moderne, Subjektivität, Idealismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Friedrich Schillers Ballade "Kassandra" hinsichtlich ihres kritischen Gehalts gegenüber den Idealen der Aufklärung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Dialektik von Wissen und Unglück, die Rolle der Kassandra als tragische Seherin sowie Schillers verändertes Weltbild um 1800.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu ergründen, warum Schiller mit diesem Werk von seinen sonstigen idealistischen Positionen abweicht und eine deutliche Skepsis äußert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologische Textanalyse, die mit biographischen, historischen und philosophischen Kontextualisierungen verknüpft wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Form und den Inhalt des Gedichts und bettet das Werk in den Diskurs um die Krise des aufgeklärten Menschen ein.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Kassandra, Aufklärung, Resignation, Wissen, Glück und die Französische Revolution.

Warum wird Kassandra in dieser Arbeit als "andere" Figur bezeichnet?

Sie verkörpert das Scheitern des Wissens; im Gegensatz zum aufklärerischen Ideal bringt ihr "Sehen" keine Freiheit, sondern Leid und Einsamkeit.

Welche Bedeutung hat die Französische Revolution für die Deutung?

Die Arbeit postuliert, dass die Enttäuschung über den Verlauf der Revolution Schillers skeptische Haltung gegenüber der vernunftbasierten Weltordnung maßgeblich beeinflusst hat.

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Details

Title
Skepsis gegenüber der Aufklärung in der Ballade "Kassandra" von Friedrich Schiller
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2017
Pages
15
Catalog Number
V367849
ISBN (eBook)
9783668462007
ISBN (Book)
9783668462014
Language
German
Tags
schiller skepsis aufklärung ballade kassandra
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2017, Skepsis gegenüber der Aufklärung in der Ballade "Kassandra" von Friedrich Schiller, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367849
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