Diese Arbeit untersucht die auftretenden Veränderungen und Unterschiede im Schulsport durch die aktuelle Flüchtlingssituation, welche sprachlichen, gesellschaftlichen und religiösen Hürden im Schulsport auftreten und wie diese durch die Lehrkraft gelöst werden. Welche Kompromisse zwischen den Schülern, Eltern, Lehrkräften und der Schule werden gefunden, um einen reibungslosen Ablauf des Unterrichts zu gewährleisten?
Die empirische Einzeluntersuchung wurde mittels eines problemdifferenzierten Interviews durchgeführt.
Die Schule des Interviewpartners zeichnet sich durch eine hohe Aufnahmebereitschaft von schulpflichtigen Asylbewerbern aus und ist durch ihre langjährige Erfahrung in dieser Thematik gut für die Untersuchung geeignet. Das Interview mit der Lehrkraft ermöglicht einen direkten Einblick in den Schulalltag, welcher durch offizielle Berichte oder Statistiken nicht erreicht wird.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Theorie Asyl, Migration und Integration
1.1 Asyl
1.2 Migration
1.3 Integration
1.4 Zusammenfassung wesentlicher Informationen
2. Integration durch Sport
2.1 Begriffserklärung und Bedeutung
2.2 Potential des Sportes
2.3 Integration im Schulsport
2.4 Forschungsstand
3. Untersuchungsdesign
3.1 Theoretische Grundlagen des Untersuchungsdesign
3.1.1 Qualitative Sozialforschung
3.1.2 Methode der Datenerhebung
3.1.3 Methode der Datenauswertung
3.2 Theorie der Durchführung
3.2.1 Erstellung des Interviewleitfadens
3.2.2 Durchführung des Interviews
3.2.3 Auswertung des Interviews
4. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
5. Fazit
5.1 Zusammenfassung und Darstellung der Ergebnisse
5.2 Reflexion
5.3 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die durch die Flüchtlingssituation hervorgerufenen Veränderungen im Schulsport an einer Sekundarschule in Magdeburg. Ziel ist es, sprachliche, gesellschaftliche und religiöse Hürden im schulischen Alltag zu identifizieren, Lösungsstrategien der Lehrkräfte zu analysieren und den integrativen Beitrag des Sportunterrichts kritisch zu bewerten.
- Herausforderungen der Integration von Flüchtlingskindern im Sportunterricht
- Anpassung von Unterrichtsstrukturen und Lehrmitteln
- Rolle von Sprache, Religion und kulturellen Unterschieden
- Förderung von Selbstbewusstsein und Teamfähigkeit durch Sport
- Unterstützung und Rahmenbedingungen durch Bildungspolitik und Schule
Auszug aus dem Buch
Motorische Fähigkeiten
Die motorischen Fähigkeiten zwischen Schülern mit deutscher Herkunft und Schülern mit Migrations- und Flüchtlingshintergrund können recht groß sein. Die motorischen Fähigkeiten sind natürlich individuell zu sehen, aber eine Tendenz kann festgestellt werden. „Ich würde unterschreiben, dass die Kinder sportlicher sind als ihre deutschen Mitschüler“ (Lehrkraft, 2017, Z. 37-38). Dieser Unterschied ist über alle Altersstufen festzustellen und lässt die Frage nach dem „Warum?“ offen. Ein wichtiger Grund scheint, dass die Einstellung der Schüler aus den Migrationsklassen gegenüber dem Sportunterricht eine andere ist. Deutsche Schüler sehen den Sport oft als notweniges Übel, welches sie machen müssen, wohingegen die Migrationsklassen die Sportaktivitäten vielmehr genießen und viel Engagement einfließen lassen. Sie sind „immer vorne mit dabei, wollen immer mitmachen“ (Lehrkraft, 2017, Z. 39-40). Die gute und engagierte Einstellung der Migrationschüler sorgt für positive Stimmung und lässt dadurch auch die Lehrkraft nicht unbeeindruckt. Anatomisch gesehen haben die Migrationsschüler keinen Vorteil, aber durch die Sporteinstellung und das Engagement scheinen sich Unterschiede entwickelt zu haben.
Dazu analog ist festzustellen, dass die männlichen Schüler mit Flüchtlings- und Migrationshintergrund mehr Sport im organisierten Sport betreiben und somit ihre Fähig und Fertigkeiten weiter ausbauen können. (vgl. Mutz/Burrmann, 2011, S. 117). Schüler welche nun ein erhöhtes Engagement und noch in außerschulischen Aktivitäten oder Sportvereinen ihre motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten schulen, können einen weiteren Vorteil gegenüber ihren deutschen und anderen Mitschülern erhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theorie Asyl, Migration und Integration: Dieses Kapitel definiert und differenziert die Begriffe Asyl, Migration sowie Integration und erläutert die theoretischen Grundlagen des Eingliederungsprozesses.
2. Integration durch Sport: Es wird das Potenzial des Sports als Integrationshilfe beleuchtet, insbesondere seine Wirkung im Vereinssport und im Schulsport sowie der aktuelle Forschungsstand dazu.
3. Untersuchungsdesign: Hier werden die methodischen Grundlagen der qualitativen Sozialforschung, die Datenerhebung durch problemzentrierte Interviews und die anschließende Auswertungsmethodik beschrieben.
4. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde zur Schülerstruktur, zu motorischen Fähigkeiten, Unterrichtsgestaltung sowie zu sprachlichen und religiösen Aspekten im Sportunterricht.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer kritischen Reflexion des methodischen Vorgehens und einem Ausblick auf künftige Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Integration, Flüchtlingskinder, Migration, Schulsport, Asyl, Sozialforschung, Integrationsmodell, Lehrerrolle, Unterrichtsstruktur, Motorische Fähigkeiten, Sprache, Religion, Schülerstruktur, Bildungsalltag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Flüchtlingsströme auf den Sportunterricht an einer Sekundarschule in Magdeburg.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Integration durch Sport, dem Umgang mit kultureller Diversität, der unterrichtlichen Anpassung und der Förderung von Werten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie Lehrkräfte den Sportunterricht gestalten, um Flüchtlingskinder erfolgreich zu integrieren und welche Barrieren dabei überwunden werden müssen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin führt eine qualitative Sozialforschung durch, konkret eine Einzelfallstudie basierend auf einem problemzentrierten Interview mit einer Lehrkraft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Untersuchungsdesign, die Ergebnisse zu motorischen Leistungen, die Unterrichtsstruktur sowie den Einfluss von Sprache, Religion und Elternarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sportunterricht, Integration, Migrationsklassen, pädagogische Herausforderungen und soziale Inklusion.
Wie unterscheidet sich die sportliche Leistung laut der untersuchten Lehrkraft?
Die befragte Lehrkraft nimmt wahr, dass Schüler aus Migrationsklassen aufgrund ihrer hohen Leistungsbereitschaft und Begeisterungsfähigkeit häufig sportlich motivierter sind als deutsche Mitschüler.
Welche Rolle spielt die Sprache im Sportunterricht laut der Arbeit?
Obwohl Sprache für das Verständnis wichtig ist, zeigt die Untersuchung, dass der Sportunterricht durch handlungsorientiertes Lernen und Nachahmen auch bei anfänglichen Sprachbarrieren gut funktionieren kann.
- Arbeit zitieren
- Hendrik Thomsen (Autor:in), 2017, Unterschiede und Veränderungen im Sportunterricht durch die Flüchtlingsströme in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367880