Die Arbeit selbst setzt sich aus zwei Teilen zusammen. So erfolgt im ersten theoretischen Teil ein Einblick in die Bereiche „Text und Textlinguistik“ von multimodalen Werken. Es soll einerseits der Gegenstand an sich, andererseits aber auch die Schwierigkeit einer Definitionsfindung näher beleuchtet werden, ehe in einem nächsten Schritt die Themen „multimodale Texte“ beziehungsweise „Text-Bild-Konglomerate“ einer näheren Erläuterung unterzogen werden. Im zweiten praktischen Teil der Arbeit steht die Korpusanalyse zweier Artikel der Gesundheits- und Fitnessmagazine „Men’s Health“ und „Womens Health“ im Vordergrund. Anhand dieser beiden Korpora wird aufgezeigt, ob und inwiefern diese Text-Bild- Konglomerate den traditionellen Textualitätsmerkmalen und –kriterien gerecht werden, sprich, sie noch als „Texte“ bezeichnet werden können. Ebenso wird der Textaufbau, die Textsorte und die Textfunktion der beiden Korpora erläutert. Eine abschließende Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Korpusanalyse zusammen und klärt die Frage, ob sich LeserInnen des 21. Jahrhunderts von ihren altbewährten Auffassungen, wie ein Text auszusehen habe, verabschieden müssen.
Bei dem Gegenstand der Textlinguistik handelt es sich um ein relativ neues Gebiet der linguistischen Forschung, welches sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts behaupten konnte. Sie befasst sich einerseits mit der Abgrenzung und Klassifizierung von Texten und untersucht andererseits den Bau sowie die Struktur dieser. Historisch betrachtet lassen sich innerhalb der Textlinguistik zwei Hauptrichtungen verorten, die unterschiedliche Zielsetzungen entwickelt haben und demzufolge auch den Untersuchungsgegenstand dieser Disziplin, nämlich Texte, gegensätzlich definieren. Den Anfang im Bereich der Textlinguistik machte in den 1960er Jahren die sprachsystematisch ausgerichtete Disziplin, welche den Aspekt der langue vertritt und gegenüber der generativen Transformationsgrammatik behauptet, dass nicht der Satz als oberste linguistische Bezugseinheit diene, sondern der Text und es demzufolge wichtig wäre, dass sich die linguistische Analyse stärker auf ihn richte. In den 1970er Jahren entstand eine zweite Richtung der Textlinguistik, ein „kommunikationsorientierter“ Ansatz. Dieser warf der ersten Richtung vor, Texte zu sehr als isolierte statische Objekte zu handhaben und nicht ausreichend zu berücksichtigen, dass Texte immer in Kommunikationssituationen eingebunden seien.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Text und Textlinguistik
3. Multimodalität im 21. Jahrhundert
4. Korpusanalyse
4.1. Beispiel 1 - „Held der Waage“
4.2. Beispiel 2 - „Heldin der Waage“
5. Schlussbetrachtung und Ausblick
6. Bibliographie
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen „multimodale Texte“ in modernen Gesundheits- und Fitnessmagazinen. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern diese Text-Bild-Konglomerate den traditionellen Kriterien von Textualität entsprechen und wie sich das Verständnis von „Text“ durch die zunehmende visuelle Gestaltung im 21. Jahrhundert wandelt.
- Wandel des Textbegriffs im 21. Jahrhundert
- Textualitätskriterien nach de Beaugrande/Dressler und Hausendorf/Kesselheim
- Multimodalität und die Bedeutung der Bildlinguistik
- Analyse von Textaufbau, Textsorte und Textfunktion in Magazin-Artikeln
Auszug aus dem Buch
2. Text und Textlinguistik
Bei dem Gegenstand der Textlinguistik handelt es sich um ein relativ neues Gebiet der linguistischen Forschung, welches sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts behaupten konnte (vgl. Brinker 2014, 9). Sie befasst sich einerseits mit der Abgrenzung und Klassifizierung von Texten und untersucht andererseits den Bau sowie die Struktur dieser (vgl. Linke/Nussbaumer/Portmann 2004, 242).
Historisch betrachtet lassen sich innerhalb der Textlinguistik zwei Hauptrichtungen verorten, die unterschiedliche Zielsetzungen entwickelt haben und demzufolge auch den Untersuchungsgegenstand dieser Disziplin, nämlich Texte, gegensätzlich definieren. Den Anfang im Bereich der Textlinguistik machte in den 1960er Jahren die sprachsystematisch ausgerichtete Disziplin, welche den Aspekt der langue vertritt und gegenüber der generativen Transformationsgrammatik behauptet, dass nicht der Satz als oberste linguistische Bezugseinheit diene, sondern der Text und es demzufolge wichtig wäre, dass sich die linguistische Analyse stärker auf ihn richte.
In den 1970er Jahren entstand eine zweite Richtung der Textlinguistik, ein „kommunikationsorientierter“ Ansatz. Dieser warf der ersten Richtung vor, Texte zu sehr als isolierte statische Objekte zu handhaben und nicht ausreichend zu berücksichtigen, dass Texte immer in Kommunikationssituationen eingebunden seien. Dieser Ansatz liegt der linguistischen Pragmatik zugrunde und vertritt den Aspekt der parole. (Vgl. Brinker 2014, 13-16)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des sich wandelnden Textbegriffs ein und definiert das Ziel der Arbeit, multimodale Texte in Gesundheitsmagazinen zu untersuchen.
2. Text und Textlinguistik: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Textlinguistik und die historische Entwicklung verschiedener Textdefinitionen.
3. Multimodalität im 21. Jahrhundert: Hier wird der Einfluss neuer Medien und visueller Elemente auf die moderne Kommunikation und das Textverständnis diskutiert.
4. Korpusanalyse: Die Korpusanalyse wendet die zuvor erarbeiteten theoretischen Kriterien auf zwei konkrete Artikel aus „Men’s Health“ und „Women’s Health“ an.
4.1. Beispiel 1 - „Held der Waage“: Detaillierte Untersuchung des ersten Korpus-Artikels hinsichtlich Textualität, Aufbau und Funktion.
4.2. Beispiel 2 - „Heldin der Waage“: Analyse des zweiten Korpus-Artikels, wobei insbesondere der multimodale Aufbau und die Funktion der Bildelemente hervorgehoben werden.
5. Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass moderne multimodale Texte trotz neuartiger Gestaltung weiterhin als Texte definiert werden können.
6. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Multimodalität, Textlinguistik, Text-Bild-Konglomerate, Textualität, Korpusanalyse, Gesundheitsmagazine, Kommunikation, Bildlinguistik, Textdefinition, Medienwandel, Semiotik, Textfunktion, Textsorte, Diskursanalyse, Textdesign
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie sich unser Verständnis von „Text“ durch die zunehmende Bedeutung visueller Elemente in modernen Printmedien verändert hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind Textlinguistik, Multimodalität, die Definition von Textualität und die praktische Anwendung dieser Konzepte auf Artikel in Fitnessmagazinen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, dass moderne, multimodale Beiträge in Zeitschriften weiterhin die Kriterien eines Textes erfüllen, auch wenn sie den klassischen Aufbau eines reinen Fließtextes verlassen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch die Textlinguistik und führt eine Korpusanalyse an zwei konkreten Artikeln durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung zum Textbegriff und zur Bildlinguistik sowie in einen praktischen Teil, der zwei Artikel hinsichtlich ihrer Textualitätskriterien und Funktionen analysiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Multimodalität, Text-Bild-Konglomerate, Textualitätskriterien und Korpusanalyse charakterisiert.
Warum werden Artikel aus Fitnessmagazinen für die Analyse gewählt?
Diese Magazine dienen als Paradebeispiel für multimodale Texte, da sie regelmäßig Texte, Fotos und Grafiken kombinieren, um Informationen und Appelle an die Leserschaft zu richten.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich des Textbegriffs?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass kein „neuer“ Textbegriff erforderlich ist, sondern lediglich ein erweiterter Blickwinkel, der erkennt, dass Texte heutzutage durch das Zusammenspiel von Sprache und Bild funktionieren.
- Citation du texte
- Mag. Stefan Loidl (Auteur), 2017, Multimodale Texte heute. Analyse der Multimodalität am Beispiel von Fitnessmagazinen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367882