Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

Der Streit der Königinnen im Nibelungenlied. Brautnacht, Steigbügelszene und Kriemhild als Siegerin

Title: Der Streit der Königinnen im Nibelungenlied. Brautnacht, Steigbügelszene und Kriemhild als Siegerin

Term Paper , 2017 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Josefine Scheidt (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

"von zweier vrouwen bâgen wart vil manic helt verlorn" (876,4) ist der letzte Satz des sogenannten Königinnenstreits des Nibelungenlieds aus dem 13. Jahrhundert. Dieser Satz ("Weil sich zwei Königinnen stritten, mussten viele Helden sterben") lässt das Ausmaß und die Wirkung des Streits erahnen, der den Kulminations- und Wendepunkt des ersten Nibelungenlied-Teils zeigt. Es geht um Rangfragen und die Aufdeckung des Brautnachtbetrugs. Bei intensiverer Beschäftigung mit dem Königinnen- oder Frauenstreit im Nibelungenlied, ist der Rezipient oder die Rezipientin geneigt, eine Siegerin zwischen den Königinnen ausfindig zu machen. Am Ende eines jeden Konflikts steht ein Sieger oder Siegerin.

So soll in dieser Hausarbeit folgende These angestellt werden: Kriemhild wird als Siegerin aus dem Streit hervorgehen.
Dazu soll der Handlungsverlauf des Königinnenstreits analysiert werden. Es wird die vorausgegangene Brautnacht und die Steigbügelszene herangezogen, die im unmittelbaren Zusammenhang zu dem Konflikt stehen. Nicht zuletzt sollen Brünhild und Kriemhild vorgestellt werden. Die gesammelten Aspekte sollen dann argumentativ die These bestätigen oder zu einem anderen Ergebnis führen. Insbesondere die Monographie von Ursula Schulze bietet eine Interpretationshilfe für die in dieser Arbeit, angekündigte These. Als Primärliteratur wird hier "Das Nibelungenlied (2015)" unter Mitarbeit von Joachim Heinzle genutzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte

2.1 Die Werbungs- und Standeslüge

2.2 Brautnachtbetrug

3. Der Streit der Königinnen

3.1 Handlungsverlauf

3.2 Argumentation und These

4. Bilanz und Aussicht

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den sogenannten Königinnenstreit im Nibelungenlied, um die zentrale These zu prüfen, ob Kriemhild als Siegerin aus diesem Konflikt hervorgeht. Dabei wird analysiert, inwieweit die Ereignisse der Brautnacht und die vorhergehende Standeslüge das Handeln der Protagonistinnen Brünhild und Kriemhild motivieren und beeinflussen.

  • Analyse des Handlungsverlaufs des Königinnenstreits
  • Untersuchung der Rollen von Brautnachtbetrug und Standeslüge
  • Charakterisierung der weiblichen und männlichen Hauptfiguren
  • Argumentative Überprüfung der Sieger-These für Kriemhild

Auszug aus dem Buch

3.1 Handlungsverlauf

Zu Ehren Kriemhilds und Siegfrieds wird am Hofe zu Worms ein mehrtägiges Fest ausgerichtet. Der Streit beider Frauen bricht am 11. Tag des Festes aus. Ursula Schulze (1997) unterteilt den Handlungsverlauf in drei Akte, in sogenannte „drei wirkungsvoll gesteigerte Auftritte“:

1. ein Dialog zwischen Kriemhild und Brünhild unter vier Augen, als sie ihren Männern beim Turnier zuschauen,

2. eine Auseinandersetzung im Angesicht der Hoföffentlichkeit vor dem Münster,

3. die eskalierende Fortsetzung nach dem Gottesdienst.

Diese Einteilung ist nachzuvollziehen und bietet meines Erachtens nach eine gute Übersicht. Im Dialog der beiden Königinnen ergreift Kriemhild das Wort und äußert über ihren Mann:

›ich hân einen man, daz elliu disiu rîche ze sînen handen solden stân.‹ (815,3-4).

Brünhild, die sich provoziert fühlt, entgegnet darauf:

›swie waetlîch sî dîn man, swie edele und swie schoene, sô muost dû vor im lân Gunthêr, den recken, den edeln bruoder dîn. Der muoz vor allen künegen, daz wizzest, waerlîche sîn.‹ (818).

Ursula Schulze verweist in ihrer Monographie darauf, dass es in der Forschung keine Einigung zu Kriemhilds Äußerung gibt. Galt die Äußerung tatsächlich als Provokation gegen Brünhild oder hat sie „absichtslos mit einer Herrschaftsmetapher [ge]preist“? Diese Frage wird nicht eindeutig zu beantworten sein. Brünhilds Meinung aus der Strophe 818, Gunther habe den höheren Rang, veranlasst Kriemhild, an die Gleichrangigkeit beider Männer zu erinnern: ›geloubestû des, Brünhilt, er ist wol Gunthêrs genôz‹ (819,4).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Königinnenstreits ein, benennt die Forschungsfrage und stellt die These auf, dass Kriemhild als Siegerin aus dem Konflikt hervorgeht.

2. Vorgeschichte: Dieses Kapitel erläutert den literarischen Kontext des Nibelungenliedes und beleuchtet die entscheidenden Ereignisse der Brautwerbung und der Brautnacht, die den späteren Konflikt auslösen.

3. Der Streit der Königinnen: Das Hauptkapitel analysiert den konkreten Verlauf des Streits, unterteilt diesen in drei Akte und diskutiert die zugrunde liegenden Argumentationen sowie die Rolle der zentralen Symbole.

4. Bilanz und Aussicht: Das abschließende Kapitel reflektiert die Rolle der Frau im Epos und bietet einen Ausblick auf weiterführende Fragestellungen bezüglich Kriemhilds Position als Heldin.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Königinnenstreit, Kriemhild, Brünhild, Brautnachtbetrug, Standeslüge, Siegfried, Gunther, Heldenepik, höfische Kultur, Rangstreit, Symbolik, Mittelalter, Frauenbild, Herrschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Königinnenstreit im Nibelungenlied und analysiert diesen als zentralen Wendepunkt des ersten Teils des Epos.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die soziale Rangordnung, die höfische Etikette, die Bedeutung von Täuschungsmanövern wie dem Brautnachtbetrug und die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren Kriemhild und Brünhild.

Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, durch eine Analyse des Handlungsverlaufs und der Argumentationsstrukturen die These zu untermauern, dass Kriemhild als Siegerin aus dem Königinnenstreit hervorgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?

Die Arbeit nutzt eine philologische Analyse des Quellentextes, unterstützt durch eine Interpretation der Forschungsliteratur, insbesondere der Monographie von Ursula Schulze.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil wird der Handlungsverlauf des Streits in drei Eskalationsstufen detailliert aufgeschlüsselt, wobei auch die Rolle der männlichen Protagonisten und die Bedeutung der Brautnacht-Gegenstände (Ring und Gürtel) erörtert werden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Neben dem Nibelungenlied sind dies vor allem der Königinnenstreit, die Standeslüge, der Brautnachtbetrug und der spezifische Kontext der Heldenepik.

Warum ist der Brautnachtbetrug für den Königinnenstreit so wichtig?

Er dient als auslösendes Ereignis für die Kränkung Brünhilds und liefert Kriemhild durch das Wissen über Siegfrieds Helferrolle das entscheidende Druckmittel im verbalen Schlagabtausch.

Welche Rolle spielen die Symbole Ring und Gürtel in der Argumentation?

Diese Gegenstände dienen Kriemhild als Beweismittel, um die Behauptung zu stützen, dass Siegfried und nicht Gunther Brünhilds Brautnacht vollzogen hat, was den Status Brünhilds massiv untergräbt.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Der Streit der Königinnen im Nibelungenlied. Brautnacht, Steigbügelszene und Kriemhild als Siegerin
College
University of Leipzig
Grade
1,7
Author
Josefine Scheidt (Author)
Publication Year
2017
Pages
16
Catalog Number
V367954
ISBN (eBook)
9783668463271
ISBN (Book)
9783668463288
Language
German
Tags
Kriemhild Brünhild Nibelungenlied
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josefine Scheidt (Author), 2017, Der Streit der Königinnen im Nibelungenlied. Brautnacht, Steigbügelszene und Kriemhild als Siegerin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367954
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  16  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint