Die Auswirkungen sexueller Missbrauchserfahrungen auf die psychosoziale Gesundheit im Jugendalter

Inwiefern kann Soziale Arbeit präventiv und interventiv entgegenwirken?


Hausarbeit, 2015

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Die psychosoziale Gesundheit von Jugendlichen ... 4
2.1 Allgemeines ... 4
2.2 KiGGS ­ Die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in
Deutschland ... 4
2.2.1 Allgemeine Informationen zur KiGGS-Studie ... 4
2.2.2 Ergebnisse zu psychischen Auffälligkeiten ... 5
2.3 Gemeinsame Aussagen zwischen der KiGGS-Studie und dem 14. Kinder-
und Jugendbericht ... 6
3. Sexueller Missbrauch ... 6
3.1 Definition ... 6
3.2 Formen sexuellen Missbrauchs ... 7
3.3 Zahlen ­ Daten ­ Fakten ... 8
4. Der Zusammenhang zwischen sexuellen Grenzverletzungen und
psychosozialen Störungen im Jugendalter ... 9
5. Präventions- und Interventionsmaßnahmen der Sozialen Arbeit ... 11
5.1 Das Empowerment-Konzept in der Sozialen Arbeit ... 11
5.2 Präventions- und Interventionsangebote für Folgeerkrankungen sexueller
Grenzverletzungen ... 12
6. Schlussfolgerungen ... 15
Literaturverzeichnis ... 16

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1. Einleitung
Der Themenbereich der psychischen Störungen nimmt in unserer Gesellschaft
einen immer größeren Raum ein. Somit werden auch die Anforderungen an die
Soziale Arbeit immer höher und komplexer.
Sexuelle Grenzverletzungen können Kinder und Jugendliche ein Leben lang trau-
matisieren. Es sind einige psychische Störungen bekannt, die als ,,Folgeerkran-
kungen" des sexuellen Missbrauchs gesehen werden. Auch an dieser Stelle wer-
den komplexe Herausforderungen an die Soziale Arbeit gestellt.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang sexuellen Missbrauchs
und psychosozialen Störungen im Jugendalter und mit den Anforderungen an
Sozialarbeiter, diesen Störungen präventiv und interventiv entgegenzuwirken.
Um dieses Thema strukturiert zu behandeln, ist die Arbeit in vier Hauptthemen
untergliedert.
Zunächst wird die grundsätzliche psychosoziale Gesundheitssituation deutscher
Jugendlicher anhand von zwei verschiedenen Studien dargestellt. Zum einen wird
die KiGGs-Studie verwendet, zum anderen der 14. Kinder- und Jugendbericht.
Anschließend wird auf sexuellen Missbrauch in Form von Definition, Formen des
Missbrauchs und Zahlen, Daten und Fakten über sexuellen Missbrauch einge-
gangen. Darauffolgend wird der komplexe Zusammenhang zwischen sexuellen
Grenzverletzungen in der Kindheit und psychosozialen Störungen oder Erkran-
kungen im Jugendalter gezogen. Aufgrund der Komplexität und Häufigkeit wird
allerdings hauptsächlich auf den innerfamiliären sexuellen Missbrauch einge-
gangen. Schließlich werden Präventions- und Interventionsmaßnahmen der
Sozialen Arbeit vorgestellt, indem zunächst das ,,Empowerment-Konzept" und
anschließend Präventions- und Interventionsangebote der Sozialen Arbeit für
Folgeerkrankungen sexueller Grenzverletzungen beschrieben werden.
Um sowohl Männer und Frauen als auch die Personen anzusprechen, die sich
keinem Geschlecht zugehörig fühlen, wird in dieser Hausarbeit die Form des
Binnen-I verwendet. Beispiel: MitarbeiterInnen

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2. Die psychosoziale Gesundheit von Jugendlichen
2.1 Allgemeines
Nach der multifaktoriellen Genese von Gesundheit und Erkrankungen sind
psychosoziale Problemlagen und Krankheiten nach Petzold (1993) nicht mono-
kausal zu erklären; einige, im Folgenden beschriebene Aspekte, können zusam-
menwirken. Zum einen haben genetische und somatische Einflüsse und Dis-
positionen eine hohe Bedeutung bei der Entstehung von Erkrankungen. Aber auch
Entwicklungsschädigungen in den ersten Lebensjahren, wie Traumata oder Kon-
flikte, beeinflussen die Gesundheit. Ein weiterer Faktor, der auf die Gesundheit
einwirken kann, ist der psychosoziale Einfluss. Darunter lässt sich verstehen, dass
beispielsweise schwache soziale Netzwerke oder problematische Kommunika-
tionsstile in der Herkunftsfamilie enorme Auswirkungen auf die psychosoziale
Gesundheit im Jugendalter haben können. Des Weiteren lassen sich auslösende
Aktual-Faktoren als Beispiel nennen; Entwicklungskrisen oder kritische Lebens-
ereignisse prägen den Menschen und können somit Einfluss auf die gesund-
heitliche Entwicklung nehmen (vgl. Lammel 2015, S. 85).
Insgesamt lässt sich schlussfolgern, dass alle positiven und negativen Erfahrungen
im bisherigen Lebenslauf die menschliche Persönlichkeit prägen, welche sich als
Resultat dieser Ereignisse verstehen lässt (vgl. Petzold/Goffin/Oudhof 1993;
Petzold/Müller 2004 zit. nach Lammel 2015, S. 85).
2.2 KiGGS ­ Die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
in Deutschland
2.2.1 Allgemeine Informationen zur KiGGS-Studie
Die KiGGS-Studie wurde vom Robert Koch-Institut entwickelt und beschäftigt
sich in Form von bisher drei ,,Wellen" der Datenerhebungen über einen Zeitraum
von jeweils drei Jahren mit der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in
Deutschland. Durch die KiGGS-Studie lagen für Deutschland erstmals umfas-
sende und bundesweit repräsentative Gesundheitsdaten für Kinder und Jugend-
liche vor (vgl. KiGGS o.J.: KiGGS im Überblick).

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Der Wert der Gesundheitsdaten ergibt sich aus drei zentralen Merkmalen, dessen
Kombination in Deutschland einzigartig ist. Zum einen werden wiederholt bun-
desweite repräsentative Daten zur Verfügung gestellt, mit denen die aktuell ge-
sundheitliche Lage der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren so wie zeitliche
Entwicklungstrends beschrieben werden können. Zum anderen werden die Ge-
sundheitsdaten sowohl mit Hilfe von Befragungen, als auch mittels medizinischer
Untersuchungen, Tests und Laboranalysen erhoben, um validere Messungen und
bessere Häufigkeitsschätzungen für Krankheiten zu ermöglichen. Das dritte Merk-
mal charakterisiert sich durch eine Kohorte: Die Kinder und Jugendlichen der
Basiserhebung werden bis ins Erwachsenenalter wiederholt eingeladen, sodass bei
weiterer Teilhabe Ursachen und Bedingungen gesundheitlicher Veränderungen im
Lebenslauf analysiert werden können (vgl. KiGGS o.J.: KiGGS ­ Studie zur Ge-
sundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland).
Verschiedene Themenschwerpunkte der Studie sind die körperliche und psy-
chische Gesundheit, das soziale Umfeld, Gesundheitsverhalten und die gesund-
heitliche Versorgung (vgl. KiGGS o.J.: KiGGS Themen). Diese Hausarbeit be-
schäftigt sich allerdings aufgrund des Themas ausschließlich mit den Ergebnissen
der psychischen Auffälligkeiten.
2.2.2 Ergebnisse zu psychischen Auffälligkeiten
Es lässt sich durch Analysen erkennen, dass in den letzten Jahren ein Wandel von
somatischen Erkrankungen und Beschwerden hin zu psychischen Auffälligkeiten
und Störungen stattgefunden hat (vgl. Robert Koch-Institut 2014, S. 1).
Ergebnis der KiGGS-Studie ist beispielsweise, dass ein Fünftel der Kinder und
Jugendlichen im Alter von drei bis siebzehn Jahren der Risikogruppe für psy-
chische Auffälligkeiten zugeordnet werden können. Jungen zeigen dabei signi-
fikant häufigere Anzeichen für psychische Auffälligkeiten als Mädchen. Weiter-
hin wurde belegt, dass die Häufigkeit psychischer Auffälligkeiten einem sozialen
Gradienten folgt. Je höher der soziale Status der Herkunftsfamilie, desto geringer
ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten. (vgl.
Robert Koch-Institut 2014, S. 1).

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2.3 Gemeinsame Aussagen zwischen der KiGGS-Studie und dem 14.
Kinder- und Jugendbericht
Im 14. Kinder- und Jugendbericht wird über die Lebenssituation junger Menschen
und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland berichtet. Es gibt
viele Erkenntnisse der KiGGS-Studie, die sich in 14. Kinder- und Jugendbericht
wiederfinden und bestätigen. Beispielsweise spricht dieser ebenfalls von einer
,,neuen Morbidität". Es ließ sich eine Verschiebung des Krankheitsspektrums bei
Kindern und Jugendlichen, von akuten zu überwiegend chronisch-körperlichen
Erkrankungen und von somatischen zu psychischen Auffälligkeiten beobachten.
Als weitere Gemeinsamkeit des 14. Kinder- und Jugendberichtes und der KiGGS-
Studie lässt sich der deutliche Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft oder
sozialem Status und gesundheitlichen Belastungen erkennen (vgl. bmfsfj 2013, S.
142; Robert Koch-Institut 2014, S. 1: Psychische Auffälligkeiten).
3. Sexueller Missbrauch
3.1 Definition
Sexueller Missbrauch wurde im DSM-IV als psychische Traumatisierung definiert
und liegt demnach dann vor, wenn ein Kind mit sexuellen Erfahrungen konfron-
tiert wird, die seinem Entwicklungsstand unangemessen sind. Der sexuelle Miss-
brauch ist eine extreme Lebenserfahrung, die einen Angriff auf die physische und
psychische Integrität des Kindes darstellt, Gefühle der Ohnmacht und Isolation er-
zeugt und in der Regel mit Verwirrung, Hilflosigkeit, subjektiv erlebtem Kontroll-
verlust und/oder intensiver Angst erlebt wird (vgl. Haller 2006, S. 50).
Die weitverbreitetste und in dieser Hausarbeit bearbeitete Art des sexuellen Miss-
brauchs ist der Inzest. Dem ,,National Center of Child Abuse an Neglect" zufolge
ist Inzest
,,[...] Intrafamiliärer sexueller Missbrauch der an einem Kind begangen wird
durch ein Mitglied der Familiengruppe dieses Kindes. Er schließt nicht nur
Geschlechtsverkehr, sondern jede Handlung ein, die mit der Absicht verbunden
ist, ein Kind sexuell zu stimulieren oder ein Kind für sexuelle Erregung entweder
des Täters oder einer anderen Person zu benutzen"
(Hirsch 1994 S. 11 zit. nach
Hantel-Quitmann S. 259).
Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Auswirkungen sexueller Missbrauchserfahrungen auf die psychosoziale Gesundheit im Jugendalter
Untertitel
Inwiefern kann Soziale Arbeit präventiv und interventiv entgegenwirken?
Hochschule
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
17
Katalognummer
V368065
ISBN (eBook)
9783668625341
ISBN (Buch)
9783668625358
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Missbrauch, psychosozial, Gesundheit
Arbeit zitieren
Annika Althoff (Autor), 2015, Die Auswirkungen sexueller Missbrauchserfahrungen auf die psychosoziale Gesundheit im Jugendalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368065

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