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Die unsichtbaren Städte und das Geistesleben. Italo Calvino und Georg Simmel im Dialog

Título: Die unsichtbaren Städte und das Geistesleben. Italo Calvino und Georg Simmel im Dialog

Trabajo de Seminario , 2017 , 17 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Peter Meenken (Autor)

Filología alemana - Literatura comparada
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Das Thema der vorliegenden Ausarbeitung ist Italo Calvinos 1972 veröffentlichtes Werk „Le città invisibili“, dessen deutsche Übersetzung „Die unsichtbaren Städte“ aus dem Jahre 1985 von Heinz Riedt als Textgrundlage herangezogen wird. Im Fokus dieser Arbeit soll zunächst das Erschließen der zentralen Topoi und poetologischen Kunstgriffe Calvinos stehen. Nachdem die zentralen formalen Elemente, dieses komplexen und ästhetisch stark durchdrungenen postmodernen Werkes in gebotener Kürze aufgeschlüsselt worden sind, wird im nächsten Teil dieser Arbeit versucht auf Basis der in LCI enthaltenen Polysemie exemplarisch einen Transfer zum Thema des rahmengebenden Seminars „Das Motiv der Großstadt am Beispiel Berlin in Literatur, Film und Musik“ zu entwickeln. In Hinblick auf die konkrete Methodik bietet es sich der Übersichtlichkeit halber an, die poetologische Analyse von LCI zunächst losgelöst vom Transfer, in einem eigenen Kapitel abzuwickeln, da sie sich sachlogisch über die zwei voneinander getrennten Ebenen des Werks erstrecken wird. Dementsprechend erfolgt zunächst die Erläuterung des Discours, der achtzehn Zwischentexte, welche im Zuge dieser Arbeit leider nur rudimentär Aufmerksamkeit gewidmet werden kann, denn der Fokus soll auf dem Récit liegen. Der Récit beinhaltet die 55 Beschreibungen der fiktiven Städte Calvinos, welche zunächst im Hinblick auf ihre formale Gestaltung einer poetologischen Analyse unterzogen werden, um im anschließenden Hauptteil dieser Arbeit einer hermeneutisch diskutiert zu werden.

Die italienische Erstausgabe von „Le città invisibili“ wurde im Jahre 1972 in Torino veröffentlicht und kann, nach gängiger Fachmeinung, der kombinatorisch-experimentellen oder auch antiliterarischen Schaffensperiode des Autoren Italo Calvino zugeordnet werden. Eben aufgrund dieser Charakteristika ist LCI als Paradebeispiel postmoderner Literatur zu betrachten, welche sich durch Fragmentierung, Ironisierung und dem Spiel mit Konventionen auszeichnet. Das Spiel ist bereits im Hinblick auf die Inspirationsquelle von LCI zu erkennen. Diese findet sich in „Il Milione“ (dt. „Die Wunder der Welt“). Bei diesem Text handelt es sich um die Reiseberichte Marco Polos aus dem 13. Jh., welche trotz gelegentlicher phantastischer Ergänzungen und Ausschmückungen im Groß als historisch fundiert zu betrachten sind.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Zueignung

2. „Le città invisibili“, Referenz und postmodernes Spiel

3. Der formale Aufbau und die poetologische Funktion

3.1 Der Discours, die Zwischentexte

3.2 Der Récit, die Stadtbeschreibungen

4. Der Transfer: Die Städte und der Austausch im Dialog mit Simmels Soziologie

4.1 Eufemia und die Blasiertheit des Großstädters

4.2 Cloe und der städtische Antagonismus

4.3 Eutropia und die urbane Intellektualität

4.4 Ersilia und die urbanen Netzwerke

4.5 Smeraldina und die Freiheit des Individuums

5. Resümee und Ausblick

6. Literatur- und Quellenverzeichnis

6.1 Primärtexte

6.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Italo Calvinos Werk „Die unsichtbaren Städte“ hinsichtlich seiner poetologischen Gestaltung und setzt die darin enthaltenen städtischen Phänomene in einen soziologischen Dialog mit Georg Simmels Analyse „Die Großstädte und das Geistesleben“. Ziel ist es, die psychologischen und sozialen Implikationen der fiktiven Städte auf ihre Gültigkeit im realen urbanen Kontext zu prüfen.

  • Poetologische Analyse der Struktur von „Die unsichtbaren Städte“
  • Vergleich der fiktiven Stadt-Topoi mit soziologischen Beobachtungen
  • Diskussion der urbanen Lebenswelt, Blasiertheit und Intellektualität
  • Untersuchung von Beziehungsnetzwerken und persönlicher Freiheit in der Großstadt
  • Transfer der Erkenntnisse auf allgemeine Phänomene der urbanen Lebenswelt

Auszug aus dem Buch

4.1 Eufemia und die Blasiertheit des Großstädters

Bereits die erste Stadt des Topos, Eufemia, beinhaltet zwei verschiedene Arten des Austausches:

„Nicht nur um zu verkaufen und zu kaufen, kommt man nach Eufemia, sondern auch weil nachts, an den Feuern rings um den Marktplatz […] bei jedem Wort, das man sagt – wie >>Wolf<<, >>Schwester<<, >>verborgener Schatz<<, >>Kampf<<, >>Krätze<<, >>Liebende<<, -, ein jeder von den andern seine Geschichte von Wölfen, Schwestern, Schätzen, Krätze, Liebenden, Kämpfen erzählt.“

Bereits diese Textstelle eröffnet einen weiten Austauschbegriff. So ist Eufemia ein florierender Umschlagsplatz für Güter aller Art. Der Fokus der Beschreibung liegt jedoch eindeutig auf dem allabendlichen Austausch von Geschichten der vielen Händler und Reisenden aus aller Herren Länder. Aber Eufemia begnügt sich nicht mit dem bloßen Aufzeigen dieser zwei Varianten des Austausches, sondern beschreibt auch in welcher Wechselwirkung sie zueinanderstehen und welche Auswirkungen insbesondere der verbale Austausch von Geschichten auf die an ihm partizipierenden Menschen hat:

„Und du weißt, wenn man auf der langen Reise, die einem bevorsteht, allen seinen Erinnerungen einer nach der anderen nachsinnt, […] daß dann dein Wolf ein anderer Wolf, deine Schwester eine andere Schwester, dein Kampf andere Kämpfe geworden sein werden […].“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zueignung: Die Einleitung definiert das Werk Italo Calvinos als Grundlage und erläutert die methodische Entscheidung, die poetologische Analyse und den soziologischen Transfer zu trennen.

2. „Le città invisibili“, Referenz und postmodernes Spiel: Dieses Kapitel verortet das Werk in der postmodernen Literatur und diskutiert die Fragmentierung als Abkehr von traditionellen Gattungskonventionen.

3. Der formale Aufbau und die poetologische Funktion: Hier wird die Zweiteilung des Werks in Discours und Récit formal analysiert, wobei besonders das Ordnungssystem der Stadtbeschreibungen beleuchtet wird.

4. Der Transfer: Die Städte und der Austausch im Dialog mit Simmels Soziologie: Das zentrale Kapitel verknüpft fünf spezifische Stadt-Topoi mit soziologischen Konzepten von Georg Simmel, um deren Gültigkeit für die urbane Lebenswelt zu prüfen.

5. Resümee und Ausblick: Diese Zusammenfassung bewertet den Transfer zwischen Literatur und Soziologie als erfolgreich und deutet weitere Forschungsansätze für andere Topoi an.

6. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Italo Calvino, Georg Simmel, Die unsichtbaren Städte, Die Großstädte und das Geistesleben, Urbane Lebenswelt, Postmoderne, Stadtsoziologie, Poetologie, Austausch, Blasiertheit, Großstadt, Individuum, Netzwerk, Entfremdung, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Italo Calvinos Werk „Die unsichtbaren Städte“ und untersucht dessen städtische Phänomene durch eine soziologische Brille, basierend auf Georg Simmels Werk „Die Großstädte und das Geistesleben“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der poetologischen Gestaltung des Werks, dem Konzept des Austauschs, soziologischen Implikationen der Urbanisierung und der Freiheit des Individuums im städtischen Raum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die psychologischen und soziologischen Implikationen der fiktiven Städte Calvinos auf ihre Relevanz und Gültigkeit im Kontext einer realen Großstadt hin zu überprüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine poetologische Analyse der Texte mit einer hermeneutischen Diskussion verbunden, die durch einen soziologischen Transfer in den Dialog mit den Theorien Georg Simmels tritt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Analyse des Werks und eine detaillierte Untersuchung spezifischer Städte (Eufemia, Cloe, Eutropia, Ersilia, Smeraldina) in Verbindung mit Simmels Beobachtungen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Urbane Lebenswelt, Postmoderne, Stadtsoziologie, Blasiertheit, soziale Netzwerke und die Individualität in der Großstadt.

Wie unterscheidet sich die Darstellung der Stadt Eufemia von Simmels Konzept der Blasiertheit?

Während Eufemia einen idealisierten, produktiven Austausch von Geschichten skizziert, kontrastiert dieser laut Autor mit der von Simmel beschriebenen „Blasiertheit“, die als Schutzmechanismus gegen die Reizüberflutung in Großstädten dient.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Freiheit in der Stadt Smeraldina?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die komplexen Verkehrswege Smeraldinas die Freiheit des Individuums symbolisieren, sich in der Großstadt zwischen vielfältigen Lebenswegen zu entscheiden.

Warum wird Ersilia als Beispiel für soziale Netzwerke herangezogen?

Ersilia verdeutlicht durch die Darstellung von Schnüren zwischen den Häusern die eigentlich unsichtbaren ökonomischen und sozialen Beziehungsgeflechte, die das urbane Leben und die Abhängigkeit des Individuums definieren.

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Detalles

Título
Die unsichtbaren Städte und das Geistesleben. Italo Calvino und Georg Simmel im Dialog
Universidad
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Germanistik)
Calificación
1,0
Autor
Peter Meenken (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
17
No. de catálogo
V368080
ISBN (Ebook)
9783668465640
ISBN (Libro)
9783668465657
Idioma
Alemán
Etiqueta
Italo Calvino "Le città invisibili" Georg Simmel "Die Städte und das Geistesleben
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Peter Meenken (Autor), 2017, Die unsichtbaren Städte und das Geistesleben. Italo Calvino und Georg Simmel im Dialog, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368080
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