Offene Internetportale als Grundlage für Unterrichtsgestaltung

Eine Unterrichtsstunde zur Weimarer Republik mit Hilfe des Portals ZUM Wiki


Hausarbeit, 2010

23 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Kurze Vorstellung des Lehrerportals „ZUM-Wiki/Geschichte“
2.2 Sachanalyse
2.2.1 Analyse des Internetportals
2.2.2 Analyse des Unterrichtstoffs
2.3 Fachdidaktische Grundlegung
2.4 Fachdidaktische Ausarbeitung

3. Anhang

4. Resümee und Ausblick

5.Literaturliste

1. Einleitung

Man könnte meinen, es kommt zu einem echten Generationenkonflikt, wenn man die heutigen Schüler und deren Lehrer über das Internet reden hört und selbiges benutzen sieht. Auf der einen Seite steht eine Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist, als sei es das Selbstverständlichste auf der Welt und dem gegenüber stehen oftmals Lehrer, welche erst im fortgeschrittenen Alter Begriffe wie „e-mail“, „Browser“ oder „W-Lan“ kennengelernt haben. Dagegen ist es für die heutige Schülergeneration fast mehr als ungewöhnlich, keinen eigenen Internet Anschluss zu besitzen, geschweige denn zumindest innerhalb der Familie nicht die Möglichkeit zu haben, selbiges zu benutzen. Die obligatorische Frage nach Fluch oder Segen, den der schnelle und sehr aktuelle Informationsfluss mit sich bringt, lässt sich auch ohne weiteres auf den Unterricht im Fach Geschichte anwenden. Nicht selten werden nach Hause verlagerte Recherchen, Arbeiten oder Referate durch Po rtale wie „wikipedia“ oder die einfache „google“ Suche schnell und dabei oftmals nur sehr oberflächlich abgehandelt. Ob den Schülern dabei ein guter Treffer gelingt, oder sie sich im endlosen Nirvana der wirr miteinander verwobenen Daten verlieren, ist oftmals Glückssache.[1] Bevor den Schülern jedoch der vernünftige und angemessene Umgang mit dem Internet auf dem Feld der Geschichtswissenschaft beigebracht werden kann, muss selbstverständlich die Lehrerschaft entsprechend geschult sein. Erfreulicherweise befindet man sich hinsichtlich dieser Thematik auf einem guten Weg, so dass es weniger ein Problem darstellt, dass die Lehrer sich nicht mit dem Internet als solches auskennen[2], sondern die Schüler dem weltweiten Netz schlichtweg zu einfach und unkritisch Glauben schenken. So gesehen muss an dieser Stelle der Hebel angesetzt werden und von Seite der Lehrer konkrete Aufklärungsarbeit geleistet werden, immerhin bietet das Internet auch viele Möglichkeiten, das historische Lernen zu unterstützen und zu fördern.[3] Allerdings soll es nicht Thema dieser Arbeit werden zu philosophieren wie es den Lehrkräften gelingen könnte, die Schüler dazu zu bewegen, Seiten wie Wikipedia kritisch zu hinterfragen. Vielmehr geht es darum, das Internet Portal „ZUM-Wiki/Geschichte“ kurz vorzustellen, seine potentielle Relevanz für den Geschichtsunterricht zu hinterfragen und eventuelle Hilfen für Lehrer oder Schüler darzulegen, Schwierigkeiten beim Umgang mit einem solchen Portal aufzuzeigen sowie eine Unterrichtsstunde zum Thema der Weimarer Republik in der gymnasialen Oberstufe zu entwerfen. Konkret soll dabei die Frage nach den politischen Errungenschaften der Weimarer Republik behandelt werden, indem auch aus dem Internet bezogene Unterrichtsmaterialien in Form von Diagrammen, Tonaufnahmen und diversen Texten bekannter Historiker eingesetzt werden sollen. Inwiefern diese durch die Schüler selber erschlossen oder durch die Lehrer vorbereitet werden sollen, wird im Folgenden diskutiert und ebenso als Ergebnis im fertigen Stundenentwurf wieder zu finden sein.

2.1 Kurze Vorstellung des Lehrerportals „ZUM-Wiki/Geschichte“

Das Portal ZUM-Wiki/Geschichte ist ein Teil der ZUM-Wiki Reihe, welche wiederum ein Projekt der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V., ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Merzhausen darstellt.[4] Selber stellt sich das Portal als eine offene Plattform für Lehrinhalte und Lernprozesse dar, wobei man sich klar gegenüber einer reinen Enzyklopädie, wie beispielsweise Wikipedia abgrenzt.[5] Dass zwischen den beiden Portalen dennoch eine Gemeinsamkeit besteht, verrät einem jedoch ein Teil des Namens, welcher sich aus dem Hawaiianischen ableitet (Wiki=schnell) und sich damit auf das Baukastenprinzip der jeweiligen Internetseiten bezieht. Durch dieses System ist es relativ einfach, auch für Menschen ohne große IT-Kenntnisse Artikel zu verfassen und online zu stellen.[6] Anders als bei einer Enzyklopädie, wo ein generell neutraler Schreibstil gefordert wird, steht bei den ZUM Wiki Portalen neben der reinen Information vor allem auch eine die eigenen Meinung und Kommentare derjenigen im Mittelpunkt, die sich innerhalb dieser Plattform bewegen. Damit dies nicht in anonymer „Besserwisserei“ oder Kompensation von Geltungsbedürfnissen ausufert, ist eine Anmeldung erforderlich, ehe man aktiv Artikel verfassen und kommentieren kann.[7] Für Lehrer bieten sich folgende, auf den ersten Blick nützliche Weiterverlinkungen: digitale Medien im Geschichtsunterricht, Material- und Quellensammlung für den Geschichtsunterricht und Methoden im Geschichtsunterricht. Inwiefern diese Linksammlungen sinnvoll und wirklich hilfreich sind, wird im folgenden Punkt 2.2.1 noch genauer dargestellt. Dafür sind zumindest die Inhalte sehr übersichtlich nach Epoche, Region, Thema und Alphabet aufgegliedert und bieten damit für fast jede Art des Suchens einen schnellen Treffer.

2.2 Sachanalyse

2.2.1 Analyse des Internetportals

Bei der Sachanalyse des Themas wird in erster Linie die Frage zu beantworten sein, inwiefern das Portal „zumWiki“ für die eigenständige Arbeit der Schüler geeignet ist. Des Weiteren sollen die wichtigen, fachrelevanten Fragen hinsichtlich des gewählten Themas erörtert werden.

Betrachtet man die Internetpräsenz des Portals „zumWiki“, so fällt zunächst auf, dass die Seite auf den ersten Blick relativ übersichtlich gegliedert ist. Dies nicht zuletzt aufgrund mehrerer Gliederungssysteme, welche jedoch bereits in Punkt 2.1 genauer betrachtet wurden. Allerdings zeigt bereits die eigene Gliederung „Unterricht, Materialien & mehr“, dass es sich bei diesem Portal in erster Linie um eine Plattform für Lehrkräfte handelt.[8] Verfolgt man die weiteren Gliederungssysteme und sucht beispielsweise nach Materialien und Informationen zur Weimarer Verfassung, so gelangt man unter anderem zu einem sehr kurzen und knappen inhaltlichen Artikel über die Weimarer Republik. Die weiteren Verweise sind dagegen wieder deutlich relevanter für Lehrkräfte. Außerdem verlaufen auf dieser Seite angezeigte Links teilweise im Nirvana des weltweiten Netzes[9], oder führen zu Seiten, welche einer kritischen Prüfung auf ihre Glaubwürdigkeit zu unterziehen sind, ehe man sich weiter mit diesen beschäftigt.[10] Gerade an dieser kritischen, weiterführenden Auseinandersetzung mit den jeweiligen Seiten zweifelt Oliver Näpel, der dem gemeinen Nutzer „eine längere Bindung an eine Seite“ abspricht.[11] Und ist man wirklich ehrlich zu sich selber, so muss man einräumen, dass gerade die bequeme Möglichkeit der schnellen Recherche auf weiteren Seiten dazu verleitet, nicht zwingend so gründlich nach der gewünschten Information zu suchen, wie man es beispielsweise mittels der wesentlich aufwendigeren „klassischen Recherche“ machen würde. Darüberhinaus führen viele der verlinkten Seiten in ein wahres Wirrwarr aus Weiterverlinkungen und teilweise sehr unübersichtlichen Sammlungen von Materialien, die potentiell jedoch sinnvoll genutzt werden könnten. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Seite als solches ein gewisses Potential besitzt, welches jedoch lange nicht ausgeschöpft ist und zu dessen voller Entfaltung es auch noch vieler Schritte bedarf. Besonders im Bereich der Aktualität muss gearbeitet werden, damit in Zukunft nicht weitere Verlinkungen im Sand verlaufen und sich der Benutzer vor unvollendete Tatsachen gestellt sieht. So sieht Näpel dieses Problem sogar auf den gesamten virtuellen Raum bezogen und führt hierzu die geschätzte mittlere „Lebensdauer“ eines Dokuments mit lediglich 44 Tagen an.[12] Ebenso beantwortet sich die Frage, ob die Benutzung dieser Seite damit für Schüler relevant, bzw. sinnvoll erscheint. Aufgrund der unübersichtlich gestalteten Materialsammlungen und sehr knapp gehaltenen inhaltlichen Übersicht, ist der Umgang für Schüler ohne sehr zielgerichtete Unterstützung durch den Lehrkörper fast unmöglich, da die Schüler zur Beurteilung der Richtigkeit, Seriosität und Relevanz der vielen verlinkten Seiten ein solches Fachwissen zu dem jeweiligen Thema benötigten, dass die danach erlangten Informationen für sie bereits bekannt wären.[13] Insofern erscheint es wesentlich, die Materialien im Vorfeld durch die Lehrkraft vor zu selektieren und gegebenenfalls aufzuarbeiten und zu ergänzen.

2.2.2 Analyse des Unterrichtstoffs

Die Weimarer Republik und ihre demokratischen Errungenschaften auf fachwissenschaftlicher Ebene zu analysieren, lässt sich mit Hilfe einiger ausgewählter Meinungen von Historikern sehr anschaulich bewerkstelligen. Für Erhard Kolb besteht zumindest partiell ein Zusammenhang zwischen dem Scheitern der Republik und der daraufhin folgenden „Machtergreifung“ Adolf Hitlers, welche seine Ursachen unter anderem in den speziellen „institutionellen Rahmenbedingungen“

[...]


[1] vgl. Grosch, Waldemanr in Danker, Uwe: Historisches Lernen im Internet, 2008, S. 14-16.

[2] vgl. Buschbacher, Waltraut u.a. in Jenks, Stuart: Internet-Handbuch Geschichte, 2001, S. 141-143.

[3] Henke-Bockschatz, Gerhard in Danker, Uwe: Historisches Lernen im Internet, 2008, S. 38. 2

4 http://wiki.zum.de/ZUM-Wiki:Impressum

5 http://wiki.zum.de/ZUM-Wiki:%C3%9Cber_ZUM-Wiki

6 http://wiki.zum.de/Wiki

7 http://wiki.zum.de/ZUM-Wiki:%C3%9Cber_ZUM-Wiki

8 vgl. Grosch, Waldemar: Geschichte im Internet, 2002, S. 148.

9 http://www.lsg.musin.de/Gesch/Material/Quellen/material.htm; http://www.spiegel.de/thema/

10 http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/2501/

11 vgl. Näpel, Oliver in Danker, Uwe: Historisches Lernen im Internet, 2008, S. 93. 4

12 vgl. Näpel, Oliver in Danker, Uwe: Historisches Lernen im Internet, 2008, S. 94.

13 vgl. Näpel, Oliver in Danker, Uwe: Historisches Lernen im Internet, 2008, S. 94. 5

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Offene Internetportale als Grundlage für Unterrichtsgestaltung
Untertitel
Eine Unterrichtsstunde zur Weimarer Republik mit Hilfe des Portals ZUM Wiki
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
23
Katalognummer
V368104
ISBN (eBook)
9783668466630
ISBN (Buch)
9783668466647
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
offene, internetportale, grundlage, unterrichtsgestaltung, eine, unterrichtsstunde, weimarer, republik, hilfe, portals, wiki
Arbeit zitieren
Fabian Zschiesche (Autor), 2010, Offene Internetportale als Grundlage für Unterrichtsgestaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368104

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