In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit die Systemtheorie nach Luhmann, im Besonderen das Erziehungssystem, einen praktischen Nutzen für den aktuellen Diskurs in der Pädagogik zulässt. Als B.A. Absolventin des Faches Bildungswissenschaft und beruflich tätige Pädagogin an einer Hauptschule, entwickelte die Verfasserin als angehende Soziologie-Studentin ein besonderes Interesse an dieser Fragestellung.
Nach einer einleitenden Beschäftigung mit dem Thema wird zunächst die Systemtheorie nach Luhmann in aller Kürze dargelegt. Beginnend werden die für diese Arbeit relevanten Begriffe der Systemtheorie skizziert dargestellt, da auf die umfassenden Werke Luhmanns nicht im Detail eingegangen werden kann.
Im dritten Kapitel erfolgt eine definitorische Annäherung der Begriffe "Erziehung" und "Sozialisation". An dieser Stelle wird im Speziellen auf den Erziehungsbegriff in der Pädagogik eingegangen und wie dieser vom Begriff der Bildung abgegrenzt werden kann. In einem weiteren Unterkapitel wird das Funktionssystem der Erziehung nach Luhmann vorgestellt und Besonderheiten im Vergleich zu anderen Funktionssystemen herausgearbeitet. Relevant sind an dieser Stelle vor allem Medium und Code, die in diesem System im Vergleich zu anderen Systemen eine Sonderstellung einnehmen.
Im vierten Kapitel wird nach bisheriger überwiegend theoretischer Ausarbeitung des Themas die Verwendbarkeit für die Pädagogik aufgegriffen. Nach den zunächst praxisbezogenen Problemstellungen werden abschießend Handlungs-empfehlungen für die pädagogische Praxis ausgesprochen.
Im Fazit werden die Erkenntnisse abschließend zusammenfassend dargelegt.
Inhaltsverzeichnis
- 1 EINLEITUNG
- 2 SYSTEMTHEORETISCHE GRUNDLAGEN NIKLAS LUHMANNS
- 3 ERZIEHUNG UND SOZIALISATION IM ERZIEHUNGSSYSTEM
- 3.1 ERZIEHUNG UND SOZIALISATION – EINE DEFINITION
- 3.2 DAS FUNKTIONSSYSTEM DER ERZIEHUNG
- 4 VERWENDBARKEIT FÜR DIE PÄDAGOGIK
- 4.1 PRAXISBEZOGENE PROBLEMSTELLUNGEN
- 4.2 HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN
- 5 FAZIT
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Verwendbarkeit der Systemtheorie nach Niklas Luhmann, insbesondere des Erziehungssystems, für den aktuellen Diskurs in der Pädagogik. Die Arbeit beleuchtet die Relevanz von Luhmanns Theorie für die Analyse von Erziehungsprozessen und die Herausforderungen moderner Gesellschaften.
- Die Relevanz der Systemtheorie für die Pädagogik
- Das Konzept der Autopoiesis und seine Bedeutung für soziale Systeme
- Die Rolle von Kommunikation und Medien im Erziehungssystem
- Praxisbezogene Problemstellungen und Handlungsempfehlungen für die pädagogische Praxis
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG
Die Einleitung stellt die Fragestellung der Arbeit vor und führt in das Thema der Verwendbarkeit der Systemtheorie Luhmanns für die Pädagogik ein. Die Verfasserin erläutert ihre Motivation und den Fokus ihrer Untersuchung.
2 SYSTEMTHEORETISCHE GRUNDLAGEN NIKLAS LUHMANNS
Dieses Kapitel beschreibt die wesentlichen Grundlagen der Systemtheorie nach Niklas Luhmann. Es werden die zentralen Begriffe, wie Autopoiesis, Selbstreferenz und strukturelle Kopplung, erläutert und Luhmanns Ansatz zur Reduktion von Komplexität in modernen Gesellschaften vorgestellt.
3 ERZIEHUNG UND SOZIALISATION IM ERZIEHUNGSSYSTEM
3.1 ERZIEHUNG UND SOZIALISATION – EINE DEFINITION
Dieses Unterkapitel bietet eine Definition der Begriffe „Erziehung“ und „Sozialisation“ und grenzt diese voneinander ab.
3.2 DAS FUNKTIONSSYSTEM DER ERZIEHUNG
In diesem Unterkapitel wird das Funktionssystem der Erziehung nach Luhmann vorgestellt. Es werden die Besonderheiten des Erziehungssystems im Vergleich zu anderen Funktionssystemen herausgearbeitet, insbesondere die Rolle von Medium und Code in diesem System.
Schlüsselwörter
Systemtheorie, Niklas Luhmann, Erziehungssystem, Autopoiesis, Selbstreferenz, strukturelle Kopplung, Kommunikation, Medium, Code, Pädagogik, Sozialisation, Komplexität, Funktionssysteme, Handlungsempfehlungen
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern der Systemtheorie nach Niklas Luhmann?
Luhmann betrachtet die Gesellschaft als ein Geflecht aus autopoietischen (selbsterzeugenden) Funktionssystemen, die durch Kommunikation operieren.
Wie definiert Luhmann das Erziehungssystem?
Es ist ein Funktionssystem, das darauf spezialisiert ist, Menschen in Hinblick auf ihre Sozialisation und Bildung zu beeinflussen, wobei es eigene Codes und Medien nutzt.
Was bedeutet „Autopoiesis“ im sozialen Kontext?
Es bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, sich durch seine eigenen Operationen (z. B. Kommunikation) selbst zu erhalten und von der Umwelt abzugrenzen.
Was ist der Unterschied zwischen Erziehung und Sozialisation?
Erziehung ist eine intentionale, gezielte Einwirkung, während Sozialisation das gesamte, oft unbewusste Hineinwachsen eines Individuums in die Gesellschaft beschreibt.
Warum nimmt das Medium im Erziehungssystem eine Sonderstellung ein?
Im Vergleich zu Systemen wie Wirtschaft (Geld) oder Recht (Recht/Unrecht) muss das Erziehungssystem mit komplexen menschlichen Interaktionen umgehen, was die Codierung erschwert.
Welchen Nutzen hat die Systemtheorie für die pädagogische Praxis?
Sie hilft dabei, die Komplexität von Bildungsprozessen zu reduzieren, Rollenkonflikte zu analysieren und systemische Hindernisse in Institutionen wie Schulen besser zu verstehen.
- Quote paper
- Jessica Hagelüken (Author), 2017, Die Systemtheorie nach Niklas Luhmann und die Verwendbarkeit für die Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368143