In dieser Arbeit sollen zunächst die Grundlagen von „Mobile Couponing“ erläutert werden. Die „Chancen und Risiken“ aus Anbieter- und Konsumentensicht der digitalen Form von Couponing werden im einem nachfolgenden Kapitel erläutert. Aussagen aus der Literatur, Studien und Meinungen werden selektiert und nach „Chance“ oder „Risko“ eingeordnet. Dies geschieht jeweils aus der Anbieter- und Nutzerperspektive. „Mobile Couponing“ beschreibt eine Art der Beziehung zwischen Kunden und Anbieter. Diese Chancen und Risiken werden in einem Zwischenfazit zusammengefasst und anschließend kritisiert. Auf diesem Beziehungszusammenhang baut das Kapitel des Kundenbeziehungszyklus auf. In die Kapitel fließen auszugsweise Erkenntnisse aus einem Experteninterview der Firma „Couponiac“ mit ein. Die Aussagen der Experten ergänzen bzw. unterstützen jeweils die gesammelten Punkte aus der Literatur.
In einem Kundenbeziehungszyklus-Modell wird das Konzept nach Manfred Bruhn anhand einer Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden dargestellt. Auf diesem Konzept baut Ralf Kreutzer auf und kategorisiert Couponing in angewandter durch die verschiedenen Beziehungsphasen des Modells. Dieses Konzept stellt den Kundenbeziehungszyklus im Rahmen des angewandten Marketings dar. Ergänzt werden die Aussagen von Kreutzer durch aktuelle Erkenntnisse aus dem Bereich „Mobile Couponing“ aus dem Kapitel „Chancen“ und „Risiken“. Dieser Kundenbeziehungszyklus erläutert die verschiedenen Erwartungshaltungen und Ziele aus Sicht von Kunde und Anbieter. Das Modell wird im Anschluss zusammengefasst und kurz kritisiert.
Nach der Beschreibung der unterschiedlichen Erwartungshaltungen von Kunde und Anbieter werden anschließend ausgewählte Abrechnungsmodelle aus der Literatur vorgestellt und mit dem Modell von der Firma „Couponiac“ verglichen. Das Modell von Couponiac weicht aus der Literatur ab und bildet deshalb Gegenstand für eine Untersuchung und Kritik.
Die Erkenntnisse des Kundenbeziehungszyklus und der Abrechnungsmodelle werden im Kapitel 6 in Bezug auf die Herausforderungen für „Mobile Couponing“ am Beispiel Couponiac zusammengefasst und erläutert. Im Fazit des Kapitels 7 werden wesentliche Erkenntnisse rekapituliert und ein Ausblick zum Thema „Mobile Couponing“ gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen: Definition und Begriffe
2.1 Definition des Couponing
2.2 Was sind „Location Based Services “?
2.3 Zahlen und Daten zu Mobile Marketing
2.3.1 Sicht der Konsumenten: Mobile Geräte zum Einkauf im Internet
2.3.2 Sicht von Unternehmen: Bewertung und Ausblick zu „Mobile Couponing“
2.3.3 Fazit aus Sicht der Konsumenten und der Unternehmen
3 Chancen & Risiken von „Mobile Couponing“
3.1 Chancen für Händler
3.2 Chance für Konsumenten
3.3 Risiken für Händler
3.4 Risiken für Konsumenten
3.5 Zwischenfazit „Chancen und Risiken“
3.6 Kritik „Chancen & Risiken“
4 Kundenbeziehungszyklus
4.1 Konzeptionierung des Kundenbeziehungszyklus
4.2 Merkmale des Kundenbeziehungszyklus: Anbieter- und Nachfrager-Perspektive
4.3 Anwendung von Couponing im Kundenbeziehungszyklus
4.4 Zwischenfazit zum Kundenbeziehungszyklus
4.5 Kritik Kundenbeziehungszyklus
5 Abrechnungsmodelle im Mobile Couponing
5.1 Tausender-Kontakt-Preis (TKP)
5.2 Cost per Click (CPC)
5.3 Cost per Order (CPO) / Cost per Action (CPA)
5.4 „Abo-Commerce“-Modell am Beispiel von Couponiac
5.4.1 Weitere „Abo-Commerce“-Modelle mit dem Problem der Abo-Dauer
5.5 Fazit und Kritik des „Abo-Commerce“-Modell von Couponiac
6 Herausforderung „Mobile Couponing“
6.1 Herausforderung des Kundenbeziehungszyklus
6.2 Herausforderung des Abrechnungsmodells
7 Fazit
7.1.1 Ergänzung zum Fazit
8 Anhang
8.1 Was ist Couponiac?
8.2 Interview mit Couponiac vom 30.11.2016
8.2.1 Frage 1: „Kannst du mir die Idee zu Couponiac erklären?“
8.2.2 Frage 2: „Wie sieht das Geschäftsmodell aus? Hat sich das Geschäftsmodell geändert?“
8.2.3 Frage 3: „Könnt ihr Zahlen, Daten und Fakten zu Couponiac nennen?“
8.2.4 Frage 4: „Welchen Anreiz zur Nutzung bietet ihr den Anbietern?“
8.2.5 Frage 5: „Welche Daten messt ihr? Könnt ihr schon messen, wie oft ein Kunde einen Anbieter besucht ohne Couponiac zu verwenden?“
8.2.6 Frage 6: „Wie sieht der Akquise Prozess aus?“
8.2.7 Frage 7: „Wie sieht eure Kommunikation mit euren Kunden aus? Gab es Änderungen?“
8.2.8 Frage 8: „Wie sieht eure Finanzierung / Geld von Couponiac aus?“
8.2.9 Frage 9: „Gab es eine Änderung an eurem Geschäftsmodel – wenn ja, warum?“
8.2.10 „Frage 10: Wie schätzt ihr die Skalierbarkeit von Couponiac ein?“
8.2.11 „Frage 11: Gibt es einen Plan Bewertungen der Nutzer in die App zu integrieren? Als Teil eines Empfehlungsmarketings?“
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial von „Mobile Couponing“ als Marketinginstrument in Deutschland. Zentrales Ziel ist es, die Chancen und Risiken dieser digitalen Rabattform sowie deren Anwendung im Kundenbeziehungszyklus zu analysieren und kritisch zu hinterfragen. Dabei wird das Geschäftsmodell des Startups „Couponiac“ als Fallbeispiel herangezogen, um neue Abrechnungsmodelle in der Praxis zu bewerten.
- Entwicklung des Couponing-Marktes im Kontext mobiler Endgeräte
- Analyse von Chancen und Risiken für Händler und Konsumenten
- Integration von Couponing-Maßnahmen in den Kundenbeziehungszyklus
- Vergleich klassischer Abrechnungsmodelle (TKP, CPC, CPO) mit Abo-Commerce-Modellen
- Fallstudie und kritische Erfolgsanalyse des Unternehmens Couponiac
Auszug aus dem Buch
3.1 Chancen für Händler
Direkte / zielgerichtete Kundenansprache: Händler können durch eine direkte Kundenansprache profitieren, indem sie Kundendaten dazu nutzen, um relevante Produkte anzubieten. (vgl. Schulten, Rudigier und Stolz 2015, S. 52-53). Die Ansprache kann durch weitere Couponing-Plattformen wie „Coupies“, „Foursquare“, „Gettings“ , „Shopkick“oder durch „Couponiac“ erfolgen (Couponiac siehe Kapitel 8.2). Marktführer „Coupies“ in Deutschland beschreibt seine Zielgruppe im Bereich von 16-34 Jahren (Süßel 2013) Die Studie von Schulten, Rudigier und Stolz zeigt, dass eine besonders junge Käuferschicht von 14-18 Jahren durch „Mobile Couponing“ angesprochen werden kann (vgl. Kapitel 2.3; vgl. Schulten, Rudigier und Stolz 2015, S. ). Vertriebschef Kristoph Siemens von Couponiac beschreibt die Zielgruppe von Couponiac: „Der Altersschnitt liegt bei 18-35 Jahren. Durch das geänderte Geschäftsmodell sind wir jetzt in der Lage auch eine jüngere Zielgruppe anzusprechen, weil der Kaufvertrag nicht mehr über unsere Plattform zu Stande kommt. Auch der 14-jährige kann sich [...][einen] Coupon aus der Couponiac App [besorgen]. Das Verhältnis Mann / Frau weicht nicht drastisch voneinander ab. Die Statistik oder die Wissenschaft sagt zwar, dass die Frauen sehr Coupon-Affin sind. Bei uns ist das Geschlechterverhältnis noch nicht in eine Richtung gekippt. (Siemens 2016, Kapitel 8.2.3)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung von Rabattregelungen in Deutschland und beschreibt den Wandel vom stationären Handel zum mobilen Internet als Treiber für Mobile Couponing.
2 Grundlagen: Definition und Begriffe: In diesem Kapitel werden die theoretischen Begrifflichkeiten von Couponing und Location Based Services erläutert sowie statistische Daten zum mobilen Nutzungsverhalten präsentiert.
3 Chancen & Risiken von „Mobile Couponing“: Hier werden die Vor- und Nachteile der digitalen Rabattierung aus der Perspektive von Händlern und Kunden detailliert gegenübergestellt.
4 Kundenbeziehungszyklus: Das Kapitel verknüpft das Konzept des Kundenbeziehungszyklus nach Bruhn und Kreutzer mit der praktischen Anwendung von Coupons in verschiedenen Phasen der Kundenbindung.
5 Abrechnungsmodelle im Mobile Couponing: Es werden gängige performanceorientierte Abrechnungsformen vorgestellt und das alternative Abo-Modell von Couponiac kritisch analysiert.
6 Herausforderung „Mobile Couponing“: Dieses Kapitel rekapituliert die Hürden bei der Implementierung von Mobile Couponing und bewertet die Strategien von Couponiac.
7 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und ergänzt den späteren Geschäftsbetriebsstopp von Couponiac.
8 Anhang: Der Anhang bietet detaillierte Einblicke in das Geschäftsmodell von Couponiac durch ein Experteninterview.
Schlüsselwörter
Mobile Couponing, Kundenbindung, Kundenbeziehungszyklus, Standortbezogene Dienste, Online-Handel, Abo-Commerce, Performance Marketing, Couponiac, Digitales Marketing, Rabatt, Zielgruppenansprache, Mobile Marketing, Kundenakquisition, Geschäftsmodell, Konsumentenverhalten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Herausforderungen von Mobile Couponing als modernes Marketinginstrument im stationären und Online-Handel, speziell unter Berücksichtigung von Couponiac als Fallbeispiel.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die zentralen Themen sind das Nutzungsverhalten bei mobilen Endgeräten, die Vor- und Nachteile von Mobile Couponing für Händler und Kunden, die theoretische Einordnung in Kundenbeziehungszyklus-Modelle sowie unterschiedliche Abrechnungsmechanismen.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel besteht darin, die Chancen und Risiken der digitalen Rabattierung zu analysieren und zu bewerten, wie Unternehmen diese Instrumente zur langfristigen Kundenbindung einsetzen können.
Welche wissenschaftliche Methodik wird angewandt?
Es wird eine Literatur- und Studienanalyse durchgeführt, die durch ein Experteninterview mit der Geschäftsführung des Unternehmens Couponiac ergänzt wird.
Welche Inhalte umfasst der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Chancen-Risiken-Analyse, die Anwendung von Couponing-Modellen im Kundenbeziehungszyklus sowie eine detaillierte Untersuchung verschiedener Abrechnungsmodelle.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Mobile Couponing, Kundenbeziehungsmanagement, Abo-Commerce, Location Based Services und performancebasiertes Marketing.
Wie bewerten die Experten von Couponiac die Rolle von kleinen Händlern?
Die Geschäftsführung stellt fest, dass die Kundenakquise bei kleinen, inhabergeführten Betrieben sehr zeitintensiv ist und diese oft weniger Affinität für professionelles Marketing zeigen als große Systemgastronomen.
Warum ist das Abo-Commerce-Modell für Couponiac riskant?
Das Risiko liegt in der Abhängigkeit von kontinuierlichen Neuanmeldungen, um die monatlichen Fixkosten zu decken, da keine variable Beteiligung am Umsatz mehr stattfindet.
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- Julius Hass (Author), 2017, Heilsbringer "Mobile Couponing"? Chancen und Risiken, Kundenbindung und Geschäftsmodelle von digitalen Coupons in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368191