Seit 1979 gibt es Studien, die die Sportberichterstattung zu Frauen in Deutschland untersuchen. Die Ergebnisse dieser Studie waren ganz deutlich: die Frauen, wenn sie denn mal in der Berichterstattung vorkamen, wurden ganz anders dargestellt und behandelt als die männlichen Sportler. Da sich mittlerweile das Bild der Frau in allen gesellschaftlichen Bereichen stark verändert hat und immer mehr Frauen Führungspositionen einnehmen, sollte sich auch die Medienberichterstattung über Männer und Frauen diesem Fortschritt langsam angepasst haben. Ob dies der Fall ist, soll mit dieser Arbeit zumindest hinsichtlich der BILD Berichterstattung während der Olympischen Spiele 2012 herausgefunden werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Ausgangsproblem
1.2. Generelle Fragestellung
1.3. Erkenntnisinteresse
1.4. Überblick über die Gliederung des Projektberichtes
2. Theoretischer Hintergrund
3. Forschungsstand
4. Forschungsfragen/-hypothesen
4.1. Bestimmung der Forschungsfrage
4.2. Hypothesenbildung
5. Methodische Vorgehensweise
5.1. Erläuterung/Begründung der methodischen Vorgehensweise
5.2. Detaillierte Angaben zum Untersuchungsgegenstand/Stichprobe
6. Ergebnisse
7. Diskussion/Zusammenfassung
8. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die visuelle Inszenierung von Sportlerinnen und Sportlern in der BILD Zeitung während der Olympischen Sommerspiele 2012 in London, um zu klären, ob sich sexistische Verzerrungseffekte und Unterschiede in der Darstellung nach Geschlecht in der Sportberichterstattung nachweisen lassen.
- Analyse der medialen Repräsentanz von Geschlechterrollen im Sport
- Untersuchung von Inszenierungsparametern wie Körperdarstellung und Sexualisierung
- Überprüfung der Bedeutung von Bildunterschriften bei der Charakterisierung von Athleten
- Vergleich der Ergebnisse mit dem aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand
- Evaluierung der Entwicklung der Sportberichterstattung in Bezug auf Gleichstellung
Auszug aus dem Buch
1.1. Ausgangsproblem
Jedem sind wohl die nackten Frauen, die sich auf jeder Ausgabe der BILD Zeitung auf der Titelseite präsentieren bekannt. Mittlerweile wurden sie zwar von der ersten Seite des Boulevard Blattes verbannt, sind aber immer noch allgegenwärtig in der restlichen Zeitung. In der BILD Zeitung spielen Erotik, Nacktheit und auch Sexualität eine entscheidende Rolle. Obwohl Frauen in der heutigen Zeit emanzipiert und dem Mann gleichgestellt sind, gibt es vor allem im Sport immer wieder Vorfälle, die dem Ganzen nicht gerecht werden. Gerade Frauensport in männerdominierten Bereichen wie Fußball, scheint weniger interessant und teilweise verkannt zu sein. Die Frauen müssen dann anders auf sich aufmerksam machen, was des Öfteren in Form von erotischen Bildern oder aber auch Berichten aus dem privaten Umfeld geschieht. Ein Großteil der Leser der Sportberichterstattung sind Männer und so versuchen die Zeitungen auch dazu beizutragen, ihre Leser zu behalten oder gar ihre Reichweiten auszubauen, indem sie auf solche Inhalte setzen. Die Gender Media Studies weisen in verschiedenen Studien darauf hin, welche Verzerrungseffekte es hinsichtlich der Geschlechterdarstellung in den Medien gibt und wie diese zustande kommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Geschlechterdarstellung in der Sportberichterstattung ein und definiert das Erkenntnisinteresse sowie die Forschungsfragen der Arbeit.
2. Theoretischer Hintergrund: Hier werden die sozialkonstruktivistischen Grundlagen zur medialen Realitätskonstruktion und die historische Entwicklung der Geschlechtertrennung im Sport beleuchtet.
3. Forschungsstand: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über bisherige Studien zur medialen Repräsentanz von Sportlern und Sportlerinnen und arbeitet bestehende Verzerrungseffekte heraus.
4. Forschungsfragen/-hypothesen: Das Kapitel leitet aus dem Erkenntnisinteresse eine zentrale Forschungsfrage ab und konkretisiert diese in acht prüfbaren Hypothesen.
5. Methodische Vorgehensweise: Hier wird das Design der Inhaltsanalyse, die Auswahl der Stichprobe aus der BILD-Berichterstattung 2012 und das eingesetzte Kategoriensystem erläutert.
6. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Daten der durchgeführten Inhaltsanalyse und überprüft die aufgestellten Hypothesen mittels statistischer Verfahren.
7. Diskussion/Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden interpretiert und mit der Literatur in Bezug gesetzt, wobei das Ausbleiben signifikanter Unterschiede hervorgehoben wird.
8. Schlussbemerkung: Abschließend wird ein Fazit gezogen, das den positiven Trend zur stärkeren Leistungsfokussierung bei Sportlerinnen konstatiert.
Schlüsselwörter
Sportberichterstattung, Gender Media Studies, BILD Zeitung, Olympische Sommerspiele 2012, Geschlechterdarstellung, Inhaltsanalyse, Sexualisierung, Medienkonstruktion, Sportlerinnen, Athleten, Mediensoziologie, Bildanalyse, Geschlechterrollen, Repräsentation, Sportjournalismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die mediale Darstellung von Individualsportlern und -sportlerinnen in der BILD Zeitung während der Olympischen Spiele 2012 unter dem Aspekt möglicher geschlechtsspezifischer Verzerrungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der visuellen Inszenierung, dem Grad der Sexualisierung, der situativen Darstellung der Athleten sowie der Art der Begleittexte (Bildunterschriften).
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist die Klärung, ob die Berichterstattung der BILD Zeitung die aktuelle wissenschaftliche Erkenntnislage zur benachteiligenden oder sexualisierten Darstellung von Sportlerinnen im Vergleich zu männlichen Athleten stützt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Inhaltsanalyse durchgeführt, wobei eine Stichprobe von 60 Bildern nach einem systematischen Verfahren ausgewählt und anschließend mit statistischen Tests (Chi-Quadrat, exakter Test nach Fischer) ausgewertet wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Darlegung des Forschungsstandes, die methodische Herleitung und die detaillierte Präsentation und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Sportberichterstattung, Gender Media Studies, Inhaltsanalyse, Sexualisierung und Geschlechterdarstellung im Sport.
Konnte die Hypothese bestätigt werden, dass Sportlerinnen häufiger sexualisiert werden?
Nein, die Ergebnisse der untersuchten Stichprobe zeigten keine signifikante Bestätigung; teilweise waren die Unterschiede in der Darstellung sogar gegenläufig zu den ursprünglichen Annahmen.
Wie bewertet der Autor das Gesamtergebnis der Studie?
Der Autor bewertet den Trend positiv, da die Ergebnisse darauf hindeuten, dass Sportlerinnen in der betrachteten Berichterstattung zunehmend nach ihrer sportlichen Leistung und weniger nach körperlichen Vorzügen wahrgenommen werden.
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- Christina Reiff (Author), 2016, Visuelle Inszenierung von Sportlern und Sportlerinnen in der "Bild", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368333