Entwicklung, Konzept und Thematik von außerschulischer Jugendarbeit


Hausarbeit, 2017

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil
1. Die Entwicklung einer außerschulische Jugendarbeit
2. Das Konzept einer außerschulischen Jugendarbeit
3. Integration als Thematik für außerschulische Jugendarbeit

Ausblick

Anhang

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Aufgaben offene Kinder- und Jugendarbeit 5

Einleitung

„In Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaft besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass die menschliche Lern- und Bildungsfähigkeit eine entscheidende Ressource für die zukünftige Gestaltung einer globalisierten Welt sowie die Möglichkeit der individuellen Entfaltung und einer selbstbestimmten Lebensführung des Einzelnen ist“ [1]

In heutiger Gesellschaft steigert sich die Anzahl an Zukunftsperspektiven für Jugendliche und damit der Druck auf diese, sich möglichst früh einen Plan zu überlegen und auf ein Ziel hinzuarbeiten. Dabei hat „seit den 50er Jahren […] die Familie als zentrale Sozialisationsinstanz immer mehr an Bedeutung eingebüßt.“[2] Die Jugendlichen orientierten sich damals wie heute immer mehr an der Gruppe der Gleichaltrigen als am familiären Umfeld was die Zukunft, die Nutzung des eigenen Kapitals[3] sowie die Sozialisation, also Integration in die bestehende Gesellschaft, betrifft. Auch die innerschulische Bildung und Erziehung für die Entwicklung der Jugendlichen war und ist meist nicht ausreichend. Um die Erwartungen, die durch die Öffentlichkeit an die Bildungsinstanzen gestellt werden, zu erfüllen, fehlen hier Ressourcen und Kapazitäten. Ein außerschulisches Konzept, nach dem die Bildungseinrichtungen in ihrer Arbeit unterstützt werden, würde hier Abhilfe leisten.

Folgende Hausarbeit erörtert das Thema „außerschulische Jugendarbeit“ und geht dabei auf die historische wie politische Betrachtung sowie auf das Konzept der außerschulischen Jugendarbeit an sich ein. Letzter Punkt befasst sich mit von der Autorin als für die Jugendarbeit relevant angesehenen thematischen Inhalten. Das Sozialgesetzbuches (SGB) VIII definiert in §7 als „Jugendlicher, wer 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist“[4], im Folgenden wird sich jedoch bei Jugendlichen auf „alle jungen Leute im Alter zwischen 14 und ungefähr 25 Jahren“[5] bezogen, da diese Alterspanne meist in der Praxis als Zielgruppe angesehen wird.

Hauptteil

1. Die Entwicklung einer außerschulische Jugendarbeit

Die außerschulische Jugendarbeit hat ihren Ursprung 1946. Nachdem die Städte durch den Krieg zerstört wurden, wurde ein Ziel, die Jugend auf ein neues Deutschland einzustellen. Bis in die 1950er Jahre wurde in jeder Region in Deutschland ein „Haus der offenen Tür“ mit einem Spielangebot für Kinder und Jugendliche eröffnet. Geleitet wurden diese Häuser von einem „Erziehungsdirektor“, der aus dem jeweiligen Jugendamt gestellt wurde, sowie von Mitarbeitern ohne pädagogische Ausbildung. Die „Häuser der Jugend“ wurden über die Jahrzehnte immer weiterentwickelt und das Angebot für die Jugendlichen ausgebaut. Mit Beginn der „sozialökonomischen Krise“ in den 1970ern und der daraus resultierenden Jugendarbeitslosigkeit und Ausbildungsnot war die Jugendarbeit gezwungen, „durch neue Arbeitsformen, Einrichtungen und Zielgruppendifferenzierung direkt auf soziale Probleme im Jugendbereich zu reagieren.“[6] Dadurch war jedoch „die Funktionsbalance zwischen außerschulischer Bildungsfunktion und sozialer Dienstleistungsfunktion […] empfindlich gestört“[7]. 1976 wurde schließlich zwischen Jugendzentrum und „Haus der offenen Tür“ unterscheiden. Die Jugendzentren wurden als eigene Träger anerkannt und von der Jugendhilfe zum Teil mitfinanziert, sofern sie jährliche Berichte ans Jugendamt stellten. Die „Häuser der Jugend“ unterlagen gänzlich der Verwaltung des Jugendamts. Im Zuge dessen ging die Definition der Jugend als „Experimentierraum, psychosoziales Moratorium, Mutationspotenzial in den siebziger Jahren verloren“[8] und wandelte sich in „Jugend als bildungsoptimistischer Lebensentwurf“[9]. Gleichwohl unterliegt der Jugendbegriff bis heute einem stetigen Wandel, sodass auch diese Definition nicht mehr in ihrer Selbstverständlichkeit in der Gesellschaft zum Tragen kommt.

Mit dem Wandel des Jugendbegriffs wandelt sich auch die Jugend an sich mit ihren Problemen, Auffassungen und Zielen. „Die offene Jugendarbeit war in der Nachkriegszeit immer ein Auffangbecken für die Wellen, welche die Probleme der Integration oder Desintegration der Jugend in der Gesellschaft ausgelöst haben.“[10] Heutzutage geht es mehr darum, einen Ort zu finden, in dem die Handlungen selbstbestimmt sein können. Die Bedürfnisse der Jugendlichen gehen immer weiter weg von Problemlösungen und der Suche aufgefangen und integriert zu werden, und mehr dazu Räumlichkeiten zur freien Selbstentfaltung zu haben, mitzubestimmen und den Autoritäten wie Eltern und Lehrern zu entfliehen. Dementsprechend gilt es, „dass Jugendarbeiter […] begreifen, dass für Jugendliche die Räume und Gelegenheiten entscheidend sind und nicht so sehr die pädagogischen arrangierten Interaktionen, die in den Räumen stattfinden“[11]. Vielmehr wächst die Bedeutung, eigene Interaktionen zu arrangieren und nach eigenen Interessen zu handeln und dementsprechende Ressourcen zu finden, die beispielsweise im Elternhaus nicht gegeben sind. Zwar ist immer noch Aufgabe der Jugendarbeit, Problemsituationen anzugehen bzw. im besten Fall Prävention zu leisten und eine Anlaufstelle zu sein für Jugendliche, die nach Ansprechpartnern suchen, allerdings dabei besonders „Jugendliche zu befähigen, von ihren subjektiven Bedürfnissen ausgehend ihre objektiven Interessen zu formulieren und diese angemessen, das heißt den Erfordernissen einer durchgehend demokratisch und human organisierten Gesellschaft entsprechend, durchzusetzen.“[12]

Grundlage der Jugendarbeit ist also, den Begriff der Jugend über die Definition als biographischen Statusübergang und Ausbildungsphase zu erweitern und als „spezifische, eigenständige Lebensphase [zu] beschreiben“[13] Mit diesem Verständnis wandelt sich schließlich die Aufgabe der Jugendarbeit, sich auf Interessen und Bedürfnisse der Jugendlichen festzulegen und ein dementsprechendes Angebot anzubieten, was nahezu unmöglich scheint, angesichts des stetigen Wandels der Entwicklungsphase Jugend. Vielmehr steht die sozialräumliche Bedeutung der Einrichtungen im Vordergrund und dass die Jugendlichen „dessen Gelegenheitsstruktur ausnutzen, Kontakt erhalten, sich mit Gleichaltrigen treffen [und] Perspektiven entwickeln“[14] können. Davon ausgehend ist im Bereich der außerschulischen Jugendarbeit „eine Fülle von Konzeptionsversuchen und Theoriegrundlagen […] erarbeitet worden.“[15]

2. Das Konzept einer außerschulischen Jugendarbeit

Der Begriff der Jugendarbeit kann schwerlich genau definiert werden, da er über viele Themen hinausgeht und wie ihre Zielgruppe der Jugend einem stetigen Wandel unterliegt. Zunächst existieren im SGB IIX Angaben, die Jugendarbeit habe den Jugendlichen „zur Förderung ihrer Entwicklung erforderliche Angebote[…] zur Verfügung zu stellen […] [sowie sollte] sie [die Jugend] zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen“[16]. Thematisch geht die Jugendarbeit dabei „von einer konfessionell-weltanschaulichen über eine politische, kulturelle oder ökologische Ausrichtung bis hin zu allen Varianten sach- und fachbezogener Angebote, etwa Sport, im Rettungswesen, oder im Naturschutz, von interkulturellen Begegnungen über Workshops, Meditation, Ferienlager oder Reisen bis zu politischen Aktionen, Events und Musikveranstaltungen“[17], umfasst also alle nicht-schulischen Themengebiete.

Erste Konzepte für außerschulische Jugendarbeit wurden in den 1970er Jahren entworfen und umfassten „das Prinzip der ‚Offenheit‘, die Vorstellung von einer ‚einheitlichen jungen Generation‘, die Konzepte ‚Selbstorganisation‘ und ‚Bedürfnisorientierung‘, der Primat der ‚politischen Bildung‘.“[18] Nun kann ein mehrere Jahrzehnte altes Konzept nicht ohne kritische Hinterfragung aktuelle Verwendung finden. Die Jugendarbeit hat mit der Zeit und den Veränderungen zu gehen und sich stetig anzupassen. Die bestehenden Konzepte müssen regelmäßig hinterfragt und auf Aktualität überprüft werden und schließlich dementsprechend umgeändert und vervollständigt werden.

Generell bedeutet das, Jugendarbeit muss „die von der Gesellschaft gestellte Aufgabe der Förderung von Gemeinschaftsfähigkeit erfüllen, [sowie] […] Unterstützung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen in ihrem Streben nach Abgrenzung und Autonomie [gewährleisten].“[19] Die Jugendarbeit wirkt dabei als vermittelnde Instanz zwischen den Jugendlichen und der Gesellschaft, sie geht auf die Jugendlichen ein und bereitet sie auf das gesellschaftliche Leben vor. Dabei muss ein Gleichgewicht geschaffen werden, zwischen den Anliegen und Bedürfnissen der Jugendlichen und den Anforderungen und Erwartungen an diese durch Gesellschaft und Politik.[20] Der Jugendarbeit ist damit keine leichte Aufgabe aufgebürdet, und hinzu kommen jeweils die Festschreibungen über Zielsetzungen von Jugendarbeit auf kommunaler Ebene. Hier wird häufig die Erreichbarkeit und Nähe von Einrichtungen der Jugendarbeit genannt, wie auch die Angebotsvielfalt, ausgerichtet auf die Nachfrage durch die Jugendlichen. Jugendarbeit soll einen Kommunikations- und Begegnungsraum schaffen, um die Entwicklungs- und Bildungsprozesse der Jugendlichen zu fördern.[21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Aufgaben offene Kinder- und Jugendarbeit[22]

Jugendarbeit wird durch verschiedene Angebotsfelder bestimmt. Diese unterschieden sich in „Kernaufgaben“, also Aufgaben, „die eine so genannte Grundversorgung darstellen und somit in allen Einrichtungen anzubieten sind“[23] sowie in „spezifische Angebote“, die sich „aus der sozialraumbezogenen Betrachtung bestimmter Sozialstrukturdaten sowie aus der Einschätzung der Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit [ergeben]. (vgl. Abb.1)“[24] Jugendarbeit umfasst somit sowohl die generelle Auseinandersetzung mit der Lebensphase Jugend, wie auch die Erfassung des Ist-Zustandes der regionalen Sozialstruktur und den aktuellen Themen des zugehörigen Stadtteils. Dabei wird der Fokus ebenso auf die Schaffung eines Kommunikations- und Begegnungsortes gelegt wie auch auf Themen wie etwa Prävention bezüglich Sucht, Gewalt und Gesundheit, Medienschutz oder Aufklärung der Jugendlichen. Somit bietet Jugendarbeit „Alltagsberatung an, Räume, […] Vermittlungswissen und […] Vermittlungsfähigkeit zu den Institutionen, die Jugendliche ausgrenzen.“[25]

3. Integration als Thematik für außerschulische Jugendarbeit

Das Thema „Flüchtlinge“ könnte in heutiger Gesellschaft nicht aktueller sein. Seit etwa 2015 ist die Anzahl der Auswanderer aus Krisengebieten wie den Westbalkanstaaten, Irak, Afghanistan, Syrien und weiteren drastisch gestiegen. Ziel dieser Menschen ist Europa, in der Hoffnung, dem Krieg und der Verfolgung aus dem Herkunftsland zu entfliehen und in den europäischen Staaten Sicherheit und Schutz sowie die Möglichkeit auf ein sorgenfreieres Leben zu finden. Diese Entwicklung hat enorme Auswirkungen auf die politische wie auch gesellschaftliche Situation innerhalb der einzelnen europäischen Länder.

Im Folgenden bezeichnet der Begriff Flüchtling, definiert nach der Genfer Flüchtlingskonvention, eine Person, die „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politi­schen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, des­sen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Be­fürchtungen nicht in Anspruch nehmen will“[26].

Für die „Asylländer“ gilt, die vielen Flüchtlinge aufzunehmen und zu integrieren, Platz zu schaffen und einen Weg zu finden Barrieren wie etwa in der Sprache und Kultur zu überwinden und ein „Miteinander“ zu schaffen. Dieser neuen Aufgabe stehen Gesellschaftsmitglieder mit geteilter Meinung gegenüber. Während die Mehrheit den Einwanderern mit Empathie und Verständnis offen gegenüber steht und bereit ist mitzuhelfen die Aufgabe der Integration zu bewältigen, so gibt es eine Minderheit, die unverhohlen Feindseligkeit gegenüber den Zuwanderern äußert, Menschen anderer Herkunft ihre Abneigung oder ihren Hass deutlich zeigt und sich vehement gegen einen aktiven Integrationsprozess der Flüchtlinge sträubt.

Auch bei den Jugendlichen entsteht eine Haltung gegenüber den Flüchtlingen und der damit einhergehenden gesellschaftlichen Situation. Die Einstellung des Einzelnen ist dabei meist beeinflusst durch das direkte Umfeld sowie durch die Medien. Ist etwa in familiärem Kontext ein negatives Bild über ausländische Menschen vorherrschend, wird dieses eher vom Jugendlichen übernommen und verinnerlicht und spiegelt sich schließlich in seinem Verhalten und seinen Aussagen wieder. Gegebenenfalls wird sich zudem beim Informieren durch die Medien auf Nachrichten konzentriert, die das negative Bild verstärken oder bestätigen.

Auffällig dabei ist, dass die meisten Jugendlichen zwar eine klare Meinung über Flüchtlinge besitzen, jedoch in den meisten Fällen kaum oder auch gar keinen Kontakt zu solchen Menschen haben oder hatten. Hier ist Aufgabe der Gesellschaft, ein positives Bild von einem möglichen Miteinander zu schaffen. Die außerschulische Jugendarbeit könnte hier durch Integrationsmaßnahmen Abhilfe leisten und der Fremdenfeindlichkeit entgegenwirken.

Ansatzpunkt für die Integration der Einwanderer und der Entwicklung von Empathie seitens der ortsansässigen Jugendlichen ist der gemeinsame Ort. Auch hier kann außerschulische Jugendarbeit als Kommunikations- und Begegnungsraum funktionieren und der Interaktion zwischen sich fremden Menschen Anreiz geben. „Integration ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die nur vor Ort in den Kommunen gelingen kann.“[27] Benötigt wird dabei eine gemeinsame Vorstellung vom gesellschaftlichen Miteinander. Um dieses Ziel zu setzen und zu erreichen kann die außerschulische Jugendarbeit Raum bieten, dass sich Gesellschaftsmitglieder mit einander beschäftigen, sich austauschen und voneinander lernen. „Das Format »Kommunaler Flüchtlingsdialog« bietet dabei die Möglichkeit zur Begegnung und zum Austausch […]. Der Dialog soll gezielt die jeweiligen Bedürfnisse in einer Kommune thematisieren und möglichst viele kommunale Akteure einbinden.“[28] Es geht also darum, das Gespräch mit einander zu finden, um sich kennenzulernen und dabei den möglichen Ängsten – sowohl denen, die in der Gesellschaft bezüglich ausländischer Menschen entstanden sind, also auch denen, die die Flüchtlinge bezüglich des Asyllandes und der neuen Gesellschaft haben - entgegenzuwirken. Ein Ort der Begegnung von Menschen verschiedener Kultur und Herkunft kann Auseinandersetzungen präventiv vorwirken oder diese beenden und zudem ein positives Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gesellschaft schaffen.

Die Generation der Jugendlichen leidet oftmals unter Benachteiligung und Stigmatisierung durch die Gesellschaft. Die Jugend wird hier als faul, desinteressiert oder auch unfähig Aufgaben oder Verantwortung zu übernehmen, bezeichnet. Die außerschulische Jugendarbeit kann auch hier für ein aufgeschlosseneres Gesellschaftsbild sorgen. Die Zusammenarbeit von Flüchtlingen und einheimischen Jugendlichen zeigt der Gesellschaft, dass die Jugend Interesse am eigenen Umfeld und an ihrer Zukunft hat.

Beschäftigen sollte sich die außerschulische Jugendarbeit vorrangig mit der Frage, wodurch die Jugendlichen angeregt werden können sich selbstständig, leistungsfähig und ins besondere sozial verantwortlich im Bezug auf die Flüchtlingssituation zu verhalten. Zudem geht es darum die Kompetenzen zu stärken und Bedingungen zu schaffen, die eine optimale Sozialentwicklung ermöglichen.

Ein Ansatz für erste Begegnungen und die Anfänge eines Miteinanders wäre die Lösung der sprachlichen Hürde. Die Jugendlichen könnten den Ort der außerschulischen Jugendarbeit nutzen, Flüchtlingen regelmäßig Sprachkurse anzubieten und sie in der Sprache wie auch der Kultur des Landes zu unterrichten. Gleichzeitig könnten die Flüchtlinge von ihrem Herkunftsland und ihrer Kultur berichten. Auch gemeinsames Kochen bietet eine gute Möglichkeit sich sowohl näher kennenzulernen, als auch das gegenüber besser zu verstehen. Ist ein persönlicher Kontakt geschaffen, werden Klischees und Vorurteile schnell automatisch aus dem Weg geräumt und durch echte Erfahrungen mit dem Gegenüber ersetzt. In allen Bereichen, in denen die Flüchtlinge vor Problemen stehen wie etwa Behördengängen, Arztterminen, Einkäufen und weiteren kann durch die außerschulische Jugendarbeit Kontakt zu Jugendlichen geschaffen werden, die hier Unterstützung durch etwa Dolmetschen anbieten und den Flüchtlingen das Leben im neuen Land erklären und das „Ankommen“ erleichtern. Die Jugendlichen können so „Flüchtlingen die Teilnahme und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in Deutschland möglich [machen] und stellen damit einen unschätzbaren Wert dar […], der große Chancen für die Zivilgesellschaft bietet […]“[29] Mit Übernahme von Patenschaften zu Flüchtlingen oder der Arbeit als Mentor in bestimmten Bereichen wird nicht nur das Leben der Einwanderer erleichtert, die Jugendlichen selber erkennen den Wert von freiwilliger Hilfeleistung und Unterstützung und entwickeln ihre sozialen Kompetenzen stark weiter. Die Auseinandersetzung mit fremden Menschen, Sprachen und Kulturen kann sich hier als großer Gewinn herausstellen und der Jugend eine andere Sichtweise auf die Welt eröffnen. Gleichzeitig kann der Austausch mit den Flüchtlingen über deren Situation in ihrem Heimatland die Jugendlichen über das Weltgeschehen aufklären und besonders vor Augen führen, in welchen Umständen sie im Gegensatz aufwachsen. Der Austausch von Einwanderern und Einheimischen ist ausschlaggebend „für eine erfolgreiche Integration in Deutschland […] [und kann] auch in die Zukunft gerichtet noch über Generationen hinweg seine Wirkung entfalten […]“[30].

[...]


[1] Rauschenbach (2009): 3

[2] Bauer (1991): 11

[3] Nach Pierre Bourdieu wird die jeweilige Klassenzugehörigkeit innerhalb der Gesellschaft durch das konvertierbare soziale, ökonomische und kulturelle Kapital eines Einzelnen bestimmt.

[4] www.gesetze-im-internet.de/sgb_8 (24.01.17)

[5] Bauer (1991): 8

[6] Böhnisch/Münchmeier (1999): 221

[7] Ebd.: 221 f.

[8] Ebd.: 223

[9] Ebd.

[10] Ebd.: 224 f.

[11] Ebd.: 226

[12] Bauer (1991): 38

[13] Deinet/Sturzenhecker (1998): 22

[14] Ebd.: 23

[15] Ebd.: 13

[16] www.gesetze-im-internet.de/sgb_8 (23.02.17)

[17] Rauschenbach (2009): 185

[18] Deinet/Sturzenhecker (1998):14

[19] Linßer (2011): 9

[20] Vgl. ebd.

[21] Vgl. Amt für Kinder, Jugendliche und Familie (2015): 8

[22] Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (2015): 12

[23] Ebd.

[24] Ebd.

[25] Böhnisch/Münchmeier (1999): 226

[26] The UN Refugee Agency (1954): 6

[27] Lpb (2016): 66

[28] Ebd.

[29] Lpb (2016): 67

[30] Ebd.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Entwicklung, Konzept und Thematik von außerschulischer Jugendarbeit
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
13
Katalognummer
V368336
ISBN (eBook)
9783668466913
ISBN (Buch)
9783668466920
Dateigröße
1216 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendarbeit, außerschulische Jugendarbeit, Integration, Jugendliche
Arbeit zitieren
Luisa Wittenbrink (Autor), 2017, Entwicklung, Konzept und Thematik von außerschulischer Jugendarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368336

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