Diese Hausarbeit zeigt auf, wie Märchen, als wichtige Gattung, in den Deutschunterricht eingebettet werden können. Dabei wird vom traditionellen Aufsatzunterricht Abstand gehalten und das Kreative Schreiben in den Vordergrund gestellt. Zunächst wird der Begriff "Märchen" operationalisiert und von den benachbarten Gattungen abgegrenzt. Anschließend werden die Eigenschaften eines Volksmärchens erarbeitet. Diese Punkte sind auch später im Unterricht wichtig, da Märchen als kreativer Schreibanlass nur dann möglich sind, wenn die Kinder sich mit der Gattung auskennen, sie von anderen Gattungen unterscheiden können und deren Wesenszüge kennen.
Im Anschluss wird das gegenwärtige Interesse an Märchen erarbeitet, um klar zu machen, wieso Märchen im heutigen Unterricht noch ihren Platz finden sollten. Daraufhin folgt der Übergang zum Begriff des Kreativen Schreibens. Dort wird er im Allgemeinen und als didaktisches Mittel operationalisiert. Es folgt der Punkt zum Bildungsplan 2016. Darin wird festgehalten, inwieweit die Textproduktion im Bildungsplan verankert ist. Dies verdeutlicht, dass das Kreative Schreiben ein Mittel sein kann, durch das die Kinder die angestrebten Kompetenzen des Bildungsplans erwerben können. Abschließend wurden drei eigene Ideen erarbeitet, wie Märchen als kreativer Schreibanlass im Unterricht eingesetzt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärung Märchen
3. Abgrenzung zu benachbarten Gattungen
4. Eigenschaften eines Volksmärchens
6. Gegenwärtiges Interesse an Märchen
7. Kreatives Schreiben
8. Bildungsplan 2016
9. Märchen als kreativer Schreibanlass im Deutschunterricht
9.1. Märchen fortsetzen
9.2. Märchen schreiben durch Überschriften
9.3. Märchen schreiben durch Stichwortkatalog
10. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Märchen effektiv als kreativer Schreibanlass in den Deutschunterricht der Grundschule eingebettet werden können, um vom traditionellen Aufsatzunterricht hin zu einer motivierenden, schülerorientierten Textproduktion zu gelangen.
- Grundlegende Begriffsbestimmung und Abgrenzung des Märchens zu anderen Gattungen wie Sage, Legende und Fabel.
- Analyse der charakteristischen Wesenszüge und Eigenschaften des Volksmärchens.
- Bedeutung von Märchen für die kindliche Entwicklung und ihre Verankerung im Bildungsplan 2016.
- Konkrete didaktische Methoden zur Förderung des Kreativen Schreibens durch Märchenimpulse.
Auszug aus dem Buch
4. Eigenschaften eines Volksmärchens
„Die Gattung Märchen hat ihren eigenen Stil, der durch die individuellen und nationalen Besonderheiten des Erzählens hindurchleuchtet und von dem ein guter Teil der Faszinationskraft des Märchens ausgeht“ (Lüthi 2008, S. 39).
Die Anfangsformel „Es war einmal“ ist ein äußerst bekanntes stilistisches Mittel des Märchens. Laut Lüthi betont sie jedoch nicht die Vergangenheit des Erzählens, sondern dass Dinge die einmal passiert sind, die Tendenz haben immer wiederzukommen (vgl. Lüthi 2008, S. 39).
Das Volksmärchen beschäftigt sich thematisch im Allgemeinen mit Schwierigkeiten und ihrer Bewältigung. Jeweils im Gegensatz zueinander stehen der Kampf und der Sieg und die Aufgabe und ihre Lösung. Ebenfalls charakteristisch ist es, dass Märchen immer ein gutes Ende finden (vgl. Lüthi 2004, S. 25f.). Weitere Themen sind Intrigen und Hilfe, Schädigung und Heilung, Mord/Gefangensetzung/Vergewaltigung und Erlösung, sowie Befreiung, Rettung, Werbung und Vermählung. Besonders einprägend ist der Sieg des Kleinen und Schwachen über das Große und Mächtige. Widersprüchlichkeiten sind im Märchen selbstverständlich und werden kaum mehr als solche empfunden (vgl. ebd.). Extreme und Kontraste, wie grässliche Strafen und wundervolle Belohnungen, das Gute und das Böse oder die Schönheit und das Hässliche, sind immer zu finden (vgl. Lüthi 2008, S. 42).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit begründet die pädagogische Relevanz von Märchen für Kinder und stellt das Konzept des Kreativen Schreibens als methodischen Schwerpunkt vor.
2. Begriffsklärung Märchen: Dieses Kapitel definiert den Märchenbegriff historisch und unterscheidet zwischen Volksmärchen und Kunstmärchen.
3. Abgrenzung zu benachbarten Gattungen: Hier werden die Unterschiede zwischen Märchen, Sagen, Legenden, Mythen und Fabeln hinsichtlich ihres Wirklichkeitsbezugs und ihrer Intention herausgearbeitet.
4. Eigenschaften eines Volksmärchens: Das Kapitel analysiert stilistische und inhaltliche Konstanten wie die Typisierung von Figuren, den Handlungsaufbau und die Verwendung von Kontrasten.
6. Gegenwärtiges Interesse an Märchen: Der Autor erörtert, warum Märchen weiterhin essenziell für die kindliche psychische Entwicklung und die Förderung des Sprachvermögens sind.
7. Kreatives Schreiben: Es wird geklärt, welche didaktischen Prinzipien (Irritation, Expression, Imagination) dem Kreativen Schreiben zugrunde liegen und wie diese zur individuellen Entfaltung beitragen.
8. Bildungsplan 2016: Dieses Kapitel prüft, inwieweit die Kompetenz der Textproduktion und Schreibanlässe im aktuellen Bildungsplan verankert sind.
9. Märchen als kreativer Schreibanlass im Deutschunterricht: Die Arbeit stellt praktische Unterrichtsideen vor, wie Kinder durch das Fortsetzen von Märchen oder gezielte Impulsaufgaben zum Schreiben motiviert werden können.
10. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Effektivität des Kreativen Schreibens als Brücke zur Kompetenzentwicklung bestätigt.
Schlüsselwörter
Märchen, Volksmärchen, Kreatives Schreiben, Deutschunterricht, Grundschule, Didaktik, Bildungsplan, Schreibkompetenz, Textproduktion, Ideensammlung, Erzählgattung, Märchenmerkmale, Schülerorientierung, Schreibanlass.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von Volksmärchen in den Deutschunterricht, um Lernende durch kreative Schreibmethoden zu motivieren.
Welche Themenfelder stehen dabei im Mittelpunkt?
Zentral sind die Gattungslehre, psychologische Aspekte der Märchenrezeption, didaktische Grundlagen des Kreativen Schreibens und die praktische Umsetzung im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Märchen als kreative Schreibanlässe genutzt werden können, um Schreibkompetenzen außerhalb traditioneller Aufsatzformen zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf Fachliteratur zur Märchenforschung, Didaktik und psychologischen Ansätzen basiert, ergänzt um eigene unterrichtspraktische Konzepte.
Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Märchens und des Kreativen Schreibens sowie die konkrete Anwendung im Unterricht, etwa durch das Weitererzählen oder die Nutzung von Stichwortkatalogen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Märchen, Kreatives Schreiben, Schreibanlass und Didaktik definieren.
Warum wird im Kreativen Schreiben eine „Ideensammlung“ empfohlen?
Die Ideensammlung dient als Brücke, um zu verhindern, dass Schülerinnen und Schüler sich planlos an die Aufgabe machen und dabei die essenziellen Märchenmerkmale vernachlässigen.
Wie unterscheidet sich das Kreative Schreiben vom Freien Schreiben im Kontext dieser Arbeit?
Während das Freie Schreiben völlig ungebunden ist, nutzt das Kreative Schreiben gezielte, arrangierte Schreibimpulse, um kreative Prozesse bei Kindern gezielt anzustoßen und zu strukturieren.
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- Marie-Claire Lahuerta Casañ (Autor), 2017, Märchen als kreativer Schreibanlass im Deutschunterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368383