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Genuszuweisungsregeln in der Fach- und Populärliteratur

Titel: Genuszuweisungsregeln in der Fach- und Populärliteratur

Hausarbeit , 2017 , 16 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Jan Sternberg (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit der großen Anzahl an Entlehnungen im Deutschen aus den unterschiedlichsten Fremdsprachen haben sich sprachliche Mechanismen entwickelt, die die Geschlechtsbestimmung regulieren. In dieser Arbeit sollen zunächst die Besonderheiten der Genuszuordnung kurz erläutert werden und im Anschluss die sprachlichen Prinzipien und Regeln des deutschen Genussystems, die die Genusbestimmung der Anglizismen regulieren, vorgestellt werden. Abschließend sollen die von der Sprachkritik vorgeschlagenen Regeln zur Genuszuordnung bei Anglizismen untersucht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Besonderheiten der Genuszuweisung bei Fremdwörtern

3. Kriterien zur Genuszuweisung

3.1. Das deutsche Genussystem

3.1.1. Semantische Zuweisungsregeln

3.1.2. Formale Zuweisungsregeln

3.1.2.1. Morphologische Zuweisungsregeln

3.1.2.2. Phonologische Zuweisungsregeln

3.2. Englische Zuweisungregeln

4. Genuszuweisung in der Populärliteratur

4.1. Bastian Sick

4.2. Frankreich-Fan Blog

4.3. Sprachschach Blog

5. Zusammenfassung

6. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Prinzipien der Genuszuweisung bei Fremdwörtern im Deutschen. Dabei steht die Gegenüberstellung wissenschaftlicher Kriterien mit den Ansätzen in der Populärliteratur (Bastian Sick und diverse Sprachblogs) im Fokus, um zu prüfen, wie Fremdwörter in das deutsche Genussystem integriert werden.

  • Grammatische und semantische Grundlagen der Genuszuweisung im Deutschen.
  • Besonderheiten bei der Integration von Anglizismen und anderen Fremdwörtern.
  • Vergleich zwischen wissenschaftlicher Theorie und populärwissenschaftlichen Empfehlungen.
  • Analyse der Genusschwankungen bei Begriffen wie "der oder das Blog".

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Semantische Zuweisungsregeln

Die semantischen Zuweisungsregeln im Deutschen sind nach Chan das natürliche Geschlechtsprinzip, das generische Genusprinzip, das semantische Klassenprinzip und das Leitwortprinzip. Chan bezeichnet das natürliche Geschlechtsprinzip als die im Deutschen wichtigste Zuweisungsregel (Chan 2005: 41). Dabei wird ein Substantiv nach dem biologischen Geschlecht seines Referenten in der Zielsprache in die entsprechende Genusklasse eingeordnet. Diese Zuweisungsregel findet ausschließlich bei Personenbezeichnungen und Tiernamen Anwendung. Männlichen Personen und Tieren wird nach dieser Regel Maskulin, weiblichen Individuen Feminin und jungen Personen und Tieren Neutrum zugeordnet. Ausnahmen bilden hier Pejorative bei der Bezeichnung von Menschen (das Weib, die Tunte) aber auch wirtschaftlich unbedeutende und nicht domestizierte Tiere (das Gnu, der Adler, die Maus).

Das generische Genusprinzip klassifiziert Subjekte nach ihrem Verhalten unabhängig ihres natürlichen Geschlechts. Es werden demnach keine männlichen Personen bezeichnet, sondern ausschließlich Subjekte eines Verhaltens (der Mensch, der Zuschauer, der Arzt) (Brinkmann 1971: 19). Nur wenn die weiblichen Varianten bezeichnet werden, drücken diese Substantive ausdrücklich ihr natürliches Geschlecht aus (der Arzt – die Ärztin). In jüngerer Zeit gibt es aber Tendenzen, das generische Genusprinzip zu neutralisieren. So bei der Bezeichnung von Schülern als „Schülerinnen und Schüler“ oder mit Binnenmajuskeln wie bei „StudentInnen“.

Im semantischen Klassenprinzip erhalten Substantive das Genus entsprechend ihrer semantischen Klasse, wenn es in Bezug auf seinen semantischen Inhalt in diese Klasse einzuordnen ist (Zahlen – Feminin, Wortarten – Neutrum). Allerdings zeigen die häufigen Ausnahmen, dass sich das semantische Klassenprinzip gerade gegen die morphologischen Regeln häufig nicht durchsetzen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die wachsende Bedeutung von Substantiven im Deutschen durch Entlehnungen und identifiziert das Problem der Genuszuweisung bei Anglizismen.

2. Besonderheiten der Genuszuweisung bei Fremdwörtern: Dieses Kapitel stellt spezifische Sonderregeln wie das Prinzip des semantischen Äquivalents und das Defaultgenus für integrierte Fremdwörter vor.

3. Kriterien zur Genuszuweisung: Es erfolgt eine detaillierte Aufarbeitung der deutschen Genusklassifikationssysteme, unterteilt in semantische, morphologische und phonologische Regeln.

4. Genuszuweisung in der Populärliteratur: Untersuchung populärer Quellen, die Empfehlungen zur Genuswahl geben, wie Bastian Sicks "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" und verschiedene Fachblogs.

5. Zusammenfassung: Ein Rückblick auf die Analyseergebnisse, der die Vereinfachung der Regeln in populären Texten hervorhebt.

6. Fazit: Die abschließende kritische Bewertung, dass populärwissenschaftliche Ansätze zwar hilfreich sein können, aber oft hinter der wissenschaftlichen Komplexität zurückbleiben.

Schlüsselwörter

Genuszuweisung, Fremdwörter, Anglizismen, Genussystem, semantisches Äquivalent, morphologische Regeln, phonologische Regeln, Bastian Sick, Genusschwankung, Sprachkritik, Genusintegration, Deutsch, Grammatik, Substantive, Wortbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie das deutsche Genussystem mit Fremdwörtern – insbesondere Anglizismen – umgeht und wie die Genuszuweisung für diese Wörter bestimmt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die wissenschaftlichen Kriterien der Genusbestimmung sowie die Art und Weise, wie populärwissenschaftliche Autoren und Blogs dieses komplexe Thema für die Öffentlichkeit aufbereiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die wissenschaftlichen Regeln der Genusintegration mit den häufig vereinfachten, teilweise inkonsequenten Methoden der Populärliteratur zu vergleichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die Fachliteratur zur Genusintegration (z.B. von Chan) mit populärwissenschaftlichen Beiträgen in einen methodischen Vergleich setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der wissenschaftlichen Genusregeln (semantisch, morphologisch, phonologisch) und eine detaillierte Analyse der von Bastian Sick und Blogautoren vorgeschlagenen Genusprinzipien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Genuszuweisung, Fremdwörter, Anglizismen, Genussystem, Sprachkritik und Genusintegration sind die prägenden Begriffe.

Inwiefern unterscheidet sich die wissenschaftliche Sicht von Bastian Sicks Ansatz?

Wissenschaftliche Ansätze berücksichtigen ein komplexes Zusammenspiel von semantischen, morphologischen und phonologischen Regeln, während Bastian Sick eher informelle, teils ironische oder "pendantische" Prinzipien wie das semantische Äquivalent bevorzugt.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die untersuchten Blogs?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Blogs zwar eine niederschwellige Hilfe bieten, aber oft fachliche Begriffe falsch verwenden und komplexe Zusammenhänge aufgrund von Vereinfachungen vernachlässigen.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Genuszuweisungsregeln in der Fach- und Populärliteratur
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Germanistisches Seminar)
Veranstaltung
Geschichte und Thema der Sprachkritik
Note
2,0
Autor
Jan Sternberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V368423
ISBN (eBook)
9783668468962
ISBN (Buch)
9783668468979
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprachdidaktik Sprachkritik Fremdwörter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jan Sternberg (Autor:in), 2017, Genuszuweisungsregeln in der Fach- und Populärliteratur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368423
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Leseprobe aus  16  Seiten
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