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Scheiden tut weh - Folgen von Scheidung und Trennung für Kinder und Eltern

Title: Scheiden tut weh - Folgen von Scheidung und Trennung für Kinder und Eltern

Seminar Paper , 2004 , 11 Pages , Grade: bestanden

Autor:in: Sophia Gerber (Author)

Psychology - Developmental Psychology
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Jährlich sind fast 150.000 Kinder in Deutschland von einer Scheidung betroffen; 1,7 Millionen Kinder leben mit nur einem Elternteil zusammen (cf. ). Für die Kinder bedeutet das, Übergänge von einer Familienform in eine andere bewältigen zu müssen, die mit weitreichenden Veränderungen in ihrem Leben verbunden sind. Für die Eltern stellt die Trennung bzw. Scheidung oftmals die Lösung ihrer Partnerprobleme dar und eröffnet neue Perspektiven der Lebensgestaltung. Im Folgenden soll die Frage erörtert werden, wie sich eine Familientrennung als kritisches Lebensereignis auf die einzelnen Familienmitglieder auswirken kann und welche Aufgaben mit ihr verbunden sind. Dabei sollen sowohl die Perspektive der Kinder und Jugendlichen als auch die der Eltern berücksichtigt und die jeweiligen Reaktionen, positiven und negativen, kurzfristigen und langfristigen Folgen sowie die jeweiligen scheidungsbezogenen Entwicklungsaufgaben dargestellt werden. Hierbei werden aktuelle Forschungen zur Entwicklungs- und Familienpsychologie verschiedener Autoren herangezogen, wie von Renate Niesel, Wilfried Griebel, Wassilios E. Fthenakis, Peter Strunk, Gerd Oberndorfer und Sabine Walper. Abschließend sollen die Ergebnisse resümiert und ein Ausblick auch hinsichtlich der Hilfemöglichkeiten in Trennungs- und Scheidungssituationen gegeben werden.

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Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Trennung und Scheidung aus der Perspektive der Kinder und Jugendlichen

1.1 Mögliche Reaktionen und Folgen

1.2 Scheidungsbezogene Aufgaben

2. Trennung und Scheidung aus der Perspektive der Eltern

2.1 Mögliche Reaktionen und Folgen

2.2 Scheidungsbezogene Aufgaben

3. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Trennung und Scheidung als kritisches Lebensereignis und analysiert deren Auswirkungen auf die verschiedenen Familienmitglieder. Ziel ist es, die spezifischen Reaktionen sowie die damit verbundenen Entwicklungsaufgaben von Kindern, Jugendlichen und Eltern darzustellen und dabei Möglichkeiten der Unterstützung zu beleuchten.

  • Psychologische Auswirkungen von Scheidung auf Kinder in unterschiedlichen Altersstufen
  • Differenzierung der Folgen zwischen Eltern und Kindern
  • Scheidungsbezogene Entwicklungsaufgaben in verschiedenen Lebensbereichen
  • Bedeutung der elterlichen Unterstützung und Bewältigungsstrategien

Auszug aus dem Buch

1.1 Mögliche Reaktionen und Folgen

Schon vor der eigentlichen Scheidung befinden sich die Kinder in einer Situation der Verunsicherung, weil ihnen selten erklärt wird, worum es eigentlich geht beim elterlichen Konflikt. Sie fühlen sich in ihren Bedürfnisse unbeachtet und gerade zu Beginn der Scheidung vernachlässigt, wenn die Eltern mit den finanziellen und rechtlichen Regelungen beschäftigt sind (cf. Walper 52002, 819). Kinder erleben eine Scheidung immer zunächst als Zusammenbruch der Familie und zeigen auf diese Trennung altersspezifische auffällige Reaktionen (cf. Oberndorfer 1996, 35ff.):

v Klein- und Vorschulalter (2 bis 6 Jahre): Die Kinder haben vor allem Angst, im Stich gelassen zu werden. Wegen ihrer Abhängigkeit, ihrer Ängste, ihrem begrenzten Verständnis für familiäre Veränderungen und ihrer Unfähigkeit sich selbst zu trösten, reagieren Kinder im Vorschulalter am heftigsten: auffällige Rückschritte in der Sauberkeitserziehung, Daumenlutschen, verstärkte Irritiertheit, Weinen, akute Trennungsängste, gesteigerte Aggressivität und Trotz, aber auch Angst vor Aggressionen der Erwachsenen. Ältere Vorschulkinder (5 bis 6 Jahre) äußern stärker ihre Gefühle der Trauer und Wünsche nach Rückkehr des Vaters;

v Erste Schuljahre (7 und 8 Jahre): Kinder dieser Altersgruppe entwickeln starke Gefühle des Verlustes und fühlen sich zurückgewiesen. Sie weinen und sind launisch, fühlen sich innerlich leer und können sich schlecht konzentrieren. Bei fast der Hälfte kommt es vorübergehend zu einem Abfallen der schulischen Leistungen. Da die Kinder in diesem Alter die Scheidung als Kampf empfinden, fühlen sie sich für die Trennung verantwortlich und zur Parteinahme verpflichtet, was Loyalitätskonflikte zur Folge hat;

v Spätere Schuljahre (9 bis 12 Jahre): In diesem Alter zeigt sich oft Wut auf die Eltern, aber die Kinder machen sich auch Sorgen. Sie scheinen nach außen hin mutiger, aktiver und gelassener. Es entstehen aber oft Überforderungen, die sich auch in körperlichen Beschwerden wie Bauch- und Kopfschmerzen niederschlagen;

v Jugendliche (13 bis 18 Jahre): Sie erleben ihre Eltern eher als unabhängige Persönlichkeiten und können ihre Beziehung von der ihrer Eltern trennen. Doch auch sie drücken deutlich Zorn und Trauer aus ebenso wie Schmerz- und Schamgefühle. Sie können sich verlassen und betrogen fühlen und Ängste äußern, die Fehler der Eltern zu wiederholen. Die Angst, Beziehungen einzugehen, kann bis ins Erwachsenenalter hineinreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ausmaß der Scheidungsproblematik in Deutschland und stellt die Forschungsfrage zur psychologischen Auswirkung auf die Familienmitglieder.

1. Trennung und Scheidung aus der Perspektive der Kinder und Jugendlichen: Dieses Kapitel erläutert altersspezifische Reaktionen auf die Trennung und definiert die vielfältigen Anpassungsaufgaben, die Kinder in verschiedenen Lebensbereichen bewältigen müssen.

2. Trennung und Scheidung aus der Perspektive der Eltern: Hier werden die Reaktionen und Folgen der Scheidung für die Eltern analysiert sowie die neuen Anforderungen an ihre Partner- und Elternrolle dargelegt.

3. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit kindgerechter Unterstützung und professioneller Beratung zur Bewältigung der Scheidungskrise.

Schlüsselwörter

Trennung, Scheidung, Familienpsychologie, Entwicklungspsychologie, Scheidungskinder, Elternrolle, Bewältigungsstrategien, Entwicklungsaufgaben, Parentifizierung, Krisenbewältigung, Familienberatung, Kindeswohl, Scheidungsfolgen, Emotionale Belastung, Nachscheidungsfamilie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die psychologischen und sozialen Folgen von Trennung und Scheidung auf Kinder sowie Eltern und analysiert, welche Entwicklungsaufgaben durch diese Lebensveränderung entstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Perspektive der Kinder in verschiedenen Altersstufen, den emotionalen Auswirkungen, der elterlichen Rollenfindung nach der Scheidung und den notwendigen Hilfsangeboten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie eine Familientrennung als kritisches Ereignis auf die Mitglieder wirkt und welche spezifischen Herausforderungen dabei bewältigt werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller entwicklungspsychologischer Forschung renommierter Autoren wie Fthenakis, Niesel und Walper.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Perspektive der Kinder und Jugendlichen sowie der Perspektive der Eltern, wobei jeweils mögliche Reaktionen und konkrete Aufgabenbereiche (psychisch, juristisch, ökonomisch etc.) dargestellt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Scheidungsfolgen, Entwicklungsaufgaben, Nachscheidungsfamilie, emotionale Belastung und pädagogisch-psychologische Unterstützung.

Wie unterscheiden sich die Reaktionen bei Jungen und Mädchen?

Die Arbeit führt aus, dass Jungen eher externalisiertes Problemverhalten wie Aggressionen zeigen, während Mädchen dazu neigen, Belastungen zu internalisieren, beispielsweise durch überangepasstes Leistungsverhalten.

Was bedeutet der Begriff "Parentifizierung" im Kontext der Scheidung?

Parentifizierung bezeichnet eine Rollenumkehr, bei der das Kind versucht, die Rolle eines Partners, Trösters oder Helfers für die Eltern zu übernehmen, was es zu vermeiden gilt.

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Details

Title
Scheiden tut weh - Folgen von Scheidung und Trennung für Kinder und Eltern
College
University of Rostock
Grade
bestanden
Author
Sophia Gerber (Author)
Publication Year
2004
Pages
11
Catalog Number
V36843
ISBN (eBook)
9783638363631
Language
German
Tags
Scheiden Folgen Scheidung Trennung Kinder Eltern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sophia Gerber (Author), 2004, Scheiden tut weh - Folgen von Scheidung und Trennung für Kinder und Eltern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36843
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