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Die Unterscheidung zwischen Traum und Wirklichkeit in Daniel Kehlmanns Werk am Beispiel von "Beerholms Vorstellung", "Bankraub" und "Mahlers Zeit"

Título: Die Unterscheidung zwischen Traum und Wirklichkeit in Daniel Kehlmanns Werk am Beispiel von "Beerholms Vorstellung", "Bankraub" und "Mahlers Zeit"

Tesis de Maestría , 2014 , 94 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Magistra Artium Kristin Freter (Autor)

Didáctica de la asignatura Alemán - Literatura, Obras
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Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen die frühen Veröffentlichungen Kehlmanns, Beerholms Vorstellung (1997), Bankraub (1998) und Mahlers Zeit (1999).
Die Beschränkung auf Kehlmanns Frühwerk ist dessen Thematik geschuldet – auch wenn sich das Traummotiv durch all seine Werke zieht, spielt es besonders in den Jahren vor der Jahrtausendwende eine vorherrschende Rolle. Gemeinsam ist den hier vorgestellten Werken, dass sie keine eindeutige Auslegung zulassen. Kehlmanns Umgang mit der Traum-Wirklichkeits-Thematik entspricht insofern einer postmodernen Ästhetik, als dass er keinen Anspruch auf „so etwas wie [eine] verbindliche Wahrheit oder einen Zugriff auf authentische Realität […]“ erhebt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Traumwirklichkeiten als Genremerkmal

1.1 TRÄUMEN UND SCHREIBEN

1.2 KEHLMANNS GEBROCHENER REALISMUS

2. Gesteuerte Träume – Beerholms Vorstellung (1997)

2.1 SEMANTISCHE VERKNÜPFUNGEN DES WORTFELDES TRAUM

2.1.1 Geträumtes Leben

2.1.2 Der Traum als Quelle der Unsicherheit

2.2 MARKIERUNGEN DES TRAUMZUSTANDS

2.2.1 Semantische Markierungen

2.2.2 Komische Markierungen

2.3 BEERHOLMS RINGEN UM WIRKLICHKEIT

2.3.1 Vernunft

2.3.2 Anstrengung und Willenskraft

2.4 UNGEWISSHEIT ALS EINZIGE GEWISSHEIT

3. Antithetische Differenzen – Bankraub (1998)

3.1 SEMANTISCHE MARKIERUNGEN VON WIRKLICHKEIT

3.1.1 Das Gegensatzpaar Literatur und Arbeit

3.1.2 Transfer

3.2 WIRKLICHKEITSKONSTRUKTIONEN

3.3 SEMANTISCHE MARKIERUNGEN DER TRAUMSPHÄRE

4. Mahlers Traum – Mahlers Zeit (1999)

4.1 HALBSCHLAF ALS ZWISCHENFORM

4.1.1 Das Leben ein Traum – Der Traum eine Zeitmaschine?

4.1.2 Gedankenfluchten in Tagträumereien

4.2 DAS KOHÄRENZKRITERIUM

4.3 DER PROPHETISCHE TRAUM

4.4 DER TRAUM ALS SUBJEKT

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Traum und Wirklichkeit im Frühwerk von Daniel Kehlmann. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse, wie die Grenze zwischen diesen beiden Zuständen narrativ durchlässig gestaltet wird und inwiefern dies eine zentrale postmoderne Ästhetik des Autors darstellt.

  • Die Funktion des Traummotivs im Frühwerk Kehlmanns.
  • Narrative Strategien zur Verschleierung von Realitätsebenen.
  • Die Rolle der (Selbst-)Täuschung und des Spiels mit der Identität.
  • Das Konzept des "Gebrochenen Realismus" und dessen philosophische Fundierung.
  • Der Umgang mit dem "Kohärenzkriterium" als Unterscheidungsmerkmal.

Auszug aus dem Buch

2. Gesteuerte Träume – Beerholms Vorstellung (1997)

In seinem Aufsatz Der Dichter und das Phantasieren bezeichnet Freud diejenigen Dichter, „die ihre Stoffe frei zu schaffen scheinen“, als „Träumer am hellichten Tag“ und vergleicht ihre „Schöpfungen mit Tagträumen.“ Auch wenn man dieser Deutung Freuds nicht zustimmt, lässt sich konstatieren, dass sich diese Doppelrolle in potenzierter Form in der Figur des Beerholm wiederfindet: So ist Arthur Beerholm in erster Instanz eine vom eigentlichen Autor eingesetzte Autorfigur, da Beerholm seine Lebensgeschichte zu Papier bringt. Gleichzeitig fungiert er als homodiegetischer Erzähler, der die Binnenhandlung aus seiner Perspektive berichtet. Überdies ist Beerholm aber auch ein träumender Erzähler, denn der eigentliche Plot beginnt erst von dem Moment an, an dem er berichtet, wie er sich am Abend vor seiner Abiturprüfung mit Fantasien von seiner Studienzeit abzulenken versucht und dabei vom Schlaf überschwemmt wird.

Da die Orte und Figuren, die er sich beim Einschlafen vorstellt, von nun an tragende Rollen in seinem Werdegang spielen, ist anzunehmen, dass der Leser einer langen Traumerzählung Beerholms folgt – nur scheinen Ursache und Wirkung der Geschehnisse im Laufe der Handlung ihre Seiten zu wechseln, denn paradoxerweise ist die Wachwirklichkeit des Protagonisten bereits in der Rahmenhandlung vom Traum eingeholt worden, da diese die Ausgangssituation des rückblickend erzählenden Beerholms konstituiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Traumwirklichkeiten als Genremerkmal: Dieses Kapitel verortet das Traummotiv in der Literaturgeschichte und führt in Kehlmanns spezifische Ausgestaltung des "Gebrochenen Realismus" ein.

2. Gesteuerte Träume – Beerholms Vorstellung (1997): Die Analyse zeigt, wie Beerholm durch aktive Traumgestaltung seine Wirklichkeit manipuliert und warum der Leser zwischen Fiktion und Realität im Unklaren gelassen wird.

3. Antithetische Differenzen – Bankraub (1998): Hier wird untersucht, wie die Kurzgeschichte den Kontrast zwischen der monotonen Alltagswirklichkeit und der durch literarische Einflüsse initiierten Traumsphäre semantisch konstruiert.

4. Mahlers Traum – Mahlers Zeit (1999): Dieses Kapitel beleuchtet, wie der Protagonist durch seine wissenschaftliche Arbeit und psychische Disposition Zeitstrukturen im Schlaf aufhebt und das Träumen zu einer bedrohlichen, eigenständigen Kraft wird.

Schlüsselwörter

Traum, Wirklichkeit, Daniel Kehlmann, Beerholms Vorstellung, Bankraub, Mahlers Zeit, Postmoderne, Gebrochener Realismus, Erzählstruktur, Identität, Imagination, Wahrnehmung, Schopenhauer, Fiktion, Metalepse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung und Funktion von Traum und Wirklichkeit im frühen erzählerischen Werk von Daniel Kehlmann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Verschränkung von Realität und Fiktion, der Umgang mit Wahrnehmung sowie die Rolle des Erzählens als Konstruktionsakt.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kehlmann durch die Durchlässigkeit der Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit eine spezifische Ästhetik schafft, die den Leser permanent in einem Zustand der Ungewissheit belässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die textnahe Interpretationen mit poetologischen und philosophischen Bezügen (z. B. zu Schopenhauer oder Platon) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil ist in drei Kapitel gegliedert, die jeweils die Werke "Beerholms Vorstellung", "Bankraub" und "Mahlers Zeit" auf ihre spezifische Traum-Wirklichkeits-Thematik hin untersuchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Traum, Wirklichkeit, Gebrochener Realismus, Identitätsspaltung und narrative Metalepse.

Warum wird Beerholm als "träumender Erzähler" bezeichnet?

Beerholm fungiert sowohl als Protagonist, der seine Geschichte aktiv imaginiert, als auch als erzählende Instanz, die diese Traumerlebnisse schriftlich fixiert und somit Wirklichkeit konstruiert.

Welche Rolle spielt der "Riss im Bewusstsein" in "Mahlers Zeit"?

Der Riss markiert den Übergang zwischen Wachen und Schlafen und steht symbolisch für die psychische Spaltung des Protagonisten sowie für das Eindringen traumatischer Kindheitserinnerungen in die Realität.

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Detalles

Título
Die Unterscheidung zwischen Traum und Wirklichkeit in Daniel Kehlmanns Werk am Beispiel von "Beerholms Vorstellung", "Bankraub" und "Mahlers Zeit"
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz  (05)
Calificación
1,3
Autor
Magistra Artium Kristin Freter (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
94
No. de catálogo
V368572
ISBN (Ebook)
9783668471412
ISBN (Libro)
9783668471429
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kehlmann Magischer Realismus Beerholms Vorstellung Ich und Kaminski Der fernste Ort Unter der Sonne Diese sehr ernsten Scherze Mahlers Zeit Ironie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Magistra Artium Kristin Freter (Autor), 2014, Die Unterscheidung zwischen Traum und Wirklichkeit in Daniel Kehlmanns Werk am Beispiel von "Beerholms Vorstellung", "Bankraub" und "Mahlers Zeit", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368572
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