Teamentwicklung als Methode der Personalentwicklung


Hausarbeit, 2016

26 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Abbildungsverzeichnis

2. Einleitung

3. Begrifflichkeiten und Theorien
3.1 Gruppe und Team
3.2 Definition Teamentwicklung als Maßnahme der Personalentwicklung
4. Moderation von Teamentwicklung
4.1 Moderationsziele
4.2 Moderationsmethodik

5. Teamrollen nach Belbin
5.1 Sachorientierte Typen
5.2 Handlungsorientierte Typen
5.3 Kommunikationsorientierte Typen

6. Das Phasenmodell von Tuckmann
6.1 Forming
6.2 Storming
6.3 Norming
6.4 Performing
6.5 Adjourning

7. Reflektion eigener Erfahrungen mit Teamentwicklung
7.1 Hintergrund
7.2 Tuckmann in Bezug auf die militärische Ausbildung

8. Abschlussworte

9. Literaturverzeichnis

1. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Moderationszyklus In Anlehnung vgl. Lernplattform, Thema 11, Grundlagen der Moderation, S.12

Abb. 2: Fünf - Phasen nach Tuckmann Lernplattform, Thema 7, Teamphasen nach Tuckmann

2. Einleitung

Schon vor tausenden von Jahren begann das Konzept einer Teamentwicklung. Wenn dies auch unbewusst und ohne wissenschaftlichen Hintergrund geschah, war dies unabdinglich. Menschen schlossen sich in Kollektiven zusammen, um zu jagen. Schon zu jeder Zeit merkten die Menschen, dass durch ihren Zusammenschluss die Lösung von Problemen einfacher wurde. Hier die Lösung des Nahrungsproblems.

Man kann sagen, dass die Bildung von Teams als ein Teil der Evolutionsgeschichte gesehen werden kann. Nicht nur aus dem Hintergrund der Nahrungsbeschaffung in der Steinzeit, nein auch in der jüngeren Geschichte kam dies vor. Sei es nun im Bereich der Technik, Wirtschaft oder sozialen Bereichen. Durch die Bildung von Teams wurden großartige Erfolge errungen.

Nehmen wir zum Beispiel die Mondlandung. Ohne den Zusammenschluss eines Teams wäre dies nie möglich gewesen. Techniker aus verschiedenen Bereichen arbeiteten zusammen, um genau jenes Ziel zu erreichen.

Nicht nur der berufliche Aspekt sollte betrachtet werden, auch im privaten Bereich nimmt die Teamentwicklung einen großen Teil ein. Nehmen wir nur das Beispiel eines Fußballvereins. Würde das Team nicht zusammenarbeiten wäre der Erfolg gar nicht möglich. Macht die Abwehr was sie will, landen die Bälle im eigenen Netz, ist der Sturm unkoordiniert fallen keine Tore für das eigene Team.

Natürlich lässt sich die Teamentwicklung nicht nur Mittel zu Zielerreichung stigmatisieren. Sie dient des Weiteren auch zur Persönlichkeitsentwicklung. Arbeiten wir in Teams, werden wir angeregt zu kommunizieren, aufeinander einzugehen, eigene Standpunkte vielleicht zu überdenken oder eigene Interessen zurück zu fahren. Man kann sagen es entwickelt sich ein sozialer Aspekt des „Miteinander“. Genau aus diesem Begriff des Miteinanders entwickelt sich ein „Wir-Gefühl“, das uns stärkt und genau wie oben genannt zu einer Zielerreichung führt.

In der folgenden Arbeit werde ich auf folgende Punkte eingehen:

- Die Abgrenzung der Begriffe Team und Gruppe
- Definition Teamentwicklung als Maßnahme
- Moderation von Teamentwicklungen
- Die unterschiedlichen Rollen in einem Team
- Der Ablauf und die Phasen einer Teamentwicklung
- Reflektion eigener Erfahrungen mit Teamentwicklung

3. Begrifflichkeiten und Theorien

3.1 Gruppe und Team

Die Problematik besteht oftmals, dass im Alltag die Begriffe „Team“ und „Gruppe“ synonym verwendet werden. Dabei ist man sich oftmals überhaupt nicht bewusst wie wichtig eine genaue Differenzierung hierzu ist. Denn wie König & Schattenhofer schon sagen „ Nicht jede Gruppe ist ein Team, aber jedes Team ist eine Gruppe “ 1.

In der Wissenschaft gibt es natürlich unzählige Definitionen in Bezug auf den Begriff „Team“. Thompson Leigh definiert ein Team auf folgende Weise: „ Ein Team ist eine Gruppe von Individuen, die wechselseitig voneinander abhängig und gemeinsam verantwortlich sind für das Erreichen spezifischer Ziele für ihre Organisation “ 2

An dieser Stelle sollen ein paar Aspekte aus Gruppen und Teams gegenüber gestellt werden, die den Unterschied von Gruppen und Teams etwas übersichtlicher erscheinen lassen. Auf der Internetseite der „initio Organisationsberatung“ wird dies wie folgt dargestellt. Gruppenmitglieder können beispielsweise nur aus administrativen Gründen gebildet worden sein, dabei arbeiten die Mitglieder unabhängig voneinander. Teammitglieder sind im Unterschied dazu sich ihrer Unabhängigkeit sehr wohl bewusst. Ihre persönlichen Ziele oder die gemeinsamen Ziele ihres Teams können dabei nur, beziehungsweise am besten durch gegenseitige Unterstützung erreicht werden. Oftmals ist es ebenso ein Fakt, dass bei Gruppenmitglieder keine ausreichende Identifikation mit dem zu erreichenden Ziel besteht.

Teammitglieder sind bei dieser Argumentation genau das Gegenteil. Hier herrscht sehr wohl eine Identifikation mit dem Ziel, da diese oftmals von ihnen selber mitentwickelt werden.

In Gruppen sollen alle Mitglieder tatkräftig unterstützen und Ergebnisse möglichst schnell verfügbar sein. Eine Diskussion über eventuelle Arbeitsabläufe ist hier nicht erwünscht. In Teams ist es demgegenüber wichtig, dass jedes Individuum zum Erfolg beiträgt, indem es sich auf seine Weise durch Ideen, Anregungen einbringt und diese auch gerne ausdiskutiert werden. Konflikte werden dabei gerne ausgetragen, ja sogar begrüßt. Sie dienen dabei als „… Motor für neue Ideen und Kreativität3.

Im Buch „Teamwork, Teamdiagnose und Teamentwicklung“ wird eine Definition nach Cohen und Mohrman wie folgt dargestellt:

„ Ein Team ist eine Arbeitsgruppe aus Individuen, die zusammen ein bestimmtes Produkt herstellen oder einen bestimmten Service anbieten und die sich für die Qualität dieser Leistung gegenseitig Rechenschaft ablegen. Mitglieder eines Teams haben geteilte Ziele, für deren Erreichung sie gemeinsam verantwortlich sind. Sie sind wechselseitig abhängig von der Leistung der anderen Teammitglieder. Sie beeinflussen ihre Ergebnisse durch Interaktion miteinander. “ 4

Des Weiteren wird in diesem Buch von einer „Richtlinie für effektive Teamarbeit“ gesprochen, die in sechs Punkten abgehandelt wird5:

1. Die Tätigkeit muss für das Team geeignet sein
2. Die Teammitglieder sehen sich selber als Team und das Team wird von anderen innerhalb der Organisation als Team wahrgenommen
3. Das Team hat Entscheidungsbefugnisse über die Bewältigung der Aufgaben
4. Die Teamstruktur, inklusive der Aufgaben, der Mitglieder und der Normen, muss Teamarbeit fördern.
5. Die Organisation muss die Bedürfnisse des Teams durch Routinen und Richtlinien unterstützen
6. Rückmeldung und Coaching durch Experten sind verfügbar, wenn Teammitglieder diese benötigen und fördern

Man kann also abschließend sagen, dass im Bereich eines Teams ein hohes Maß an Empathie, Identifikation mit dem Ziel und Kommunikation beziehungsweise Vernetzung der Teammitglieder untereinander von Nöten ist, um überhaupt von einem Team sprechen zu können.

3.2 Definition Teamentwicklung als Maßnahme der Personalentwicklung

Teamentwicklung als Maßnahme der Personalentwicklung ist ein Aspekt der immer mehr Anklang findet, denn Teamarbeit wird immer attraktiver.

Teamentwicklung wird in Gablers Wirtschaftslexikon auf diese Weise definiert: „ Versuch einer Arbeitsgruppe, den Transfer des Gelernten (gruppendynamisches Training) durch die Ausarbeitung konkreter Verhaltenskonsequenzen auf die betriebliche Situation hin zu fördern6.

Es ist meiner Ansicht nach unabdinglich, dass bei einer Teamentwicklung eine stützende und leitende Hand vorhanden ist, welche das Team durch die Phasen und die daraus resultierenden Schwierigkeiten führt. Man kann also sagen, Teamentwicklung beschreibt ein real zusammenarbeitendes Team mit dazugehörigen Leiter7.

Teamentwicklung in der Personalentwicklung beinhaltet die ersten Teambildungsmaßnahmen, die Begleitung der Durchführung am Arbeitsplatz, das Eingreifen bei entstehenden Krisen, welche sowohl die Arbeit, als auch das Soziale betreffen können, wenn sich daraus nicht sogar ein Abbruch der Maßnahmen ergibt oder eine Umgestaltung des kompletten Teams. Welcher Aspekt dabei immer im Vordergrund stehen sollte ist, dass es um eine Kompetenzsteigerung bei Leitung und Mitgliedern des Teams geht. Natürlich hat jede Gruppe ihre Individualität, sprich Maßnahmen beziehungsweise Teamentwicklungsmaßnahmen müssen immer auf die Gruppe situationsbedingt angepasst werden. Diese erfolgt eben genau durch den Leiter, der aufgrund seiner Erfahrung die Maßnahmen anwendet und durch diese den aktuellen Stand des Teams ermitteln kann, das weitere Vorgehen plant, Zwischen -und Hauptziele überprüfen kann und den Zusammenhalt im Team antreibt oder erneuert8.

Man sieht, wie wichtig eine Leitung durch einen Ansprechpartner ist, der ein wachendes Auge auf das Team hält und dieses unterstützt. Jenes wird immer wieder Hilfe bei der Erweiterung und Erhaltung seiner Arbeitskompetenzen benötigen.

4. Moderation von Teamentwicklung

Wie wichtig die Moderation während einer Teamentwicklung ist, wurde schon im voran gegangenen Teil angesprochen. Eine Zusammenarbeit zwischen beiden Fraktionen führt zu einem kommunikativen und produktiven Arbeitsklima. Unterstützt wird diese These durch die Definition von Moderation in Gablers Wirtschaftslexikon: „Moderation ist ein Instrument, welches die Kommunikation in Teams in der Art und Weise unterstützt und ordnet, dass die Ressourcen der Teilnehmer bestmöglich zum Einsatz kommen. Sie ist weiterhin eine Arbeits- und Darstellungstechnik, die der Moderator in Arbeitsgruppen, bei Konferenzen oder in ähnlichen Situationen einsetzt. Der Moderator bietet Hilfen methodischer Art zur Problemlösung oder auch Konfliktregelung an, ohne dabei inhaltlich Stellung zu beziehen bzw. Partei zu ergreifen“9. Edmüller beschreibt eine Moderation als „… eine systematische, strukturierte und offene Vorgehensweise, um Arbeitssitzungen … effizient vorzubereiten, zu leiten und nachzubereiten “ 10.

Optimaler Weise bringt ein Moderator folgende Eigenschaften mit. Er sollte sich als Dienstleister sehen, in einer unterstützenden Funktion bei Zielfindung und Zielerreichung. Als Einstellung sollte dieser eine gute Mischung aus „optimistischer Gelassenheit“ und „durchsetzungsfähiger Toleranz“ mitbringen. Genauso sind Ehrlichkeit und Offenheit zwei Punkte die nicht außer Acht gelassen werden dürfen11. Edmüller sagt dazu:

„ Seien Sie Sie selbst, spielen Sie keine Rolle, denn Authentizität ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Moderation “ 12

Im Folgenden soll nun auf die Ziele der Moderation und die Methoden der Moderation eingegangen werden.

4.1 Moderationsziele

Eine große Rolle während der Moderation hat auch die Persönlichkeit des Moderators. Sein Auftreten wirkt sich auf die Gruppe aus. Toleranz und Optimismus sind dabei oberstes Gebot, denn diese Eigenschaften wirken sich auf ein vertrauensvolles Miteinander zwischen Mitgliedern und Moderator aus. Wichtig ist, dass der Moderator eher im Hintergrund bleibt und sich neutral verhält.

Was die Moderation bringt, wird durch die nachstehenden Punkte geklärt13:

Eigenverantwortlichkeit

Das Team soll sich dadurch selber entwickeln.

Konzentration auf Inhalte

Qualität der Arbeitsergebnisse erhöht sich, da sich die Mitglieder voll und ganz auf ihre Aufgaben konzentrieren. Dies wird dadurch gefördert, dass sich der Moderator um Aufgaben kümmert, die außerhalb der eigentlichen Thematik liegt, wie zum Beispiel durch Lenkung von Konflikten in eine fachliche und sachliche Richtung.

Transparenz der Ergebnisse:

Ergebnisse die gemeinsam erarbeitet wurden, werden motivierter umgesetzt. Wer bei der Entscheidungsfindung direkt teilgenommen hat, versteht diese besser als diejenigen, die nur über das Ergebnis informiert wurden

Verbesserung der Unternehmenskultur:

Gesetzt dem Fall, die Mitglieder lassen sich darauf ein, kann eine Moderation dazu führen, dass sich die Argumentations -und Kommunikationskultur generell auf das Miteinander innerhalb eines Unternehmens zum positiven ändert. Unter Umständen werden andere Sichtweisen und Meinungen eher akzeptiert als vorher und diese auch genutzt.

Steigerung der Motivation

Durch die Zusammenarbeit aller Beteiligten entsteht der Aspekt eines „Wir-Gefühls“. Es steht kein Chef im Hintergrund, der durch sein Auftritt das Vorgehen negativ diktiert.

4.2 Moderationsmethodik

Klassisch wird eine Moderation in sechs Schritten abgehandelt. Dabei dient dieses Vorgehen zur Transparenz für die Teammitglieder und der Moderator hat einen Leitfaden, sprich „roten Faden“ an den er sich halten kann. Hierzu dient der Moderationszyklus, welcher Ende der 80er Jahre von Josef W. Seifert entwickelt wurde.

[...]


1 Vgl. König & Schattenhofer 2012, S.18

2 Vgl. Thompson,Leigh 2004, S.4

3 Vgl. initio Organisationsberatung

4 Vgl. Rolf van Dick & Michael A. West, 2013, S. 3

5 Vgl. Rolf van Dick & Michael A. West,2013, S.8

6 Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon, Teamentwicklung

7 Vgl. König & Schattenhofer 2012, S.112 f.

8 Vgl. Gellert & Nowak, 2010

9 Gabler Wirtschaftslexikon, Moderation

10 Vgl. Edmüller, 2012, S.8

11 Vgl. Edmüller 2012, S.12

12 Vgl. Edmüller 2012, S.13

13 Vgl. Edmüller, 2012,S.6 ff

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Teamentwicklung als Methode der Personalentwicklung
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
26
Katalognummer
V368892
ISBN (eBook)
9783668473546
ISBN (Buch)
9783668473553
Dateigröße
584 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
teamentwicklung, methode, personalentwicklung
Arbeit zitieren
Philipp Ablaßmaier (Autor), 2016, Teamentwicklung als Methode der Personalentwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368892

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Teamentwicklung als Methode der Personalentwicklung



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden