In der vorliegenden Arbeit wird zunächst die Störung der Posttraumatischen Belastung beschrieben, sowie deren Epidemiologie und Klassifikation erörtert. Anschließend werden die politischen Zustände in der arabischen Welt und deren Folgen auf die psychische Gesundheit der arabischen Bevölkerungen in Kapitel 3 behandelt. Des Weiteren werden in diesem Kapitel der aktuelle Forschungsstand, sowie die Prävalenzen über die Posttraumatische Belastungsstörung in den arabischen Ländern aufgezeigt. In Kapitel 4 wird schließlich auf die psychologische Behandlung über das Internet eingegangen, wobei die Behandlungskonzepte von Interapy und Iljafansy spezifischer beschrieben werden.
In Kapitel 5 werden die Hypothesen erläutert, denen die vorliegende Studie zugrunde liegt und in Kapitel 6 wird die Operationalisierung dieser Hypothesen mit der Stichprobe, den Messinstrumenten sowie dem methodischen Vorgehen dargestellt. Die Ergebnisse dieser Studie werden in Kapitel 7 aufgezeigt und abschließend in Kapitel 8 zusammengefasst und diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung Einleitung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Die Posttraumatische Belastungsstörung
2.1 Trauma und Traumafolgestörungen
2.2 Diagnostische Kriterien nach ICD-10 und DSM-IV im Vergleich
2.3 Epidemiologie und Klassifikation
3 Die Posttraumatische Belastungsstörung in der arabischen Welt
3.1 Politische Zustände und deren Auswirkungen auf die Bevölkerung
3.2 Aktueller Forschungsstand bezüglich psychischer Folgen
3.2.1 Folteropfer
3.2.2 Prävalenzen von Traumafolgestörungen bei arabischen Zivilisten
3.2.3 Prävalenzen von Traumafolgestörungen bei arabischen Flüchtlingen
3.3 Gesundheitssystem und Versorgungssituation
4 Psychotherapie im Internet
4.1 Interapy: Online-Therapie für die PTBS
4.1.1 Hintergrund
4.1.2 Aufbau von Interapy
4.2 Iljafansy: Online-Therapie für PTBS im arabischen Sprachraum
5 Hypothesen
6 Methode
6.1 Stichprobe
6.2 Behandlung
6.2.1 Langzeitbehandlung
6.2.2 Kurzzeitbehandlung
6.3 Erhebungsinstrumente
6.3.1 Posttraumatic Diagnostic Scale (PDS)
6.3.2 Hopkins Symptom Checklist für Depression (HSCL-25)
6.4 Datenerhebung
6.5 Statistische Analyse
7 Ergebnisse
7.1 Deskriptive Statistik
7.1.1 Basline-Daten
7.1.2 Dropout-Daten
7.2 Hypothesentests
7.2.1 Primäranalyse
7.2.2 Sekundäranalyse
7.3 Symptomabnahmen durch Iljafansy-Behandlung
7.3.1 Ergebnisse der Zwischenerhebungen während der Behandlung
7.3.2 Prozentuale Symptomabnahme bei beiden Behandlungsgruppen
8 Diskussion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit einer arabischen internetbasierten Schreibtherapie (Iljafansy) bei posttraumatischer Belastungsstörung und Depression. Ziel ist es zu prüfen, ob eine verkürzte Interventionsform ohne kognitive Umstrukturierung eine vergleichbare Symptomreduktion wie das Standardprogramm erzielt und ob diese Ergebnisse langfristig stabil bleiben.
- Wirksamkeit internetbasierter Schreibtherapie im arabischen Raum
- Vergleich von Langzeit- und Kurzzeit-Behandlungsinterventionen
- Einfluss von Trauma und Fluchterfahrungen auf die psychische Gesundheit
- Rolle von Stigmatisierung und kulturellen Barrieren in der Versorgung
- Nachhaltigkeit therapeutischer Erfolge bei PTBS und Depression
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Folteropfer
Die Folter ist eine geplante und absichtsvolle Zufügung von schwersten psychischen und physischen Schmerzen (Follmar-Otto, 2013) und wohl eine der schwersten und extremsten Formen der von Menschen verübten Gewalttaten (Gurris & Wenk-Ahnson, 2009). Folteropfer erleben starke Gefühle der Hilflosigkeit, Handlungsunfähigkeit, Abhängigkeit und Todesangst. Als besonders beängstigend und traumatisierend wird dabei die Unvorhersehbarkeit und Unkontrollierbarkeit sowie die Ungewissheit über das Ende der Situation empfunden (Gurris & Wenk-Ahnson, 2009). Ziele der Folter sind zumeist die Erpressung von Aussagen, aber auch Bestrafung, Einschüchterung oder die Diskriminierung gehören zu den Gründen der sanktionierten politischen Folter (Follmar-Otto, 2013).
Folter ist in der arabischen Welt eine häufige Form der politischen Gewalt. Kriegsgefangene und politische Opfer werden in diesen Regionen häufig gefoltert, um politische Ziele zu erreichen (Neria, et al., 2010). Allerdings gibt es in keinem Land offizielle Daten bezüglich der Häufigkeit von Folter. Zum einen geben die Regierungen natürlich nicht zu, dass in ihren Ländern die Folter eingesetzt und toleriert wird. Zum anderen sprechen die Betroffenen aufgrund von Scham und Erniedrigungsgefühlen nicht über ihre Erlebnisse, häufig nicht einmal im engsten Kreis der Familie (Gurris & Wenk-Ahnson, 2009). Berichte von Amnesty International machen allerdings deutlich, dass die Folter in vielen Ländern Arabiens zur Tagesordnung gehört. Folter und andere Misshandlungen von Gefangenen, vor allem durch Beamte, Streitkräfte oder der Justizpolizei, sind weit verbreitet und werden nicht strafrechtlich verfolgt (Fischer, 2013).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Ausgangssituation traumatisierter Menschen im Mittleren Osten und führt in die Online-Interventionsmöglichkeit über das Internet ein.
2 Die Posttraumatische Belastungsstörung: Erläutert medizinische Klassifikationen, diagnostische Kriterien und epidemiologische Hintergründe von Traumafolgestörungen.
3 Die Posttraumatische Belastungsstörung in der arabischen Welt: Analysiert die politische Lage und den aktuellen Forschungsstand zu Traumata bei Zivilisten und Flüchtlingen im arabischen Raum.
4 Psychotherapie im Internet: Stellt das Konzept der internetbasierten Therapie sowie die spezifischen Programme Interapy und Iljafansy vor.
5 Hypothesen: Formuliert die Annahmen über die Wirksamkeit der Langzeit- und Kurzzeittherapie bei PTBS und Depression.
6 Methode: Beschreibt das Studiendesign, die Stichprobenauswahl, die Interventionsgruppen und die eingesetzten Messinstrumente.
7 Ergebnisse: Präsentiert die statistischen Auswertungen zur Wirksamkeit der verschiedenen Behandlungsansätze.
8 Diskussion und Ausblick: Interpretiert die Ergebnisse, bewertet die Einschränkungen der Studie und gibt Empfehlungen für künftige Forschung.
Schlüsselwörter
PTBS, Posttraumatische Belastungsstörung, Online-Therapie, Iljafansy, Interapy, arabische Welt, Expositionstherapie, kognitive Umstrukturierung, psychische Gesundheit, Traumafolgestörungen, Schreibtherapie, Depression, Versorgungsdefizit, E-Mental-Health, Flucht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelor-Thesis untersucht, ob internetbasierte Schreibtherapie (Iljafansy) effektiv bei der Behandlung von PTBS und Depressionen im arabischen Sprachraum eingesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die psychischen Auswirkungen von Krieg und Gewalt in der arabischen Welt sowie die Möglichkeiten und Grenzen von Online-Psychotherapie zur Linderung von Traumafolgestörungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist der Nachweis der Wirksamkeit sowohl der regulären Langzeit- als auch einer verkürzten Kurzzeitversion der Online-Therapie sowie deren Nachhaltigkeit über einen Zeitraum von drei Monaten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein randomisiertes Studiendesign angewendet, wobei die Symptomveränderungen mittels PDS-Skala und HSCL-25 in zwei Interventionsgruppen verglichen und statistisch mittels Varianzanalyse (MANOVA) ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der PTBS, die spezifische Situation in arabischen Konfliktgebieten, die Funktionsweise der Schreibtherapie sowie die detaillierte Darstellung des methodischen Vorgehens und der Analyseergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
PTBS, Online-Therapie, Iljafansy, arabische Welt, psychische Gesundheit, Traumafolgestörungen und Schreibtherapie.
Wie unterscheidet sich die Kurzzeitbehandlung von der Langzeitbehandlung?
Die Kurzzeitbehandlung verzichtet auf die Phase der kognitiven Umstrukturierung und umfasst nur sechs statt zehn Texte, was die Behandlungsdauer auf drei Wochen verkürzt.
Warum ist die Anonymität des Internets bei dieser Zielgruppe besonders wichtig?
Aufgrund von Stigmatisierung und Scham in kollektiven Gesellschaften bietet das Internet einen geschützten, anonymen Raum, in dem Betroffene, insbesondere Frauen, eher bereit sind, über traumatische Erfahrungen zu sprechen.
- Arbeit zitieren
- Anna-Lena Broß (Autor:in), 2014, Wirksamkeit der internetbasierten Intervention von posttraumatischer Belastungsstörung mit und ohne kognitiver Umstrukturierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368906