Arbeiten in interkulturellen Teams. Ist der Ansatz des Diversity Managements die Lösung für Konflikte?


Hausarbeit, 2017
11 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffserklärung
2.1 Interkulturelles Team
2.2 Konflikt

3. Thesenvorstellung

4. Konflikte in interkulturellen Teams
4.1 Konfliktquellen
4.2 Auswirkungen

5. Diversity Management als Lösungsansatz
5.1 Ursprung
5.2 Merkmale
5.3 Paradigmen
5.4 Kritik

6 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Durch die zunehmende internationale Kooperation zwischen Unternehmen, sind diese mit der Diversität von Kunden konfrontiert. Um [1] Anforderungen gerecht zu werden, setzen die Unternehmen häufig interkulturelle Teams ein. Durch die verschiedenen Kulturen, die in den Teams aufeinandertreffen, kann es zu erheblichen Konflikten zwischen den Teammitgliedern kommen, die sich nicht mehr durch ihr Geschlecht und Alter unterscheiden, sondern nun auch in ihren Werten, Normen, Sprachen und Kulturen.
Das Ziel dieser Ausarbeitung ist es, potenzielle Konfliktquellen und deren Folgen aufzuzeigen und den Ansatz des Diversity Managements als mögliche Lösung für Konflikte zu testen.

Einleitend werden die Begriffe der Ausarbeitung definiert, anschließend wird die These vorgestellt, mögliche Konfliktquellen und -auswirkungen aufgezeigt und danach wird der Ansatz des Diversitiy Management vorgestellt. Die Arbeit wird mit einem Fazit beendet.

2 Begriffserklärung

2.1 Interkulturelles Team

Am verständlichsten wird der Begriff „interkulturelles Team“, in dem die Begriffe einzeln erklärt werden.

Nach dem Duden bedeutet das Wort „interkulturell“: „die Beziehungen zwischen den verschiedenen Kulturen betreffend“. Der Begriff „Team“ definiert sich als „Gruppe von Personen, die gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten“[2] .

Wenn die Begriffe nun kombiniert werden, dann ist ein interkulturelles Team eine Gruppe von Menschen mit verschiedenen Kulturen, die eine gemeinsame Arbeitsaufgabe bearbeiten.

Nach dem Ansatz von Peter Singer kann davon ausgegangen werden, dass jede Gruppe eine eigene Kultur hat, aber auch, dass jedes Individuum als kulturell einzigartig betrachtet werden kann[3]. Somit bestände ein interkulturelles Team nach Singer schon, wenn die Teammitglieder aus verschiedenen Teilen von Deutschland kämen. In der vorliegenden Arbeit bezieht sich der Autor bewusst auf die Teams, deren Teammitglieder aus verschiedenen Nationen stammen.

2.2 Konflikt

In der Psychologie besteht ein Konflikt, wenn zwei Parteien unvereinbar sind. Es müssen folgende Faktoren gegeben sein, um von einem Konflikt sprechen zu können:

- es müssen mindestens zwei Parteien vorhanden sein
- ein gemeinsames Konfliktfeld muss gegeben sein
- die Parteien haben unterschiedliche Handlungsabsichten
- Gefühle sind eingebunden
- die Parteien beeinflussen sich gegenseitig

Konflikte sind geprägt davon, dass sich die zwei Parteien uneinig sind und im Verlauf der Konfliktbewältigung negative Gewühle entwickeln, die einen starken Handlungsantrieb verursachen[4]. Eine starke emotionale Einbindung kann die kritische Urteilsbildung negativ beeinflussen, was womöglich ein unreflektiertes Handeln zur Folge haben kann.

Ein Konflikt kann für die beteiligten Personen auch eine Chance sein. Die Parteien haben die Möglichkeit, in einem Streit die Ursachen für Unzufriedenheit zu erfragen und dementsprechend auch Bedürfnisse und Sorgen, aber auch Grenzen der anderen Partei herauszufinden.

Um Konflikte zu lösen, müssen die Interessen, die den Grund des Konflikts bestimmen, in Einklang gebracht werden.

3. Thesenvorstellung

Das Arbeiten in interkulturellen Teams birgt viele Konflikte und diese können sich negativ auf das Arbeitsklima, aber auch auf die Arbeitseffektivität auswirken. Um das Team im Findungs- und Konfliktprozess zu unterstützen könnte der Ansatz des Diversity Managements das Team unterstützen. Ziel der Hausarbeit ist es den Ansatz vorzustellen und ihn als Möglichkeit der Konfliktlösung für interkulturelle Teams zu überprüfen.

4. Konflikte in interkulturellen Teams

4.1 Konfliktquellen

Kommunikationsstile sind von Nation zu Nation unterschiedlich. Die „westliche“ Kultur vertritt einen eher direkten und expliziten Stil und bringt die Informationen an die Oberfläche womit die „nicht-westliche“ Kultur umgehen kann, sich aber auch durch direkte Ansprachen gekränkt fühlen könnte. Die „nicht-westliche“ Kultur hingegen bettet die Informationen in der Art wie sie spricht oder wie die Persönlichkeit des Sprechers ist ein. Das kann zu Fehlinterpretationen der Informationen führen. In Situationen in denen Probleme diskutiert werden oder Kritik übermittelt wird ist dies problematisch.

Nicht nur eine Fehlinterpretation der Sprach auf Grund von unterschiedlichen Stilen kann eine Konfliktquelle sein, sondern auch ein unterschiedliches Sprachniveau innerhalb eines Teams. In der Regel ist die Sprache des internationalen Geschäfts Englisch. Muttersprachler haben hier einen Vorteil. Das bedeutet aber nicht, dass sie die Experten des Teams sind, können aber ihr Wissen hingegen der „nicht-Muttersprachler“ besser vermitteln. Es kann vorkommen, dass eine schlechte Sprache mit fehlender Intelligenz gleichgesetzt wird.

Die verschiedenen Arbeitsstile der Teammitglieder können auch für Spannungen innerhalb eines Teams führen. Täglich werden innerhalb eines Teams verschiedene Entscheidungen getroffen. Der Weg zu einer Entscheidung kann auch in einem homogenen Team für Konflikte sorgen. Für die einen Kulturen sind schnelle Entscheidungen die Norm, für die anderen Kulturen muss vorher erst eine detaillierte Analyse stattfinden bevor sich entschieden wird[5]

Außerdem können verschiedene Arbeitsnormen und –verhalten in einem interkulturellen Team zu Schwierigkeiten führen. Nationale Bräuche wie zum Beispiel die Siesta, das Essen während eines Meetings oder eine unterschiedliche Auffassung von Pünktlichkeit können von Teammitgliedern inkorrekt aufgefasst werden. Eine Verletzung der eigenen Normen und Arbeitseinstellung kann als persönlicher Angriff gewertet werden.

Vorurteile oder „traditionelle Feindschaften“ können eine Zusammenarbeit erschweren. So könnten Kollegen aus wirtschaftlich hoch angesehen Staaten gegenüber niedrig angesehen Staaten besser beurteilt werden. Andere Probleme wären auch der Sexismus, die Religion oder die Ethnizität.

Es kann aber auch zu einer Diskriminierung unterhalb der verschiedenen Nationalitäten kommen. So fühlt sich ein Teammitglied eher mit einem anderen Mitglied der selben Nation verbundener, als zu einem Kollegen einer anderen Kultur[6]. Das Misstrauen innerhalb eines Teams kann verstärkt werden durch eine Fehlinterpretation dieses Phänomens.

4.2 Auswirkungen

Schwierigkeiten innerhalb eines Teams, die sich auf die Kommunikation beziehen, können Auswirkungen auf die Arbeitseffizienz eines Teams haben, da erst mal die Konflikte, die durch Fehlinterpretationen entstanden sind aufgedeckt werden müssen.

Unterschiede in Redefluss und Akzenten verzögern die Geschwindigkeit von Prozessen und fordern viel Konzentration und Engagement von den einzelnen Teammitgliedern. Es muss sich immer wieder neu auf den Gesprächspartner eingestellt werden und dies beansprucht Zeit und Geduld.

Ein interkulturelles Team braucht länger um sich auf Arbeitsweisen und auf ein gemeinsames Verständnis für Arbeitsabläufe und Normen zu einigen, da sie den Kompromiss zwischen den verschiedenen Kulturen finden müssen. Es vergeht mehr Zeit bis effektiv gearbeitet werden kann.

Abneigungen und Misstrauen gegenüber andere Kulturen wirkt sich negativ auf das Arbeitsklima aus. Die Mitglieder werden dabei Frustration und Rückzug erfahren und dies kann dazu führen, dass mit einigen Mitgliedern bevorzugt gearbeitet wird als mit anderen.

[...]


[1] Dudenredaktion (o. J.): „interkulturell“, Web

[2] Dudenredaktion (o. J.): „Team“, Web

[3] vgl. Singer, P. (2000): S. 28

[4] vgl. Stangl, W. (2015), Web

[5] vgl. Brett, Behfahr, Kern (2006): S. 88

[6] vgl. Adler, Gundersen, (2008): S. 135

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Arbeiten in interkulturellen Teams. Ist der Ansatz des Diversity Managements die Lösung für Konflikte?
Hochschule
Fachhochschule des Mittelstands
Veranstaltung
Teammangement
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
11
Katalognummer
V368932
ISBN (eBook)
9783668483415
ISBN (Buch)
9783668483422
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diversity Management als Managementform in interkulturellen Teams
Schlagworte
arbeiten, teams, ansatz, diversity, managements, lösung, konflikte
Arbeit zitieren
Karoline Wichelhaus (Autor), 2017, Arbeiten in interkulturellen Teams. Ist der Ansatz des Diversity Managements die Lösung für Konflikte?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368932

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Arbeiten in interkulturellen Teams. Ist der Ansatz des Diversity Managements die Lösung für Konflikte?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden