Im Rahmen dieser Arbeit wird nach einer Darstellung der ökonomischen Grundlagen zu Sicherungszusammenhängen die Bildung von Bewertungseinheiten nach § 254 HGB in ihren wesentlichen Zügen erläutert werden. Anschließend wird ein umfassender Vergleich zwischen den bestehenden Regelungen des IAS 39 zur allgemeinen Sicherungsbilanzierung sowie der im IFRS 9 vorgeschlagenen Normierung durchgeführt, bevor im Rahmen eines Zwischenfazits auf die wesentlichen Unterschiede zwischen § 254 HGB und IAS 39 bzw. IFRS 9 eingegangen wird. Der nachfolgende Teil der Arbeit soll das im aktuellen Diskussionspapier des IASB konzipierte Modell zur dynamischen Portfolioabsicherung vorstellen. Zum Schluss werden Implikationen für die nähere Zukunft aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ökonomischer Hintergrund
3 Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen nach § 254 HGB
3.1 Zielsetzung der Abbildung von Sicherungsbeziehungen
3.2 Zulässige Sicherungsinstrumente nach HGB
3.3 Zulässige Grundgeschäfte nach HGB
3.4 Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen
3.4.1 Designation und Dokumentation
3.4.2 Effektivitätsbeurteilung
3.4.3 Beispiel
3.5 Bilanzielle Abbildung von Sicherungsbeziehungen
3.5.1 Arten von Sicherungsbeziehungen
3.5.2 Einfrierungsmethode
3.5.2.1 Einfrierungsmethode nach HGB
3.5.2.2 Beispiel
3.5.2.3 Kritische Würdigung
3.5.3 Durchbuchungsmethode
3.5.3.1 Durchbuchungsmethode nach HGB
3.5.3.2 Beispiel
3.5.3.3 Kritische Würdigung
3.6 Beendigung der Sicherungsbeziehung nach HGB
3.7 Angaben
4 Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen nach IAS 39 und IFRS 9
4.1 Zielsetzung der Abbildung von Sicherungsbeziehungen
4.2 Zulässige Sicherungsinstrumente
4.2.1 Zulässige Sicherungsinstrumente nach IAS 39
4.2.2 Zulässige Sicherungsinstrumente nach IFRS 9
4.2.3 Beispiel
4.2.4 Kritische Würdigung
4.3 Zulässige Grundgeschäfte
4.3.1 Zulässige Grundgeschäfte nach IAS 39
4.3.2 Zulässige Grundgeschäfte nach IFRS 9
4.3.2.1 Allgemeine Anforderungen
4.3.2.2 Anforderungen an Risikokomponenten
4.3.2.3 Anforderungen an Portfolios und Nettopositionen
4.3.3 Beispiel
4.3.4 Kritische Würdigung
4.4 Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen
4.4.1 Designation und Dokumentation
4.4.2 Effektivitätsbeurteilung
4.4.2.1 Effektivitätsbeurteilung nach IAS 39
4.4.2.2 Effektivitätsbeurteilung nach IFRS 9
4.4.2.3 Beispiel
4.4.2.4 Kritische Würdigung
4.5 Bilanzielle Abbildung von Sicherungsbeziehungen
4.5.1 Typen von Sicherungsbeziehungen
4.5.2 Absicherung des beizulegenden Zeitwerts
4.5.2.1 Absicherung des beizulegenden Zeitwerts nach IAS 39
4.5.2.2 Absicherung des beizulegenden Zeitwerts nach IFRS 9
4.5.2.3 Beispiel
4.5.2.4 Kritische Würdigung
4.5.3 Absicherung von Zahlungsströmen
4.5.3.1 Absicherung von Zahlungsströmen nach IAS 39
4.5.3.2 Absicherung von Zahlungsströmen nach IFRS 9
4.5.3.3 Beispiel
4.5.3.4 Kritische Würdigung
4.5.4 Absicherung einer Nettoinvestition
4.5.4.1 Absicherung einer Nettoinvestition nach IAS 39
4.5.4.2 Absicherung einer Nettoinvestition nach IFRS 9
4.5.4.3 Beispiel
4.6 Anpassung und Beendigung einer Sicherungsbeziehung
4.6.1 Anpassung und Beendigung einer Sicherungsbeziehung nach IAS 39
4.6.2 Anpassung und Beendigung der Sicherungsbeziehung nach IFRS 9
4.6.3 Beispiel
4.6.4 Kritische Würdigung
4.7 Angaben
4.8 Zwischenfazit
5 Bilanzierung von dynamischen Sicherungsbeziehungen nach IAS 39 und DP/2014/1
5.1 Grundlagen des dynamischen Risikomanagements
5.2 Bilanzierung dynamischer Portfolios nach IAS 39
5.3 Bilanzierung dynamischer Portfolios nach DP/2014/1
5.3.1 Grundzüge des Portfolio-Neubewertungsmodells
5.3.2 Bestimmung des Portfolios bzw. der Nettorisikoposition
5.3.3 Identifizierung des gesteuerten Risikos
5.3.4 Ermittlung des Bewertungseffekts
5.4 Beispiel
5.5 Kritische Würdigung
5.6 Angaben
6 Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Vorschriften zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen unter Berücksichtigung der nationalen (HGB) und internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS 39/IFRS 9) zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die kritische Würdigung der verschiedenen Methoden und der Übergang von regelbasierten hin zu prinzipienorientierten Ansätzen, sowie die Entwicklung von Modellen für dynamische Portfolioabsicherungen.
- Grundlagen des Risikomanagements und der Bilanzierung von Bewertungseinheiten nach § 254 HGB.
- Vergleich der allgemeinen Sicherungsbilanzierung zwischen IAS 39 und IFRS 9.
- Analyse der Anforderungen an Sicherungsinstrumente und Grundgeschäfte in der internationalen Rechnungslegung.
- Untersuchung der Bilanzierung dynamischer Portfolios und der Implikationen des Diskussionspapiers DP/2014/1.
Auszug aus dem Buch
3.5.2.3 Kritische Würdigung
In der deutschen Rechnungslegungspraxis kommt vorwiegend die Einfrierungsmethode zur Anwendung. Der wesentliche Vorteil dieser Methode liegt darin, dass sie ohne Einschränkung auf sämtliche Sicherungsbeziehungen angewandt werden kann.
Vor der Neufassung des § 254 HGB wurde das Grundgeschäft auf den Sicherungskurs festgelegt. Nur wenn die Wertschwankungen des Grund- und Sicherungsgeschäfts nicht mehr deckungsgleich waren, erfolgte eine Neubewertung des Grundgeschäfts. Das Derivat wurde i.d.R. nicht bilanziert und eine weitere zusätzliche Untersuchung der Sicherungsbeziehung aus Vereinfachungsgründen unterlassen. Auch vor der Einführung des BilMoG wäre es eigentlich erforderlich gewesen, mögliche Ineffektivitäten frühzeitig festzustellen und in die Bilanzierung sachgerecht einzubeziehen. Ebenso notwendig wäre auch die Fortführung der Wertänderungen des Derivats in einem Nebenbuch gewesen. Nach Einführung des § 254 HGB werden nun Wertschwankungen des Grund- und Sicherungsgeschäfts konsequent ermittelt. Um einen Verlustüberhang als Aufwand zu verbuchen, wird zusätzlich eine Nebenbuchhaltung verlangt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Derivaten zur Risikobegrenzung ein und skizziert die Entwicklung des Hedge Accounting von IAS 39 hin zu IFRS 9 sowie die spezifische Rolle des § 254 HGB.
2 Ökonomischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit von Hedging-Strategien zur Risikosteuerung und die daraus resultierenden Sicherungszusammenhänge.
3 Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen nach § 254 HGB: Hier werden die spezifischen deutschen Normen für Bewertungseinheiten, deren Voraussetzungen, Methoden der bilanziellen Abbildung und Anforderungen an die Dokumentation im Detail analysiert.
4 Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen nach IAS 39 und IFRS 9: Dieses zentrale Kapitel vergleicht die internationalen Standards hinsichtlich ihrer Ziele, der Zulässigkeit von Sicherungsinstrumenten und Grundgeschäften sowie der materiellen Effektivitätsanforderungen.
5 Bilanzierung von dynamischen Sicherungsbeziehungen nach IAS 39 und DP/2014/1: Dieser Abschnitt widmet sich den komplexen Anforderungen der dynamischen Portfolioabsicherung und der theoretischen Konzeption des Portfolio-Neubewertungsmodells aus dem Diskussionspapier DP/2014/1.
6 Schlussbemerkungen: In den Schlussbemerkungen werden die wesentlichen Erkenntnisse zusammengefasst und die Zukunft des Hedge Accounting im Kontext der andauernden Standardisierungsdiskussionen bewertet.
Schlüsselwörter
Hedge Accounting, Sicherungsbeziehungen, IFRS 9, IAS 39, § 254 HGB, Risikomanagement, Bewertungseinheiten, Derivate, Fair Value Hedge, Cash Flow Hedge, Nettoinvestition, Portfolioabsicherung, Effektivitätsbeurteilung, Nettoposition, Finanzinstrumente.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der bilanziellen Abbildung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) in der nationalen und internationalen Rechnungslegung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Anforderungen des deutschen § 254 HGB sowie die internationalen Standards IAS 39 und IFRS 9 hinsichtlich der Sicherungsbilanzierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist eine detaillierte Darstellung und kritische Würdigung der bestehenden sowie zukünftigen Regelungen zur Sicherungsbilanzierung unter besonderer Berücksichtigung des Risikomanagements.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte theoretische Analyse und einen umfassenden Vergleich der regulatorischen Vorgaben und der relevanten Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Voraussetzungen, Methoden und Beispiele für Mikro-, Portfolio- und Makro-Hedges sowie die Konzepte zur dynamischen Portfolioabsicherung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Hedge Accounting, Bewertungseinheiten, IFRS 9, IAS 39 und Risikomanagement geprägt.
Welcher Unterschied besteht zwischen der Einfrierungs- und der Durchbuchungsmethode im HGB?
Die Einfrierungsmethode bilanziert den effektiven Teil der Sicherungsbeziehung nicht, während die Durchbuchungsmethode die Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Wie nähert sich IFRS 9 dem betriebsinternen Risikomanagement an?
IFRS 9 ermöglicht eine prinzipienbasierte Bilanzierung, die stärker auf die tatsächlichen Steuerungsaktivitäten der Unternehmen ausgerichtet ist, etwa durch die Anerkennung von nicht-finanziellen Risikokomponenten.
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- Esra Tamer (Author), 2014, Die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen in der nationalen und internationalen Rechnungslegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369043