Wissensmanagement. Ein Überblick über Grundlagen und Bereiche


Hausarbeit, 2007
17 Seiten
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen des Wissensmanagements:

3. Personenbezogenes Wissensmanagement
3.1. Erwachsenenbildung im Wissensmanagement

4. Konzepte des Wissensmanagements

5. Technik- und medienbezogenes Wissensmanagement:

6. Schlussfolgerung

7. Literaturverzeichnisse:

1. Einleitung

Das Wissen gibt es nicht nur in allen Wissenschaften, sondern auch in allen Berufen und in allen Alltagssituationen. Wenn das Wissen auch noch „gemanagt“ werden soll, gibt es dazu bestimmte Rahmenbedingungen, Verwendungszusammenhänge und die Modalitäten von Wissenserwerb, Wissensaustausch und Wissensnutzung in den unterschiedlichsten Handlungsfeldern. Wissen ist dabei ein zentraler und wesentlicher Bestandteil der Bildung. Man erwirbt es durch Lernen, wodurch bildende Effekte ausgelöst werden sollen. Bei Pädagogen kann diese Aufgabe nur auf Dauer erfolgreich wirken, wenn diese ihr professionales Wissen weiterentwickeln.

Ziel dieser Hausarbeit ist es, einen umfassenden Überblick über das komplexe, umfangreiche Thema „Wissensmanagement“ zu geben.

Die Arbeit gliedert sich in fünf Teile und soll in einzelnen Schritten die Themen von Wissensmanagement vermitteln. Im ersten Teil werden die Grundlagen des Wissensmanagement erklärt. Der zweite Teil beschäftigt sich mit personenbezogenem Wissensmanagement, für welches die Erwachsenenbildung Beiträge leistet. Darauf folgend werden die Konzepte des Wissensmanagement aus der Sicht der Unternehmen mit verschiedenen Ansätzen bearbeitet. Zum Schluss wird auf technik- und medienbezogenes Wissensmanagement eingegangen, für welches die Informations- und Kommunikations-Infrastrukturen ihre Beiträge leisten.

2. Grundlagen des Wissensmanagements:

Für den Begriff des Wissensmanagements gibt es eine große Vielfalt an Interpretationen, von denen sich bisher keine vollends in Theorie und Praxis durchgesetzt hat.

- Welche Ziele sollen mit dem Management von Wissen erreicht werden?
- Welche Instrumente können für das Management von Wissen eingesetzt werden?

Inhalt und Umfang der Betrachtung von Wissensmanagement-Aktivitäten stellen eine Möglichkeit dar, wie man Wissensmanagement-Ansätze beurteilen und vergleichen kann.

Aktivitäten sind handlungsorientiert und beschreiben, was mit der Ressource „Wissen“ im Rahmen des Wissensmanagement gemacht werden kann. Die Inhalte der Aktivitäten lassen sich erkennen, indem Wissensmanagement als Prozess betrachtet wird. Zum Detailgrad und Inhalten der ersten Gliederungsebene gibt es in der Literatur jedoch sehr unterschiedliche Auffassungen. Ein bezüglich der Teilschritte ebenfalls sehr umfassendes und allgemeingültiges Modell haben Probst et al. (vgl. Probst et al. 99, S. 53 ff.) vorgelegt. Sie bezeichnen die Aktivitäten als Bausteine oder auch Kernprozesse des Wissensmanagement. Da es eine weitgehende Beachtung in der Forschung fand, soll es nachfolgend beispielhaft und stellvertretend für die anderen Modelle beschrieben werden (vgl. Abb.1.)

Das Modell:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Folgenden soll die oben dargestellte Tabelle erläutert werden:

1. Wissensidentifikation: Ziel ist es, mittels geeigneter Suchmaschinen eine hohe Transparenz bzgl. des vorhandenen externen und internen Wissens zu schaffen.
2. Wissenserwerb: Ziel ist es, Wissen aus Effizienz- und Effektivitätsgründen von unternehmensexternen Quellen zu akquirieren.
3. Wissensentwicklung: Ziel ist es, innerhalb des Unternehmens neues Wissen aufzubauen bzw. zu generieren oder zu produzieren.
4. Wissensverteilung: Ziel ist es, internes Wissen zur richtigen Zeit an den richtigen Ort bzw. die richtige Person weiterzugeben.
5. Wissensnutzung: Ziel ist es, das Wissen im Unternehmen nutzbringend, d.h. zur Optimierung der Wertschöpfung, anzuwenden.
6. Wissensbewahrung: Ziel ist es, Wissensverluste zu vermeiden und das Wissen für eine spätere Nutzung zu konservieren (vgl. Heckert, 2001. S. 30).

Die im Modell dargestellte Vernetzung der Schritte deutet bereits an, dass Wissensmanagement durch eine hohe Komplexität gekennzeichnet ist.

So sind z.B. die Methoden der Wissensverteilung eng mit denen des Erwerbs verbunden und die Identifikation des Wissens scheint Voraussetzungen für beide zu sein. Von einer Vielzahl von Autoren wurde daher die nachfolgend dargestellte und in der vorliegenden Arbeit verwendete Aggregation vorgenommen:

Wissensmanagement besteht aus drei Hauptaktivitäten: Aufbau, Verfügbarmachung und Anwendung von Wissen, welche in Form einer generischen Prozessfolge darstellbar sind. Wissen wird demnach zuerst aufgebaut, dann wird es, z.B. für die Mitarbeiter, verfügbar gemacht, und im letzten Schritt wird es durch einzelne Personen oder Gruppen genutzt. Die restlichen Schritte hingegen (z.B. Identifizierung, Bewahrung) stellen Teile bzw. Subaktivitäten der drei Hauptaktivitäten dar.

Wissensmanagement umfasst dabei den Einsatz von Instrumenten der Organisation sowie Informations- und Kommunikationstechnologie für ein gezieltes Aufbauen, Verfügbarmachen und Anwenden von Wissen zum Erreichen wohldefinierter Prozess- und Unternehmensziele. Mit dieser Definition soll ausgedrückt werden, dass Wissensmanagement als ein integrierter Ansatz verstanden wird, der letztlich dem Erreichen betriebswirtschaftlicher Ziele dient.

Die Tatsache, dass Wissen sowohl in die Unternehmensprodukte als auch in die Unternehmensprozesse und -funktionen einfließt, erklärt zugleich, dass eine auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmte Wissensbasis einen wesentlichen Erfolgsfaktor für Unternehmen bildet.

Für den aktuellen Erfolg eines Unternehmens sind die Kosten der Leistungserstellung, die Qualität der Leistungen und der Zeitfaktor von großer Bedeutung. Dieses magische Dreieck übt auf die verfügbare Wissensbasis eines Unternehmens einen deutlichen Einfluss aus. Man kann die Kosten der Leistungserstellung durch einen gezielten Wissenseinsatz senken, indem Erkenntnisse über neue kostensparende Fertigungsmethoden benutzt, unnötige Aufwendungen vermieden und bereits vorhandene Wissensergebnisse mehrfach verwendet werden. Es verbessert sich mit höherem Wissensstand oft auch die Qualität von Managemententscheidungen, was gegebenenfalls weitere Kostensenkungen begünstigt.

Die Kostenvorteile können wiederum in höhere Deckungsbeiträge oder in Preisvorteile am Markt umgesetzt werden. Wenn das Wissen umfassender und aktueller ist, können damit in der Regel auch qualitativ höherwertige Produkte entwickelt werden. Hinzu kommt, dass ein dem Kunden angebotener wissensbasierter Zusatznutzen (wie in Form von Beratung) immer öfter wettbewerbsentscheidend wirkt.

Schließlich lässt sich durch einen gezielten Wissenseinsatz die für Produktionsentwicklung, Vermarktung etc. benötigte Zeit verkürzen, in dem zum Beispiel geeignete Methoden ausgewählt, Suchzeiten verringert und Doppelarbeiten vermieden werden.

Die Flexibilität eines Unternehmens hängt stark von ihrem vorhandenen Wissen, und die dadurch gegebenen Handlungsmöglichkeiten sowie durch die Lernfähigkeit, also die Fähigkeit der Anpassung der eigenen Wissensressourcen an neue Anforderungen und veränderte Rahmenbedingungen, ab.

Es ist festzuhalten, dass jedes Unternehmen über ihre eigene Wissensbasis verfügt. Die eigene Wissensbasis ist gekennzeichnet durch die Art und den Umfang des in ihr enthaltenen Wissens, durch die Art und Anzahl der Wissensträger sowie der Wissensverfügbarkeit und ihrer Dynamik. Das verfügbare Wissen wird in unterschiedlichsten Unternehmensprozessen und Unternehmensfunktionen benutzt. Für Unternehmen ist es wichtig, die Ressource Wissen gezielt aufzubauen und im Hinblick auf den Unternehmensprozess einzubringen. Es wurde bereits mit zahlreichen Studien gezeigt, dass derzeit die Mehrzahl aller Unternehmen nur einen Bruchteil des ihnen prinzipiell zur Verfügung stehenden Wissens tatsächlich benutzt, obwohl durch einen zielgerichteten Einsatz dieses Wissens deutliche Produktivitätssteigerungen und/oder Kostensenkungen möglich sind (vgl. Amelingmeyer, 2000. S.20).

Man kann hierbei vor allem zwei Ziele des Wissensmanagements für Unternehmen erkennen. Es geht zum einen darum das Wissen in der erforderlichen Menge und Qualität zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort in effektiver und effizienter Weise verfügbar zu machen und auf diese Weise zum Unternehmenserfolg beizutragen. Zum anderen gilt es, die zukünftige Entwicklungsfähigkeit der Unternehmen durch eine entsprechende Dynamik der Wissensbasis sicherzustellen.

3. Personenbezogenes Wissensmanagement

In Unternehmen werden Personen als Träger von Wissen in den unterschiedlichen Bereichen, Hierarchieebenen und Funktionen angenommen, beispielweise als Arbeiter in einer Organisation, als Planer im Marketing oder als Mitglied einer Unternehmensführung. Da Personen besondere Eigenschaften bei der Erzeugung und Anwendung von Wissen haben, spielen sie eine besondere Rolle im Wissensmanagement.

Bei der Betrachtung des Wissens personeller Wissensträger ist die in der Qualifikationsforschung gebräuchliche Unterscheidung von Fach-, Methoden-, Sozial-, Persönlichkeitskompetenz interessant. Fachkompetenz entspricht weitgehend dem berufsspezifischen Wissen der jeweiligen Person, welches zu einem großen Teil kognitiven Charakter hat, während Methodenkompetenz im Wesentlichen situations- und fachübergreifende Fähigkeiten umfasst. Die Sozialkompetenz und die Persönlichkeitskompetenz umfassen z.B. die Teamfähigkeit bzw. persönlichkeitsbezogenen Eigenschaften einer Person. Wenn diese verschiedenen Kompetenzen zusammenwirken, entsteht die Handlungskompetenz. Dies wird dadurch unterstrichen, dass personelle Wissensträger im Gegensatz zu den anderen Wissensträgern auch über Übersetzungs-, Ergänzungs- sowie Kontroll- und Korrekturwissen verfügen (vgl. Amelingmeyer, 2000. S. 54).

Die konkrete Ausprägung des Wissens einer Person lässt sich auf verschiedene Faktoren zuweisen. Hierzu gehören die Ausbildung, die bisherigen Erfahrungen sowie der jeweilige Aufgabenbereich im Unternehmen, der sowohl durch die fachlichen Anforderungen als auch durch die Positionen innerhalb der Hierarchie charakterisiert wird. Für eine wissensrelevante Persönlichkeit gilt es, Merkmale wie Selbstsicherheit, Extraversion, Initiative, Willenskraft und Kreativität zu entwickeln. Darüber hinaus wirkt auch eine effektive motivationale Komponente auf den Umgang der personalen Wissensträger. Wie bereits einführend erläutert, werden personelle Wissensträger eines Unternehmens als eigene Mitarbeiter, Mitarbeiter von Fremdfirmen oder Selbständige angesehen. Die personellen Wissensträger stellen ihre Wissenskompetenz gegen Entgelt zur Verfügung. Sie sind meist auch in der Lage, dieses Wissen an einen anderen Ort und in ein anderes Unternehmen mitzunehmen.

Wissen ist primär und zentral an die mentalen Systeme von Personen gebunden.

Um das Wissen anderer zu managen oder andere dazu bringen, ihr eigenes Wissen zu managen, bedarf es grundlegender Kenntnisse darüber, wie es beim Menschen zum Aufbau von Wissen kommt und was dabei förderlich ist. Wissen ist das Ergebnis eines Lernprozesses, der aus den drei Phasen „Informationsaufnahme“, „Informationsverarbeitung“ und „Informationsspeicherung“ besteht. Zur Informationsaufnahme zählen alle kognitiven Prozesse, die von der Wahrnehmung eines Reizes bis zu seiner Übernahme ins Kurzzeitgedächtnis reichen. Bei der ersten Aufnahme eines Reizes in das sensorische Register muss zwischen reaktiver Informationsaufnahme und aktiver Informationssuche unterschieden werden. Wenn diese Aktivierung mit Erfolg absolviert werden soll, muss sie die Reize enthalten, die für den lernenden emotional positiv besetzt sind, oder sie muss angeborene Reaktionen hervorrufen. Ein solches „Anstoßen der Informationsaufnahme“ nennt man extrinsische Motivation. Von intrinsischer Motivation spricht man dagegen, wenn jemand aktiv, innengesteuert, selbst- und sachbezogen mit Interesse, Neugier, Spaß und Freude am Vollzug bestimmter Handlungen an eine Sache herangeht. Am Beginn der Informationsverarbeitung stehen die Bewusstwerdung der Wahrnehmung und der Versuch, sie zu verstehen. Das lernende Subjekt kategorisiert die Informationen, stellt etwas fest und folgert etwas. Wenn das dann nicht oder nur teilweise seinen Erwartungen entspricht, entwickelt sich der Weiterbildungsprozess nicht intensiv weiter. Soll der Informationenprozess von außen gesteuert werden, so ist der enge Zusammenhang der Wahrnehmung mit Emotionen/Einstellungen des Menschen zu berücksichtigen. Die Informationsspeicherung beginnt bereits im Kurzzeitgedächtnis, das eine Haltezeit von durchschnittlich 10-30 Minuten hat. Wird in dieser Zeitspanne die neue Information nicht rezipiert, wiederholt und in einem umlaufenden Echo gesichert, kann sie nicht in das Langzeitgedächtnis, das eine unbegrenzte Haltezeit hat, überführt werden.

Allgemein lässt sich die Informationsspeicherung in zwei Phasen aufgliedern:

Die Übungsphase zum Einprägen neuer Informationen und die Gedächtnisphase zur dauerhaften Absicherung dieser neuen Informationen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Wissensmanagement. Ein Überblick über Grundlagen und Bereiche
Jahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V369072
ISBN (eBook)
9783668473973
ISBN (Buch)
9783668473980
Dateigröße
558 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wissensmanagement, überblick, grundlagen, bereiche
Arbeit zitieren
Anonym, 2007, Wissensmanagement. Ein Überblick über Grundlagen und Bereiche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369072

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