Reverse Mentoring. Eine Methode, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken?


Hausarbeit, 2016
17 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen
2.1 Demografie
2.2 Das klassische Mentoring

3. Der demografische Wandel in Deutschland
3.1 Der Rückgang des Geburtenniveaus
3.2 Lebenserwartung und Sterblichkeit

4. Nutzen, Bedeutung und Nachteile von Mentoring

5. Reverse Mentoring

6. Fallbeispiel

7. Das Tandem-Konzept

8. Fazit

9. Quellenverzeichnis

10. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Die Spuren des demografischen Wandels sind schon lange sichtbar und werden vor allem in den kommenden Jahren noch größer. Phänomene wie eine alternde Bevölkerung oder die Senkung der Geburtenrate sind nur zwei von vielen Folgen des demografischen Wandels, die ebenfalls eine große Herausforderung für Deutschland darstellen (Gessler & Stübe, 2008, S. 23). Tippelt formuliert diesbezüglich eine Folge, die den demografischen Wandel betrifft: „Insgesamt ist aufgrund der erwähnten bevölkerungsstatistichen Veränderung von Nachfrageverschiebungen in und zwischen den verschiedenen Bildungssektoren auszugehen.“ (Tippelt et al., 2009, S. 12) Doch dies ist nur eine der Auswirkungen, die der demografische Wandel mit sich bringt und die für sämtliche Bereiche des Lebens, für Unternehmen und auch für politische Gegebenheiten relevant sind um darauf zu reagieren.

Die Frage ist also: Was für Methoden und Instrumente gibt es, um den Folgen entgegenzuwirken? Unter Berücksichtigung dieser Fragen sollen zu Beginn dieser Arbeit zunächst die Hauptbegriffe, wie Demografie und Mentoring kurz erläutert werden, um ein Verständnis für die Thematik zu erhalten. Im Anschluss daran werden in Kapitel 3 die wichtigsten Daten, Zahlen und Fakten rund um den demografischen Wandel, als auch die Herausforderungen, welche für Deutschland anstehen, aufgezeigt. In Kapitel 4 werden die Vorteile und die Bedeutung des klassischen Mentoring aufgezeigt und daran anschließend jedoch auch kurz Hindernisse bzw. Nachteile besprochen werden, die bei dieser Methode beachtet werden müssen. Darauf folgend (Kapitel 5) wird eine Methode bzw. ein Programm vorgestellt, welches den demografischen Wandel nicht als Problem, sondern eher als Chance sieht. Diese Methode nennt sich Reverse Mentoring und beschäftigt sich mit alterdiversen Gruppen. Die weiteren Kapitel sollen einen praktischen Exkurs geben. Kapitel 6 erläutert den Einblick in eine Praktikantenstelle bei der N-ERGIE Aktiengesellschaft Nürnberg, die sich in einem Workshop mit dem Reverse Mentoring beschäftigt, während Kapitel 7 sich mit dem TANDEM-Projekt befasst, welches sich mit dem Einsatz altersdiverser Gruppen auseinandersetzt und schon in mehreren Unternehmen eingesetzt und erprobt wurde. Am Ende dieser Arbeit erfolgt ein Fazit, welches diese Thematik zusammenfassen und abschließen soll.

2. Definitionen

Bevor mit dem konkreten Inhalt begonnen werden kann, sollen in diesem Kapitel zunächst die wichtigsten Begriffe definiert werden. Dazu gehören zum einen der Begriff der Demografie und zum anderen der des Mentoring.

2.1 Demografie

Das Wort Demografie stammt aus dem altgriechischen und setzt sich aus den Wörtern ´demos´, was für ´Volk´ steht und ´graphien´, was so viel bedeutet wie ´beschreiben´ bzw. ´schreiben´ zusammen (Preißing, 2010, S.4). Übersetzt und zusammengesetzt entsteht das Wort ´Volksbeschreibung´. Es kann gesagt werden, dass „ Demografie […] das Werden, Leben und Vergehen der Bevölkerung aus statistischer Perspektive [ist].“ (Preißing, 2010, S. 4) Heißt also, dass die Umstände, die in einem Land, in diesem Fall in Deutschland, vorherrschen anhand statistischer Werte und Graphiken dargelegt werden sollen. Auch in dieser Arbeit sollen Zahlen, Daten und Fakten über die Demografie bzw. den demografischen Wandel erfolgen. Dabei wird sich überwiegend auf das statistische Bundesamt bezogen, da dieses regelmäßig repräsentative Daten der Demografie in Deutschland erhebt.

2.2 Das klassische Mentoring

Nicht nur die Demografie, auch das Mentoring hat bezüglich seiner Namensherkunft griechische Wurzeln, bzw. liegen diese in der griechischen Mythologie. Diese besagte, dass es einen Mann gab, der sehr klug war und den Namen Mentor trug. Die Aufgabe von Mentor war es, den Sohn des Odysseus zu erziehen bzw. großzuziehen (Gunilla, 1992, S. 17). Diese Bedeutung kann auch auf die heutige Zeit adaptiert werden, denn hier steht auch eine weise, erfahrene Person (Mentor) einer weniger erfahrenen Person gegenüber, welche Mentee genannt wird (Schmid & Haasen, 2011, S. 14). Dabei bekommt der Mentor die Rolle des Lehrenden und der Mentee die des Lernenden (Graf & Edelkraut, 2014, S. 19). In diesem Prozess sollen vor allem zwei Funktionen bewältigt und entwickelt werden. Zum einen soll es darum gehen, dass sich um das Wohl der Organisation bzw. des Unternehmens gekümmert und dieses Aufrecht erhalten wird. Diese Funktion wird auch als „career function“ bezeichnet. Daneben gibt es noch die „psychosocial functions“, die sich im Gegensatz dazu mit dem Individuum beschäftigen und dafür sorgen, dass die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten weiterentwickelt werden (Niemeier, 2009, S.6). Mentoring erstreckt sich über einen längeren Zeitraum, bei dem sich die Teilnehmer im Vier-Augen-Gespräch gegenüberstehen und kann als individueller Lernprozess bezeichnet werden (Schmid & Haasen, 2011, S. 14).

3. Der demografische Wandel in Deutschland

Das Thema des demografischen Wandels ist schon längst kein neues Phänomen mehr, sondern ein Thema, das schon seit langer Zeit auf uns einwirkt. Einige Probleme bzw. Gegebenheiten, die dieser mitbringt werden in der folgenden Abbildung gezeigt und sollen auch im weiteren Verlauf dieser Arbeit besprochen und diskutiert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Demografischer Wandel in Deutschland (Bundeszentrale für politische Bildung, 2012)

Anhand dieser Abbildung sind vor allem drei Gegebenheiten des demografischen Wandels zu erkennen. Im Laufe der Jahre wird die Zahl der jungen Menschen sinken, dafür aber die der älteren Menschen steigen. Dieser Fakt bedeutet, dass die ältere Bevölkerung das stärkste Bevölkerungssegment darstellt. Es wird gesagt, dass all die Veränderungen sich im Laufe der Jahre weiter verstärken sollen (Gessler & Stübe, 2008, S. 23). Diese Analysen sind vor allem wichtig, um Rückschlüsse für den Bildungssektor, und demnach auch auf die Entwicklung des Erwerbspotenzials zu ziehen.

Einige dieser Punkte werden in den nächsten Kapiteln erläutert - in diesem Punkt soll noch kurz auf die Bevölkerungsentwicklung eingegangen werden.

In Deutschland kann derzeit eine Einwohnerzahl von rund 80 Millionen Menschen verzeichnet werden. Jedoch soll diese Zahl laut statistischem Bundesamt im Jahre 2030 auf nur noch 77 Millionen Menschen zurück gehen (Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2011, S.8). Für 2060 wird sogar eine Einwohnerzahl von nur noch 70,1 Millionen Menschen prognostiziert (Bundeszentrale für politische Bildung, 2012). Es wurde im oberen Teil dieses Abschnittes schon kurz angerissen, dass die Zahl der Jüngeren sinkt, dafür aber die Zahl der älteren Personen in Deutschland steigt. Dies sorgt mitunter für ein großes Ungleichgewicht zwischen den Generationen, dass mitunter von zwei Phänomenen erklärt werden kann. Zum einen durch das Phänomen der Geburtenhäufigkeit, bzw. der Geburtenrate und zum anderen mit der Lebenserwartung und der Sterblichkeitsrate. Diese beiden Phänomene werden nun in Kapitel 3.1 und 3.2 näher erläutert.

3.1 Der Rückgang des Geburtenniveaus

Auf Abbildung 1 der Seite 3 ist zu erkennen, dass im Jahr 1960 noch eine Geburtenrate von 2,33 (Ostdeutschland) bzw. 2,37 (Westdeutschland) vorzuweisen war. Das heißt, dass eine Frau im Laufe ihres Lebens 2,33 bzw. 2,37 Kinder zur Welt bringt. Bei einer Geburtenrate von bis zu 2,1 kann noch von einer Sicherung der kontinuierlichen Bevölkerungsdichte gesprochen werden, die im Jahre 1960 noch erfüllt wurde (Tippelt et. al, 2009, S.12). Im Jahr 2011 verringerte sich die Zahl auf nur noch 1,36 (Westdeutschland), bzw. 1,43 (Ostdeutschland) Kinder. Folglich bedeutet das, dass eine kontinuierliche Bevölkerungsdichte nicht mehr gewährleistet werden kann und womit auch die Verringerung der Einwohneranzahl zu erklären ist. Grund für diesen drastischen Fall der Geburtenrate ist die Einführung der Antibabypille und dem sogenannten „Pilleknick“ ab 1965 (Gessler & Stübe, 2008, S. 23). Zu sehen ist dies auch an der zahl der Neugeborenen, die laut statistischem Bundesamt im Jahre 1991 noch bei 830 000 lag und 2008 auf 630 000 schrumpfte. Auch hier wird ein weiterer Rückgang bis 2060 prognostiziert (Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2011, S. 10).

Ein weiterer Grund für das Schrumpfen der Geburtenrate ist der Wertewandel. Wissenschaftler haben festgestellt, dass das Individuum immer mehr in den Vordergrund und der Kinderwunsch eher in den Hintergrund rückt, bzw. erst wichtig wird, wenn es zum persönlichen Wohlstand beiträgt (Gessler & Stübe, 2008, S.24).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Reverse Mentoring. Eine Methode, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken?
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
17
Katalognummer
V369185
ISBN (eBook)
9783668484726
ISBN (Buch)
9783668484733
Dateigröße
945 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Reverse Mentoring, Demografie, Demografischer Wandel, Tippelt
Arbeit zitieren
Maria Bergner (Autor), 2016, Reverse Mentoring. Eine Methode, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369185

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