Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Normen und Werte dem Zuschauer in der Politserie „House of Cards“ vermittelt werden. Die Werte Macht, Vertrauen und Loyalität stehen dabei im Fokus.
Zunächst werden die Grundzüge der Serie rund um Frank Underwood vorgestellt. Darauffolgend sollen die Normen und Werte, welche in „House of Cards“ vermittelt werden, herausgearbeitet und analysiert werden. Dabei ist anzumerken, dass die Normen und Wertvorstellungen hauptsächlich denen des Protagonisten Frank Underwood entsprechen, da es sich bei „House of Cards“ um eine Abwertung politischer Inhalte und damit fast ausschließlich um ein Personendrama handelt.
Anschließend wird „The West Wing“ aus dem Jahr 1999 zum Vergleich herangezogen. Die Serie, in der es um den fiktiven Präsidenten Josiah Bartlett und seinen Beraterstab geht, bietet einen deutlichen Kontrast zu „House of Cards“ . Sowohl innerhalb der vertretenen Normen und Werte, als auch in Bezug auf die Funktionsweise des politischen Systems sind starke Unterschiede zu erkennen.
Die Ausführungen dieser Hausarbeit beziehen sich durchgängig auf die Staffeln 1 und 2 der jeweiligen Serien.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorstellung der Serie House of Cards
3. Vermittelte Normen und Werte
3.1. Macht
3.2. Vertrauen
3.3. Loyalität
4. Vergleich House of Cards und The West Wing
4.1. Unterschiedliche Normen und Wertvorstellungen
4.2. Zwei Serien, zwei Politikbilder
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche spezifischen Normen und Werte dem Zuschauer durch die Politserie House of Cards vermittelt werden und wie sich diese im Kontrast zu anderen Serien wie The West Wing auf das Verständnis von Politik auswirken.
- Analyse zentraler Werte wie Macht, Vertrauen und Loyalität in House of Cards.
- Untersuchung der psychologischen Wirkung von fiktiven Politserien auf die reale Wahrnehmung politischer Akteure.
- Kontrastiver Vergleich der Darstellung politischer Systeme und ethischer Standards in House of Cards und The West Wing.
- Reflexion über die mediale Konstruktion von Politikbildern und deren Übertragung auf die Realität durch den Zuschauer.
Auszug aus dem Buch
3.1. Macht
Eine besonders ausgeprägte Rolle in House of Cards spielt das Machtstreben des Frank Underwood. Generell muss zunächst festgehalten werden, dass Macht für Frank nicht mit Geld gleichzusetzen ist. Dies wird besonders in der zweiten Staffel deutlich, als er sagt: „Mit Geld kann man sich ein Traumschloss in Sarasota kaufen, dass nach zehn Jahren beginnt baufällig zu werden, aber Macht ist das steinerne Fundament, das Hunderte von Jahren überdauert.“4 Frank strebt das Amt des Präsidenten nicht seiner Karriere wegen oder aus Prestigegründen an, sondern um die Welt mit wahrer Macht zu gestalten. So ist er auch der Meinung, dass sich Macht mit Immobilien vergleichen lässt, da alles was zähle der Standort sei. Je besser die Lage, desto größer der Wert. 5
Frank weiß aber nicht nur zwischen Geld und Macht zu unterscheiden, er weiß letzteres auch genauestens einzusetzen. Er behandelt seine Mitmenschen wie Leibeigene und positioniert sie an der für ihn günstigsten Stelle, wie Schachfiguren. Dabei versäumt er nicht, sich selbst ins rechte Licht zu rücken. Er bedient sich der verschiedensten Methoden um seinen Willen zur Macht durchzusetzen und voranzutreiben. Er lügt, verschweigt oder verschleiert die Wahrheit und erzwingt Loyalität wenn nötig durch Erpressung. Manipulation ist Franks Mittel zur Machterreichung, so sagt er selbst zum Zuschauer: „Wissen Sie was ich an Menschen mag? Sie sind so leicht zu manipulieren.“6. Dabei streicht er mit Ketchup am Finger über die Kehle des Präsidenten, dessen Bild auf einer Zeitung aufgedruckt ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Serie House of Cards ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der vermittelten Werte sowie den Vergleich mit The West Wing.
2. Vorstellung der Serie House of Cards: In diesem Kapitel wird die Entstehung der Serie, die literarische Vorlage und die Entwicklung des Protagonisten Frank Underwood sowie sein systematischer Aufstieg beschrieben.
3. Vermittelte Normen und Werte: Das Kapitel analysiert die spezifischen Wertekonstrukte innerhalb der Serie, die das Zuschauerbild von Politik maßgeblich beeinflussen.
3.1. Macht: Hier wird das Verständnis des Protagonisten von Macht als fundamentalem, langfristigem Ziel und sein manipulatives Vorgehen detailliert beleuchtet.
3.2. Vertrauen: Dieses Kapitel untersucht die komplexe Beziehungsdynamik zwischen Frank und Claire Underwood sowie das Vertrauensverhältnis zu seinem Stabschef Doug Stamper.
3.3. Loyalität: Hier wird zwischen echter, loyaler Unterstützung und erzwungener Loyalität durch Erpressung bei Nebencharakteren differenziert.
4. Vergleich House of Cards und The West Wing: Gegenüberstellung der beiden Serien hinsichtlich der Darstellung politischer Ethik und der Vermittlung von Werten.
4.1. Unterschiedliche Normen und Wertvorstellungen: Analyse der Unterschiede in der Darstellung von Autorität, Teamgeist und politischem Zielstreben zwischen den beiden Serien.
4.2. Zwei Serien, zwei Politikbilder: Reflexion über die unterschiedlichen Politikbilder, die durch House of Cards (intrigenbasiert) und The West Wing (diskursbasiert) geprägt werden.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die bestätigt, dass Zuschauer mediale Inszenierungen von Politik auf die Realität projizieren.
Schlüsselwörter
House of Cards, The West Wing, Macht, Vertrauen, Loyalität, Politserie, Korruption, Manipulation, Politische Ethik, Frank Underwood, Medienwirkung, Politische Wahrnehmung, Serielles Erzählen, Intrigen, Machtambition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, welche Normen und Werte durch die US-amerikanische Politserie House of Cards vermittelt werden und inwieweit diese die Wahrnehmung des Zuschauers von Politik beeinflussen.
Welche drei zentralen Werte stehen im Fokus der Analyse?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Werte Macht, Vertrauen und Loyalität, da diese die Handlungen des Protagonisten Frank Underwood und seines Umfelds maßgeblich definieren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es zu ergründen, welches Bild von Politik durch House of Cards konstruiert wird und ob Zuschauer diese fiktiven, meist negativ konnotierten Darstellungen auf die politische Realität übertragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Es wird eine film- bzw. medienwissenschaftliche Analyse der ersten zwei Staffeln der Serien House of Cards und The West Wing durchgeführt, gestützt auf fachwissenschaftliche Literatur und Quellen zur politischen Kulturforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Werte in House of Cards sowie einen vergleichenden Teil, der The West Wing als Kontrastfolie heranzieht, um unterschiedliche Politikdarstellungen aufzuzeigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Machtstreben, mediale Manipulation, politische Inszenierung, Intrigen, Loyalität und die mediale Konstruktion von Realität.
Wie unterscheidet sich das Verständnis von Loyalität bei Doug Stamper im Vergleich zu anderen Charakteren?
Während bei einigen Charakteren Loyalität durch Erpressung oder Zwang entsteht, wird bei Doug Stamper eine tiefere, potenziell auf Dankbarkeit beruhende Loyalität gegenüber Frank Underwood vermutet.
Warum wird The West Wing als Vergleich herangezogen?
Die Serie dient als deutlicher Kontrast zu House of Cards, da sie Politik als einen von Diskussionen und Idealen geprägten Prozess darstellt, anstatt auf Intrigen und reinem Machtkalkül aufzubauen.
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- Anonym (Author), 2015, Macht, Vertrauen, Loyalität. Normen und Werte in der US-Serie "House of Cards", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369345