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Kontrafaktische Aussagen über Objekte mit mehreren Namen

Eine Untersuchung von Paradoxien starrer Designatoren

Titel: Kontrafaktische Aussagen über Objekte mit mehreren Namen

Hausarbeit , 2017 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Julian Dressler (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Hausarbeit wird versucht, aus Saul Kripkes Konzeption starrer Designatoren Paradoxien abzuleiten und entstehende Paradoxien aufzulösen.

Bertrand Russell behauptet in On Denoting, dass logische Theorien getestet werden sollten, indem man überprüft, ob sie enigmatische Fragen auflösen können. Wenn man über die Logik nachdenke, solle man sich möglichst viele solcher Rätsel vergegenwärtigen, da ihre Funktion der von Experimenten in den Naturwissenschaften ähnlich sei.

In dieser Arbeit soll untersucht werden, inwiefern Saul Kripkes Konzeption starrer Designatoren, die er in seiner Vortragsreihe Name und Notwendigkeit darlegt, eine bestimmte Art solcher Fragen lösen kann. Kripke vertritt die Meinung, dass Eigennamen insofern starre Designatoren sind, als dass sie „in allen möglichen Welten denselben Gegenstand bezeichnen“, dass also keine Umstände denkbar sind, in denen ein Eigenname etwas anderes bezeichnet als das, was er tatsächlich bezeichnet. Daraus folgt, dass Identitätsbeziehungen zwischen zwei Objekten, wenn sie bestehen, notwendigerweise bestehen. In unserer Sprache lassen sich jedoch Sätze bilden, die intuitiv als sinnvoll und vielleicht sogar als wahr verstanden werden können und die gleichzeitig die Kontingenz einer Identitätsbeziehung zu behaupten scheinen. Die gemeinten Sätze haben die Form ‚X hätte nicht Y werden müssen‘ gemeinsam, wobei die Eigennamen X und Y auf denselben Gegenstand referieren.

Es drängt sich die Frage auf, inwiefern sich aus Sätzen dieser Art Widersprüche in Kripkes Konzeption starrer Bezeichnungsausdrücke konstruieren lassen und ob entstehende Paradoxien aufgelöst werden können, ohne dass sein Konzept von Eigennamen als starren Designatoren relativiert oder aufgegeben werden muss. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kripkes Argumentation für Namen als starre Designatoren

3. Kontrafaktische Situationen

3.1 Deskriptivistische Zugeständnisse?

3.2 Relativierung von Identität?

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht, inwiefern Saul Kripkes Theorie der starren Designatoren in seiner Vortragsreihe "Name und Notwendigkeit" logische Paradoxien bei kontrafaktischen Aussagen über Objekte mit mehreren Eigennamen auflösen kann, ohne das Grundkonzept notwendiger Identität aufzugeben.

  • Kripkes Kritik am Deskriptivismus von Russell und Frege
  • Die Analyse der Referenz von Eigennamen als starre Designatoren
  • Problematisierung kontrafaktischer Sätze der Form „X hätte nicht Y werden müssen“
  • Untersuchung von Lösungsansätzen durch sortalrelative und temporale Identitätskonzepte
  • Diskussion einer möglichen Modifikation von Kripkes Theorie durch fregeanische Sinn-Aspekte

Auszug aus dem Buch

3. Kontrafaktische Situationen

Aus dieser Auffassung scheint sich jedoch ein Problem ableiten zu lassen. Die Namen Stalin und Dschughaschwili bezeichnen dieselbe Person, die Namen Bruce Jenner und Caitlyn Jenner ebenfalls. Die Namen Waterloo Chamber und music room bezeichnen denselben Saal in Windsor Castle. Wenn das der Fall ist, sind Stalin und Dschughaschwili, Bruce Jenner und Caitlyn Jenner sowie Waterloo Chamber und music room jeweils notwendig identisch. Die folgenden Sätze scheinen jedoch sinnvoll und sogar wahr zu sein und das Gegenteil zu behaupten:

(1) Dschughaschwili hätte nicht Stalin werden müssen.

(2) Bruce Jenner hätte nicht Caitlyn Jenner werden müssen.

(3) Die Waterloo Chamber hätte nicht der music room werden müssen.

Der Sprecher wird zum Beispiel mit (1) etwas meinen wie: ‚Wenn Dschughaschwili nie Kommunist geworden wäre und damit auch den Namen Stalin nicht angenommen hätte, sondern in Georgien geblieben wäre und den Betrieb seines Vaters übernommen hätte, hätte es Stalin nie gegeben.‘

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik von Eigennamen in kontrafaktischen Aussagen ein und erläutert die Relevanz von Kripkes Konzeption starrer Designatoren für deren Auflösung.

2. Kripkes Argumentation für Namen als starre Designatoren: Dieses Kapitel stellt Kripkes Kritik am Deskriptivismus dar und leitet daraus seine Auffassung von Namen als starren Designatoren sowie die Notwendigkeit von Identitätsbeziehungen ab.

3. Kontrafaktische Situationen: Hier werden Sätze über Identitätsbeziehungen analysiert, die Kripkes Theorie scheinbar widersprechen, und Lösungsansätze wie sortalrelative und temporale Identität diskutiert.

3.1 Deskriptivistische Zugeständnisse?: Dieser Abschnitt untersucht, ob kontrafaktische Aussagen eine Rückkehr zu deskriptivistischen Ansätzen erfordern, um ihre Bedeutung zu erklären.

3.2 Relativierung von Identität?: Dieser Unterpunkt befasst sich mit der Frage, ob eine Aufweichung des Identitätsbegriffs notwendig ist, um die betrachteten kontrafaktischen Sätze plausibel zu machen.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und schlägt eine mögliche Modifikation von Kripkes Theorie durch eine Einbeziehung von Sinn-Aspekten vor, um die aufgeworfenen Probleme innerhalb eines semantischen Rahmens zu lösen.

Schlüsselwörter

Saul Kripke, starre Designatoren, Eigennamen, Kontrafaktische Situationen, Deskriptivismus, Identität, Notwendigkeit, Referenztheorie, Sprachphilosophie, Gottlob Frege, Bertrand Russell, Analytische Philosophie, Semantik, Pragmatik, Sortalrelative Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die sprachphilosophischen Herausforderungen, die sich ergeben, wenn identische Objekte in kontrafaktischen Aussagen durch verschiedene Namen bezeichnet werden, und ob Saul Kripkes Theorie der starren Designatoren dies erklären kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Referenztheorie von Eigennamen, die Unterscheidung zwischen notwendigen und kontingenten Eigenschaften sowie die Debatte um Identitätsbeziehungen in möglichen Welten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Es soll geklärt werden, ob sich Paradoxien, die aus Sätzen wie „X hätte nicht Y werden müssen“ entstehen, innerhalb von Kripkes Konzeption lösen lassen, ohne das Prinzip der starren Designatoren aufzugeben.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit nutzt die analytische Methode der Sprachphilosophie, indem sie klassische Texte (insbesondere Kripke) kritisch analysiert, Argumente gegen deskriptivistische Theorien abwägt und Lösungsstrategien für semantische Widersprüche prüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der kripkeschen Widerlegung des Deskriptivismus, die Analyse der Problematik kontrafaktischer Sätze und die kritische Auseinandersetzung mit Ansätzen wie sortalrelativer oder temporaler Identität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kripke, starre Designatoren, Eigennamen, Kontrafaktische Situationen, Deskriptivismus und Identität bilden den Kern der terminologischen Diskussion.

Inwiefern stellt die "Waterloo Chamber" ein spezielles Problem dar?

Das Beispiel verdeutlicht, dass eine sortalrelative Identitätslösung bei Objekten, die keine natürlichen Arten oder biologischen Entitäten sind, sehr umständlich wird, da man das Sortal für einen Raum wie „music room“ konstruieren müsste.

Wie bewertet der Autor Kripkes Theorie am Ende der Arbeit?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Kripkes Theorie zwar sehr vorteilhaft ist, aber durch die Integration einer pragmatischen Dimension oder einer Modifikation hinsichtlich des "Sinns" (im Fregeschen Sinne) ergänzt werden könnte, um intuitive Sprachbedürfnisse besser abzubilden.

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Details

Titel
Kontrafaktische Aussagen über Objekte mit mehreren Namen
Untertitel
Eine Untersuchung von Paradoxien starrer Designatoren
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
1,0
Autor
Julian Dressler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V369353
ISBN (eBook)
9783668480223
ISBN (Buch)
9783668480230
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kripke rigid designator Namen Notwendigkeit Metaphysik Logik Analytische Philosophie Sprachphilosophie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julian Dressler (Autor:in), 2017, Kontrafaktische Aussagen über Objekte mit mehreren Namen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369353
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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