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Bindung, Psychopathologie und Delinquenz. Definitionen, Bezüge und Perspektiven für die therapeutische Praxis

Titel: Bindung, Psychopathologie und Delinquenz. Definitionen, Bezüge und Perspektiven für die therapeutische Praxis

Hausarbeit , 2015 , 27 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jessica Hauptmann (Autor:in)

Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit werden die Begrifflichkeiten Bindung, Psychopathologie und Delinquenz definiert, in Beziehung zueinander gesetzt und im Rahmen der therapeutischen Praxis genauer erläutert.

Im ersten Kapitel dieser Arbeit wird eine Begriffsbestimmung für Delinquenz vorgenommen und die diversen inhaltlichen Zuordnungen dargestellt. Des Weiteren bietet die Hinführung einen thematischen Einstieg in die Bindungstheorie und deren Verknüpfung mit Delinquenz. Das dritte Kapitel bietet einen Überblick über die Prävalenz von Delinquenz in Deutschland und verdeutlicht sowohl die zahlenmäßige Entwicklung delinquenten Verhaltens bzw. der Verübung von Straftaten als auch folglich die Relevanz des Themenschwerpunkts dieser Arbeit. Im anschließenden Kapitel wird verkürzt auf den forensischen Kontext Bezug genommen und inhaftierte Straftäter, deren Delinquenzverhalten und biografische Hintergründe dargestellt. Näher eingegangen wird auf biografische und bindungstheoretische Aspekte im fünften Kapitel. Hier wird zunächst ein Einstieg in häufig vertretene biografische Inhalte und Bindungsrepräsentanzen von delinquent Auffälligen angeboten, ehe im ersten Unterkapitel vertieft auf die Bindungsrepräsentanzen und deren Ursprung und Auswirkung eingegangen wird, die das Thema Delinquenz tangieren. Die Ausprägung und Auswirkung von metakognitiven Fähigkeiten (von Mentalisierungskompetenz) wird im darauffolgenden Unterkapitel thematisiert. Mögliche Dysfunktionalitäten, neurobiologische Veränderungen oder Störungen werden anschließend aufgearbeitet, ehe verschiedene Einflüsse und deren Auswirkungen auf die Entwicklung und das Delinquenzverhalten im vierten Unterkapitel zusammenfließen und durch zusammenfassende Erkenntnisse abgerundet werden. Abschließend werden im sechsten Kapitel schlussfolgernd aus den Erkenntnissen Perspektiven abgeleitet, wie therapeutische Kontakte z.B. von klinisch-therapeutischen SozialarbeiterInnen gestaltet und das Wissen genutzt werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Begriffsbestimmung „Delinquenz“

2. Hinführung

3. Prävalenz von Delinquenz im kurzen Überblick

4. Forensischer Kontext

5. Psychopathologie, Bindungstheorie und metakognitive Fähigkeiten in Bezug auf Delinquenz

5.1. Bindungsrepräsentation und Delinquenz

5.2. Metakognitive Fähigkeiten und Delinquenz

5.3. Neurobiologische Erkenntnisse zu Delinquenz

5.4. Bindung, Mentalisierung, Gewalt und Psychopathologie

6. Perspektiven für die therapeutische Praxis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen Bindungserfahrungen, psychopathologischen Aspekten und der Entstehung von Delinquenz. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die biografischen und psychologischen Hintergründe straffälliger Personen zu entwickeln, um daraus fundierte Ansätze für eine therapeutische Intervention abzuleiten.

  • Bedeutung der Bindungstheorie für die Genese delinquenten Verhaltens.
  • Einfluss metakognitiver Fähigkeiten und Mentalisierung auf die Aggressionsregulation.
  • Neurobiologische Perspektiven auf Gewaltbereitschaft und Impulskontrolle.
  • Die Rolle der therapeutischen Beziehung in forensischen Settings.

Auszug aus dem Buch

5.4. Bindung, Mentalisierung, Gewalt und Psychopathologie

Wie beschrieben, ist die Fähigkeit zur Mentalisierung bei einer Vielzahl der Personen, welche durch Gewalt auffallen, eingeschränkt, ihnen „fehlt die Basis, auf der ein Verantwortungsgefühl für das eigene Handeln entwickelt werden kann“ (Lamott, Pfäfflin 2008, S. 309). Dieses Defizit führt eine fehlerhafte Auslegung oder gar Unberücksichtigung der Konsequenzen gewalttätiger Aktion mit sich, zumeist geschieht eine „Entwertung und Dehumanisierung des Opfers“ (ebd.). Das Gegenüber wird zum Objekt deklariert, welches einzig zur eigenen Bedürfnisbefriedigung fungiert (vgl. ebd.). Aus diesem Mangel an Verständnis der Position des Gegenübers, dem Mentalisierungsdefizit, entwickelt sich in einigen Fällen somit ein Muster von aggressiven, delinquenten, gewalttätigem Verhalten – „Es scheint, als beseitige die Beeinträchtigung der Mentalisierungsfähigkeit bei Gewalttätern jene Barriere, die normalerweise Menschen an der Gewaltausübung hindert“ (ebd., S. 313).

Auf dieser Grundlage wird Gewalttätigkeit als Konfliktlösungsstrategie genutzt – eine externalisierte, alloplastische „Lösung“ sich von inneren Konflikten, Affekten, Gefühlen zu befreien durch den Angriff auf das äußere Objekt (Bsp: Man stelle sich als Beispiel den frustrierten Mann vor, der gestresst und genervt von der Arbeit heimkehrt, vielleicht sogar eine ungünstige Auseinandersetzung mit seinem Chef hatte. Zu Hause angekommen kann er seine Affekte nicht versprachlichen und mit seiner Frau austauschen, Affekte von z.B. Wut, von Unzufriedenheit weil er sich von Kollegen nicht angenommen fühlt und Sorge um einen möglichen Arbeitsplatzverlust überschwemmen ihn, er kann diese Affekte nicht reflektieren und regulieren und hebt seine Hand gegen seine Partnerin.)

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung umreißt die Komplexität der Delinquenz als Phänomen und legt den Fokus der Arbeit auf bindungstheoretische sowie psychoanalytische Erklärungsmodelle.

1. Begriffsbestimmung „Delinquenz“: Dieses Kapitel definiert Delinquenz als einen "fehlangepassten Pfad der Entwicklung" und beleuchtet die Heterogenität der Begriffsverwendung in verschiedenen Kontexten.

2. Hinführung: Der Abschnitt führt in die historische Entwicklung der Bindungstheorie durch Bowlby ein und verknüpft sie mit der Untersuchung früherer Trennungserfahrungen und deren Folgen für die psychosoziale Entwicklung.

3. Prävalenz von Delinquenz im kurzen Überblick: Hier werden statistische Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) analysiert, um die Verbreitung von Straftaten, insbesondere im Jugendalter, einzuordnen.

4. Forensischer Kontext: Das Kapitel befasst sich mit der Behandlung straffälliger Klienten in Maßregelvollzugsanstalten und der Bedeutung eines modifizierten Störungsverständnisses.

5. Psychopathologie, Bindungstheorie und metakognitive Fähigkeiten in Bezug auf Delinquenz: Dies ist das zentrale Analyseteil, das die Verbindung zwischen biografischen Belastungen, gestörten Bindungsmustern und dem Scheitern der Mentalisierung bei delinquenten Personen theoretisch fundiert.

5.1. Bindungsrepräsentation und Delinquenz: Fokus auf die Bedeutung innerer Arbeitsmodelle von Bindung und die Herausforderungen in der Adoleszenz bei unsicher gebundenen Jugendlichen.

5.2. Metakognitive Fähigkeiten und Delinquenz: Untersuchung der kognitiven Defizite bei der Perspektivübernahme und deren Einfluss auf die moralische Entwicklung und soziale Interaktion.

5.3. Neurobiologische Erkenntnisse zu Delinquenz: Diskussion der Rolle von Hirnarealen wie dem präfrontalen Kortex sowie hormonellen Einflüssen bei der Entstehung von Aggression.

5.4. Bindung, Mentalisierung, Gewalt und Psychopathologie: Vertiefende Analyse der Mentalisierung als Barriere gegen Gewalt und die Folgen eines Mangels an dieser Fähigkeit für die Beziehungsgestaltung.

6. Perspektiven für die therapeutische Praxis: Das abschließende Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse in die praktische Arbeit von Sozialarbeiterinnen und Therapeuten im forensischen Setting.

Schlüsselwörter

Delinquenz, Bindungstheorie, Psychopathologie, Mentalisierung, Aggression, Gewaltbereitschaft, Forensik, Entwicklungspsychologie, Bindungsrepräsentation, Impulskontrolle, Traumatisierung, Sozialarbeit, Persönlichkeitsstörungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet die Ursachen von delinquentem Verhalten unter Einbeziehung bindungstheoretischer, psychopathologischer und neurobiologischer Erklärungsmodelle.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die Bindungsentwicklung, die Fähigkeit zur Mentalisierung, metakognitive Fähigkeiten sowie die Auswirkungen biografischer Traumatisierungen auf das spätere Sozialverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Hintergründe von Delinquenz zu schaffen, um wirksame therapeutische Ansätze für die Arbeit mit straffälligen Personen zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der aktuellen Fachliteratur und verknüpft diese mit empirischen Ergebnissen aus der Entwicklungspsychologie und Kriminologie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie unsichere Bindungserfahrungen und traumatische Prägungen die Gehirnentwicklung und die Fähigkeit zur affektiven Selbststeuerung beeinträchtigen und so eine Vulnerabilität für antisoziales Verhalten schaffen können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bindungstheorie, Mentalisierung, Delinquenz und forensische Praxis charakterisiert.

Wie beeinflusst die Bindung die spätere Gewaltbereitschaft?

Unsichere Bindungsmuster können die Entwicklung von Mentalisierungskompetenzen behindern, wodurch Betroffenen die Barriere fehlt, die normalerweise vor der Ausübung von körperlicher Gewalt gegen andere schützt.

Welche Rolle spielt der präfrontale Kortex in diesem Kontext?

Der präfrontale Kortex ist für die Impulskontrolle entscheidend; Funktionsstörungen in diesem Bereich – etwa durch frühe Traumata – können dazu führen, dass aggressive Impulse ungehemmt ausgelebt werden.

Was bedeutet "Mentalisierung" in Bezug auf die Delinquenz-Therapie?

Mentalisierung bezeichnet die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle und Absichten zu reflektieren. In der Therapie geht es darum, diese Kompetenz zu fördern, damit Patienten Konflikte verbal und auf kognitiver Ebene lösen können, statt sie gewaltsam zu externalisieren.

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Details

Titel
Bindung, Psychopathologie und Delinquenz. Definitionen, Bezüge und Perspektiven für die therapeutische Praxis
Hochschule
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Note
1,3
Autor
Jessica Hauptmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
27
Katalognummer
V369365
ISBN (eBook)
9783668479425
ISBN (Buch)
9783668479432
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bindung Psychopathologie Delinquenz metakognitiv Mentalisieren Gewalt forensisch Forensik Straftat Kriminalität kriminell Delikt Täter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jessica Hauptmann (Autor:in), 2015, Bindung, Psychopathologie und Delinquenz. Definitionen, Bezüge und Perspektiven für die therapeutische Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369365
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Leseprobe aus  27  Seiten
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