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Kritik am Status quo der Ratingagenturen und Lösungsansätze in Europa

Titre: Kritik am Status quo der Ratingagenturen und Lösungsansätze in Europa

Thèse de Bachelor , 2015 , 72 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Tamara Runow (Auteur)

Gestion d'entreprise - Droit économique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, die Defizite der Ratingpraxis herauszuarbeiten. Außerdem wird gezeigt, wie mit aktuellen Regulierungsansätzen versucht wird, ebendiese Defizite zu beheben, und welche zukünftigen Lösungen in Betracht gezogen werden.

Die Arbeit untergliedert sich dementsprechend in drei Hauptkapitel. Das zweite Kapitel führt an den eigentlichen Untersuchungsgegenstand heran und verschafft einen Überblick über Credit-Rating und Ratingagenturen. Dies bildet die theoretische Grundlage für den nächsten Abschnitt der Arbeit. Das dritte Kapitel zeigt mögliche Kritikpunkte an Ratingagenturen. Im vierten Kapitel liegt der Schwerpunkt der Arbeit. Es führt die Lösungsansätze auf, die die zuvor genannten Kritikpunkte auf europäischer Ebene verhindern, oder zumindest reduzieren sollen. Abschließend werden mögliche Lösungsansätze für die Zukunft, wie die Schaffung einer Europäischen Ratingagentur oder die Abkehr vom Modell des zahlenden Emittenten näher betrachtet und kritisch bewertet. Zuletzt erfolgen das Fazit mit einem Ausblick für die Zukunft.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Credit Rating

2.1 Definition

2.2 Arten von Rating

2.3 Ratingprozess

2.4 Ratingagenturen

2.4.1 Funktion

2.4.2 Vorstellung des Ratingmarktes

2.5 Zusammenfassung

3. Kritik an der Ratingpraxis

3.1 Marktmacht der „Großen Drei“

3.2 Mangelnde Qualität und verspätete Anpassung der Ratings

3.3 Mangelnde Neutralität der Ratings durch Interessenkonflikte

3.3.1 Issuer-Pays-Modell

3.3.2 Doppelrolle Beratung und Rating

3.3.3 Voraussetzung für Gefälligkeitsratings: Mangelnde Transparenz

3.4 Exkurs: Krisenverstärkende Wirkung durch Ratingvorschriften

3.5 Zusammenfassung

4. Lösungsansätze in Europa zur Regulierung von Ratingagenturen

4.1 Selbstregulierung

4.2 Etappen zwischen Selbstregulierung und gesetzlicher Regulierung

4.2.1 Erste Regelungen zu Ratingagenturen in Richtlinien und Leitlinien

4.2.2 Konsultation von EU-Beratungsgremien zur Notwendigkeit einer gesetzlichen Regulierung

4.3 Gesetzliche Regulierung durch die EU-Ratingverordnungen

4.3.1 Verordnung (EG) Nr. 1060/2009

4.3.2 Verordnungen (EU) Nr. 1095/2010 und 513/2011

4.3.3 Verordnung (EU) Nr. 462/2013

4.3.4 Fazit zur Behebung der Defizite der Ratingpraxis durch die Rating-VO

4.3.4.1 Marktmacht der „Großen Drei“

4.3.4.2 Mangelnde Qualität und verspätete Anpassung der Ratings

4.3.4.3 Mangelnde Neutralität der Ratings durch Interessenkonflikte

4.3.4.4 Krisenverstärkende Wirkung durch Ratingvorschriften

4.4 Mögliche Lösungsansätze für die Zukunft

4.4.1 Schaffung eines europäischen Gegengewichts

4.4.1.1 Gründung einer Europäischen Ratingagentur

4.4.1.2 Errichtung eines Netzwerks kleiner europäischer Ratingagenturen

4.4.2 Abwendung vom Issuer-Pays-Modell

4.4.3 Rating-Alternativen

4.5 Zusammenfassung

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die kritische Rolle von Ratingagenturen im europäischen Finanzmarkt, insbesondere ihre Mitverantwortung bei der Entstehung und Verschärfung von Finanzkrisen. Ziel ist es, die Defizite der bestehenden Ratingpraxis – wie mangelnde Neutralität und unzureichende Transparenz – zu identifizieren und die Wirksamkeit der regulatorischen Gegenmaßnahmen der Europäischen Union kritisch zu evaluieren.

  • Marktmacht und Oligopolstellung der „Großen Drei“ (S&P, Moody's, Fitch)
  • Strukturelle Interessenkonflikte durch das Issuer-Pays-Modell
  • Krisenverstärkende Effekte durch pro-zyklische Ratingvorschriften
  • Regulierung durch die EU-Ratingverordnungen (EG Nr. 1060/2009 bis EU Nr. 462/2013)
  • Zukünftige Lösungsansätze wie europäische Ratinginstitutionen und alternative Bewertungsmodelle

Auszug aus dem Buch

3.1 Marktmacht der „Großen Drei“

Bereits bei der Vorstellung des Ratingmarktes in Kapitel 2.4.2 wurde ersichtlich, dass er von drei amerikanischen Ratingagenturen dominiert wird, auch wenn es weltweit geschätzt 140 Ratingagenturen gibt. Dies ist einerseits darauf zurückzuführen, dass 1975 durch die SEC nur wenige Ratingagenturen als NRSRO anerkannt wurden, und deshalb kaum Wettbewerb möglich war. Andererseits sorgen Skaleneffekte bei der Beschaffung von Informationen, die jahrelange Erfahrung der Großen Drei und die Bevorzugung deren standardisierter Methoden durch internationale Investoren für hohe Markteintrittsbarrieren.

Auch wenn einige Wirtschaftswissenschaftler Vorteile in einer oligopolistischen Marktstruktur sehen, da beispielsweise die geringe Auswahl an Agenturen die Verhandlungsmacht der Kunden schwächen und somit zu neutralen Ratings führen soll, stehen die meisten Experten der Abhängigkeit von wenigen Agenturen kritisch gegenüber. Denn zum einen führt der geringe Wettbewerb zu gegebenenfalls zu hohen Ratinggebühren, zum anderen wird befürchtet, dass Agenturen durch die geringe Konkurrenz weniger Wert auf die Qualität ihres Urteils legen und dies durch den geringen Vergleich nur schwer festgestellt werden kann. Außerdem können sich Ratingagenturen sogenannte Lock-in-Effekte zunutze machen, die für die Erhaltung der Konzentration auf dem Ratingmarkt sorgen: Wechselt ein Emittent die Ratingagentur, so fürchten Investoren unter Umständen, dass dies der Vermeidung einer Herabstufung dienen soll. Folglich verblieben Emittenten bei der gleichen Agentur, um das Vertrauen der Investoren nicht zu gefährden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Rating als „Fieberthermometer“ der Märkte und stellt die Forschungsfrage nach den Defiziten der Ratingpraxis sowie deren aktueller Regulierung in Europa.

2. Credit Rating: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen über Arten, Prozesse und Funktionen von Ratingagenturen sowie eine Marktübersicht.

3. Kritik an der Ratingpraxis: Hier werden die Marktmacht, Interessenkonflikte und die krisenverstärkende Wirkung von Ratings durch Anreize in Finanzvorschriften kritisch analysiert.

4. Lösungsansätze in Europa zur Regulierung von Ratingagenturen: Dieses Hauptkapitel untersucht die Entwicklung von der Selbstregulierung über die EU-Ratingverordnungen bis hin zu zukünftigen Alternativen wie einer Europäischen Ratingagentur.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die Regulierung zwar wichtige Defizite eindämmt, aber systemische Probleme wie das Issuer-Pays-Modell weiterhin bestehen bleiben.

Schlüsselwörter

Ratingagenturen, Credit Rating, Finanzkrise, EU-Ratingverordnung, Interessenkonflikte, Issuer-Pays-Modell, Rating-Shopping, Marktmacht, Finanzmarktaufsicht, ESMA, Länderratings, Strukturierte Finanzprodukte, Regulierung, Wettbewerb, Rating-Alternativen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle von Ratingagenturen im Finanzsystem, die Kritik an ihrer Praxis im Kontext der Finanzkrise und die regulatorischen Antworten der Europäischen Union.

Welche Themenfelder sind zentral?

Zentrale Felder sind die Marktmacht der „Großen Drei“, die Problematik des Issuer-Pays-Modells, Interessenkonflikte und die Auswirkung regulatorischer Vorschriften auf die Finanzmarktstabilität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Defizite der Ratingpraxis aufzuzeigen und zu evaluieren, inwieweit die EU-Verordnungen diese Schwachstellen beheben können und welche zukünftigen Lösungen existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von EU-Verordnungen und Berichten von Aufsichtsbehörden wie der ESMA und dem CESR.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Kritik an bestehenden Praktiken und eine umfassende Untersuchung der EU-Regulierungsansätze bis hin zu Zukunftskonzepten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernelemente sind Ratingagenturen, EU-Regulierung, Interessenkonflikte, Finanzkrise, Issuer-Pays-Modell, Marktmacht und Qualitätssicherung.

Warum ist das Issuer-Pays-Modell so umstritten?

Da die Agenturen direkt von den Emittenten bezahlt werden, entsteht ein Anreiz für Gefälligkeitsratings, um Kunden zu binden, was die Unabhängigkeit gefährdet.

Welche Rolle spielt die ESMA bei der Regulierung?

Die ESMA fungiert als zentrale europäische Aufsichtsbehörde, die die Einhaltung der Ratingverordnungen überwacht und befugt ist, Sanktionen bei Verstößen zu verhängen.

Wie bewertet die Autorin die Wirksamkeit der Regulierung?

Die Autorin sieht die Regulierung als notwendigen Schritt zur Disziplinierung, weist jedoch darauf hin, dass grundlegende Probleme wie das Geschäftsmodell der Agenturen bisher nur unzureichend gelöst wurden.

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Résumé des informations

Titre
Kritik am Status quo der Ratingagenturen und Lösungsansätze in Europa
Université
University of applied Sciences Regensburg
Note
1,0
Auteur
Tamara Runow (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
72
N° de catalogue
V369370
ISBN (ebook)
9783668472143
ISBN (Livre)
9783668472150
Langue
allemand
mots-clé
ratingagenturen kritik status lösungsansätze europa
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tamara Runow (Auteur), 2015, Kritik am Status quo der Ratingagenturen und Lösungsansätze in Europa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369370
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Extrait de  72  pages
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