In dieser Arbeit soll intra-industrieller Handel in Modellen mit endogenem Wachstum theoretisch untersucht werden.
Als Grundlage der Analyse wird in Kapitel 2 zunächst ein Modell von Grossman und Helpman vorgestellt, das endogenes Wachstum durch Innovationen gewinnmaximierender Unternehmen in unvollständigen Wettbewerb modelliert. Es wird dabei auf die Annahmen, das Modellgleichgewicht und die Anpassungsdynamik des Modells eingegangen. Darauf aufbauend wird in Kapitel 3 untersucht, wie sich internationale Wissensdiffusion und intra-industrieller Handel auf das Wachstum auswirken. Dabei wird sich zeigen, dass Länder, die international Forschungsergebnisse austauschen oder Außenhandel betreiben, schneller wachsen als Länder in Isolation. Nach diesen Kapiteln folgt in Kapitel 4 die Vorstellung einer modifizierten Version des Modells. Die Modifikationen bestehen darin, dass die Forschungstechnologie des Modells verändert und Humankapitalakkumulation mit einbezogen wird. Hier wird ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet, die Veränderungen der Grundstruktur des Modells und die neue Modelldynamik ausführlich zu beschreiben. Anschließend wird wieder das Wachstum bei internationalem Wissenstransfer und intra-industriellen Handel untersucht. Die Analyse des modifizierten Modells wird zeigen, dass internationale Wissensdiffusion und Außenhandel das langfristige Wachstum entwickelter Nationen nicht verändern. Den Abschluss dieser Arbeit stellt ein Fazit dar, in dem neben einer Zusammenfassung auch kurz dargestellt wird, wie sich die Forschung in diesem Themenbereich in den letzten Jahren entwickelt und verändert hat.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Grossman-Helpman-Modell mit zunehmender Produktvielfalt
2.1 Modellbeschreibung und Annahmen
2.2 Gleichgewicht
2.3 Resümee
3 Internationaler Handel und Wachstum im Grossman-Helpman-Modell
3.1 Internationale Wissensdiffusion
3.2 Internationaler Handel
3.3 Resümee
4 Das Grossman-Helpman-Modell mit Humankapitalakkumulation und Jones-Forschungstechnologie
4.1 Modellbeschreibung und Annahmen
4.2 Gleichgewicht
4.3 Internationaler Handel und Wachstum
4.3.1 Internationale Wissensdiffusion
4.3.2 Internationaler Handel
4.4 Resümee
5 Fazit
6 Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht theoretisch den Zusammenhang zwischen internationalem Handel und endogenem Wirtschaftswachstum. Das primäre Ziel besteht darin, die Wirkungsweise von Innovationsprozessen und Handel in Modellen mit zunehmender Produktvielfalt und Humankapitalakkumulation zu analysieren, wobei kritisch hinterfragt wird, inwiefern internationale Integration tatsächlich dauerhafte Wachstumseffekte induzieren kann.
- Endogenes Wachstum durch Forschung und Entwicklung (FuE)
- Grossman-Helpman-Modell und seine Erweiterungen
- Internationale Wissensdiffusion und intraindustrieller Handel
- Rolle der Humankapitalakkumulation
- Kritische Analyse von Skaleneffekten in Wachstumsmodellen
Auszug aus dem Buch
3.2 Internationaler Handel
Die Ergebnisse aus dem vorhergehenden Abschnitt haben gezeigt, dass bereits der Austausch von Forschungsergebnissen Wachstumseffekte haben kann. Nun soll untersucht werden, mit welcher Rate Ökonomien wachsen, deren Produktmärkte nicht international abgeschottet sind. Mit Handel spezialisiert sich jedes Land auf bestimmte Zwischenprodukte und exportiert diese. Importiert werden Zwischenprodukte, auf die sich das jeweils andere Land spezialisiert hat. Wegen des internationalen Wettbewerbs haben die Unternehmer einen Anreiz, internationale Forschungsredundanzen zu vermeiden und jedes national neu entwickelte Zwischengut ist auch weltweit neu. Außenhandel hat allerdings noch zwei weitere Effekte. Da der Markt größer ist, ist die Zahl der Nachfrager höher und damit auch die Gewinnerwartungen. Andererseits verschärft sich der Wettbewerb durch die internationale Konkurrenz, was zu niedrigeren Gewinnen führt. Damit ist a priori klar, dass sich die beiden Effekte entgegenwirken, allerdings nicht, ob einer der beiden Effekte überwiegen wird.
Bei internationalem Handel seien nun die weltweiten Konsumausgaben das Numéraire: A1p1x1+A2p2x2 = 1. Damit bleibt r(t) = ρ bestehen. Da sich die Hersteller des Endgutes entscheiden können, ob sie in- oder ausländische Zwischenprodukte kaufen, lässt sich mit si = Aipixi / (Aipixi + Ai'pi'xi') der Anteil der Kosten des Endproduktsektors die auf Land i fallen, ausdrücken.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hinführung zur Fragestellung der Auswirkungen von internationalem Handel auf das Wirtschaftswachstum und Vorstellung der theoretischen Einbettung.
2 Das Grossman-Helpman-Modell mit zunehmender Produktvielfalt: Darstellung des Grundmodells für endogenes Wachstum durch Innovationsprozesse in monopolistischer Konkurrenz.
3 Internationaler Handel und Wachstum im Grossman-Helpman-Modell: Analyse der Effekte von Wissensdiffusion und Handel auf das Wachstum in einer Welt mit zwei Ländern.
4 Das Grossman-Helpman-Modell mit Humankapitalakkumulation und Jones-Forschungstechnologie: Modifikation des Grundmodells zur Behebung von Skaleneffekten durch Integration von Humankapital und veränderter Forschungstechnologie.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Einordnung der Reichweite der untersuchten Wachstumsmodelle.
6 Anhang: Bereitstellung der mathematischen Herleitungen, Ergänzungen und regressionsanalytischen Untersuchungen.
Schlüsselwörter
Endogenes Wachstum, Internationaler Handel, Forschung und Entwicklung, Humankapitalakkumulation, Grossman-Helpman-Modell, Wissensdiffusion, Intraindustrieller Handel, Innovationsprozesse, Skaleneffekte, Produktvielfalt, Weltmarkt, Wettbewerb, Wachstumsrate, Wirtschaftsmodellierung, Technischer Fortschritt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht theoretisch, wie intraindustrieller Handel und internationale Wissensdiffusion in Modellen mit endogenem Wachstum die langfristigen Wachstumsraten von Volkswirtschaften beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Modellierung von Innovationsanreizen, der Bedeutung von Forschungstechnologien sowie der theoretischen Analyse von Marktöffnungen und deren Auswirkungen auf technologische Spillover-Effekte.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit hinterfragt, ob und unter welchen Bedingungen internationale Interaktion und Handel dauerhafte, positive Impulse auf das Wirtschaftswachstum ausüben können, oder ob diese Effekte durch strukturelle Modellannahmen wie Skaleneffekte überzeichnet sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf dynamischen Modellen der Neuen Wachstumstheorie basiert und diese durch mathematische Ableitungen sowie eine ergänzende ökonometrische Datenprüfung der USA analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Grossman-Helpman-Grundmodells, die Erweiterung um internationale Handelsbeziehungen und schließlich die Modifikation durch Humankapitalakkumulation nach Arnold, um realistische empirische Bedingungen besser abzubilden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind endogenes Wachstum, Grossman-Helpman-Modell, Humankapitalakkumulation, internationale Wissensdiffusion und intraindustrieller Handel.
Wie unterscheidet sich das Modell in Kapitel 4 vom Grundmodell?
In Kapitel 4 wird die Forschungstechnologie so verändert, dass abnehmende Grenzerträge auftreten, und Humankapital als zentraler Produktionsfaktor sowie als Bildungsgut integriert, um die bei Grossman und Helpman kritisierten Skaleneffekte zu eliminieren.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Wirksamkeit von Politikmaßnahmen?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Wachstum in den modifizierten semi-endogenen Modellen weitgehend exogen durch fundamentale Parameter bestimmt wird, wodurch die kurzfristige Manipulierbarkeit durch gezielte politische Maßnahmen in Frage gestellt wird.
Warum wird im Anhang eine Regression durchgeführt?
Die Regression dient dazu, die empirische Plausibilität der theoretischen Annahmen, insbesondere des Zusammenhangs zwischen Forschungsaufwand und Wachstumsraten am Beispiel der USA, kritisch zu beleuchten.
- Citar trabajo
- Michael Lebacher (Autor), 2014, Internationaler Handel in Modellen mit endogenem Wachstum. Eine Analyse mithilfe des Grossman-Helpman-Modells, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369385