Der neue IFRS 9 Finanzinstrumente wurde bereits 2014 verabschiedet, jedoch erst Ende 2016 nach Durchlaufen der Komitologie im Europäischen Amtsblatt veröffentlicht. Somit ist der neue Standard auch in der EU für ab 2018 beginnende Wirtschaftsjahre von IFRS-Bilanzierern zwingend anzuwenden, wobei eine freiwillige frühere Anwendung erlaubt ist. Die Vorgängervorschrift IAS 39 kommt spätestens dann nicht mehr zur Anwendung.
In diesem Werk wird - unterstützt durch zahlreiche Abbildungen - anschaulich dargestellt, was sich für die Bilanzierung von Finanzinstrumenten alles ändert, sowie welche Punkte bei einem Umstellungsprozess von IAS 39 auf IFRS 9 beachtet werden müssen. Da vielfach auch noch ein – für das Steuerrecht massgebender – handelsrechtlicher Jahresabschluss aufgestellt werden muss, erfolgt als Vergleich auch die Darstellung der Finanzinstrumente im deutschen Handelsrecht (HGB).
Inhaltsverzeichnis
I. Einführung
II. Finanzinstrumente nach Handelsgesetzbuch (HGB)
II.1 Begriff des Finanzinstruments
II.1.1 Definitionen
II.1.2 Ansatz von Finanzinstrumenten nach HGB
II.2 Wertmassstäbe der Bilanzierung von Finanzinstrumenten
II.2.1 Wertmassstäbe nach HGB
II.2.2 Wertmassstäbe nach IFRS
II.2.2.1 Beizulegender Zeitwert (Fair Value)
II.2.2.2 Fortgeführten Anschaffungskosten mittels Effektivzinsmethode
II.3 Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach HGB
II.3.1 Ansatzkriterien
II.3.1.1 Ansatz von originären Finanzinstrumenten
II.3.1.2 Ansatz von derivativen Finanzinstrumenten
II.3.2 Bewertung von Finanzinstrumenten nach HGB
II.3.2.1 Zugangsbewertung nach HGB
II.3.2.1.1 Originäre Finanzinstrumente
II.3.2.1.2 Derivative Finanzinstrumente
II.3.2.2 Folgebewertung nach HGB
II.3.2.2.1 Folgebewertung im Anlagevermögen
II.3.2.2.2 Folgebewertung im Umlaufvermögen
II.3.3 Bewertung von Finanzinstrumenten des Handelsbestandes von Kreditinstituten
II.3.4 Darstellung im handelsrechtlichen Abschluss
III. Finanzinstrumente nach IAS 32 («Finanzinstrumente: Ausweis»)
III.1. Allgemeines
III.2 Ansatzkriterien nach HGB und IAS 32
III.2.1 Ansatzkriterien nach HGB
III.2.2 Ansatzkriterien nach IFRS
IV. Finanzinstrumente nach IAS 39
IV.1 Klassifizierung und Bewertung finanzieller Verbindlichkeiten
IV.2 Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte
IV.2.1 Kredite und Forderungen (loans and receivables)
IV.2.2 Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen (held to maturity investments)
IV.2.3 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (at fair value through profit and loss investments)
IV.2.4 Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale investments)
IV.2.5 Fair Value Option
IV.3 Erstbewertung IFRS 39 («Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung») und HGB im Vergleich
IV.3.1 Erstbewertung nach HGB
IV.3.2 Erstbewertung nach IFRS (IAS 39)
IV.4 Folgebewertung
IV.4.1 Folgebewertung nach HGB
IV.4.2 Folgebewertung nach IFRS (IAS 39)
IV.5 Zusammenfassung der Klassifizierung und Bewertung nach IAS 39
IV.6 Erfassung von Wertminderungen bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten
IV.7 Bilanzierung von Sicherungsgeschäften Hedge Accounting nach IAS 39
V. Umstellung von IAS 39 auf IFRS 9
V.1 Allgemeines
V.2 Zielsetzung
V.3 Darstellung des Umstellungsprozesses
V.3.1 Phase 1: Klassifizierung und Bewertung (Classification and Measurement)
V.3.2 Phase 2: Ausserplanmässige Abschreibung (amortised Cost and Impairment)
V.3.3 Phase 3: Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting)
V.4 Entstehender Handlungsbedarf und Aktionsplan
V.5 Phase 1: Klassifizierung und Bewertung (Classification and Measurement)
V.5.1 Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten
V.5.2 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert
V.5.3 Änderungen und Handlungsbedarf aus der Umstellungsphase 1
V.6 Phase 2: Ausserplanmässige Abschreibung (amortised Cost and Impairment)
V.6.1 Expected-Loss-Modell
V.6.2 Three-Bucket-Approach
V.6.3 Änderungen und Handlungsbedarf aus der Umstellungsphase 2
VI. Hedge Accounting nach IFRS 9
VI.1 Einleitung
VI.2 Phase 3: Hedge Accounting
VI.2.1 Risikomanagement
VI.2.1.1 Grundgeschäfte
VI.2.1.2 Sicherungsinstrumente
VI.2.1.3 Effektivitätstest
VI.2.2 Rekalibrierung von Sicherungsbeziehungen
VI.2.3 Beendigung von Sicherungsbeziehungen
VI.3 Gesicherte Grundgeschäfte
VI.3.1 Einführung
VI.3.2 Aggregierte Risiken
VI.3.3 Komponenten eines Grundgeschäfts
VI.3.3.1 Risikokomponenten
VI.3.3.2 Nominalkomponenten
VI.3.4 Nettopositionen
VI.4 Sicherungsinstrumente
VI.5 Designationskriterien
VI.5.1 Einführung
VI.5.2 Ökonomischer Zusammenhang
VI.5.3 Einfluss des Kreditrisikos
VI.5.4 Hedge Ratio
VI.6 Effektivität, Rebalancing und Beendigung von Hedge Accounting
VI.6.1 Messung der Ineffektivität
VI.6.2 Beurteilung der Effektivität
VI.6.3 Rebalancing
VI.6.4 Beendigung von Hedge Accounting
VI.7 Weitere Neuerungen von IFRS
VI.7.1 Zeitwert von Optionen
VI.7.2 Terminbasis von Termingeschäften
VI.7.3 Anpassung in der IT-Landschaft
VI.7.4 Änderungen und Handlungsbedarf aus der Umstellungsphase 3
VI.8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der bilanziellen Behandlung von Finanzinstrumenten unter besonderer Berücksichtigung des Übergangs von IAS 39 zu IFRS 9, ergänzt um eine Einordnung in das deutsche Handelsrecht (HGB). Ziel ist es, die strukturellen Änderungen der neuen Rechnungslegungsstandards zu analysieren und den daraus resultierenden Handlungsbedarf für Unternehmen, insbesondere im Kontext von Risikomanagement und IT-Prozessen, aufzuzeigen.
- Vergleichende Analyse der Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach HGB und IFRS.
- Detaillierte Erläuterung der Phasen der Umstellung von IAS 39 auf IFRS 9.
- Bewertung der neuen Klassifizierungs- und Wertminderungsvorschriften (Expected-Loss-Modell).
- Darstellung der Neuerungen im Hedge Accounting und deren Auswirkungen auf die Risikomanagementstrategie.
- Entwicklung eines Aktionsplans zur praktischen Umsetzung der Standardänderungen im Unternehmen.
Auszug aus dem Buch
VI.5.3 Einfluss des Kreditrisikos
Zur Anwendung des IFRS 9 für Hedge Accounting darf der Einfluss aus der Veränderung von Kreditrisiken die Sicherungsbeziehung nicht dominieren. Dem Kreditrisiko können sowohl das Grundgeschäft als auch das Sicherungsinstrument unterliegen.282 Dieses gilt sowohl bezogen auf die buchführende Unternehmung selbst als auch auf die Gegenpartei. Wann ein Kreditrisiko eine Sicherungsbeziehung dominiert, wird im Standard nicht definiert. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass dies eine niedrige Hürde darstellt.283 So kann bereits eine klar definierte Risikopolitik mit einer regelmässigen Definition und Überwachung von Risikolimiten in Bezug auf Volumen und Kreditqualität in vielen Fällen den Anforderungen des Standards genügen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einführung: Das Kapitel bietet einen Überblick über traditionelle sowie neue Finanzinstrumente und führt in die Problematik des bilanziellen Ausweises nach IAS/IFRS sowie HGB ein.
II. Finanzinstrumente nach Handelsgesetzbuch (HGB): Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der handelsrechtlichen Behandlung, einschließlich Definition, Ansatzkriterien und Bewertungsmethoden für originäre und derivative Instrumente.
III. Finanzinstrumente nach IAS 32 («Finanzinstrumente: Ausweis»): Dieses Kapitel beleuchtet die allgemeinen Darstellungsvorschriften für Finanzinstrumente als Verbindlichkeiten, Eigenkapitalinstrumente oder finanzielle Vermögenswerte gemäß IFRS.
IV. Finanzinstrumente nach IAS 39: Es werden die Klassifizierung, Erst- und Folgebewertung sowie die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nach dem "alten" IAS 39 Standard erläutert.
V. Umstellung von IAS 39 auf IFRS 9: Dieses zentrale Kapitel behandelt die Zielsetzung der Umstellung, den Umstellungsprozess in drei Phasen und entwickelt einen praxisorientierten Aktionsplan für Unternehmen.
VI. Hedge Accounting nach IFRS 9: Der Fokus liegt hier auf den spezifischen Änderungen im Hedge Accounting unter IFRS 9, inklusive Risikomanagement, Designationskriterien, Effektivitätsmessung und Rebalancing.
Schlüsselwörter
Finanzinstrumente, IFRS 9, IAS 39, HGB, Hedge Accounting, Bilanzierung, Fair Value, Effektivzinsmethode, Kreditrisiko, Risikomanagement, Expected-Loss-Modell, Three-Bucket-Approach, Rebalancing, Derivative, Sicherungsgeschäfte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der bilanziellen Behandlung von Finanzinstrumenten und dem Wechsel von den Regelungen des IAS 39 zum neuen Standard IFRS 9, ergänzt durch einen Vergleich mit dem deutschen Handelsgesetzbuch.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die Klassifizierung von Finanzinstrumenten, deren Bewertung (zu Anschaffungskosten oder Fair Value), die Erfassung von Wertminderungen sowie die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften (Hedge Accounting).
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, die Änderungen durch IFRS 9 verständlich darzulegen und Unternehmen einen konkreten, praxisnahen Aktionsplan für die Umstellung ihrer Rechnungslegungsprozesse und IT-Systeme bereitzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor wendet eine analytische Literatur- und Standardanalyse an, um die komplexen regulatorischen Anforderungen von IFRS 9 den bestehenden Standards IAS 39 und HGB gegenüberzustellen und Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt systematisch die Grundlagen im HGB, die Ausweisregeln nach IAS 32, die detaillierte Bewertungsmethodik nach IAS 39 sowie die detaillierte Darstellung des Umstellungsprozesses auf IFRS 9, unterteilt in die Projektphasen und das Hedge Accounting.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind "Finanzinstrumente", "IFRS 9", "Hedge Accounting", "Bewertungskategorien", "Expected-Loss-Modell", "Fair Value Option" und "Aktionsplan zur Umstellung".
Warum ist das "Expected-Loss-Modell" ein so wichtiger Bestandteil der Neuregelungen?
Es ist zentral, weil es einen Paradigmenwechsel vom vergangenheitsorientierten "Incurred-Loss-Modell" hin zu einer zukunftsorientierten Risikovorsorge darstellt, was eine systematische Berücksichtigung erwarteter Kreditausfälle über die gesamte Laufzeit ermöglicht.
Welche Rolle spielt der "Three-Bucket-Approach" bei der Wertminderung?
Der Three-Bucket-Approach dient als methodisches Instrument zur Gruppierung finanzieller Vermögenswerte nach ihrem Verschlechterungsgrad der Kreditqualität, um die Risikovorsorge adäquat und in Stufen über die Laufzeit zu steuern.
- Quote paper
- Marcus Lotz (Author), 2017, Finanzinstrumente nach IFRS. Neuerungen von IFRS im Vergleich zu IAS 39 sowie Analogien zum deutschen Handelsrecht (HGB), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369447