Diese Arbeit analysiert die exegetischen Ansätze und die Theologie von Gregor von Nyssa anhand ausgewählter Textabschnitte seiner zweiten Homilie.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die exegetische Arbeit Gregors in den Canticum-Homilien
3. Theologische Ansätze Gregors in seiner Canticum-Exegese
3.1. Der endlose Aufstieg der Seele zu Gott
3.2. Die verschiedenen Ausfaltungen zum Thema „Liebe“
4. Exegese von Hld 1,5-1,8 durch Gregor in Homilie 2
4.1. Poömium
4.2. Vers 1,5
4.3. Vers 1,6
4.3.1. Vers 1,6a-b
4.3.2. Vers 1,6c-e
5. Schluss
Zielsetzung und Themen
Diese Seminararbeit analysiert die exegetische Vorgehensweise von Gregor von Nyssa anhand der zweiten Homilie zum Hohelied (Hld 1,5-1,8). Das primäre Ziel ist es, den Leser in Gregors Denk- und Arbeitsweise einzuführen, seine allegorische Schriftauslegung zu erläutern und aufzuzeigen, wie er den biblischen Text für eine seelsorgerliche Unterweisung nutzt.
- Die exegetische Methodik Gregors von Nyssa in seinen Canticum-Homilien
- Theologische Kernkonzepte wie der "endlose Aufstieg" (Epektasis) und das Verständnis von Liebe
- Die allegorische Auslegung der Verse Hld 1,5-1,8
- Vergleich der exegetischen Tradition zwischen Origenes und Gregor von Nyssa
Auszug aus dem Buch
4.2. Vers 1,5
Gregor beginnt seine Exegese zu diesem Vers damit, dass er sein allgemeines Verständnis der Beziehung zwischen Braut und Bräutigam aufzeigt. Er sieht die Braut in der Rolle einer Schülerin und den Bräutigam in der Rolle eines Lehrers, der die Braut unterrichtet und ihr unermessliche Liebe entgegenbringt. Hierbei gibt die Braut das, was sie von ihrem Bräutigam gelernt hat, an die Mädchen weiter, die noch nicht dieselbe Reife wie Braut besitzen und denen sie als allumfassendes Vorbild im Leben, aber auch im Glauben gilt.
Somit stellt die Braut eine Lehrerin für die sie umgebenden Mädchen dar. Sie erklärt ihnen, wie der Bräutigam an ihr gehandelt hat. Die Braut sieht sich am Anfang ihres Lebens als sündige Frau aufgrund nicht genannter fehlerhafter Taten, wird aber dann durch die Zuneigung und Liebe des Bräutigams zu seiner Braut von ihren Sünden gereinigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen biografischen Überblick über Gregor von Nyssa und ordnet sein Werk in den historischen sowie kirchenpolitischen Kontext ein.
2. Die exegetische Arbeit Gregors in den Canticum-Homilien: Hier werden die methodischen Grundlagen der Homilien, insbesondere die Bedeutung des Proömiums und der Einsatz der Allegorese zur spirituellen Unterweisung des Hörers, dargelegt.
3. Theologische Ansätze Gregors in seiner Canticum-Exegese: Dieser Teil behandelt zentrale theologische Konzepte wie das Streben der Seele nach Gott sowie die Differenzierung und spirituelle Deutung der Liebe.
4. Exegese von Hld 1,5-1,8 durch Gregor in Homilie 2: Das Hauptkapitel widmet sich der detaillierten Vers-für-Vers-Analyse der gewählten Hohelied-Stellen, unter Einbeziehung christologischer und moralischer Interpretationen.
5. Schluss: Der Abschluss vergleicht Gregors exegetisches Vorgehen mit der Tradition des Origenes und hebt die spezifischen Akzentsetzungen Gregors hervor.
Schlüsselwörter
Gregor von Nyssa, Hohelied, Canticum, Exegese, Allegorese, Homilie, Theologie, Seele, Gottesliebe, Epektasis, Schriftauslegung, Spiritualität, Origenes, Braut, Tugend
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die exegetische Auslegung des Hoheliedes durch den Kirchenvater Gregor von Nyssa, insbesondere anhand seiner zweiten Homilie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die allegorische Schriftauslegung, das Verhältnis von Seele und Gott sowie die Transformation von sündigem Leben zu tugendhafter Gottesliebe.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Leser in Gregors spezifische Denk- und Arbeitsweise bei der Deutung des Hoheliedes einzuführen und die seelsorgerliche Intention hinter seiner Exegese zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine exegetische Analyse der Texte von Gregor von Nyssa und zieht zum Vergleich Bezüge zur Tradition des Origenes sowie zu biblischen Referenzen heran.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird die Exegese der Verse 1,5 bis 1,8 des Hoheliedes detailliert untersucht, wobei Gregor die biblischen Figuren als Modelle für den geistlichen Aufstieg der Seele interpretiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Allegorese, Hohelied, Epektasis, Gottesliebe und die exegetische Tradition der frühen Kirche charakterisieren.
Wie unterscheidet sich Gregors Deutung von der wörtlichen Auslegung?
Gregor ordnet den Wortsinn der Schrift seiner allegorischen Zielsetzung unter; er nutzt das Hohelied nicht als Liebeslyrik, sondern als Anleitung zum geistlichen Aufstieg der Seele.
Welche Rolle spielt der Begriff "Epektasis" bei Gregor von Nyssa?
Der Begriff Epektasis bezeichnet den endlosen, unaufhörlichen Aufstieg der menschlichen Seele zu Gott, der niemals an einem Ziel endet, sondern ständiges Wachstum in der Liebe bedeutet.
- Citation du texte
- Daniel Böhm (Auteur), 2017, Exegese der zweiten Homilie zum Hohelied von Gregor von Nyssa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369455