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Hedge Accounting nach IFRS 9

Titel: Hedge Accounting nach IFRS 9

Fachbuch , 2017 , 114 Seiten

Autor:in: Marcus Lotz (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Hedge Accounting umfasst die Bilanzierung zweier oder mehrerer Verträge (auch sog. Finanzinstrumente), die in einem Sicherungszusammenhang stehen. Daher sind die dahinterstehenden Gestaltungen auch im IFRS-Abschluss gesondert darzustellen.
Somit ist der Bereich Hedge Accounting ein derart umfangreiches Thema aus dem Bereich der Finanzinstrumente, dass dessen Darstellung nach IFRS 9 einer gesonderten Betrachtung bedarf. Dieses Werk geht daher zunächst auf einige der häufigsten Finanzprodukte ein, die zum Verständnis Erst- und Folgeansatz von Finanzinstrumenten nach IFRS dargestellt. Daraus werden die Ansatz- und Bewertungsvorschriften der verschiedenen Hedge-Arten dargelegt.
Der im Juli 2014 vom International Accounting Standards Board (IASB) publizierte neue Standard IFRS 9 «Financial Instruments», wird die bisherigen Regeln in IAS 39 «Financial Instruments: Recognition and Measurement» ersetzen und enthält auch Neuerungen im Bereich Hedge Accounting. Der neue Standard ist ab 1. Januar 2018 verpflichtend anzuwenden, darf jedoch ab sofort freiwillig (frühzeitig) umgesetzt werden. Beim IFRS 9 stellt die stufenweise Erarbeitung in der Entwicklung des Standards eine Besonderheit dar. Der 1999 lediglich als Zwischenlösung konzipierte IAS 39 wurde führte daher schon lange vor der letzten Finanzmarktkrise 2009 zu umfangreichen Überlegungen und Vorbereitungen zur Bearbeitung dieses Standards. Die durch die Finanzkrise 1999 ausgelöste erhöhte Dringlichkeit führte zu einer Überarbeitung in mehreren Phasen anstatt einer en bloc-Fassung, um so frühzeitig anwendbare Regeln einsetzen zu können. Auch zukünftig lässt sich Hedge Accounting nicht ganz ohne Aufwand betreiben. Da alle Ansprechgruppen einer Jahresrechnung daran interessiert, dass die Finanzberichterstattung die ökonomische Leistung eines Unternehmens bestmöglich abbilden, ist es wünschenswert, dass Unternehmen ihre Absicherungsgeschäfte nach denselben buchhalterischen Prinzipien verbuchen wie die abgesicherten Grundgeschäfte (Hedge Accounting).
Viele Unternehmungen werden eine Vielzahl ihrer vormals existierenden Sicherungsbeziehungen bei Umstellung von IAS 30 auf IFRS 9 unverändert weiterführen können. In IAS 39 wurden einige Regeln jedoch als willkürlich und praxisuntauglich kritisiert, sodass entsprechend der Zielsetzung des IASB der neue Standard künftig mehr ökonomische Sicherungsbeziehungen unter Anwendung des weiterhin optionalen Hedge Accounting in der Buchführung reflektiert werden können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

I.1 Phase 1: Klassifizierung und Bewertung (Classification and Measurement)

I.2 Phase 2: Ausserplanmässige Abschreibung (Amortised Cost and Impairment)

I.3 Phase 3: Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting)

II. Hedge Accounting (Phase 3) - Allgemeines

II.1 Ziele des Standards im Überblick

II.2 Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

II.2.1 Beurteilung der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehungen

II.2.2 Risikokomponenten

II.2.3 Kosten der Absicherung

II.2.4 Gruppen von Posten

II.2.5 Angabepflichten

III. Ausgewählte Begriffe zu Finanzinstrumenten, ausserhalb des IFRS-Standards

III.1 Grundlagen von Optionen

III.1.1 Long und Short

III.1.2 Call und Put

III.1.2.1 Allgemeines

III.1.2.2 Call-Option

III.1.2.2.1 Long Call

III.1.2.2.2 Short Call

III.1.2.3 Put-Option

III.1.2.3.1 Allgemeines

III.1.2.3.2 Long Put-Option

III.1.2.3.3 Short Put-Option

III.1.2.4 Zusammenfassung

III.1.2.5 Amerikanischer und Europäischer Stil

III.1.2.6 Moneyness

III.2 Grundlagen von Swaps

III.2.1 Allgemeines

III.2.2 Rohstoff-Swap zur Absicherung von Marktpreisrisiken für Rohstoffproduzenten

III.3 Derivatives Finanzinstrument/ Derivat

III.4. Eingebettetes Derivat

III.4.1 Allgemein

III.4.2 Bewertung von Derivaten

IV. Definitionen aus IFRS

IV.1 Finanzinstrument nach IFRS

IV.2 Finanzielle Verbindlichkeit

IV.3 Fair Value Option

IV.4 Geschäftsmodell

IV.5 Kreditrisiko/ erwarteter Kreditverlust

IV.6 Effektivzinsmethode

V. Anwendungsbereich des IFRS 9

V.1 Allgemein

V.2 Negativabgrenzung

V.3 Wesentliche Inhalte des IFRS 9

V.3.1 Erstmalige Erfassung von Finanzinstrumenten

V.3.2 Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten

V.3.2.1 Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten

V.3.2.2 Folgebewertung erfolgsneutral über Rücklagen (OCI) zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value)

V.3.2.3 Folgebewertung erfolgswirksam über GuV zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value)

V.3.2.3.1 Inhalt

V.3.2.3.2 Bewertung:

V.3.2.3.3 Folgebewertung finanzieller Verbindlichkeiten:

V.3.2.3.4 Abbildung des unternehmenseigenen Kreditrisikos:

V.3.2.3.5 Wertminderung durch Kreditrisiken

V.2.2.3.5.1 Grundgedanke der Risikokonzeption

V.3.2.3.5.2 Umgliederungsmöglichkeiten von Finanzinstrumenten (Reklassifizierung)

VI. Abbildung von Absicherungsbeziehungen (Hedge Accounting)

VI.1 Allgemeines

VI.2 Die drei Arten von Absicherungsbeziehungen

VI.2.1 Absicherung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value Hedge)

VI.2.2 Absicherung von Zahlungsströmen (Cash Flow Hedge)

VI.2.3 Absicherung der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb (Hedge of a net investment in a foreign operation)

VII. Neuerungen im Hedge Accounting durch IFRS 9

VII.1 Allgemeines

VII.2 Risikomanagement

VII.3 Grundgeschäfte

VII.3.1 Allgemeine Vorschriften

VII.3.2 Aggregierte Risikopositionen

VII.3.3 Risikokomponenten

VII.3.3.1 Allgemeines

VII.3.3.2 Vertraglich festgelegte Risikokomponenten

VII.3.3.3 Nicht vertraglich festgelegte Risikokomponenten

VII.3.4 Komponenten von Nominalbeträgen

VII.3.4.1 Definition

VII.3.4.2 Vorschriften für die Bilanzierung von Sicherungsinstrumenten in IAS 39

VII.3.4.3 Vorschriften für die Bilanzierung von Sicherungsinstrumenten in IFRS 9

VII.3.5 Gruppen von Posten (sog. Portfolios)

VII.3.5.1 Allgemeine Vorschriften

VII.3.5.2 Absicherung von Komponenten einer Gruppe

VII.3.5.3 Cash Flow Hedge einer Nettoposition

VII.3.5.4 Null-Nettoposition

VII.3.5.5 Bilanzielle Abbildung von Makro Hedges

VII.3.5.6 Anwendung der Sicherungsbilanzierung auf Makro-Hedging Strategien nach IFRS 9

VII.3.5.7 Kreditrisiken

VII.4 Sicherungsinstrumente

VII.4.1 Qualifizierende Kriterien

VII.4.1.1 Designation

VII.4.1.2 Ökonomischer Zusammenhang

VII.4.2 Auswirkungen des Kreditrisikos

VII.4.2.1 Kreditrisiko aus dem Sicherungsinstrument

VII.4.2.2 Kreditrisiko aus dem Grundgeschäft

VII.4.3 Festlegung des Absicherungsverhältnisses (Hedge Ratio) des Kreditrisikos

VII.5 Effektivitätstest

VII.5.1 Messung der Effektivität

VII.5.2 Beurteilung der Effektivität

VII.5.3 Adjustierung der Sicherungsbeziehung (Rebalancing)

VII.5.3.1 Definition

VII.5.3.2 Pflicht zur Adjustierung

VII.5.3.3 Durchführung des Rebalancing

VII.6 Rekalibrierung von Sicherungsbeziehungen

VII.7 Beendigung von Sicherungsbeziehungen

VII.8 Messung der Ineffektivität

VII.8.1 Auswirkung des Zeitwerts des Geldes

VII.8.2 Hypothetische Derivate zur Messung der Ineffektivität

VII.9 Weitere Neuerungen von IFRS 9

VII.9.1 Zeitwert von Optionen

VII.9.2 Terminbasis von Termingeschäften

VII.9.3 Anpassung in der IT-Landschaft

VII.9.4 Änderungen und Handlungsbedarf aus der Umstellungsphase 3

VII.10 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit erläutert die wesentlichen Neuerungen und Regelungen des Hedge Accountings im Rahmen des Standards IFRS 9. Das primäre Ziel ist es, dem Leser ein tiefgreifendes Verständnis für die stufenweise Implementierung sowie die bilanziellen Auswirkungen von Sicherungsbeziehungen zu vermitteln und dabei insbesondere die Flexibilisierungen im Vergleich zum Vorgängerstandard IAS 39 aufzuzeigen.

  • Grundlagen des Hedge Accounting unter IFRS 9
  • Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten
  • Methoden zur Beurteilung der Effektivität von Sicherungsbeziehungen
  • Umgang mit Risikokomponenten und Nettopositionen
  • Herausforderungen bei der Umstellung der IT-Landschaft

Auszug aus dem Buch

III.1.1 Long und Short

Beim Aktien-, Options- und Futureshandel trifft man auf die Begriffe Long und Short. Bei einer Long-Position spekuliert der Anleger auf eine Steigerung des Preises, wohingegen er bei einer Short-Position auf fallende Kurse des jeweiligen Produktes setzt. Letzteres geschieht, wenn der Anleger bspw. Aktien verkauft, die sich nicht in seinem Besitz befinden (Shorten von Aktien), mit dem Ziel, diese Aktien später zu einem geringeren Preis zurückzukaufen.

In Verbindung mit Optionen kommt bei den Begriffen Long und Short eine weitere Dimension hinzu. Hat ein Anleger eine Long Call Option in seinem Portfolio, so hat er diese Call-Option gekauft. Gleiches gilt für Long-Put-Optionen. Allerdings wird bei der Long-Put-Option indirekt darauf spekuliert, das die zugrundeliegenden Werte fallen.

Für Short Call- und Short Put-Optionen gilt genau das Gegenteil. Hat ein Anleger eine Short Call-Option in seinem Portfolio, dann wurde diese Option geschrieben. Das bedeutet, dass diese Titel gekauft wurden, ohne dass man ihn besessen hat. Mit diesen wird indirekt auf eine Preissteigerung des zugrundeliegenden Wertes spekuliert.

«Long» (Käufer) und «Short» (Verkäufer) bezieht sich nicht auf den Warenverkehr, sondern auf Kauf/Verkauf von Optionen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die IFRS-Regelungen für Finanzinstrumente ein und beleuchtet die stufenweise Entwicklung von IFRS 9 als Nachfolger von IAS 39.

II. Hedge Accounting (Phase 3) - Allgemeines: Das Kapitel gibt einen Überblick über die Zielsetzungen und die wichtigsten Änderungen, wie die neue propektive Effektivitätsprüfung im Rahmen des Hedge Accountings.

III. Ausgewählte Begriffe zu Finanzinstrumenten, ausserhalb des IFRS-Standards: Hier werden grundlegende Finanzbegriffe wie Optionen, Swaps und Derivate definiert, die für das Verständnis der Bilanzierung unter IFRS unerlässlich sind.

IV. Definitionen aus IFRS: Dieses Kapitel liefert die formale Definition von Finanzinstrumenten, finanziellen Verbindlichkeiten sowie Geschäftsmodellen innerhalb der IFRS-Systematik.

V. Anwendungsbereich des IFRS 9: Die Erläuterung konzentriert sich auf den Anwendungsbereich, die Negativabgrenzung sowie die wesentlichen Prinzipien der erstmaligen Erfassung und Folgebewertung.

VI. Abbildung von Absicherungsbeziehungen (Hedge Accounting): Das Kapitel behandelt die drei Arten von Sicherungsbeziehungen und deren bilanzielle Abbildung, inklusive praktischer Anwendungsbeispiele.

VII. Neuerungen im Hedge Accounting durch IFRS 9: Dies ist der Hauptteil, der detailliert auf die Neuerungen bei Grundgeschäften, Sicherungsinstrumenten, dem Effektivitätstest und dem Rebalancing eingeht.

Schlüsselwörter

IFRS 9, Hedge Accounting, Finanzinstrumente, Sicherungsbeziehung, Fair Value Hedge, Cash Flow Hedge, Derivate, Kreditrisiko, Effektivität, Risikomanagement, Risikokomponente, Rebalancing, Bewertung, Bilanzierung, Nettoposition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Publikation primär?

Die Arbeit befasst sich mit der bilanziellen Behandlung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) unter dem Standard IFRS 9.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Klassifizierung von Finanzinstrumenten, die Anforderungen an Grundgeschäfte und Sicherungsinstrumente sowie die Messung der Ineffektivität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Unterschiede und Neuerungen beim Übergang von IAS 39 zu IFRS 9 im Hedge Accounting detailliert aufzuzeigen und deren praktische Implikationen für Unternehmen zu erläutern.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine systematische Auswertung und Analyse der IFRS-Standards sowie einschlägiger Fachliteratur und erläutert diese anhand zahlreicher Praxisbeispiele und Buchungssätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich intensiv den Neuerungen durch IFRS 9, insbesondere der flexibleren Designation von Risikokomponenten und der Einführung von Rebalancing-Methoden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

IFRS 9, Hedge Accounting, Finanzinstrumente, Fair Value, Cash Flow Hedge, Ineffektivität und Risikomanagement sind die prägenden Fachbegriffe.

Wie verändert sich die Effektivitätsmessung durch IFRS 9?

IFRS 9 ersetzt die starre, quantitative retrospektive Bandbreiten-Prüfung (80-125%) durch eine prinzipienbasierte, prospektive Beurteilung, die auch qualitative Elemente zulässt.

Was ist unter dem "Rebalancing" zu verstehen?

Rebalancing ermöglicht es Unternehmen, das Absicherungsverhältnis (Hedge Ratio) an veränderte Marktbedingungen anzupassen, ohne die gesamte Sicherungsbeziehung vorzeitig beenden zu müssen.

Ende der Leseprobe aus 114 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hedge Accounting nach IFRS 9
Veranstaltung
Arbeitskreis Internationale Rechnungslegung, Treffen vom 10.06.2017
Autor
Marcus Lotz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
114
Katalognummer
V369456
ISBN (eBook)
9783668471221
ISBN (Buch)
9783668471238
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hege Accounting IFRS 9
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcus Lotz (Autor:in), 2017, Hedge Accounting nach IFRS 9, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369456
Blick ins Buch
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