Ziel dieser Arbeit ist es, die Bücherverbrennung in A Coruña als Erinnerungsort zu beschreiben und zu analysieren, welchen Einfluss sie auf das kollektive Gedächtnis der Stadt hat und im Zuge dessen wird zunächst kurz die Erinnerungskultur Spaniens herausgestellt und dann das kollektive Gedächtnis nach Halbwachs und Assmann und die Erinnerungsorte nach Nora definiert, bevor mit der Analyse des Kapitels begonnen wird. Aufgrund der Kürze dieser Arbeit begrenzt sich die Analyse vorwiegend auf das sechste Kapitel des Romans, da hier die Bücherverbrennung und die Erinnerungskultur am klarsten dargestellt werden.
Das Verbrennen der Bücher symbolisiert in diesem Roman das Auslöschen und Verschwinden des unterdrückten Gedächtnisses der Verlierer des Franco Regimes. Rivas rekonstruiert die Vergangenheit, indem er historische Figuren einbezieht, eine Karte von A Coruña beifügt und sich auf reale Ereignisse wie die Ermordung von García Lorca stützt. Dadurch, dass aus der Sicht der Oppositionellen erzählt wird, verleiht Rivas den Opfern und Unterdrückten des Regimes eine Stimme und hilft, ihr Gedächtnis zu wahren.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Gedächtnis und Erinnerungskultur
II.I Vergangenheitsbewältigung in Spanien
II.II Das kollektive Gedächtnis
II.III Erinnerungsorte nach Pierre Nora
III Analyse: Erinnerungsorte in Los libros arden mal
IV Schlussbetrachtung
V Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Bücherverbrennung in A Coruña im Roman "Los libros arden mal" von Manuel Rivas. Ziel ist es, diese Verbrennung als Erinnerungsort zu analysieren und zu ergründen, welchen Einfluss dieses Ereignis auf das kollektive Gedächtnis der Stadt sowie auf die spanische Erinnerungskultur ausübt.
- Analyse von Erinnerungsorten nach Pierre Nora und kollektivem Gedächtnis nach Halbwachs und Assmann.
- Untersuchung der Bücherverbrennung als Symbol für die Unterdrückung und Auslöschung des Gedächtnisses der Verlierer.
- Herausarbeitung der Machtdemonstration des Franco-Regimes durch die Zerstörung kultureller Stätten.
- Kontrastierung von offiziellem Siegergedächtnis und dem unterdrückten Gedächtnis der Opfer.
Auszug aus dem Buch
III Analyse: Erinnerungsorte in Los libros arden mal
In dem sechsten Kapitel Arden los libros mit dem Untertitel 19 de agosto de 1936 steht die Bücherverbrennung im Mittelpunkt und viele Charaktere tauchen hier zum ersten Mal auf. Dieses Kapitel ist die Grundlage für die Analyse der Bücherverbrennung als Erinnerungsort und soll außerdem auf die Frage hin untersucht werden, in wie weit die Orte der Verbrennung Orte sind, an denen das Gedächtnis der Stadt verloren geht.
Die Bücher werden an zwei zentralen Orten der Stadt A Coruña verbrannt: an dem Hafen la Dársena und an dem Marktplatz María Pita. Die ersten Verbrennungen finden an dem Hafen statt. Das Foto, das am Anfang Seiten des Buches zu finden ist, stellt genau diese Verbrennung der Bücher durch die Falangisten an dem Hafen im Jahre 1936 dar. Durch das Foto und auch durch den Untertitel 19 de agosto de 1936 betont Rivas die Bedeutsamkeit und die historische Genauigkeit der Ereignisse und verknüpft die Geschichte mit den Erinnerungen der Protagonisten.
Die Verbrennung an dem Hafen hat symbolischen Charakter, denn der Hafen ist der Ort, an dem die Stadt „geboren“ wurde und von wo aus sie weiter gewachsen ist: Las primeras hogueras de libros se habían dispuesto allí, junto a la Dársena, camino del Parrote. En el vientre urbano, por decirlo así, donde el mar parió a la ciudad, […] en ese lugar que hoy es el punto donde confluyen el transporte de lanchas de la bahía, los tranvías urbanos y los coches de línea del interior.
Alles Leben der Stadt hat seinen Ursprungspunkt an dem Hafen und genau hier wird die Kultur der Stadt verbrannt und ausgelöscht. Dies macht die Dársena zu einem Ort des Vergessens und zu einem Erinnerungsort, der für die Unterdrückung der Gegner des Franco-Regimes steht.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk "Los libros arden mal" ein, beleuchtet den historischen Kontext des spanischen Bürgerkriegs und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
II Gedächtnis und Erinnerungskultur: Dieser Abschnitt erarbeitet theoretische Grundlagen, indem er die Begriffe der Vergangenheitsbewältigung, des kollektiven Gedächtnisses und der Erinnerungsorte definiert.
III Analyse: Erinnerungsorte in Los libros arden mal: Das Hauptkapitel untersucht die Darstellung der Bücherverbrennung im Roman und analysiert, wie diese als Instrument der Machtausübung und zur Manipulation des Gedächtnisses fungiert.
IV Schlussbetrachtung: Hier werden die Ergebnisse der Analyse zusammengefasst und die Bedeutung des Romans für die Aufarbeitung der Vergangenheit in Spanien hervorgehoben.
V Literaturverzeichnis: Dies ist das Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Bücherverbrennung, Manuel Rivas, Los libros arden mal, Erinnerungsorte, kollektives Gedächtnis, A Coruña, spanischer Bürgerkrieg, Franco-Diktatur, Gedächtnisverlust, Aufarbeitung, Falange, kulturelles Gedächtnis, Vergangenheitsbewältigung, Unterdrückung, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, wie Manuel Rivas in seinem Roman "Los libros arden mal" die Bücherverbrennung in A Coruña während des spanischen Bürgerkriegs als symbolischen Akt der Unterdrückung und Gedächtnislöschung darstellt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den zentralen Themen gehören die spanische Erinnerungskultur, das Konzept des kollektiven Gedächtnisses nach Halbwachs und Assmann sowie die Theorie der Erinnerungsorte nach Pierre Nora.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die spezifischen Orte der Bücherverbrennung als Erinnerungsorte zu beschreiben und zu analysieren, welchen Einfluss sie auf das kollektive Gedächtnis und die Identität der Stadtbewohner haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman auf Basis kulturwissenschaftlicher Gedächtnistheorien und historischer Fakten zum spanischen Bürgerkrieg untersucht.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Der Hauptteil konzentriert sich primär auf das sechste Kapitel des Romans, in dem die Zerstörung von Bibliotheken und Kulturgütern durch die Falangisten als Mittel zur Machtdemonstration detailliert geschildert wird.
Welche Begriffe charakterisieren diese Forschungsarbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Erinnerungsort, kollektives Gedächtnis, Vergangenheitsbewältigung, Franco-Regime und die literarische Rekonstruktion von Geschichte.
Inwiefern beeinflussen die Orte der Verbrennung das Gedächtnis der Stadt?
Die Arbeit zeigt auf, dass Orte wie der Hafen oder der Marktplatz durch die Verbrennung von einer identitätsstiftenden Bedeutung in einen "Ort des Vergessens" oder einen "locus horroris" transformiert werden, um die Bevölkerung einzuschüchtern.
Welche Rolle spielt die Figur des Richters Samos bei der Bewahrung des Gedächtnisses?
Samos rettet als gebildeter Unterstützer des Regimes ausgewählte Bücher in seine private Bibliothek, was ihn paradoxerweise zu einem Bewahrer von Wissen macht, das eigentlich als "unspanisch" vernichtet werden sollte.
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- Anonym (Author), 2017, Die Bücherverbrennung in "Los libros arden mal" von Manuel Rivas als Erinnerungsort und ihr Einfluss auf das kollektive Gedächtnis in A Coruña, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369489