Die nachfolgende Studie betrachtet die allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung im Kontext von soziodemographischen Merkmalen und dem psychischen Gesundheitszustand. An einer Stichprobe von 66 Versuchspersonen wurde überprüft, ob die allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung in Zusammenhang mit den Variablen: Geschlecht, Alter, Schulabschluss, psychische Gesundheit, Staatsangehörigkeit und Familienstand steht.
Von den 66 Versuchspersonen befanden sich 35 zum Zeitpunkt der Befragung in einer Rehabilitationsmaßnahme. Diese StudienteilnehmerInnen wurden der Teilstichprobe der psychisch Erkrankten zugeordnet. Bei den restlichen 31 Versuchspersonen lag keine schwerwiegende psychische Erkrankung vor. Erhoben wurden die Daten in Querschnittserhebungen. Die allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung wurde mit dem Fragebogen zu Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen von Günter Krampen erfasst. Die soziodemographischen Merkmale wurden mit Hilfe eines, eigens für diese Studie entwickelten, Fragebogens erhoben. Ausgewertet wurden die gesammelten Daten mit T-Tests, einer Korrelation, sowie einer Regressionsanalyse.
Im Rahmen der Auswertung konnten keine signifikanten Zusammenhänge zwischen der allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung und den untersuchten soziodemographischen Merkmalen gefunden werden. Auch in Hinblick auf den psychischen Gesundheitszustand war das Ergebnis der statistischen Datenanalyse nicht signifikant. Nichtsdestotrotz konnten bereits existierende wissenschaftliche Befunde mit dieser Studie bestätigt werden, denn es zeigte sich auch in dieser Untersuchung, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Lebensalter und der allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung gibt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Theoretische Grundlagen
1.1 Vom Selbst zur Selbstwirksamkeitserwartung
1.2 Quellen der Selbstwirksamkeitserwartung
1.3 Selbstwirksamkeit und psychische Gesundheit
2. Fragestellung und Hypothesen
3. Methode
3.1 Design
3.2 Stichprobe
3.3 Material
3.4 Erhebung
4. Ergebnisse
5. Diskussion
5.1 Fazit
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung und verschiedenen soziodemographischen Merkmalen sowie dem psychischen Gesundheitszustand bei einer Stichprobe von 66 Personen. Ziel ist es, zu analysieren, ob Faktoren wie Geschlecht, Alter, Schulbildung, Familienstand oder psychische Erkrankungen signifikante Einflüsse auf die Überzeugung einer Person haben, Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen.
- Grundlagen der allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung
- Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Selbstwirksamkeit
- Einfluss soziodemographischer Faktoren auf das Selbstvertrauen
- Empirische Überprüfung theoretischer Annahmen mittels Fragebogen-Studie
Auszug aus dem Buch
1.2 Quellen der Selbstwirksamkeitserwartung
Nach Bandura (1994) wird die Selbstwirksamkeitserwartung über vier wesentliche Quellen erworben, die hinsichtlich der Stärke ihres Einflusses aufgereiht werden können:
1. Eigene Erfolgserlebnisse (Performance Accomplishments)
2. Stellvertretende Erfahrungen (Vicarious Experience)
3. Verbale Beeinflussung (Verbal Persuasion)
4. Emotionale Erregung (Emotional Arousal)
Den stärksten Einfluss auf den Erwerb von Selbstwirksamkeitserwartung hat die Erfahrung eigener Erfolgserlebnisse. Bewältigt man schwierige Aufgaben, die entweder von außen an einen herangetragen wurden (extrinsisch motiviert) oder die man sich selbst auferlegt hat (intrinsisch motiviert), erfolgreich, kann dies den Glauben an die eigenen Fähigkeiten stärken (vgl. ebd.). Eine wichtige Voraussetzung hierbei ist, dass das Erfolgserlebnis registriert und den eigenen Kompetenzen zugeschrieben wird. Nur wenn der Erfolg internal und stabil attribuiert wird, kann die Selbstwirksamkeitserwartung positiv beeinflusst werden (vgl. ebd.). Der Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe ist in diesem Kontext ebenfalls von Bedeutung. Sieht sich eine Person vorwiegend mit einfachen Aufgaben konfrontiert und kann diese problemlos lösen, birgt dies die Gefahr einer Gewöhnung an einen schnellen Erfolg (vgl. Bandura, 1998). Bleibt dieser schnelle Erfolg aus, kann sich das wiederum negativ auf die Selbstwirksamkeitserwartung auswirken (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Konzept der Selbstwirksamkeit ein und begründet die Relevanz der Untersuchung für die psychologische Forschung und Praxis.
1. Theoretische Grundlagen: Hier werden die theoretischen Konzepte des Selbst und der Selbstwirksamkeit sowie deren Quellen und der Zusammenhang mit psychischer Gesundheit erläutert.
2. Fragestellung und Hypothesen: Das Kapitel definiert die Forschungsfragen und leitet daraus spezifische Hypothesen zu soziodemographischen Faktoren und psychischer Gesundheit ab.
3. Methode: Beschrieben werden das Forschungsdesign, die Zusammensetzung der Stichprobe, die verwendeten Materialien und das Vorgehen bei der Datenerhebung.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Daten und prüft die aufgestellten Hypothesen auf ihre Signifikanz.
5. Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, in den theoretischen Kontext eingeordnet und kritisch reflektiert, ergänzt durch einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung, Psychische Gesundheit, Soziodemographische Merkmale, Selbstkonzept, Kompetenzüberzeugungen, FKK, Psychologische Rehabilitation, Empirische Untersuchung, Korrelationsanalyse, Regressionsanalyse, Verhaltenstherapie, Modelllernen, Interne Validität, Stichprobe, Persönlichkeitsdimension.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob die allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung von Personen durch verschiedene soziodemographische Merkmale wie Geschlecht, Alter oder Schulbildung sowie durch ihren psychischen Gesundheitszustand beeinflusst wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zentral sind die theoretischen Hintergründe der Selbstwirksamkeitserwartung nach Bandura, der Einfluss der psychischen Gesundheit auf das Selbstvertrauen und die empirische Überprüfung dieser Konzepte in einer gemischten Stichprobe.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist zu klären, inwiefern individuelle Merkmale und der psychische Status mit der generalisierten Überzeugung zusammenhängen, Herausforderungen und Aufgaben im Leben eigenständig bewältigen zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quantitative Querschnittsstudie, bei der die Daten mithilfe standardisierter Fragebögen erhoben und statistisch mittels T-Tests, Korrelationsanalysen und multipler Regression ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Konzepte, die methodische Darstellung des Vorgehens bei drei verschiedenen Stichprobengruppen und die anschließende Präsentation sowie Diskussion der statistischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung, psychische Gesundheit, Selbstkonzept, sowie statistische Verfahren wie die Regressions- und Korrelationsanalyse.
Warum wurde die Studie von der ursprünglichen beruflichen Rehabilitationsmaßnahme entkoppelt?
Da die ursprüngliche Stichprobe durch Rücktritte anderer Standorte zu klein wurde, musste die Studie erweitert werden, um durch die Einbeziehung weiterer Gruppen eine ausreichende Datenbasis für die statistische Auswertung zu schaffen.
Wie unterscheidet sich die Selbstwirksamkeitserwartung zwischen psychisch Erkrankten und Gesunden in dieser Studie?
Überraschenderweise zeigte sich in den Daten kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen psychisch Erkrankten und psychisch Gesunden, was auf die Wirksamkeit der absolvierten Rehabilitationsmaßnahmen hindeuten könnte.
Welche Rolle spielt das Alter für die Selbstwirksamkeitserwartung laut den Ergebnissen?
In Übereinstimmung mit der vorliegenden Literatur konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Lebensalter und der allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung nachgewiesen werden, was für eine zeitliche Stabilität dieses Konstrukts spricht.
Warum konnte die Hypothese zur Staatsangehörigkeit nicht überprüft werden?
Da die Stichprobe in diesem Merkmal homogen war – nahezu alle Teilnehmer besaßen die deutsche Staatsangehörigkeit – fehlte die notwendige Varianz, um statistische Vergleiche oder Korrelationen durchzuführen.
- Citation du texte
- Janine Robert (Auteur), 2017, Die allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung im Kontext von soziodemographischen Merkmalen und dem psychischen Gesundheitszustand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369519