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Die Farbe Gold in der Buchmalerei

Título: Die Farbe Gold in der Buchmalerei

Trabajo Escrito , 2016 , 37 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Jonas Reinhart (Autor)

Arte - Historia del Arte
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Bei der Betrachtung von ottonischen Handschriften fällt neben der flächigen Darstellungsweise und den monumental wirkenden, ausdrucksvollen Figuren vor allem die reiche Verwendung von Gold in Miniaturen, Initialen, der Schrift und den Prachteinbänden auf. Die Miniaturen weisen als Hintergrund große Farbflächen auf, die oft als Goldgrund gestaltet sind. Um die Frage zu beantworten, warum insbesondere Gold in der ottonischen Buchmalerei zur Gestaltung von bildlichen Darstellungen verwendet wurde, müssen zuerst die Ursprünge des Goldgrundes ergründet und seine Entwicklung bis zur Zeit der ottonischen Kunst nachvollzogen werden. Von Interesse sind hierbei unter anderem vorchristliche Beispiele in denen Gold schon als hintergrundfüllendes Gestaltungsmittel eingesetzt wurde, sowie die Verwendung des Edelmetalls in der Mosaikkunst während der ersten nachchristlichen Jahrhunderte. Besonderes Interesse gilt jedoch dem Bereich der Buchmalerei, um in diesem etwaige Einflüsse von einzelnen Handschriften bzw. Malschulen oder Kulturkreisen deutlich zu machen.
In dieser Arbeit wird zuvor kurz der biblische Kontext des Goldes untersucht, hierbei stehen die Fragen im Vordergrund, wo und zu welchem Zweck das Edelmetall im Alten und Neuen Testament verwendet wurde. Nach den einzelnen Abschnitten über die chronologische Entwicklung des Goldgrundes kommen wir zu dem für die Fragestellung wichtigsten Teil, nämlich der Symbolik des Goldes. Ausgehend von einer Einführung in die allgemeine Symbolik wird das nicht eindeutig zu definierende Wesen des Edelmetalls im Mittelalter konkret an Beispielen aus der Buchmalerei erläutert. Unter Berücksichtigung der besonderen Behandlung des Raumes in der ottonischen Buchmalerei und der Erscheinungsweise der Figuren auf goldenem Grund wird am Schluss eine Antwortmöglichkeit auf die Zielfrage vorgelegt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Biblischer Kontext

1.1 Altes Testament

1.2 Neues Testament

2. Entwicklung des Goldgrundes

2.1 Vorchristliche Beispiele

2.2 Mosaikkunst

2.3 Buchmalerei

3. Symbolik des Goldes

3.1 Allgemeine Symbolik

3.2 Gold im Mittelalter

3.3 „Unraum“ in ottonischer Buchmalerei

3.4 Die Gebärdefigur auf Goldgrund

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion von Gold als Gestaltungselement in der ottonischen Buchmalerei, wobei der Fokus auf der Entwicklung des Goldgrundes, dessen biblischem Kontext sowie seiner vielschichtigen Symbolik im Mittelalter liegt.

  • Biblische Ursprünge und metaphorische Deutung von Gold als Real- und Idealsymbol
  • Historische Entwicklung des Goldgrundes von der Antike über die Mosaikkunst bis zur Buchmalerei
  • Symbolische Ebenen des Goldes im Mittelalter (Licht-, Materie- und Raumcharakter)
  • Die spezifische Raum- und Zeitlosigkeit ottonischer Miniaturen durch den Einsatz von Goldgrund
  • Analyse der Gebärdefigur als zentrales Ausdrucksmittel unter dem Einfluss des Goldgrundes

Auszug aus dem Buch

3.2 Gold im Mittelalter

Keineswegs lässt sich der symbolische Gehalts des Edelmetalls im Mittelalter einheitlich festlegen, vielmehr gibt es zeitliche und räumliche Unterschiede. Jedoch kann man das Wesen des Goldes durchaus in einen Licht-, Materie- und Raumcharakter unterteilen. Diese einzelnen Wesenszüge wirken je nach Verwendung unterschiedlich zusammen, wobei im Laufe der Zeit manche Charaktere dominanter auftreten als andere.

Lichtcharakter: Der Charakter des Goldes als scheinbar lichtspendendes und lichterfülltes Material soll anhand einer Miniatur aus dem Perikopenbuch Heinrichs II. erläutert werden. Die im Zeitraum von 1007-1012 geschaffene Handschrift, enthält Abschnitte aus den vier Evangelien, die dem Kirchenjahr entsprechend angeordnet sind. Auf der Miniatur, siehe Abb. 12, ist die Ausgießung des Heiligen Geistes während des Pfingstereignisses verbildlicht, wobei die Bildfläche eine klare symmetrische Komposition aufweist. Die obere Bildhälfte besteht aus zwei gleichgroßen, nebeneinander stehenden Bildelementen, die aufgrund ihrer Form an Häuser erinnern. In dem Raum der Häuser sitzt je eine Dreiergruppe von Aposteln auf einer Bank vor Goldgrund während außerhalb der Heilige Geist in Gestalt einer Taube aus einer angeschnittenen Gloriole von oben goldene Strahlen radial nach unten aussendet. Die untere Hälfte der Miniatur wird beinahe vollständig von einem ebenso an ein Haus erinnernden Bildelement gebildet, in dessen großen Raum insgesamt sechs Apostel, aber in zwei Dreiergruppen aufgeteilt, wie oben auf Bänken sitzen. Auch dieser ist mit einem durchgehenden, matt schimmernden Goldgrund gefüllt. Der Raum um die Häuser besteht aus einem blauen und violetten Farbfeld, an deren oberen Ende heller werdende Farbtonstreifen zu sehen sind. In diesem Bild symbolisiert nicht nur die Taube den Heiligen Geist sondern auch die Farbe Gold, sie verteilt sich in Analogie zu Sonnenstrahlen als Zeichen der göttlichen Wirkmacht über die Räume, erfüllt sie vollständig und umhüllt geradezu die Apostel.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Biblischer Kontext: Untersucht die Verwendung und Bedeutung von Gold im Alten und Neuen Testament, wobei zwischen Gold als Realsymbol für Reichtum und als Idealsymbol für die Herrlichkeit Gottes unterschieden wird.

2. Entwicklung des Goldgrundes: Zeichnet die historische Herkunft des Goldgrundes nach, beginnend bei antiken Beispielen und der Mosaikkunst, hin zur Etablierung in der spätantiken und frühottonischen Buchmalerei.

3. Symbolik des Goldes: Analysiert die theoretischen Konzepte des Licht-, Materie- und Raumcharakters von Gold sowie die spezifische Wirkung auf die Darstellung von Figuren und Raum in der ottonischen Buchkunst.

Schlüsselwörter

Ottonische Buchmalerei, Goldgrund, Mittelalter, Kunstgeschichte, Lichtcharakter, Materiecharakter, Raumcharakter, Biblischer Kontext, Symbolik, Gebärdefigur, Buchmalerei, Maiestas Domini, Liturgische Kunst, Transzendenz, Immanenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit behandelt die Rolle und Bedeutung der Farbe Gold sowie die Verwendung von Goldgrund in der ottonischen Buchmalerei des Mittelalters.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit beleuchtet den biblischen Kontext, die historische Entwicklung des Goldgrundes in verschiedenen Epochen sowie die komplexe Symbolik des Edelmetalls im mittelalterlichen Denken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum Gold in der ottonischen Buchmalerei eingesetzt wurde und welche symbolischen sowie gestalterischen Funktionen der Goldgrund für die Darstellung von Raum und Zeit erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine kunsthistorische Analyse, die ikonographische Methoden mit der Untersuchung von Handschriften und Mosaiken sowie der Auswertung kunsthistorischer Fachliteratur verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung biblischer Bezüge, die chronologische Entwicklung des Goldgrundes von der Antike bis zum ottonischen Zeitalter sowie die detaillierte Deutung der Symbolik des Goldes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Ottonische Buchmalerei, Goldgrund, Licht-, Materie- und Raumcharakter, sowie die Gebärdefigur und der christologische Kontext.

Welche Bedeutung kommt dem sogenannten „Unraum“ in der ottonischen Buchmalerei zu?

Der Begriff beschreibt die bewusste Abkehr von einer realistischen Raumdarstellung, wodurch die Figuren in eine raumlose und zeitlose Ebene gehoben werden, um ihre religiöse Aussagekraft zu betonen.

Was unterscheidet das „Muschelgold“ von der „Polimentvergoldung“?

Während Muschelgold ein aus Goldpulver und Bindemittel bestehendes Material ist, bezeichnet die Polimentvergoldung das Auftragen dünner Blattgoldfolien, die durch Polieren einen hohen Glanz erzielen und die Materialität des Goldes betonen.

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Detalles

Título
Die Farbe Gold in der Buchmalerei
Universidad
University of Bamberg  (Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte)
Calificación
1,0
Autor
Jonas Reinhart (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
37
No. de catálogo
V369523
ISBN (Ebook)
9783668542150
ISBN (Libro)
9783668542167
Idioma
Alemán
Etiqueta
farbe gold buchmalerei
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jonas Reinhart (Autor), 2016, Die Farbe Gold in der Buchmalerei, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369523
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