In der folgenden Arbeit soll die Frage geklärt werden, wie sich die Wahlenthaltung bei der Bundestagswahl 2013 erklären lässt.
Es soll das Modell sozialer Milieus untersucht werden und die Merkmale von Nichtwählern in ihrer Zusammensetzung im Hinblick auf die Bundestagswahl 2013 durch eine Beschreibung seines vielseitigen Profils analysiert werden. Vor allem soll der Frage, welche Personen besonders zur Nichtwahl neigen, auf den Grund gegangen werden. Darüber hinaus erscheint es im Zusammenhang mit der Forschungsfrage sinnvoll, die Wahlbeteiligung der Bundestagswahl 2013 zu bewerten und die Auswirkungen von Bundeswahlenthaltung in Deutschland klarzustellen.
Die Arbeit soll sowohl eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse der Wahlforschung zu Nichtwählern der Bundestagswahl 2013, als auch eine persönliche Bewertung der Autorin beinhalten.
Als Fazit sollen die Ergebnisse im Hinblick auf den Forschungsgegenstand der Arbeit in Form einer abschließenden Analyse zusammengefasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Modell sozialer Milieus nach Sinus
3. Zusammensetzung der Nichtwählerschaft im Hinblick auf die Bundestagswahl 2013
3.1 Altersgruppe und Geschlecht
3.2 Bildungsniveau und Beruf
3.3 Soziales Milieu
3.4 Politische Einstellungen
4. Bewertung der Wahlenthaltung der Bundestagswahl 2013
5. Schluss
6. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Ursachen der Wahlenthaltung bei der Bundestagswahl 2013 unter besonderer Berücksichtigung des Sinus-Milieumodells, um ein differenziertes Profil von Nichtwählern zu erstellen und die sozioökonomischen sowie psychologischen Faktoren hinter der Nichtwahl zu identifizieren.
- Modell sozialer Milieus nach Sinus als Analyseinstrument
- Einfluss von Alter, Geschlecht, Bildungsstand und Beruf auf das Wahlverhalten
- Zusammenhang zwischen sozialem Milieu und politischer Partizipation
- Bewertung der Auswirkungen von Wahlenthaltung auf die demokratische Repräsentation
Auszug aus dem Buch
3.3 Soziales Milieu
Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Schicht zeigt sich im Hinblick auf die Wahlabsicht zur Bundestagswahl als einer der bedeutendsten Indikatoren für die Analyse der Motive. (vgl. Petersen et al. 2013, S.54) Versucht man die Nichtwähler angesichts einer Gesellschaftsdifferenzierung zu charakterisieren, konnten sie bestimmten Milieugruppen zugeordnet werden. Bürger, welche sich nie an Wahlen beteiligen, sind an der Gesellschaft kaum integriert und weisen teilweise eine komplett differenzierte Sozialstruktur im Gegensatz zu den Wählern auf. Die politische Aktivität von Freunden beispielsweise kann insofern eine Rolle spielen, wenn sich innerhalb des sozialen Milieus die Norm, sich als Wahlen zu beteiligen, stärker zur Kenntnis genommen wird. „Ein durchschnittlicher Wahlberechtigter geht in Deutschland mit einer Wahrscheinlichkeit von 77 Prozent bestimmt zur Wahl, wenn er annimmt, dass auch in seinem Freundeskreis die meisten wählen. Seine Wahrscheinlichkeit sinkt dramatisch um fast 60 Prozentpunkte auf nur noch 19 Prozent, wenn er annimmt, dass auch in seinem Freundeskreis die meisten ihr Stimmrecht ungenutzt lassen.“ (vgl. Hierlemann/ Vehrkamp 2013, S. 4 f.) Vor allem färbt allerdings die eigene Familie auf die eigene Wahlbeteiligung ab, da die Wahrscheinlichkeit der eigenen Wahlbeteiligung bei 91 Prozent liegt, wenn im Elternhaus sehr oft über Politik gesprochen wurde. Wurde im Elternhaus allerdings kaum oder gar nicht über Politik gesprochen, sinkt die Wahlbeteiligung auf 55 Prozent. (Hierlemann/ Vehrkamp 2013, S.5) Es wird deutlich, dass die Wahlbeteiligung umso geringer ausfällt, je mehr Haushalte in einem Stadtviertel dem prekären Milieu angehören. Wird ein Stadtteil jedoch durch die bürgerliche Mitte oder dem liberal-intellektuellen Milieu geprägt, geht ein überdurchschnittlich hoher Anteil der dort lebenden Personen zur Wahl. (vgl. Schäfer et al. 2013, S.18)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Bedeutung von Wahlen für die Legitimation einer Demokratie und formuliert das Ziel der Arbeit, die Nichtwählerschaft der Bundestagswahl 2013 mittels des Sinus-Milieumodells zu untersuchen.
2. Modell sozialer Milieus nach Sinus: Das Kapitel stellt das Sinus-Modell als zweidimensionales Koordinatensystem vor, das Bevölkerungsgruppen anhand von sozialer Lage und Grundorientierung klassifiziert, um Wählerverhalten über sozioökonomische Faktoren hinaus zu erklären.
3. Zusammensetzung der Nichtwählerschaft im Hinblick auf die Bundestagswahl 2013: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die demografischen, sozialen und einstellungsbasierten Merkmale von Nichtwählern, um jene Gruppen mit der höchsten Neigung zur Wahlenthaltung zu identifizieren.
4. Bewertung der Wahlenthaltung der Bundestagswahl 2013: Es wird diskutiert, ob der Trend zur Nichtwahl als bloße Gleichgültigkeit oder als Gefährdung der demokratischen Repräsentation zu werten ist, wobei die soziale Spaltung in Deutschland eine zentrale Rolle spielt.
5. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die Nichtwählerschaft eine heterogene Gruppe bildet, deren Verhalten maßgeblich durch Individualisierung, Wertewandel und eine empfundene soziale Exklusion geprägt ist.
6. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Monographien, Publikationen, Online-Zeitungsartikel und Internetquellen auf.
Schlüsselwörter
Bundestagswahl 2013, Nichtwähler, Sinus-Milieus, Wahlbeteiligung, soziale Spaltung, politische Partizipation, Demokratie, soziale Lage, Grundorientierung, Wertewandel, Wahlenthaltung, politische Einstellungen, soziale Ungleichheit, Bürgerbeteiligung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Hintergründe der Wahlenthaltung bei der Bundestagswahl 2013 und analysiert, wer die Nichtwähler sind und warum sie sich gegen die Stimmabgabe entscheiden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind das Modell der Sinus-Milieus, die sozioökonomische Zusammensetzung der Nichtwählerschaft sowie die Auswirkungen von Wahlenthaltung auf die Qualität der Demokratie.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Merkmale von Nichtwählern durch ein vielseitiges Profil zu beschreiben und das Milieu mit der höchsten Neigung zur Wahlenthaltung zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Milieuanalyse basierend auf dem Sinus-Modell sowie die Auswertung statistischer Daten zur Wahlbeteiligung aus dem Jahr 2013.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Altersstruktur, des Geschlechts, des Bildungsniveaus sowie der sozialen Milieus und politischen Einstellungen der Nichtwähler.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Nichtwählerschaft", "Sinus-Milieus", "soziale Spaltung" und "politische Partizipation" charakterisiert.
Welche Rolle spielt das soziale Umfeld für die Wahlentscheidung?
Die Arbeit zeigt, dass sowohl das soziale Milieu, die politische Aktivität im Freundeskreis als auch die politische Kommunikation im Elternhaus signifikanten Einfluss auf die individuelle Wahlentscheidung haben.
Warum ist das hedonistische Milieu für die Untersuchung besonders relevant?
Das hedonistische Milieu zeigt einen besonders deutlichen negativen Zusammenhang zur Wahlbeteiligung, da diese Menschen spaßorientiert sind und sich bewusst gegen die Erfüllung gesellschaftlicher Pflichten entscheiden.
Wie bewertet die Autorin die Gefährdung der Demokratie?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass eine kontinuierlich sinkende Wahlbeteiligung eine Gefährdung darstellt, da sie das Risiko einer exklusiven Demokratie birgt, in der vor allem privilegierte Milieus repräsentiert sind.
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- Anonym (Autor), 2017, Wie lässt sich die Wahlbeteiligung der Bundestagswahl 2013 erklären?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369562