In meiner Seminararbeit möchte ich mich dem Thema Narzismus widmen. Ich möchte herausfinden, inwieweit Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung Beziehungen eingehen können und wie sie diese gestalten. Des Weiteren möchte ich in Erfahrung bringen, welche Probleme sich mit dieser Persönlichkeitsstörung in einer zwischenmenschlichen Liebesbeziehung wie einer Partnerschaft ergeben. Daraus ergibt sich meine Forschungsfrage, „Sind Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung in der Lage, eine dauerhaft anhaltende Liebesbeziehung zu führen?“ Wobei ich mit dauerhaft jahrelang meine und mit Liebesbeziehung eine Partnerschaft oder Ehe.
Das Thema des Narzissmus wird aktuell immer relevanter, denn immer mehr Bücher und Fachzeitschriften diskutieren darüber. Narzissmus, in der Literatur als narzisstische Persönlichkeitsstörung bekannt, gehört zu den psychischen Erkrankungen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DEFINITION
2.1 Narzissmus
2.2 Abgrenzung zwischen normalem und pathologischem Narzissmus
3. ENTSTEHUNG VON NARZISSMUS
3.1. Risikofaktoren in der Kindheit
4. NARZISSMUS UND LIEBESBEZIEHUNGEN
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Störungsbild der narzisstischen Persönlichkeitsstörung mit dem Ziel, die spezifischen Schwierigkeiten dieser Menschen bei der Gestaltung dauerhafter, zwischenmenschlicher Liebesbeziehungen zu analysieren und die Forschungsfrage zu beantworten, ob eine stabile Partnerschaft unter diesen Bedingungen möglich ist.
- Medizinisch-psychologische Definition des Narzissmus
- Abgrenzung zwischen gesundem und pathologischem Narzissmus
- Risikofaktoren für die Entstehung von Narzissmus in der Kindheit
- Analyse der Dynamik in Liebesbeziehungen narzisstischer Persönlichkeiten
Auszug aus dem Buch
Narzissmus und Liebesbeziehungen
Die zahlreichen negativen Charaktereigenschaften der narzisstischen Persönlichkeitsstörung lassen darauf schließen, dass Narzissten erhebliche Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen haben. Da Narzissten so sehr mit sich selbst beschäftigt sind und ihre Gefühle auf die eigene Person zentrieren, sind sie nicht fähig zu emotionalen Beziehungen mit anderen Menschen. Das Selbst steht im Mittelpunkt und verhindert das Einfühlen in andere. In diesem Zusammenhang wird alleinig die Beziehung eines pathologisch narzisstischen Menschen zu einem gesunden Menschen betrachtet.
Zwischenmenschliche Liebesbeziehungen sind immer durch zwei Strömungen gekennzeichnet: die zärtliche und die sinnliche. Die Sinnlichkeit umfasst die rein sexuellen Liebesgefühle, die Zärtlichkeit die Gefühle der Zuneigung zum anderen. Narzisstische Menschen fallen besonders durch ihre fehlende Zärtlichkeit auf. Nach dem Psychiater Salman Akhtar geht die zärtliche Liebesströmung einher mit „der Fähigkeit zur Besorgnis, Neugier, empathischen Zuhören, optimaler Distanz, Versöhnlichkeit und Dankbarkeit, was wiederum in die Fähigkeit zu Gegenseitigkeit und Wiedergutmachung mündet“ (vgl. Akthar, 2006, S. 625).
Narzissten haben in genau diesen Fähigkeiten große Probleme, eine stabile Liebesbeziehung scheint also unmöglich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema Narzissmus ein, definiert die Forschungsfrage bezüglich der Beziehungsfähigkeit Betroffener und erläutert die methodische Grundlage durch Fachliteratur.
2. DEFINITION: Dieses Kapitel definiert den Begriff Narzissmus, listet diagnostische Kriterien nach der American Psychiatric Association auf und differenziert zwischen gesundem und pathologischem Narzissmus.
3. ENTSTEHUNG VON NARZISSMUS: Hier werden die Ursprünge der Störung in der frühen Kindheit analysiert, wobei insbesondere der Einfluss stabiler Bindungserfahrungen und der Mutter-Kind-Interaktion beleuchtet wird.
4. NARZISSMUS UND LIEBESBEZIEHUNGEN: Das Hauptkapitel untersucht die Unfähigkeit von Narzissten zur emotionalen Bindung, die mangelnde Zärtlichkeit sowie die Ausbeutung des Partners zur Bestätigung des eigenen Selbst.
5. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Hypothese, dass aufgrund fehlender Empathie und pathologischer Selbstzentrierung dauerhafte Liebesbeziehungen für Narzissten kaum möglich sind.
Schlüsselwörter
Narzissmus, Persönlichkeitsstörung, Liebesbeziehung, Empathiemangel, Bindungsangst, Psychologie, Selbstwertgefühl, Pathologie, Kindheit, Entwicklungspsychologie, Partnerschaft, Narzisst, Objektkonstanz, Größen-Selbst, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der narzisstischen Persönlichkeitsstörung und der zentralen Frage, wie sich diese Störung auf die Gestaltung und Dauerhaftigkeit zwischenmenschlicher Liebesbeziehungen auswirkt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition des Narzissmus, der Abgrenzung von gesundem zu pathologischem Verhalten, den Ursachen in der Kindheit sowie der Dynamik in Partnerschaften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, tiefgehend zu ergründen, warum narzisstische Persönlichkeiten bei der Führung einer dauerhaften, gesunden Liebesbeziehung scheitern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Fachwerken namhafter Psychiater und Narzissmusforscher, wie etwa Otto F. Kernberg.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Definitionen und Entstehungsgeschichten vor allem die Verhaltensmuster in Partnerschaften analysiert, insbesondere das Ausbleiben echter Zärtlichkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Narzissmus, Empathiemangel, Bindungsfähigkeit, Selbstwertgefühl, narzisstische Persönlichkeitsstörung und zwischenmenschliche Dynamik.
Wie definiert der Autor das Konzept des „Größen-Selbst“?
Es wird als ein natürlicher Egoismus im Säuglingsalter beschrieben, bei dem das Kind die Mutter vollkommen für sich beansprucht, was bei pathologischer Entwicklung die Basis für narzisstische Züge bildet.
Warum fällt es Narzissten schwer, echte Zärtlichkeit zu empfinden?
Laut Arbeit mangelt es Narzissten an essentiellen Fähigkeiten wie Empathie, Besorgnis, Neugier und Dankbarkeit, die laut Salman Akhtar notwendige Voraussetzungen für eine echte zärtliche Liebesströmung sind.
Welche Rolle spielt der Partner in der Wahrnehmung eines Narzissten?
Der Partner fungiert primär als „Spiegel“ oder Erweiterung des eigenen Selbst, der dazu dient, das fragile Selbstwertgefühl des Narzissten zu stabilisieren und Bewunderung zu garantieren.
- Citation du texte
- Jasmin Sirbu (Auteur), 2017, Die Schwierigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen für Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369578