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Das Bild des "Fremden" in "Wir töten Stella" von Marlen Haushofer. Eine Widerspiegelung des Juden im Nationalsozialismus?

Titre: Das Bild des "Fremden" in "Wir töten Stella" von Marlen Haushofer. Eine Widerspiegelung des Juden im Nationalsozialismus?

Dossier / Travail , 2010 , 13 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Christian Appel (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Die Arbeit setzt sich mit der Frage auseinander, inwiefern sich in der Figur der Stella in Marlen Haushofers Roman "Wir töten Stella" das Abbild eines Juden im Nationalsozialismus wiederfindet.

Marlen Haushofer war eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der österreichischen Nachkriegszeit. Die als Marie Helene Frauendorfer am 11. April 1920 im österreichischen Frauenstein geborene Autorin , deren Werke zu Beginn ihrer Karriere lediglich als „’Hausfrauenprosa’“ verpönt und abgewertet wurden, gilt heutzutage - vor allem gefördert durch die Wiederentdeckung ihrer Arbeiten im Rahmen der Frauenbewegung - als eine der meist rezipierten Autorinnen der österreichischen Literaturszene. Ihr Werk „Wir töten Stella“, welches erstmals 1958 beim Bergland-Verlag in Wien erschien, wird aus heutiger Sicht als das Meisterwerk der damals noch unbekannten Autorin verstanden, welches sich in kritischer Weise mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Österreichs und deren Aufarbeitung in der Nachkriegszeit auseinandersetzt.

Folglich stellt sich die Frage, wie Marlen Haushofer den Einfluss des Nazionalsozialismus auf ihre Republik bewertet und inwieweit sich ihre Novelle als „kritisch[er] Beitrag“ zu der in den 50ern in Österreich sehr populären „Opfer-Mythologie“ lesen lässt. In dieser Arbeit soll darum die Frage erörtert werden, inwieweit sich in der Titelfigur von „Wir töten Stella“ eine Widerspiegelung des Juden der Nazizeit erkennen lässt. Diese Fragestellung wird durch die Analyse der Beziehung zwischen Stella und der Erzählerin Anna (1. Teil), der weiteren Personen, die um Stella herum positioniert werden (2. Teil) und der Figurenkonzeption Stellas (3. Teil) genauer erörtert. Grundlegend für den ersten Teil ist dabei eine Analyse der Argumentationsstrukturen mit denen die Hauptfigur aus „Wir töten Stella“, Anna, ihre Untätigkeit angesichts des offensichtlichen Verfalls der Titelfigur vor sich selbst und vor den Lesern ihres Berichts rechtfertigt. Diese Argumentation wird kontrastiert mit den „Deutschen Antworten“, die Zeitzeugen auf die Frage nach dem Wissen um die Judenermordung im Dritten Reich gaben und die Walter Kempowski in seinem Werk „Haben Sie davon gewusst? - Deutsche Antworten“ aufgelistet hat. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Stella – Sinnbild eines Juden im Nationalsozialismus?

2.1 Das Motiv des „Wegschauens“ – Annas Schuld

2.2 Isolation und Verachtung – Die Position Stellas innerhalb der Novelle

2.3 Abbild des Juden – Stellas Figurenkonzeption

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwieweit die Titelfigur Stella in Marlen Haushofers Novelle „Wir töten Stella“ als literarische Widerspiegelung des Judenbildes in der Zeit des Nationalsozialismus interpretiert werden kann. Dabei wird analysiert, wie durch Mechanismen der Ausgrenzung, Passivität der Umgebung und die Konstruktion der Figur Parallelen zur Judenverfolgung im Dritten Reich gezogen werden.

  • Analyse der Beziehung zwischen Stella und der Erzählerin Anna
  • Untersuchung der familiären Ausgrenzung und Isolation Stellas
  • Interpretation von Stellas Figurenkonzeption und Namensgebung
  • Kontrastierung der familiären Ordnung mit NS-Ideologie und Opfernarrativen

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Motiv des „Wegschauens“ – Annas Schuld

Gehen wir auf die Suche nach Ansatzpunkten zur Erörterung der Fragestellung, ob das junge Mädchen Stella in Marlen Haushofers Novelle als quasi-synonym für „das Fremde“ bzw. den „deutschen“ Juden in der Zeit des Dritten Reiches aufgefasst werden kann, so bietet es sich zunächst an, einen Blick auf die Figuren zu werfen, die Haushofer in ihrem Werk rund um die Titelfigur platziert.

Als Hauptfigur der Novelle begegnet uns, anders als es der Titel vermuten lässt, die zweifache Mutter und Ich-Erzählerin Anna. Die Geschichte von Stellas Zugrundegehen und ihrem letztendlichen Tod durch Suizid wird dem Leser aus ihrer Perspektive dargestellt. Der Fakt, dass die Schreibende zugleich Wissenende des Geschehens ist, impliziert jedoch entgegen des Novellentitels „Wir töten Stella“ noch nicht eine Mittäterschaft wie sie durch das Pronomen „wir“ ausgedrückt wird. Diese realisiert sich erst angesichts der offensichtlichen Untätigkeit Annas, die sich während des Schreibprozesses desöfteren die Möglichkeit einräumt, dass sie Stella vor ihrem Untergang hätte bewahren können:

Während Stella, unfähig, ihr einziges großes Gefühl zu verbergen, unaufhaltsam in ihr Unglück glitt und Richard uns mit seiner glatten Bonhomie zu täuschen versuchte, bemühte ich mich, nichts zu sehen und zu hören. […] Nun, es war nicht der Mühe wert, aber es hätte mir der Mühe wert sein müssen, denn Stella war das junge Leben und ich ließ es in eine dieser mordenden Blechmaschinen laufen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Autorin Marlen Haushofer vor, ordnet das Werk „Wir töten Stella“ historisch ein und formuliert die zentrale Fragestellung zur Widerspiegelung des jüdischen Schicksals in der Novelle.

2 Stella – Sinnbild eines Juden im Nationalsozialismus?: Das Hauptkapitel untersucht die Parallelen zwischen der Behandlung Stellas in der Familie und der gesellschaftlichen Ausgrenzung der Juden im Dritten Reich.

2.1 Das Motiv des „Wegschauens“ – Annas Schuld: Dieses Kapitel analysiert die Rolle der Erzählerin Anna, deren bewusste Passivität und familiäre Ordnung mit zeitgenössischen Zeugenaussagen zur NS-Zeit kontrastiert werden.

2.2 Isolation und Verachtung – Die Position Stellas innerhalb der Novelle: Hier wird das Verhalten anderer Familienmitglieder gegenüber Stella untersucht, um die systemische Ausgrenzung und Entmenschlichung der Titelfigur aufzuzeigen.

2.3 Abbild des Juden – Stellas Figurenkonzeption: Dieses Kapitel interpretiert die symbolische Ebene der Novelle, insbesondere die Namensgebung und die Verwendung von Farben, als Hinweise auf das Schicksal der verfolgten Juden.

3 Fazit: Das Fazit bestätigt die leitende Hypothese, dass Stella als Sinnbild des Fremden und als Objekt der Gewalt und des Rassenwahns fungiert.

Schlüsselwörter

Marlen Haushofer, Wir töten Stella, Nationalsozialismus, Judenverfolgung, literarische Analyse, Opferrolle, Ausgrenzung, NS-Ideologie, Erinnerungskultur, Fremdheit, familiäre Ordnung, Schuld, Zeitgeschichte, Novelle, Subjektivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Marlen Haushofers Novelle „Wir töten Stella“ und untersucht, inwieweit die Titelfigur als Metapher für die Verfolgung und Ausgrenzung von Juden in der NS-Zeit verstanden werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Mechanismen familiärer Ausgrenzung, die Mitschuld durch Wegschauen, der Missbrauch von Ordnung zur Unterdrückung sowie die symbolische Aufladung von Figurenkonzeptionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, textimmanente Belege für eine Synonimität zwischen der Figur Stella und dem Judenbild im nationalsozialistischen Deutschland zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, kontrastiert den Text mit historischem Hintergrundwissen und bezieht sich auf fachwissenschaftliche Sekundärliteratur sowie Zeitzeugendokumente.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Annas Verhalten als Erzählerin, die soziale Isolation Stellas durch andere Figuren und eine Interpretation der symbolischen Figurenkonzeption Stellas.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Nationalsozialismus, literarische Analyse, Opferrolle, Ausgrenzung, Schuld und Erinnerungskultur beschreiben.

Welche Rolle spielt die Ordnung in der Familie innerhalb der Novelle?

Die Ordnung dient als Deckmantel für das Grauen. Sie ermöglicht es der Familie, ihre Passivität zu rechtfertigen, während sie gleichzeitig den notwendigen Rahmen schafft, in dem das „Ungeheuer“ Richard ungehindert agieren kann.

Warum wird Stella mit dem Judenstern assoziiert?

Die Assoziation ergibt sich aus der Kombination ihres Namens („Stella“/Stern) mit der wiederkehrenden Farbe Gelb, welche im Kontext der NS-Zeit als Markierung für Ausgrenzung und Andersartigkeit fungierte.

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Résumé des informations

Titre
Das Bild des "Fremden" in "Wir töten Stella" von Marlen Haushofer. Eine Widerspiegelung des Juden im Nationalsozialismus?
Université
University of Hamburg  (Germanistik)
Note
1,3
Auteur
Christian Appel (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
13
N° de catalogue
V369611
ISBN (ebook)
9783668472754
ISBN (Livre)
9783668472761
Langue
allemand
mots-clé
Marlen Haushofer Stella Judenbild Nationalsozialismus
Sécurité des produits
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Citation du texte
Christian Appel (Auteur), 2010, Das Bild des "Fremden" in "Wir töten Stella" von Marlen Haushofer. Eine Widerspiegelung des Juden im Nationalsozialismus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369611
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Extrait de  13  pages
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