Ziel dieser Arbeit ist es, mehrere etablierte Persönlichkeitsmodelle der Eigenschaftstheorien im Hinblick auf ihre Aussagekraft für Gründerpersönlichkeiten zu untersuchen. Dazu werden drei anerkannte Modelle der Eigenschaftstheorien vorgestellt und vertiefend auf ihre Relevanz für Gründerpersönlichkeiten diskutiert. Darüber hinaus wird in kritischer Weise Stellung zu den Persönlichkeitsmodellen der Eigenschaftstheorien im Allgemeinen genommen.
In Kapitel 2 werden zunächst die Grundlagen zum Verständnis der Thematik gelegt. Hierzu werden die Begriffe „Unternehmensgründung“, „Unternehmer“, „unternehmerischer Erfolg“ sowie „Persönlichkeit“ definiert. Aufgrund der Kürze dieser Arbeit wird auf eine ausführliche Diskussion verschiedener Definitionen verzichtet. Anschließend wird ein kurzer Überblick über die verschiedenen Persönlichkeitstheorien gegeben.
In Kapitel 3 werden die bedeutendsten Persönlichkeitsmodelle der Eigenschaftstheorien vorgestellt. Der Fokus liegt dann auf der Untersuchung der Aussagekraft der vorgestellten Modelle für Gründerpersönlichkeiten. In Kapitel 3 wird zu den Persönlichkeitsmodellen der Eigenschaftstheorien im Allgemeinen kritisch Stellung bezogen. Kapitel 4 bildet mit einer kritischen Reflexion den Abschluss dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in das Thema
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau dieser Arbeit
2 Definitionen und Grundlagen
2.1 Unternehmensgründung – Unternehmer – Unternehmerischer Erfolg
2.2 Persönlichkeit
2.3 Persönlichkeitspsychologische Forschungsansätze im Überblick
3 Persönlichkeitsmodelle der Eigenschaftstheorien
3.1 Vorstellung von Persönlichkeitsmodellen der Eigenschaftstheorien
3.1.1 Das 16-Faktoren-Modell von Cattell
3.1.2 Das PEN-System von Eysenck
3.1.3 Das Fünf-Faktoren-Modell von Costa und McCrae
3.2 Aussagekraft dieser Persönlichkeitsmodelle für Gründerpersönlichkeiten
3.3 Kritische Stellungnahme zu Persönlichkeitsmodellen im Allgemeinen
4. Zusammenfassung und Kritische Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz etablierter Persönlichkeitsmodelle der Eigenschaftstheorien im Kontext der Gründungsforschung, um zu klären, inwieweit diese Modelle wissenschaftlich fundierte Aussagen über den unternehmerischen Erfolg zulassen.
- Analyse von Persönlichkeitsmodellen nach Cattell, Eysenck sowie Costa und McCrae.
- Untersuchung der Differenz zwischen Gründerpersönlichkeiten und abhängig Beschäftigten.
- Kritische Reflexion der Eigenschaftstheorien hinsichtlich ihrer Vorhersagekraft für unternehmerisches Verhalten.
- Diskussion alternativer Persönlichkeitsmerkmale wie Risikobereitschaft und Kontrollüberzeugung.
- Einordnung in den breiteren Kontext persönlichkeitspsychologischer Forschungsansätze.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Das 16-Faktoren-Modell von Cattell
Raymond Bernard Cattell (1905 – 1998) war neben Eysenck einer der einflussreichsten Persönlichkeitspsychologen des 19. Jahrhunderts. Cattell unterscheidet in seiner Forschung zwischen drei Gruppen von Persönlichkeitseigenschaften, nämlich Fähigkeiten, Temperamenteigenschaften und dynamische Eigenschaften. Von diesen Persönlichkeitseigenschaften (Traits) grenzt Cattell sogenannte Persönlichkeitszustände (States) ab. Während Persönlichkeitseigenschaften als stabile und überdauernde Charakteristika relativ beständig sind, verändern sich Persönlichkeitszustände durch Rollen, Zustände und Stimmungen im Zeitverlauf. Beispielsweise nehmen Menschen in ihrer Arbeit vorübergehend eine andere Rolle ein, als in ihrer Freizeit. Diese Rollen beeinflussen das menschliche Verhalten, das über diese Situationen hinweg nicht konsistent ist. Für die Erklärung und Vorhersage von menschlichem Verhalten berücksichtigt er sowohl Traits als auch States und hat dazu eine Funktionsgleichung des Verhaltens entwickelt.
Das 16-Faktoren-Modell von Cattell ist das Ergebnis seiner gründlichen Untersuchung der Temperamenteigenschaften, welche neben den Fähigkeiten und den dynamischen Eigenschaften zu den Persönlichkeitseigenschaften zählen (siehe auch Abbildung 1). Ausgangspunkt seines Modells sind die 4.504 Begriffe für stabile Persönlichkeitseigenschaften von Allport und Odbert. Durch mehrere Reduktionsschritte hat er diesen Pool von Eigenschaftsfaktoren mit dem Ziel, die gesamte Persönlichkeit mit Eigenschaftsbegriffen abzudecken, auf 16 Faktoren reduziert. In Abbildung 2 sind die 16 Persönlichkeitsfaktoren nach Cattell dargestellt. Die Faktoren sind als bipolare Dimensionen konzipiert, weshalb in der linken und rechten Spalte die beiden Pole eines Faktors aufgeführt sind. Auf eine detaillierte Erläuterung der 16 Faktoren wird in dieser Arbeit verzichtet. Aus den 16 Persönlichkeitsfaktoren (Primärfaktoren) extrahierte Cattell im Laufe seines Forschungsprozesses fünf Sekundärfaktoren: Neurotizismus, Extraversion, Autonomie, Gefühlsbetontheit und Unnachgiebigkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in das Thema: Das Kapitel erläutert die aktuelle Gründungssituation in Deutschland und formuliert das Ziel der Arbeit, Persönlichkeitsmodelle hinsichtlich ihrer Aussagekraft für Gründer zu prüfen.
2 Definitionen und Grundlagen: Hier werden die zentralen Begriffe Unternehmer, Unternehmensgründung und unternehmerischer Erfolg definiert sowie ein Überblick über verschiedene psychologische Forschungsansätze gegeben.
3 Persönlichkeitsmodelle der Eigenschaftstheorien: Dieser Hauptteil stellt detailliert die Modelle von Cattell, Eysenck sowie Costa und McCrae vor und diskutiert deren Relevanz für Gründer kritisch.
4. Zusammenfassung und Kritische Reflexion: Das Fazit resümiert, dass die Eigenschaftstheorien für Gründer nur begrenzt aussagekräftig sind und plädiert für eine breitere psychologische Betrachtung.
Schlüsselwörter
Persönlichkeitsentwicklung, Unternehmensgründung, Eigenschaftstheorien, Gründerpersönlichkeit, 16-Faktoren-Modell, PEN-Modell, Big-Five, Costa und McCrae, Psychologie, Risikobereitschaft, Unternehmertum, Verhaltenspsychologie, Erfolgsfaktoren, Cattell, Neurotizismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Analyse der Persönlichkeit von Gründern durch die Brille etablierter Eigenschaftstheorien der Psychologie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Definitionen von Unternehmertum, die Vorstellung psychologischer Persönlichkeitsmodelle und die Untersuchung deren Validität in Bezug auf den unternehmerischen Erfolg.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist zu untersuchen, ob wissenschaftliche Persönlichkeitstheorien wie das Fünf-Faktoren-Modell erklären können, warum manche Gründer erfolgreicher sind als andere.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich bestehender empirischer Studien, um die Aussagekraft verschiedener Persönlichkeitsmodelle kritisch zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Modelle von Cattell, Eysenck sowie das Fünf-Faktoren-Modell detailliert vorgestellt und auf die Spezifika von Gründerpersönlichkeiten angewandt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Kernbegriffe sind Persönlichkeitsmodelle, Eigenschaftstheorien, Gründerpersönlichkeit, unternehmerischer Erfolg und psychologische Diagnostik.
Warum reicht das Fünf-Faktoren-Modell laut DIW nicht aus?
Laut DIW fehlen im Standardmodell wichtige unternehmerspezifische Faktoren wie Risikobereitschaft, Geduld oder eine ausgeprägte internale Kontrollüberzeugung.
Wie unterscheidet Cattell zwischen Traits und States?
Cattell unterscheidet zwischen stabilen, langfristigen Persönlichkeitseigenschaften (Traits) und kurzfristigen Zuständen (States), die durch situative Rollen oder Stimmungen geprägt sind.
- Citation du texte
- Dennis Kraft (Auteur), 2017, Persönlichkeitsentwicklung. Entwicklung der Persönlichkeit im Zeitverlauf und deren Relevanz für Gründungsvorhaben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369744