Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Religionslehrer beziehungsweise der Religionslehrerin als der Person, die dem im christlichen Glauben angelegten Modell der (schulischen) Inklusion zum Erfolg verhelfen will. Als besondere Herausforderung soll hier die Unterrichtsstörung und deren Bewältigung genauer in den Blick genommen werden.
Für das Gelingen eines inklusiven Religionsunterrichts, der darüber hinaus diverse Störungen erfährt, sind viele einzelne Komponenten entscheidend, angefangen beim Religionslehrer selbst.
Es gibt für den Religionslehrer und die Religionslehrerin Vieles zu bedenken, was für ihren Verkündigungsauftrag in der Schule grundlegend ist und was diese reflektiert haben müssen, noch bevor sie ein Klassenzimmer betreten und noch bevor sie ihren Unterricht vorbereiten.
Solche Reflexionen gehören für den Religionslehrer und die Religionslehrerin mit zu den praktischen Erwägungen, die in die konkrete Praxis des Religionsunterrichtes einmünden und diesen durchdringen. Sie bilden gewissermaßen das religionspädagogische Propädeutikum mit erheblicher praktischer Bedeutung.
Zu guter Letzt werden noch konkrete Methoden für den inklusiven Religionsunterricht vorgestellt.
Aus dem Inhalt:
- Inklusion;
- Religion;
- Unterricht;
- Unterrichtsstörung;
- Verhaltensstörung;
- Methoden;
- Maßnahmen;
- Tipps
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorie: Grundlegendes zur Inklusion
2.1 Grundlagen eines inklusiven Religionsunterrichtes
2.2 Was ist mit Inklusion gemeint?
2.3 Die theologische Begründung von Inklusion
2.4 Voraussetzungen des inklusiven Lernens
2.5 Das Lehren: Lehrerrolle und Lehrerhaltung
2.6 Schulorganisation und Schulentwicklung
3 Praxis: (Verhaltens-)Störungen im Religionsunterricht
3.1 Förderschwerpunkte
3.2 Der Begriff der „Verhaltensstörung“
3.3 Ein Fallbeispiel und seine Deutungen
3.4 Der störanfällige Religionsunterricht
3.5 Zur theologischen Dimension des störanfälligen Religionsunterrichtes
3.6 Konkrete Hilfen
3.7 Der Religionslehrer an sich
3.8 Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen
3.9 Allgemeine Methoden
3.10 Der Ansatz nach Jacob S. Kounin
3.11 Der Fall Nicklas: Das Disziplin-Problem als Unterrichtsstörung
3.12 Methoden für den inklusiven Religionsunterricht
4 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle des Religionslehrers im Kontext eines inklusiven Religionsunterrichts und fokussiert dabei insbesondere auf den professionellen Umgang mit Unterrichtsstörungen sowie die Entwicklung passender didaktischer Strategien.
- Theoretische Grundlagen inklusiver Pädagogik und deren theologische Verankerung
- Analyse von Störungsformen und deren Ursachen im schulischen Alltag
- Methoden der Klassenführung nach dem Ansatz von Jacob S. Kounin
- Konkrete pädagogische Konzepte für den inklusiven Religionsunterricht
Auszug aus dem Buch
3.3 Ein Fallbeispiel und seine Deutungen
Ein Schüler der ersten Klasse ohrfeigt sich plötzlich mitten im Unterricht selbst auf eine sehr heftige Art und Weise. Auf meine Worte und Ermahnungen reagiert er überhaupt nicht. Er kam mir irgendwie verhaltensgestört vor. Sofort war die Aufmerksamkeit der ganzen Klasse auf diesen einen Schüler gerichtet, der es auch sonst versteht, durch sein Verhalten aufzufallen. Erst als ich ihn am linken Handgelenk festhielt und ihn mit strengen und eindringlichen Worten warnte, wenn er nicht sofort damit aufhörte, die Konrektorin zu rufen, hörte er auf.
Die Frage ist, ob auch ein anderer, erfahrener Lehrer die gleiche Beurteilung abgegeben hätte, und bei dem Schüler eine Verhaltensstörung gesehen hätte.
Man muss sich an dieser Stelle bewusst machen, dass man jeden Schüler und jede Schülerin mit einer ganz bestimmten Brille sieht und auch sehen kann. Einige mögliche und durchaus realistische seinen nun beispielhaft betrachtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des inklusiven Religionsunterrichts ein und definiert die Unterrichtsstörung als eine zentrale Herausforderung für Lehrkräfte.
2 Theorie: Grundlegendes zur Inklusion: Das Kapitel erläutert die Grundlagen und Voraussetzungen für Inklusion, inklusive der Lehrerrolle und der Bedeutung von Schulorganisation.
3 Praxis: (Verhaltens-)Störungen im Religionsunterricht: Hier werden verschiedene Förderschwerpunkte, das Phänomen der Unterrichtsstörung sowie Interventionsstrategien, wie der Ansatz von Kounin, detailliert behandelt.
4 Schlusswort: Das Schlusswort betont, dass der Religionslehrer selbst durch Reflexion und eine klare methodische Ausrichtung wesentlich zum Gelingen von inklusivem Unterricht beitragen kann.
Schlüsselwörter
Inklusiver Religionsunterricht, Inklusion, Unterrichtsstörung, Lehrerrolle, Verhaltensstörung, Jacob S. Kounin, Pädagogik der Vielfalt, Schulentwicklung, Förderbedarf, Klassenführung, Religionspädagogik, Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Soziales Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Publikation beleuchtet die Herausforderungen des inklusiven Religionsunterrichts und analysiert, wie Lehrkräfte mit Unterrichtsstörungen professionell umgehen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Neben den theoretischen Grundlagen der Inklusion stehen Klassenführung, Lehrerhaltung, die Bewältigung von Verhaltensauffälligkeiten und gruppendynamische Methoden im Zentrum.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Religionslehrkräfte durch Reflexion und gezielte Methoden den Unterricht so gestalten können, dass Inklusion trotz Störanfälligkeit gelingt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Aufarbeitung fachspezifischer pädagogischer Ansätze, Fallbeispiele sowie Konzepte der Inklusions- und Religionspädagogik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse von Störungsformen, dem Ansatz von Jacob S. Kounin, der Bedeutung von Ritualen und konkreten methodischen Hilfen für den Alltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Inklusiver Religionsunterricht, Verhaltensstörung, Lehrerrolle und Klassenführung geprägt.
Wie unterscheidet der Autor zwischen den "Brillen" bei der Deutung von Störungen?
Der Autor unterscheidet drei Sichtweisen: die Fixierung auf die Persönlichkeit ("wer stört, ist gestört"), die Betrachtung als Normabweichung ("wer stört, weicht ab") und das Verstehen der Störung als Signal ("wer stört, gibt ein Signal").
Was bedeutet "Konsequenzenpyramide" im Kontext dieser Publikation?
Es ist ein in der Schule erarbeiteter Leitfaden, der definiert, wie auf verschiedene Unterrichtsstörungen einheitlich reagiert wird, um pädagogische Sicherheit und Freiheit zu wahren.
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- Alexander Winter (Autor), 2016, Inklusiver Religionsunterricht und die Bewältigung von Unterrichtsstörungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369887