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Verhältnis von Presse und Literatur in Frankreich während der Restauration

Anhand des Romans "Verlorene Illusionen" von Honoré de Balzac

Title: Verhältnis von Presse und Literatur in Frankreich während der Restauration

Bachelor Thesis , 2017 , 52 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Manuel Freudenstein (Author)

Literature - General
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Die Arbeit beginnt mit Informationen über die Entwicklung Frankreichs vom Wiener Kongress 1814/1815 bis zur Februarrevolution von 1848 mit besonderem Fokus auf der Gesellschaft und den damaligen Gesetzmäßigkeiten der Presse und Literatur. Über den historischen Kontext wird ebenfalls argumentiert, da nicht zuletzt Balzac selbst von sich behauptete, er sei vielmehr Historiker als Romancier. Des Weiteren gilt die Maxime: „Erforschung und Darstellung von Literatur heißt zugleich Erforschung und Darstellung des geistigen und gesellschaftlichen Ambiente, aus dem sie lebt und auf das sie einwirkt.“ Eine Betrachtung des gesamten 19. Jahrhunderts kommt aufgrund der Vielzahl an Ereignissen und dem Wirkungszeitraum Balzacs nicht in Frage. Nachdem in Kapitel zwei der historische Rahmen festgelegt wird, steht daraufhin der Roman im Mittelpunkt. Nach einer kurzen Wiedergabe des Inhalts sowie möglichen autobiographischen Bezügen zum Autor folgt eine Auseinandersetzung mit den beiden relevanten Personengruppen und ihren Milieus. Eines der Hauptthemen der Illusions perdues, ist das Phänomen der „Kapitalisierung des Geistes“, wie eine Formulierung des Literaturkritikers Georg Lukács (1885-1971) diese Problematik bezeichnet. Die Darstellung dieser problematischen Tendenz in Bezug auf das zunehmende Aufkommen an Literatur im Bürgertum und eine Stellungnahme Balzacs zum Schutz geistigen Eigentums leiten das vierte Kapitel ein.

Der französische Schriftsteller Honoré de Balzac (1799-1850) veranschaulicht realitätsgetreu die Verhältnisse des französischen Literatur- und Pressewesens anhand des Gesellschaftsromans Illusions perdues und liefert darin wertvolle ernstzunehmende Erkenntnisse über die Öffentlichkeit Frankreichs zu Beginn des 19. Jahrhunderts.
Balzacs Erzählung besticht durch einen Reichtum an literaturhistorischen und sozialgeschichtlichen Phänomenen, die er in unnachahmlicher Art und Weise am Werdegang des Protagonisten Lucien de Rubempré in der Welt des facettenreichen Paris darstellt. Die im provinziellen Angoulême entstandenen Wunschvorstellungen des jungen Dichters ziehen ihn in die französische Hauptstadt, wo sie auf die erbarmungslose Wirklichkeit des korrumpierten Zeitungswesens prallen. Dort, wo Profitgier und Skrupellosigkeit vorherrschen, steht er vor der schwierigen Wahl, ob er den Weg des schnellen Geldes wählt oder seinen Prinzipien treu bleibt und sich dem Dasein eines bescheidenen Schriftstellers, der Kunst und Moral verschreibt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Frankreich zu Beginn des 19. Jahrhunderts

2.1 Die französische Restauration (1814-1830)

2.2 Julirevolution und Julimonarchie (1830-1848)

2.3 Presse- und Literaturwesen

3. Verlorene Illusionen

3.1 Das Berufsbild des Journalisten

3.2 Die Künstlervereinigung von Daniel d'Arthez

4. Literatur hält Einzug in die Öffentlichkeit

4.1 Verfall und Missbrauch geistigen Eigentums

4.2 Feuilletonroman und Romanproduktion ab 1836

4.3 Balzacs Typenlehre der Pariser Presse

4.4 Jules Janins Verteidigungsplädoyer

5. Tendenzen und Konsequenzen für die Öffentlichkeit

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Presse und Literatur im Frankreich der Restauration und der Julimonarchie unter besonderer Berücksichtigung von Honoré de Balzacs Gesellschaftsroman "Illusions perdues". Ziel ist es, die Verflechtungen zwischen journalistischer Praxis, literarischer Produktion und politischem Einfluss im 19. Jahrhundert aufzudecken sowie die Rolle des Autors in diesem spannungsreichen Feld kritisch zu analysieren.

  • Historischer Kontext der Restauration und Julimonarchie
  • Die Entwicklung und Kommerzialisierung des Pressewesens
  • Balzacs literarische Verarbeitung journalistischer Milieus
  • Die Problematik des geistigen Eigentums und der Raubdrucke
  • Typologien des Journalismus und ihre Auswirkungen auf die Öffentlichkeit

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Berufsbild des Journalisten

Besonders im zweiten Teil der Illusions perdues stellt Balzac etliche Facetten des Pariser Pressewesens und mehr als ein Dutzend ihrer Vertreter vor. Dabei fällt besonders der Detailreichtum der verschiedenen Charaktere auf. Seite für Seite entsteht zu jeder Person aus Luciens kurzem Hauptstadtleben ein ausführliches Bild mit einer Vielzahl an Hintergrundinformationen.

Den politischen Journalismus in Frankreich Anfang des 19. Jahrhunderts betreffend lernen wir zwei Personengruppen kennen, die liberalen und die royalistischen Berichterstatter. Diese Einteilung entspricht vereinfacht dem damaligen politischen Interessenspektrum, wobei diese Zweiteilung lediglich einer Pauschalisierung gleichkommt. Die französische Parteienlandschaft nach der Französischen Revolution bildete sich erst noch heraus und war im Begriff sich zu organisieren. Ein Prozess, der noch einige Jahrzehnte in Anspruch nehmen würde und unterdessen man zur Unterscheidung innerhalb beider Lager auf Subgruppierungen zurück greift. Bei den Royalisten unterscheidet man unter Anderem zwischen Ultras, Legitimisten und Gemäßigten. Die Liberalen unterteilen sich zum Beispiel in Republikaner, Bonapartisten und Linksliberale, um nur einige zu nennen.

Weder Royalisten noch Liberale stellen eine homogene Gruppe dar, weshalb die Übergänge fließend und nicht immer vollends nachzuvollziehen sind. Balzac typisiert beispielsweise den einzigen realen Charakter des Romans, den Journalisten und Schriftsteller Alphonse Martainville (1777-1830) an einer Stelle als Ultraroyalisten und an anderer Stelle als politisch konservativ. Überdies attestiert er ihm kurioserweise eine offene Abneigung gegen die Regierung des grundsätzlich gleichgesinnten Ultraroyalisten Jean-Baptiste de Villèle, der sowohl Mitglied der Chambre introuvable war, als auch von 1822-1827 Regierungschef. Eine Ungereimtheit, die sich mit den ständig wechselnden Kursen und Tendenzen der Regierung erklären lässt und zusätzlich damit, dass viele Journalisten sich durchaus einer politischen Richtung angehörig fühlten, dies aber nicht bedeuten musste, dass sie auch zugunsten dieser Partei Artikel verfassten. Die publizierte Meinung und die eigene Meinung konnten gravierende Unterschiede aufweisen. Den einen typischen Royalisten oder Liberalen gab es demnach nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung der Arbeit ein und verortet Honoré de Balzacs Werk "Illusions perdues" als zentrale Quelle für die Analyse des französischen Presse- und Literaturwesens des 19. Jahrhunderts.

2. Frankreich zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Dieses Kapitel skizziert den politischen und historischen Rahmen der Restauration und Julimonarchie, der die Grundlage für das journalistische und literarische Schaffen dieser Zeit bildete.

3. Verlorene Illusionen: Das Kapitel befasst sich mit der inhaltlichen Analyse des Romans und beleuchtet das Berufsbild des Journalisten sowie die kontrastierende Künstlervereinigung von Daniel d'Arthez.

4. Literatur hält Einzug in die Öffentlichkeit: Hier wird der Prozess der Kommerzialisierung von Literatur thematisiert, wobei insbesondere die Urheberrechtsdebatten, der Aufstieg des Feuilletonromans sowie Balzacs Typenlehre der Presse untersucht werden.

5. Tendenzen und Konsequenzen für die Öffentlichkeit: Dieses Kapitel reflektiert die langfristigen Auswirkungen der im 19. Jahrhundert etablierten Strukturen von Presse, Politik und Literatur auf die Gesellschaft und zieht Parallelen zur modernen Massenmedienwelt.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die historische Relevanz von Balzacs Analysen und bewertet die persönliche Verwicklung des Autors in die beschriebenen Missstände.

Schlüsselwörter

Honoré de Balzac, Illusions perdues, Pressegeschichte, Julimonarchie, Restauration, Journalismus, Feuilletonroman, geistiges Eigentum, Kapitalisierung des Geistes, Pariser Presse, Literatursoziologie, Realismus, Urheberrecht, Medienkritik, Öffentlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Wechselspiel von Presse, Literatur und Politik im Frankreich des frühen 19. Jahrhunderts, ausgehend von Balzacs Roman "Illusions perdues".

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind der historische Kontext der Restauration, die Kommerzialisierung der Literatur durch das Feuilleton, die Korruption im Journalismus und der Schutz geistigen Eigentums.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Balzac die ökonomischen und sozialen Realitäten des Pariser Literaturbetriebs literarisch verarbeitete und kritisch reflektierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Romans mit einer historisch-soziologischen Untersuchung von Quellenmaterial und Sekundärliteratur kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, das Berufsbild des Journalisten, die Typologien der Pressevertreter sowie die Debatte um Raubdrucke und Urheberrechte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie "Pressegeschichte", "Literatursoziologie", "Kapitalisierung des Geistes" und "Medienkritik" beschreiben.

Warum spielt die Person Adolphe Thier eine Rolle in der Untersuchung?

Thier dient als exemplarisches Beispiel für den Aufstieg eines Journalisten zum einflussreichen Politiker und verdeutlicht damit die Macht der Presse im 19. Jahrhundert.

Inwiefern ist Balzacs eigene Biografie für die Analyse relevant?

Balzacs eigene, teils gescheiterte Erfahrungen als Journalist und Verleger fließen maßgeblich in seine Darstellung und seine Kritik am korrupten Pressewesen ein.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Jules Janin?

Janin wird als kritische Gegenstimme zu Balzac eingeführt, die den Journalismus verteidigt und Balzac selbst eine Eitelkeit im Umgang mit seiner eigenen journalistischen Vergangenheit vorwirft.

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Details

Title
Verhältnis von Presse und Literatur in Frankreich während der Restauration
Subtitle
Anhand des Romans "Verlorene Illusionen" von Honoré de Balzac
College
University of Siegen  (Fakultät I)
Grade
1,0
Author
Manuel Freudenstein (Author)
Publication Year
2017
Pages
52
Catalog Number
V369897
ISBN (eBook)
9783668478374
ISBN (Book)
9783668478381
Language
German
Tags
Pressegeschichte Französische Geschichte Literaturgeschichte Romanistik Balzac Realismus Verlorene Illusionen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Freudenstein (Author), 2017, Verhältnis von Presse und Literatur in Frankreich während der Restauration, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369897
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