Das Ziel dieser Arbeit ist eine erste Annäherung seitens des DaFZ-Bereichs an die Professionalisierungsdebatte. Dazu soll unter anderem die Frage geklärt werden, welche Kompetenzen professionelles Handeln kennzeichnen. Wie stehen diese Bereiche zueinander und wie kann man diese Kompetenzen fordern und fördern? Die Reflexivität steht dabei als das zentrale Element des professionellen Handelns im Fokus. Der Arbeit liegt die Annahme zugrunde, dass Supervision das reflexive Denken von Lehrkräften stärken kann und zu einer (Weiter-)Entwicklung der pädagogischen Professionalität beiträgt.
Im empirischen Teil dieser Arbeit geht es darum zu klären, ob und wenn ja, welche Kompetenzen DaFZ-Studierende an deutschen Hochschulen im Bereich der pädagogischen Professionalität erwerben können.
Die Berufssituation von Lehrkräften des Deutschen als Fremd- oder Zweitsprache wird häufig als prekär bezeichnet. Stress, mangelnde berufliche Sicherheit und Termindruck sind zusätzliche Belastungsfaktoren. Das Thema Gesundheit der Lehrenden rückt unter diesen Aspekten in den Fokus von Politik, Gesellschaft und Forschung. Die häufigsten Ursachen für eine Frühpensionierung stellen psychische oder psychosomatische Erkrankungen dar. Besonders häufig treten Depressionen, Erschöpfungssyndrome und Anpassungsstörungen auf – besser bekannt unter der Bezeichnung Burnout.
Die Entwicklung einer pädagogischen Professionalität soll ebenso als Präventionsmaßnahme fungieren, wie der Einsatz von Unterstützungsangeboten für den emotionalen und sozialen Bereich des Lehrberufs. Zu den emotionalen und sozialen Unterstützungsinstrumenten zählt unter anderem die Supervision. Bei geeignetem Einsatz kann Supervision aber nicht nur im emotionalen und sozialen Bereich unterstützen, sondern auch als Instrument zur Stärkung der pädagogischen Professionalität dienen. Zentrales Element einer Supervision ist die eingeforderte und geförderte Reflexivität der an einer Supervision teilnehmenden Lehrkraft. Reflexivität wird zunehmend als übergreifende Schlüsseldimension professionellen Handelns verstanden.
Aus dem Inhalt:
- Supervision;
- Professionalisierung;
- Reflexivität;
- Deutsch als Fremdsprache;
- Lehrerbildung
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Motivation
Fragestellungen und Aufbau der Arbeit
1 Theoretischer Bezugsrahmen
1.1 Professionen und (pädagogische) Professionalität
1.2 Supervision als Professionalisierungsinstrument
2 Empirische Untersuchung
2.1 Fragestellungen und Arbeitshypothesen
2.2 Methodisches Vorgehen und Datenerhebung
2.3 Datenauswertung und -interpretation
Schlussfolgerungen und Ausblick
Bibliografie
Anhang
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, eine Verbindung zwischen der Professionalisierungsdebatte in der Pädagogik und dem Bereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaFZ) herzustellen, indem sie untersucht, wie Supervision zur Stärkung pädagogischer Professionalität und reflexiver Fähigkeiten von Lehrkräften beitragen kann.
- Analyse des theoretischen Rahmens pädagogischer Professionalität und dessen Relevanz für den Lehrberuf.
- Untersuchung von Supervision als Instrument zur Förderung reflexiver Fähigkeiten.
- Empirische Erfassung der Vermittlung ausgewählter Kompetenzen in DaFZ-Studiengängen an deutschen Hochschulen.
- Ableitung von Empfehlungen für eine stärkere Implementierung von Professionalisierungsbausteinen in die Ausbildung.
Auszug aus dem Buch
Die (Weiter-)Entwicklung pädagogischer Professionalität
Die beruflichen Aufgaben und Anforderungen von Lehrkräften sind komplex und in sich widersprüchlich. Ein kompetent, reflektierter Umgang mit den täglich zu bewältigenden Unsicherheiten werden in diesem Ansatz zum Kernstück pädagogischer Professionalität (vgl. Terhart 2011: 206f, WWW-Veröffentlichung). „Insbesondere die selbstkritische, reflektierende Rückwendung auf das eigene Handeln, auf die eigene berufliche Entwicklung ist ein zentraler Motor für die Weiter(!)-Entwicklung professioneller Fähigkeiten. Insofern beinhaltet dieses Professionalitätskonzept ein ‚reflexives‘ Steigerungsmoment.“ (Terhart 2011: 207, WWW-Veröffentlichung)
„Ausgehend von einer möglichst genauen Aufgabenbeschreibung für den [Lehrberuf] […] werden Kompetenzbereiche und Wissensdimensionen definiert, die für die Bewältigung dieser Aufgaben wichtig bzw. notwendig sind. Die Festlegung dieser Wissens- und Kompetenzbereiche erfolgt nicht allein theoretisch bzw. analytisch, […] sondern auf der Basis empirischer Forschung.“ (Terhart 2011: 207, WWW-Veröffentlichung) Das Ziel ist die Erlangung professioneller Handlungskompetenzen in allen Anforderungsbereichen: Unterrichten und Erziehen, Diagnostizieren, Beurteilen und Beraten, individuelle Weiterbildung und kollegiale Schulentwicklung, sowie Selbststeuerungsfähigkeit im Umgang mit beruflichen Belastungen (vgl. Terhart 2011: 207f, WWW-Veröffentlichung)
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die prekäre Berufssituation von DaFZ-Lehrkräften und führt in das Konzept der pädagogischen Professionalität sowie die Bedeutung der Supervision als Präventionsmaßnahme ein.
1 Theoretischer Bezugsrahmen: Hier werden zentrale Begriffe wie Professionalität, LehrerInnengesundheit und pädagogische Beratung theoretisch fundiert sowie die Relevanz von Supervision für den DaFZ-Bereich herausgearbeitet.
2 Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der Analyse von DaFZ-Studiengängen sowie die Datenauswertung hinsichtlich der Vermittlung professioneller Kompetenzen.
Schlussfolgerungen und Ausblick: Hier werden die Forschungsergebnisse synthetisiert und Perspektiven für eine verbesserte Integration von Professionalisierungsangeboten in die Ausbildung aufgezeigt.
Schlüsselwörter
DaFZ, Pädagogische Professionalität, Supervision, LehrerInnengesundheit, Lehrerausbildung, Kompetenzmodell, Selbstreflexion, pädagogischer Takt, Beratung, Professionalisierung, Hochschulstudium, Studienordnung, Modulhandbuch, Didaktik, Bildungsforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der professionellen Entwicklung von DaFZ-Lehrkräften und der Frage, wie diese durch Supervision unterstützt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind die pädagogische Professionalität, die Bedeutung der Supervision in der Lehrerbildung und die curriculare Vermittlung von Kompetenzen in DaFZ-Studiengängen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Stand der Vermittlung reflexiver und pädagogischer Kompetenzen in deutschen DaFZ-Studiengängen zu erheben und aufzuzeigen, wie Supervision als Instrument zur Professionalisierung implementiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Herleitung sowie eine empirische Inhaltsanalyse von Modulhandbüchern und Prüfungsordnungen ausgewählter DaFZ-Studiengänge.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bezugsrahmen, der verschiedene Professionalitätskonzepte analysiert, und einen empirischen Teil, der die tatsächliche Kompetenzvermittlung in deutschen Hochschulen untersucht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Professionalität, Supervision, Kompetenzorientierung, Reflexivität und DaFZ-Lehrkräfte geprägt.
Warum ist das Feld DaFZ besonders relevant für diese Fragestellung?
DaFZ-Lehrkräfte arbeiten häufig in prekären freiberuflichen Verhältnissen ohne klassisches Referendariat, weshalb eine hochschulseitige Professionalisierung besonders wichtig für deren berufliche Entwicklung ist.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der DaFZ-Studiengänge?
Obwohl erste positive Tendenzen erkennbar sind, zeigt die Untersuchung, dass eine explizite Vorbereitung auf professionelle Unterstützungsinstrumente wie Supervision in den meisten Studiengängen noch zu kurz kommt.
- Citar trabajo
- Jacqueline Gerland (Autor), 2016, Supervision und pädagogische Professionalität bei DaFZ-Lehrkräften, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369949