Diese Arbeit behandelt die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus und erläutert ebenso die damit einhergehenden Folgen für den amerikanischen Kontinent, für Europa und die ganze Welt.
Die Entdeckung der Neuen Welt bedeutete einen absoluten Paradigmenwechsel. Europa, das bis zum dreizehnten Jahrhundert in sehr wenig internationale, geschweige denn in globale Prozesse eingebunden war, entwickelte sich in den darauffolgenden Jahrhunderten zum absoluten Zentrum der Welt. Dies galt sowohl in kultureller als auch besonders in ökonomischer Hinsicht. Der Kolonialismus der hauptsächlich zur Füllung der Staats- und Kriegskassen der europäischen Mächte diente und der damit einhergehende transatlantische Sklavenhandel wären ohne die Entdeckungen der neuen Welt nicht möglich geworden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsfragen
3. Die Voraussetzungen für Kolumbus’ Entdeckungsfahrten
4. Der Entdecker – Eine Kurzbiographie
5. Beeinflussungsfaktoren
6. Die erste Entdeckungsfahrt
6.1. Die Vorbereitungen
6.2. Die Fahrt
6.3. Die Ankunft
7. Die Folgen
8. Warum nicht umgekehrt?
9. Zusammenfassung
10. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Bedeutung der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus als Wegbereiter für die europäische wirtschaftliche Expansion. Dabei wird analysiert, welche Motive den Entdecker leiteten, welche technologischen und sozioökonomischen Voraussetzungen die europäische Expansion begünstigten und warum die Entdeckung einseitig von Europa ausging.
- Wirtschaftliche Triebfedern der Entdeckungsreisen
- Einfluss zeitgenössischer Theorien und Schriften auf Kolumbus
- Die koloniale Ausbeutung und die Rolle des Sklavenhandels
- Technologische und geografische Disparitäten zwischen Europa und Amerika
- Kritische Analyse der europäischen Dominanz und globaler Folgen
Auszug aus dem Buch
6. Die erste Entdeckungsfahrt
Die Saat für eine Westfahrt war also in Kolumbus’ Gedanken gepflanzt worden.1483 startete der Seefahrer den ersten Versuch zur Gewinnung eines Sponsors für sein Vorhaben und wurde bei König Johann II von Portugal vorstellig. Dieser lehnte den Plan jedoch aufgrund der Bewertung seiner Berater ab, welche die Entfernung zwischen den beiden Kontinenten wohl realistischer einschätzen als Kolumbus selbst. Daraufhin verließ Kolumbus Portugal und versuchte sein Glück am spanischen Königshof. 21
Anzunehmen ist, dass Kolumbus zusätzliche Motivation dafür aus dem Umstand bezog, dass die spanische Krone Rechte auf Kolonialbesitz in jenen Ländern vergab, die durch Entdecker in Besitz genommen wurden, die aus eignen Mitteln Schiffe ausrüsterten.22 Eine derartige königliche Legitimation war an Wert kaum zu überschätzen, denn mit einer solchen in der Tasche konnte einem seine Besitztümer nicht streitig gemacht werden, ohne die Krone damit in Frage zu stellen.
So bemühte sich der junge Kolumbus (oder COLÓN, wie er sich mittlerweile selbst nannte) zwischen 1486 und 1491 um die Gunst der spanischen Königin Isabella, die er schließlich auch erringen konnte. Die Krone erklärte sich bereit, die Hälfte der Kosten der Erkundungsfahrt zu übernehmen. Die Literatur erklärt sich diese plötzliche Zustimmung der spanischen Königin einerseits dadurch, dass die sogenannte Reconquista, also die Rückeroberung der iberischen Halbinsel von den Mauren, vollzogen war, nachdem die letzte islamische Hochburg Granada eingenommen war.23 Im Zuge dessen wurde der mächtigste christliche Staat der damaligen Welt geschaffen, indem die Könige Fernando II. von Aragón und Isabella von Kastilien die zahlreichen Kleinstaaten, Herzogtümer und ehemals maurischen Fürstenhöfe unter einem Banner vereinten.24 Doch nun stellt sich die Frage, warum man nicht einfach weiterhin wie bisher über den Landweg mit Indien Handel trieb. Denn die asiatischen Lande waren (nicht zuletzt durch Marco Polo) sehr wohl bekannt und es wurde auch mit diesen Regionen gehandelt. „Doch nach der Eroberung Konstantinopels durch die Türken im Jahre 1453 war der Landweg nach Indien und China für Europäer versperrt.“ 25 Aus diesem Grund versuchten die europäischen Reiche die türkisch besetzen Gebiete zu meiden und alternative Routen in den asiatischen Raum zu finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert Kolumbus' Ankunft in der Neuen Welt und ordnet seine Entdeckung als Startpunkt eines globalen Paradigmenwechsels und des europäischen Kolonialismus ein.
2. Forschungsfragen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Fragestellungen der Arbeit, insbesondere bezüglich der ökonomischen Beweggründe Kolumbus' und der historischen Folgen für Europa und die indigene Bevölkerung.
3. Die Voraussetzungen für Kolumbus’ Entdeckungsfahrten: Hier wird der historische Kontext des spätmittelalterlichen Weltbildes sowie das verbreitete Wissen über Geografie und das Streben nach einer Westroute nach Indien erläutert.
4. Der Entdecker – Eine Kurzbiographie: Es wird die Biografie des Seefahrers beleuchtet, wobei besonders seine beharrliche Suche nach Förderern und seine Heirat als strategischer Vorteil hervorgehoben werden.
5. Beeinflussungsfaktoren: Dieses Kapitel analysiert die Schriften von Marco Polo und Pierre d'Ailly sowie die Theorien von Toscanelli, die Kolumbus maßgeblich in seinem Vorhaben beeinflussten.
6. Die erste Entdeckungsfahrt: Hier werden die Vorbereitungen, die Finanzierung durch die spanische Krone, der Reiseverlauf und die Ankunft auf Guanahani detailliert beschrieben.
7. Die Folgen: Dieses Kapitel erörtert die welthistorischen Auswirkungen der Entdeckung, insbesondere den Beginn des kolonialen Zeitalters und die Ausbeutung von Ressourcen.
8. Warum nicht umgekehrt?: Hier werden die Gründe untersucht, warum die Entdeckung einseitig durch Europäer erfolgte, wobei technologische und biologische Faktoren wie die Nutzung von Zugtieren eine zentrale Rolle spielen.
9. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die Kolumbus als Wegbereiter der europäischen Dominanz charakterisiert, während gleichzeitig die verheerenden Folgen für die indigenen Kulturen betont werden.
10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Christoph Kolumbus, Entdeckung Amerikas, Kolonialismus, Neue Welt, Spanien, Reconquista, Expansion, Sklavenhandel, Wirtschaftsgeschichte, Marco Polo, indigene Bevölkerung, Gold, Globalismus, Seefahrt, Missionierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historischen und wirtschaftlichen Hintergründe der Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus sowie deren langfristige globale Auswirkungen auf das Machtgefüge zwischen Europa und der Neuen Welt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den zentralen Themen gehören die Motive des Entdeckers, die Rolle der spanischen Krone, die sozioökonomischen Voraussetzungen der europäischen Expansion und die Folgen der Kolonialisierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Bedeutung von Kolumbus' Entdeckung für die europäische Wirtschaftsmacht zu bewerten und zu hinterfragen, warum der Entdeckungsprozess einseitig verlief.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse historischer Aufzeichnungen und wissenschaftlicher Sekundärliteratur, um die Ambitionen und Handlungen des Seefahrers kritisch einzuordnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Voraussetzungen, biografischen Aspekten, den Einflussfaktoren durch zeitgenössische Gelehrte, dem Ablauf der ersten Entdeckungsfahrt sowie den ökonomischen und sozialen Folgen der Kolonialzeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kolonialismus, wirtschaftliche Expansion, Globalisierung, imperiale Machtstrukturen und interkontinentaler Austausch charakterisiert.
Welche Rolle spielten die Theorien von Paolo del Pozzo Toscanelli für Kolumbus?
Toscanellis Theorie einer Westpassage nach Asien bestärkte Kolumbus in seinem Vorhaben; durch die Unterschätzung des Erdumfangs wirkte diese Idee als treibender Faktor für das Wagnis der Reise.
Warum war Kolumbus' Verhalten gegenüber den indigenen Völkern für seine weitere Karriere bedeutsam?
Kolumbus' teils tyrannisches Verhalten und seine wirtschaftlich getriebene Ausbeutung der lokalen Ressourcen führten dazu, dass sein Ruf in der Zwischenzeit in Verruf geriet und er den Rückhalt einflussreicher Akteure verlor.
Wie erklärt die Arbeit das Fehlen eines indigenen Entdeckungsdrangs in Richtung Osten?
Die Arbeit führt dies auf das Fehlen von Zugtieren, die gering entwickelte Schifffahrtstechnologie und eine fehlende Tradition der großflächigen Metallverarbeitung in den amerikanischen Kulturen zurück.
- Citar trabajo
- Julian Moosbrugger (Autor), 2016, Christoph Kolumbus. Entdecker Amerikas und Wegbereiter der europäischen Wirtschaftsmacht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370194