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Seereisen deutscher Auswanderer im 19. Jahrhundert. Die Überfahrt als Schwellenerfahrung in der deutschen Literatur

Title: Seereisen deutscher Auswanderer im 19. Jahrhundert. Die Überfahrt als Schwellenerfahrung in der deutschen Literatur

Seminar Paper , 2017 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julian Moosbrugger (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Das 19. Jahrhundert ging mit einer Auswanderungswelle aus Deutschland einher. Das einzige Transportmittel, das in diesem Jahrhundert eine Reise nach Amerika ermöglichte, war das Schiff. So nahmen zahllose Auswanderer die wochen-, teilweise auch monatelangen Schiffsreisen auf sich, um ein neues Leben beginnen zu können. Die Zustände auf den Schiffen waren teilweise menschenunwürdig, besonders für jene Passagiere, die sich keine teuren Kajüten leisten konnten und in den Zwischendecks der Schiffe mitsegeln mussten. Schiffbruch war ein Thema mit dem Reisende früher durchaus öfters konfrontiert wurden, als ihnen lieb war.

Zu Beginn der Arbeit wird eine genauere Betrachtung des Begriffs Auswanderung vorgenommen, da diese Thematik im Mittelpunkt des Papiers steht. Direkt im Anschluss widmet sich ein Kapitel den Auswanderern selbst. Es soll geklärt werden, wer die Menschen waren, die die gefährlichen und beschwerlichen Reisen auf sich nahmen und warum sie dies taten.

Bevor sich die Arbeit schließlich einzelnen Texten zuwendet, in denen die Überfahrten von auswandernden Personen thematisiert werden, werden mehrere wissenschaftliche Konzepte vorgestellt, mit denen sich derartige migrantische Atlantiküberfahrten charakterisieren lassen. Hier wird einerseits auf das Konzept der rite de passage, zu Deutsch Übergangsriten, von ARNOLD VAN GENNEP und andererseits auf die eng damit zusammenhängende Theorie der Liminalität von VICTOR TURNER zurückgegriffen. Auch wird kurz dargelegt, was der Begriff der Schwelle bei WALTER BENJAMIN bedeutet und welche Relevanz dieser für Überfahrten von Auswanderer hat.

Im letzten und gleichzeitig zentralen Kapitel der Arbeit werden verschiedene Primärtexte, die sich mit deutschen Auswanderern beschäftigen hinsichtlich deren Überfahrten analysiert. Besonders wird darauf Acht gegeben, ob sich in den Texten Momente herauskristallisieren lassen, auf welche sich die Konzepte von van Gennep, Turner und Benjamin umlegen lassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die deutsche Auswanderung nach Amerika

1.1. Begriffsdefinition: Migration – Auswanderung - Einwanderung

1.2. Gründe für die Auswanderung

2. Die Auswanderer

3. Kulturwissenschaftliche Konzepte zu Übergängen und Schwellenerfahrungen

3.1. Die Überfahrt als Übergang nach Arnold van Gennep

3.2. Victor Turner und die Begriffe Liminalität und Communitas

3.3. Der Begriff der Schwelle bei Walter Benjamin

4. Die Überfahrt von Auswanderern in der deutschen Literatur

4.1. Friedrich Gerstäcker – Der deutschen Auswanderer Fahrten und Schicksale

4.1.1. Der Autor und der Roman

4.1.2. Relevante Szenen im Text

4.2. Gerd Fuchs – Die Auswanderer

4.2.1. Der Autor und der Roman

4.2.2. Relevante Stellen

4.3. Weitere Texte

4.3.1. Talvj – Die Auswanderer

4.3.2. Johannes Gaukel – Im Zwischendeck

4.3.3. Robert Louis Stevenson – The Amateur Immigrant

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Schiffsüberfahrt deutscher Auswanderer im 19. Jahrhundert als literarisch verarbeitete Schwellenerfahrung, wobei theoretische Konzepte der Migrationsforschung und Literaturwissenschaft angewandt werden, um soziale Dynamiken an Bord zu analysieren.

  • Kulturwissenschaftliche Theorien von Arnold van Gennep, Victor Turner und Walter Benjamin
  • Analyse der Überfahrts-Thematik in ausgewählten literarischen Werken
  • Untersuchung von sozialen Gruppenbildungen (Communitas) unter Auswanderern
  • Die Rolle der Schiffsreise als liminale Phase oder Schwellenzustand
  • Soziale Spannungen und Klassenunterschiede an Bord von Auswandererschiffen

Auszug aus dem Buch

4.1.2. Relevante Szenen im Text

„Also nur noch eine Nacht im Vaterland! Die Gemüter, selbst die der Härtesten unter ihnen, wurden weich, und viele drückten sich still und heimlich die Hände.

„Wie wird uns erst dann zumute sein“, sagte Pastor Hehrmann [...], „wenn wir den letzten blauen Streifen Landes in der Ferne schwinden sehen, wenn uns an allen Seiten die ungeheure Wasserwüste umgibt und das Vaterland, das wir jetzt noch das unsre nennen, vielleicht auf ewig entrissen ist?““

Man könnte nun argumentieren, dass an dieser Stelle beginnt unter den Auswanderern, was van Gennep als Ablösungsphase, Benjamin als Schwelle und Turner als das soziales Drama bezeichnet. Die Protagonisten stehen hier noch inmitten der alten, ihnen bekannten Welt. Sie merken jedoch bereits, dass sich diese Zeit dem Ende zuneigt und sie sich langsam von ihrer alten Heimat trennen müssen. Diesem Gefühl, das sicherlich eine gewisse Unsicherheit unter den Charakteren hervorruft, wirken sie entgegen, indem sie sich enger zusammenschließen. Besondere Initiative geht dabei vom Pastor Hehrmann aus:

„Gemeinsam gehen wir allen diesen Gefahren entgegen, gemeinsam müssen wir auch deshalb handeln und nicht nur unsere Interessen vereinigen, sondern einander auch wie Brüder und so recht von Herzen lieb haben und behalten.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die deutsche Auswanderung nach Amerika: Erläutert die Begriffsdefinitionen von Migration, Aus- sowie Einwanderung und beleuchtet die vielfältigen ökonomischen und sozialen Gründe für die Massenauswanderung im 19. Jahrhundert.

2. Die Auswanderer: Beschreibt die soziale Herkunft der Auswanderer, die oft aus unteren Bevölkerungsschichten stammten, sowie die Umstände der Reise und die Beweggründe der Flucht aus der alten Heimat.

3. Kulturwissenschaftliche Konzepte zu Übergängen und Schwellenerfahrungen: Führt die theoretischen Rahmenbedingungen ein, insbesondere van Genneps Konzept der Übergangsriten, Turners Theorie der Liminalität und Communitas sowie Benjamins Begriff der Schwelle.

4. Die Überfahrt von Auswanderern in der deutschen Literatur: Analysiert anhand von Primärtexten – darunter Gerstäcker, Fuchs, Talvj und andere – wie sich die theoretischen Konzepte in literarischen Szenen der Schiffsreise widerspiegeln und welche soziale Dynamiken dabei entstehen.

Zusammenfassung: Fasst die Ergebnisse zusammen, wonach Schiffsreisen als Schwellenphasen fungieren, in denen sich Gruppenbildungen wie Communitas entwickeln können, sofern keine akute existenzielle Bedrohung das soziale Gefüge sprengt.

Schlüsselwörter

Auswanderung, Migration, Schiffsreise, Schwellenerfahrung, Liminalität, Communitas, Übergangsriten, Arnold van Gennep, Victor Turner, Walter Benjamin, deutsche Literatur, 19. Jahrhundert, Identität, Soziale Gruppenbildung, Atlantiküberquerung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Aufarbeitung der Schiffsreisen deutscher Auswanderer im 19. Jahrhundert und der Deutung dieser Reise als kulturelle Schwellenerfahrung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die historische Auswanderung, kulturwissenschaftliche Theorien über Übergangsprozesse sowie die literarische Analyse von Auswandererberichten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu ergründen, ob und wie sich Schiffsreisen mittels kulturwissenschaftlicher Konzepte als liminale Schwellenphasen charakterisieren lassen und welche soziale Dynamiken dabei in der Literatur dargestellt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, bei der Primärtexte im Licht ethnologischer und philosophischer Theorien (insb. van Gennep, Turner, Benjamin) interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Übergangskonzepte und eine detaillierte Textanalyse, in der untersucht wird, wie Autoren wie Gerstäcker oder Fuchs die Überfahrt und das Miteinander an Bord schildern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Migration, Liminalität, Schwellenerfahrung, Communitas und die Auswandererliteratur des 19. Jahrhunderts.

Wie spielt das Konzept der Communitas nach Turner eine Rolle?

Das Konzept beschreibt, wie Reisende, die gemeinsam den liminalen Zustand der Überfahrt teilen, hierarchische Unterschiede zeitweise überwinden und ein besonderes Gemeinschaftsgefühl (Communitas) entwickeln können.

Inwiefern beeinflusst das Gefühl der „Reise ohne Wiederkehr“ die Protagonisten?

Das Bewusstsein der Endgültigkeit und des Abschieds von der alten Welt erzeugt oft Angst und Unsicherheit, die die Schwellenerfahrung an Bord intensiviert und die Passagiere in einen traumähnlichen Zustand zwischen den Welten versetzt.

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Details

Title
Seereisen deutscher Auswanderer im 19. Jahrhundert. Die Überfahrt als Schwellenerfahrung in der deutschen Literatur
College
University of Vienna
Grade
1,0
Author
Julian Moosbrugger (Author)
Publication Year
2017
Pages
29
Catalog Number
V370198
ISBN (eBook)
9783668480148
ISBN (Book)
9783668480155
Language
German
Tags
Auswanderung Schwellenerfahrung Seereisen Überfahrt Liminalität Auswanderer Talvj Van Gennep Communitas Walter Benjamin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julian Moosbrugger (Author), 2017, Seereisen deutscher Auswanderer im 19. Jahrhundert. Die Überfahrt als Schwellenerfahrung in der deutschen Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370198
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