In dieser Hauptseminararbeit geht es um den Protagonisten Bradomín in der Sonata de Primavera.
Ramon Valle-Inclán gilt als einer der Vertreter der 98er Generation in Spanien, dessen Werke unvergleichlichen Erfolg feierten. Seine Sonatas, die zu seinen Meisterwerken zählen, bestehen aus vier Büchern. Sie sind als die Memoiren des Marqués de Bradomín tituliert, daher bestehen die Bücher aus der Erzählperspektive des Protagonisten. Dieser stellt eine Art Don Juan dar, der in seinen Memoiren von seinen Fraueneroberungen berichtet. Allerdings erscheint dieser Don Juan keineswegs wie die ursprüngliche Romanfigur von Tirso de Molina. Die Frage, die man sich bei den Sonatas stellt, ist ob man diese ernst nehmen kann, oder ob die Charaktere ironisch dargestellt werden.
Daher wird sich diese Hausarbeit mit der Frage auseinandersetzen, in wie weit der Protagonist Bradomín als eine Art Don Juan ironisch und satirisch dargestellt wird. Um das Thema einzugrenzen, beschränkt sich die Arbeit ausschließlich mit der Sonata de Primavera. Der derzeitige Forschungsstand legt nahe, dass die Sonatas das Werk eines modernistischen Autoren sind, der weder seinen Protagonist, noch die anderen Charaktere ernst nimmt, da diese die Gesellschaft kritisch darstellen sollen. Dabei erscheint besonders die Rolle des Marqués wichtig, da es in allen vier Sonatas um diesen Mann geht, der aus einer aristokratischen Familie stammt und dazu katholisch ist. Um die Frage nach Ironie und Satire in Bradomíns Charakter zu klären, soll zuerst eine Definition der eben genannten Begriffe erfolgen. Das Sachwörterbuch der Literatur war bei diesem
Kapitel ebenso hilfreich wie das Literaturwissenschaftliche Wörterbuch für Romanisten. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Definition von Satire und Ironie
- Der Don Juan Mythos
- Die Sonata de Primavera
- Xavier Bradomín
- Bradomíns Religion
- Bradomíns Liebe zu María Rosario
- Bradomíns Liebesgeständnis
- Der Dialog
- Bradomíns aristokratische Herkunft
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit analysiert die Sonata de Primavera von Ramón María del Valle-Inclán und befasst sich mit der Frage, inwieweit der Protagonist, der Marqués de Bradomín, als ein satirischer und ironischer Don Juan dargestellt wird. Die Arbeit untersucht dabei, ob die Figur des Bradomín ernstzunehmen ist oder ob sie als ironische Kritik an der Gesellschaft zu verstehen ist.
- Definition von Satire und Ironie im Kontext der Sonatas
- Analyse des Don Juan-Mythos und seine Anwendung auf Bradomín
- Bradomíns religiöse Haltung und ihre satirische Darstellung
- Bradomíns Liebesbeziehung zu María Rosario und die Ironie in seiner Liebe
- Bradomíns aristokratische Herkunft und ihre Rolle in der Sonata de Primavera
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der Definition von Satire und Ironie in der Literatur und liefert einen Rahmen für die Analyse der Sonatas. Im zweiten Kapitel wird der Don Juan-Mythos beleuchtet und auf Bradomíns Charaktermerkmale übertragen. Das dritte Kapitel behandelt Bradomíns Persönlichkeit, einschließlich seiner Religion und seines sentimentalen Charakters. Das vierte Kapitel konzentriert sich auf Bradomíns Liebesgeständnis an María Rosario und den darauffolgenden Dialog. Das fünfte Kapitel untersucht Bradomíns aristokratische Herkunft und ihre Bedeutung im Kontext der Sonata de Primavera.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert auf die Schlüsselbegriffe Satire, Ironie, Don Juan, Religion, Liebe, Aristokratie und Gesellschaft im Kontext von Valle-Incláns Sonata de Primavera. Diese Begriffe werden verwendet, um die satirische und ironische Darstellung des Protagonisten, Bradomín, zu analysieren.
- Arbeit zitieren
- Anna Corcelli (Autor:in), 2017, Der Marqués de Bradomín in der "Sonata de Primavera". Ein Don Juan voller Satire und Ironie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370221