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Der Marqués de Bradomín in der "Sonata de Primavera". Ein Don Juan voller Satire und Ironie?

Titre: Der Marqués de Bradomín in der "Sonata de Primavera". Ein Don Juan voller Satire und Ironie?

Dossier / Travail de Séminaire , 2017 , 23 Pages , Note: 1,5

Autor:in: Anna Corcelli (Auteur)

Romanistique - Philologie espagnole
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In dieser Hauptseminararbeit geht es um den Protagonisten Bradomín in der Sonata de Primavera.

Ramon Valle-Inclán gilt als einer der Vertreter der 98er Generation in Spanien, dessen Werke unvergleichlichen Erfolg feierten. Seine Sonatas, die zu seinen Meisterwerken zählen, bestehen aus vier Büchern. Sie sind als die Memoiren des Marqués de Bradomín tituliert, daher bestehen die Bücher aus der Erzählperspektive des Protagonisten. Dieser stellt eine Art Don Juan dar, der in seinen Memoiren von seinen Fraueneroberungen berichtet. Allerdings erscheint dieser Don Juan keineswegs wie die ursprüngliche Romanfigur von Tirso de Molina. Die Frage, die man sich bei den Sonatas stellt, ist ob man diese ernst nehmen kann, oder ob die Charaktere ironisch dargestellt werden.

Daher wird sich diese Hausarbeit mit der Frage auseinandersetzen, in wie weit der Protagonist Bradomín als eine Art Don Juan ironisch und satirisch dargestellt wird. Um das Thema einzugrenzen, beschränkt sich die Arbeit ausschließlich mit der Sonata de Primavera. Der derzeitige Forschungsstand legt nahe, dass die Sonatas das Werk eines modernistischen Autoren sind, der weder seinen Protagonist, noch die anderen Charaktere ernst nimmt, da diese die Gesellschaft kritisch darstellen sollen. Dabei erscheint besonders die Rolle des Marqués wichtig, da es in allen vier Sonatas um diesen Mann geht, der aus einer aristokratischen Familie stammt und dazu katholisch ist. Um die Frage nach Ironie und Satire in Bradomíns Charakter zu klären, soll zuerst eine Definition der eben genannten Begriffe erfolgen. Das Sachwörterbuch der Literatur war bei diesem
Kapitel ebenso hilfreich wie das Literaturwissenschaftliche Wörterbuch für Romanisten. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Satire und Ironie

3. Der Don Juan Mythos

4. Die Sonata de Primavera

4.1 Xavier Bradomín

4.2 Bradomíns Religion

5. Bradomíns Liebe zu María Rosario

5.1 Bradomíns Liebesgeständnis

5.2 Der Dialog

6. Bradomíns aristokratische Herkunft

7. Fazit

8. Primär-und Sekundärliteratur

8.1 Primärliteratur

8.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Protagonist Xavier Bradomín aus Ramón María del Valle-Incláns Werk "Sonata de Primavera" als eine ironische und satirische Umdeutung des klassischen Don-Juan-Mythos betrachtet werden kann. Dabei wird analysiert, wie der Autor durch die Diskrepanz zwischen Bradomíns Selbstbild, seinem aristokratischen Status und seinem tatsächlichen Verhalten Kritik an gesellschaftlichen und religiösen Normen seiner Zeit übt.

  • Analyse von Ironie und Satire als literarische Mittel im Kontext der 98er Generation.
  • Gegenüberstellung des klassischen Don-Juan-Urtypus mit dem Charakter des Marqués de Bradomín.
  • Untersuchung der religiösen Ambivalenz und der symbolischen Bedeutung von Bradomíns Handlungen.
  • Kritik an aristokratischen Werten und der Darstellung von Dekadenz in den "Sonatas".

Auszug aus dem Buch

4.1 Xavier Bradomín

Der Marqués de Bradomín ist ohne Zweifel einer der interessantesten Figuren, die aus der Feder Ramón Maria del Valle-Incláns stammen. Durch seine Vielseitigkeit an Perspektiven, die der Protagonist der vier Sonatas aufweist, lassen sich viele Themen analysieren. Im Folgenden soll es jedoch vertieft um den Aspekt der Ironie und des Donjuanismus gehen, der im Bezug zu Bradomín näher untersucht wird. Schon am Anfang wird der Leser darüber informiert, dass Xavier Bradomín ein Produkt des Don Juan Mythos ist. Valle-Inclán unterstreicht schon im Vorwort, dass sein Protagonist ein Don Juan ist, aber nicht irgendeiner. Sein Don Juan ist nämlich in keiner Weise der, den man kennt.

Estas paginas son un fragmento de las Memorias Amables que ya muy viejo emepzó a escribir en la emigración el Marqués de Bradomín. Un Don Juan admirable,¡ el más admirable tal vez!, era feo, católico y sentimental.24

Zunächst ist da nur der Hinweis, dass diese Memoiren von seinem Protagonisten Bradomín sind. In diesem Satz betont somit Valle-Inclán, dass die Memoiren aus der Feder des Maruqés de Bradomín entstammen, da dieser seine Memoiren in der ersten Person Singular schreibt und alle Begebenheiten aus seiner Sicht wiedergegeben werden. Eine Verschleierung der Autorenschaft könnte der Grund sein, wieso Valle-Inclán sich zuerst nur als Herausgeber erwähnt und seinen Protagonisten als den eigentlichen Verfasser der Werke bezeichnet.25 Der Leser könnte somit den Eindruck erhalten, dass es sich bei der Figur des Bradomín um einen authentischen Charakter handelt, der die vier Sonatas selbst verfasst hat. Im nächsten Satz bezeichnet Valle-Inclán ihn als einen liebenswürdigen Don Juan. Durch diese Vorankündigung sollte der Leser den Charakter des Protagonisten schon in eine bestimmte Kategorie einordnen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der 98er Generation ein und definiert die Forschungsfrage, ob Bradomín als ironischer Don Juan zu verstehen ist.

2. Definition von Satire und Ironie: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der literarischen Begriffe Satire und Ironie dargelegt, um sie für die Analyse nutzbar zu machen.

3. Der Don Juan Mythos: Es wird der klassische Literaturtyp des Don Juan nach Tirso de Molina analysiert, um einen Referenzrahmen für die spätere Untersuchung von Bradomín zu schaffen.

4. Die Sonata de Primavera: Der Fokus liegt auf der Einführung der Figur Bradomín und der Analyse seiner religiösen Einstellung im Kontrast zur christlichen Lehre.

5. Bradomíns Liebe zu María Rosario: Dieses Kapitel untersucht die zwischenmenschliche Dynamik und die parodistische Darstellung von Bradomíns gescheitertem Verführungsversuch.

6. Bradomíns aristokratische Herkunft: Es wird analysiert, wie der soziale Status des Protagonisten genutzt wird, um spanische Dekadenz und gesellschaftliche Korruption zu kritisieren.

7. Fazit: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass Bradomín als satirische, ironische Figur zur Gesellschaftskritik dient.

8. Primär-und Sekundärliteratur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und der zugrunde liegenden Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Ramón María del Valle-Inclán, Sonata de Primavera, Marqués de Bradomín, Don Juan Mythos, Satire, Ironie, Literaturanalyse, Modernismus, 98er Generation, Religion, Aristokratie, Dekadenz, spanische Literatur, Donjuanismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die literarische Figur des Marqués de Bradomín in Valle-Incláns Werk "Sonata de Primavera" im Hinblick auf deren satirische und ironische Ausgestaltung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Don-Juan-Mythos, die Rolle der Religion, die aristokratische Herkunft des Protagonisten sowie die Verwendung von Ironie zur Gesellschaftskritik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, inwiefern Bradomín als ironisch-satirische Umdeutung des klassischen Don-Juan-Typs zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Definitionen von Ironie und Satire mit der Untersuchung des Primärtextes und aktueller Sekundärliteratur verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Analyse von Bradomíns Charakteristika als "Don Juan", seine religiöse Ambivalenz, seine Interaktionen mit María Rosario und seinen sozialen Stand als Aristokrat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Modernismus, Donjuanismus, Satire, Ironie, aristokratische Dekadenz und religiöse Symbolik charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Bradomín vom klassischen Don Juan?

Im Gegensatz zum stolzen, skrupellosen Urtyp ist Bradomín als "hässlich, katholisch und sentimental" beschrieben, zeigt Gewissensbisse und scheitert oft kläglich bei seinen Eroberungsversuchen.

Welche Funktion hat die "katholische" Identität Bradomíns für die Satire?

Seine Rolle als Gesandter des Papstes bei gleichzeitigem unreligiösem Verhalten dient dem Autor dazu, die moralischen Doppelmoral und Scheinheiligkeit innerhalb der Adelsgesellschaft zu entlarven.

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Résumé des informations

Titre
Der Marqués de Bradomín in der "Sonata de Primavera". Ein Don Juan voller Satire und Ironie?
Université
University of Heidelberg  (Romanisches Seminar)
Cours
Valle-Inclán - Spanische Literaturwissenschaft
Note
1,5
Auteur
Anna Corcelli (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
23
N° de catalogue
V370221
ISBN (ebook)
9783668474581
ISBN (Livre)
9783668474598
Langue
allemand
mots-clé
Valle-Inclán Bradomín Don Juan Satire und Ironie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anna Corcelli (Auteur), 2017, Der Marqués de Bradomín in der "Sonata de Primavera". Ein Don Juan voller Satire und Ironie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370221
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Extrait de  23  pages
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