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Der preußische Staat und die Landwirtschaftspolitik in den ostelbischen Gebieten unter Friedrich II.

Title: Der preußische Staat und die Landwirtschaftspolitik in den ostelbischen Gebieten unter Friedrich II.

Term Paper (Advanced seminar) , 1996 , 24 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Urs Zelle (Author)

History of Germany - Modern History
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Der Absolutismus des preußischen Königshauses der Hohenzollern war in vieler Hinsicht beispielhaft. Der innere Staatsausbau wurde konsequent und zielstrebig vorangetrieben. Von der Position eines unbedeutenden Fürstentums entwickelte sich Preußen über zwei Jahrhunderte hinweg zu einer mitteleuropäischen Führungsmacht.

Friedrich II. hatte klar umrissene Ansichten, was die Stellung seiner Untertanen betraf. Darin war die tragende Stellung des Adels im Staatsgefüge der Kern seines Staatsverständnisses . Um diesem Anspruch nachzukommen erhielt der Adel alle Privilegien, die dessen herausragende Stellung noch unterstrichen. Diese besonderen Rechte umfassten unter anderem die Steuerfreiheit, Militärdienst im Offizierspatent, ministeriale und bürokratische Amtsträgerschaften und verschiedenes mehr. All dies führte zu einer besonderen Identifikation des Adels mit dem Staat.

Der eigentlichen Träger des Staates war aber die Landbevölkerung. Diese musste mit ihren Steuerabgaben und der Erzeugung eines Mehrwertes durch ihre produktive Tätigkeit die monetären Bedürfnisse des Staatsapparates befriedigen und die entstehenden Pflichten und Lasten des Staatsausbaus tragen. Inwieweit Friedrich II. diese wichtige Rolle der Landbevölkerung und insbesondere der Bauernschaft bewertete, und ob es Bemühungen des preußischen Absolutismus gab, die Lage der Bauern zu verbessern, sollen die folgenden Ausführungen versuchen zu erkunden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ziele Friedrichs II.

3. Absolutismus und Agrargesellschaft

4. Die Gutsherrschaft als vorherrschendes Wirtschaftssystem

5. Der königliche Einfluss auf die Domänenwirtschaft

6. Der Bauernstand als Träger des Staates

7. Die Gemeinde als bäuerlicher Interessenverband

8. Zusammenfassung

9. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht das Verhältnis des preußischen Absolutismus unter Friedrich II. zur Landbevölkerung, insbesondere zur Bauernschaft, und beleuchtet inwieweit staatliche Agrarpolitik deren Lebensumstände beeinflusste oder zu verbessern suchte.

  • Stellung und Privilegien des Adels im preußischen Staatsgefüge
  • Die Struktur der adeligen Gutsherrschaft und ihre Auswirkungen auf die Bauern
  • Die Rolle der königlichen Domänen als Modell für agrarische Reformen
  • Bäuerliche Lebenswelt, Pflichten und Interessenvertretung in der Dorfgemeinschaft
  • Der Einfluss staatlicher Gesetze und Ordnungen auf die Rechtssituation der Landbevölkerung

Auszug aus dem Buch

Die Gutsherrschaft als vorherrschendes Wirtschaftssystem

Das System der Gutsherrschaft war für die Aristokratie die einträglichste Form des Wirtschaftens. Im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten besaß der durchschnittliche Junker Güter mittlerer Größe, wodurch die Rangunterschiede innerhalb der Grundbesitzerschicht nicht allzu groß wurden. Der einzig herausragend große Grundbesitzer war die Monarchie, mit einem Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche in ihrem Domänenbesitz. Unter diesen Voraussetzungen formte die Aristokratie eine relativ homogene Schicht von Grundbesitzern mit gleichen Zielen und Auffassungen über die Verwirklichung ihrer Wirtschaftsform. Dabei war das Besondere, daß die preußischen Junker meist die tatsächlichen Verwalter ihrer Güter und auch dort ansässig waren. Der Gutsherr saß auf dem Fronhof, der die Zentrale des herrschaftlichen Eigenbetriebs bildete. Der Fronhof war Sitz des Patrimonialgerichts, welches die Gerichtsbarkeit über sämtliche Hintersassen der Gutsherrschaft ausübte. Er war gleichzeitig Träger der gutsherrlichen Polizeigewalt sowie Verkörperung der staatlichen Hoheitsgewalt für das gesamte Gutsgebiet.

Kernpunkt der gutsherrschaftlichen Machtausübung war jedoch die Erbuntertänigkeit und die Schollenpflichtigkeit. Die Schollenpflichtigkeit verband den Bauern mit dem Boden, den er bearbeitete. Die Erbuntertänigkeit schloss die Schollenpflichtigkeit mit ein und verpflichtete den Bauern zu meist ungemessenen, das heißt im Umfang nicht genau festgelegten, im Verlauf des 18. Jahrhunderts dann aber vielfach gemessenen Frondiensten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt den Absolutismus unter Friedrich II. und stellt die Forschungsfrage nach dem Verhältnis zwischen dem Herrscher und der für den Staat existenziellen Landbevölkerung.

2. Die Ziele Friedrichs II.: Dieses Kapitel erläutert die staatspolitischen Notwendigkeiten und die daraus resultierenden agrarpolitischen Reformziele, wie Bevölkerungszunahme und Rationalisierung der Landwirtschaft.

3. Absolutismus und Agrargesellschaft: Der Abschnitt beschreibt das politisch-soziale System Preußens, das durch die Privilegierung des Adels und eine lokale Gutsherrschaft geprägt war.

4. Die Gutsherrschaft als vorherrschendes Wirtschaftssystem: Hier wird das ökonomische und soziale System der Gutsherrschaft sowie die rechtliche Bindung der Bauern durch Erbuntertänigkeit analysiert.

5. Der königliche Einfluss auf die Domänenwirtschaft: Das Kapitel untersucht die Rolle der königlichen Domänen als Orte für Innovationen und zeigt die Diskrepanz zwischen staatlichem Anspruch und der Realität auf den Junkergütern.

6. Der Bauernstand als Träger des Staates: Es wird die Differenzierung innerhalb der Bauernschaft sowie deren Funktion als Steuer- und Rekrutierungsbasis für den Staat beleuchtet.

7. Die Gemeinde als bäuerlicher Interessenverband: Der Fokus liegt auf der internen Organisation der Bauern in Gemeinden sowie den staatlichen Überwachungsinstanzen, wie den Landräten.

8. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel bilanziert die Ergebnisse der Untersuchung im Hinblick auf die Durchsetzbarkeit der königlichen Reformen im Spannungsfeld zwischen Monarchie und Adel.

9. Bibliographie: Auflistung der verwendeten historischen Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Friedrich II., Preußen, Absolutismus, Landwirtschaftspolitik, Gutsherrschaft, Bauernschaft, Erbuntertänigkeit, Domänenwirtschaft, Agrargesellschaft, Leibeigenschaft, Rechtswesen, Landräte, Sozialgeschichte, Agrarreform, Preußische Geschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Landwirtschaftspolitik des preußischen Staates unter Friedrich II. und deren Auswirkungen auf die bäuerliche Bevölkerung in den ostelbischen Gebieten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Spannungsfeld zwischen absolutistischem Staatsaufbau, der Vormachtstellung des Adels durch die Gutsherrschaft und den Versuchen des Königs, durch Agrarreformen die Produktivität und Bevölkerungszahl zu steigern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu ergründen, ob und wie der preußische Absolutismus aktiv versucht hat, die Lage der Bauern zu verbessern und inwieweit diese Bemühungen in der Praxis erfolgreich waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen, Edikte, politischer Testamente und einschlägiger historischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die wirtschaftliche Struktur der Gutsherrschaft, die Rolle der königlichen Domänen, die rechtliche Situation der verschiedenen bäuerlichen Schichten sowie die administrativen Steuerungsmechanismen wie das Kantonssystem.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Absolutismus und Friedrich II. sind die Begriffe Gutsherrschaft, Erbuntertänigkeit, Landwirtschaftspolitik und die rechtliche Situation der Landbevölkerung entscheidend.

Welchen Einfluss hatte der Adel auf die Reformbemühungen des Königs?

Der Adel widersetzte sich als privilegierte, staatstragende Schicht erfolgreich vielen Reformen der Monarchie, da diese seine feudalen Herrschaftsrechte und die Ausbeutung bäuerlicher Arbeitskraft eingeschränkt hätten.

Welche Bedeutung kommt dem "Allgemeinen Landrecht" von 1794 zu?

Es bildete den lang ersehnten, rechtlich verlässlichen Rahmen, der die Leibeigenschaft aufhob und für das gesamte Staatsgebiet einheitliche Standards schuf, die den Weg zur Modernisierung ebneten.

Warum war der Bauer für den preußischen Staat so wichtig?

Die Bauern waren als Steuerzahler für die Staatsfinanzen und als Rekruten für den Militärdienst die notwendige Basis des preußischen Staatsausbaus.

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Details

Title
Der preußische Staat und die Landwirtschaftspolitik in den ostelbischen Gebieten unter Friedrich II.
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Geschichte der Neuzeit)
Course
Familie und Dorfgemeinschaft. Adelsherrschaft und absolutistischer Staat. Alltagsleben auf dem Lande im 18. Jahrhundert
Grade
2,3
Author
Urs Zelle (Author)
Publication Year
1996
Pages
24
Catalog Number
V370254
ISBN (eBook)
9783668476516
ISBN (Book)
9783668476523
Language
German
Tags
Preußen Friedrich II. Landwirtschaft Landesentwicklung Landrecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Urs Zelle (Author), 1996, Der preußische Staat und die Landwirtschaftspolitik in den ostelbischen Gebieten unter Friedrich II., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370254
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