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Inwieweit diente das Schicksal der Susanna Margaretha Brandt als Vorlage für Goethes Gretchen in der Tragödie "Faust"?

Título: Inwieweit diente das Schicksal der Susanna Margaretha Brandt als Vorlage für Goethes Gretchen in der Tragödie "Faust"?

Trabajo Escrito , 2016 , 15 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor)

Filología alemana - Historia de la literatura, Épocas
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In dieser Arbeit wird die Frage "Inwieweit diente das Schicksal der Susanna Margaretha Brandt als Vorlage für Goethes Gretchen in der Tragödie Faust?" untersucht.

Der Jurist Johann Wolfgang von Goethe beobachtete 1772 in Frankfurt einen Kindsmordprozess gegen die Dienstmagd Susanna Margaretha Brandt (kurz: Susanna) und arbeitete die Problematik in den Stoff der Tragödie Faust I ein. Die Beobachtungen bilden die Grundlage für die Gretchentragödie. Doch inwieweit nutzte Goethe das Schicksal der jungen Dienstmagd Susanna als Vorbild für seine Gretchenfigur und in welchen Punkten weicht er von der Vorlage ab?

Beim Lesen von der Tragödie Faust I bleibt einem oft die Gretchentragödie besonders im Gedächtnis. Man stellt sich die Frage wie es soweit kommen konnte, dass Gretchen von einem unschuldigen, frommen Mädchen zu einer Kindermörderin werden konnte. Welche Gründe drängten sie dazu gegen die Gesetze der Natur zu handeln und ihr eigenes Neugeborenes zu töten? Gretchens Schicksal basiert auf historischen Hintergründen. Bis weit ins 18. Jahrhundert hinein war es üblich, ein Mädchen, das ein uneheliches Kind erwartete, öffentlich zu demütigen und zu entehren. Da kommt die Frage auf wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass so viele Frauen im 18 Jahrhundert uneheliche Kinder bekamen, obwohl sie doch die Konsequenzen für solch ein Vergehen kannten?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Kindsmord in der Epoche des Sturm und Drangs

2.1 Gründe für einen Kindsmord

2.2 Der Kindsmord und seine rechtlichen Folgen

2.3 Der Kindsmord als literarisches Motiv

3. Die Gretchentragödie und ihr Vorbild

3.1 Gretchens Lebensablauf

3.2 Susanna Margaretha Brandts Lebensablauf

3.3 Vergleich von Gretchens und Susanna Margaretha Brandts Lebensablauf

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, inwieweit das historische Schicksal der Dienstmagd Susanna Margaretha Brandt als unmittelbare Vorlage für die Figur des Gretchen in Goethes Tragödie Faust diente und welche Parallelen sowie Unterschiede in den Lebensläufen und der gesellschaftlichen Wahrnehmung bestehen.

  • Historischer Hintergrund des Kindsmordes im 18. Jahrhundert
  • Rechtliche und soziale Rahmenbedingungen zur Zeit des Sturm und Drangs
  • Literarische Verarbeitung des Kindsmord-Motivs
  • Detaillierter Vergleich der Biografien von Susanna M. Brandt und Gretchen
  • Analyse der Bedeutung des Vorbilds für die Ausgestaltung der Faust-Tragödie

Auszug aus dem Buch

3.1 Gretchens Lebensablauf

Am Anfang der Gretchen-Handlung erfindet Faust eine Verführungsstrategie und Margarete (Gretchen) reagiert lediglich auf Fausts Handlungen. Nach dem ersten Zusammentreffen auf der Straße und dem gescheiterten Annäherungsversuch seitens Fausts, versucht er Gretchens weibliche Eitelkeit zu reizen und sie dadurch verführbar zu machen. Mit der Hilfe von Mephistopheles legt er hochwertigen Schmuck in ihr Zimmer. Als sie diesen auf Geheiß ihrer Mutter und des „Paffen“ wegbringt, ersetzt Faust ihn durch einen neuen. Das neue Schmuckkästchen ist „weit reicher, als das erste war“ (V.2878) und diesmal zeigt Gretchen den Schmuck auch nicht der Mutter, sondern entschließt sich zur Verheimlichung. Da Faust den Schmuck nicht persönlich, sondern anonym schenkt, kann er damit nicht Gretchens Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Allerdings wird dadurch eine psychische Veränderung in Gretchen hervorgerufen, die es Faust ermöglicht sie ihm zugänglich zu machen. Die Strategie hat Erfolg. Durch die Worte Gretchens, als sie den Schmuck entdeckt, wird die Bedeutung des Schmucks deutlich (V. 2792-2804):

Ein Schmuck! Mit dem könnt' eine Edelfrau

Am höchsten Feiertage gehen

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Forschungsvorhaben vor, den Zusammenhang zwischen dem realen Kindsmordprozess gegen Susanna Margaretha Brandt und der literarischen Ausgestaltung der Gretchentragödie in Goethes Faust zu untersuchen.

2. Der Kindsmord in der Epoche des Sturm und Drangs: Dieses Kapitel erläutert die sozioökonomischen Zwänge, rechtlichen Strafen und das literarische Interesse der Zeit an der Kindsmord-Thematik.

2.1 Gründe für einen Kindsmord: Es wird analysiert, welche massiven sozialen und existentiellen Ängste junge Frauen dazu trieben, uneheliche Schwangerschaften zu verheimlichen und in die Kindstötung zu flüchten.

2.2 Der Kindsmord und seine rechtlichen Folgen: Dieses Kapitel beschreibt die drakonische Gesetzeslage der „Constitutio Criminalis Carolina“ und die Unmenschlichkeit der juristischen Verfolgung von Kindsmörderinnen im 18. Jahrhundert.

2.3 Der Kindsmord als literarisches Motiv: Die Untersuchung zeigt auf, wie der Kindsmord zu einer literarischen Waffe im Kampf zwischen Bürgertum und Adel wurde und welche Autoren diese Thematik aufgriffen.

3. Die Gretchentragödie und ihr Vorbild: Der Hauptteil konzentriert sich auf die parallele Betrachtung der literarischen Figur Gretchen und des historischen Falls Susanna M. Brandt.

3.1 Gretchens Lebensablauf: Hier wird der Prozess der Verführung und des psychischen Zusammenbruchs der Gretchen-Figur im Faust-Drama nachgezeichnet.

3.2 Susanna Margaretha Brandts Lebensablauf: Die Biografie der historischen Susanna M. Brandt wird anhand von Prozessakten und historischen Dokumenten detailliert rekonstruiert.

3.3 Vergleich von Gretchens und Susanna Margaretha Brandts Lebensablauf: Die Gegenüberstellung verdeutlicht sowohl strukturelle Ähnlichkeiten im Schicksalsverlauf als auch fundamentale Unterschiede in der Schuldfrage und Charakterzeichnung.

4. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Goethe die historische Vorlage zwar als Inspirationsquelle für die Gretchentragödie nutzte, die literarische Figur jedoch eigene Akzente in der Charakterisierung setzt.

Schlüsselwörter

Kindsmord, Sturm und Drang, Johann Wolfgang von Goethe, Faust, Susanna Margaretha Brandt, Gretchentragödie, Literaturgeschichte, Rechtsprechung 18. Jahrhundert, Literaturvergleich, Prozessakten, Verführung, Gesellschaftskritik, Moral, Schuld, Strafrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische Verbindung zwischen dem realen Kriminalfall der Susanna Margaretha Brandt und der literarischen Figur Gretchen in Goethes Faust.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die soziale Problematik unehelicher Schwangerschaften im 18. Jahrhundert, die juristische Verfolgung von Kindsmörderinnen und die literarische Bearbeitung dieses Stoffes durch Goethe.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit das Schicksal der historischen Susanna M. Brandt als konkrete Vorlage für die dramaturgische Entwicklung von Gretchens Schicksal in Faust I und II diente.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie den Vergleich zwischen fiktionalem Text (Faust) und historischen Quellen (Prozessakten und zeitgenössische Berichte).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des historischen Kontexts des Kindsmordes, die detaillierte biografische Analyse der historischen Brandt sowie der literarischen Gretchen und einen abschließenden direkten Vergleich beider Lebensläufe.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Kindsmord, Sturm und Drang, Literaturgeschichte, juristische Praxis des 18. Jahrhunderts und den direkten Vergleich von Fiktion und Realität geprägt.

Inwiefern unterscheiden sich die Motive bei Gretchen und Susanna M. Brandt?

Während bei der literarischen Gretchen vor allem der emotionale Verführungsprozess und die gesellschaftliche Ächtung im Vordergrund stehen, zeigen die historischen Akten bei Brandt zudem ökonomische Notlagen und den Druck der strengen Rechtsordnung.

Welche Rolle spielt Mephistopheles bei der Verführung?

Mephistopheles fungiert als Katalysator, der durch das Setzen materieller Anreize und die Manipulation von Gretchens Umfeld den Prozess der moralischen und gesellschaftlichen Katastrophe Gretchens beschleunigt.

Kann man sagen, dass die Gretchentragödie ein historisch exaktes Abbild ist?

Nein, der Autor stellt klar, dass Goethe historische Elemente zwar übernimmt, diese jedoch im Sinne der literarischen Charakterentwicklung interpretiert und abwandelt, wobei Gretchen primär als Opfer eines sozialen Systems gezeichnet wird.

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Detalles

Título
Inwieweit diente das Schicksal der Susanna Margaretha Brandt als Vorlage für Goethes Gretchen in der Tragödie "Faust"?
Universidad
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Calificación
1,3
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
15
No. de catálogo
V370343
ISBN (Ebook)
9783668480957
ISBN (Libro)
9783668480964
Idioma
Alemán
Etiqueta
inwieweit schicksal susanna margaretha brandt vorlage goethes gretchen tragödie faust
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2016, Inwieweit diente das Schicksal der Susanna Margaretha Brandt als Vorlage für Goethes Gretchen in der Tragödie "Faust"?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370343
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